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Jüdisches Zentrum in Oświęcim/Auschwitz

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Jüdisches Zentrum (April 2009)

Das Jüdische Zentrum in Oświęcim/Auschwitz (poln: Centrum Żydowskie w Oświęcimiu) ist ein im Jahr 2000 in Oświęcim (deutscher Name Auschwitz) eingerichtetes Gedenkzentrum für die Opfer der Shoah. Träger ist die 1995 gegründete amerikanische Auschwitz Jewish Center Foundation. Das polnische Zentrum ist seit 2006 ein Partnerinstitut des Museum of Jewish Heritage in New York City.

Geschichte

Oświęcim hatte vor dem Zweiten Weltkrieg eine große jüdische Gemeinde; in den 1930er Jahren waren mehr als die Hälfte der Bevölkerung Juden. Über 400 Jahre prägte das jüdische Leben, die jüdische Kultur und zahlreiche Synagogen das Stadtbild. Dies änderte sich mit dem Einmarsch Hitlers in Polen am 1. September 1939 und der Errichtung des Konzentrationslagers Auschwitz und des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Alles „Jüdische“ wurde in den folgenden Jahren aus dieser Gegend gelöscht. Nach dem Krieg bestand seitens der Sowjetunion oder der damaligen polnischen Regierung kein Interesse, Religionen zu fördern. Mit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 verließen die wenigen überlebenden Juden Oświęcim. Als Resultat lebt heute kein einziger Jude mehr in dieser Stadt. Szymon Kluger, der einzige Jude, der nach dem Zweiten Weltkrieg aus Schweden nach Oświęcim zurückgekehrt war und hier zurückgezogen gelebt hatte, starb im Mai 2000. Durch diesen Verlust drohte die Erinnerung an die jüdische Kultur in Oświęcim vollkommen zu verschwinden.

Lomdei-Misznajot-Synagoge

Über 1.000.000 Menschen besuchen jährlich die ehemaligen Konzentrationslager nahe der Stadt, ohne zunächst einen Einblick von der jüdischen Perspektive zu bekommen. Aus diesem Grund eröffnete 2000 das Jüdische Zentrum, um die frühere Vielfalt dieser Religion in jener Gegend zu bewahren und den Besuchern des Museum Auschwitz-Birkenau einen Einblick in das ehemalige Stadtleben von Oświęcim/Auschwitz zu ermöglichen. Den größten Anteil der Besucher stellen Schülergruppen aus Deutschland, Israel, England, Polen, Frankreich und den USA. Gruppen aus Österreich sind trotz des vielfältigen Bezugs der örtlichen Vergangenheit zu Österreich – u. a. war das Gebiet Teil des Königreichs Galizien – vergleichsweise selten vertreten.

Das Zentrum, offen für Juden und Nichtjuden, setzt sich zwei Ziele:

  • Jedem die Möglichkeit geben, die jüdische Kultur durch Ausstellungen, Vorträge und Bildungsprogramme kennenzulernen. Seit einigen Jahren werden regelmäßig Projekte mit den örtlichen Schulen durchgeführt. Diese führten zu einer größeren Akzeptanz der Einrichtung.
  • Einen Platz zu schaffen, wo Besucher des Konzentrationslagers den jüdischen Opfern gedenken können und sich die ehemalige jüdisch-polnische Kultur anschauen können.
Österreichische Gedenkdiener vor dem Auschwitz Jewish Center (2009)

Um diesen Zielen näherzukommen, stehen folgende Einrichtungen zur Verfügung:

  • Chewra-Lomdei-Mishnajot-Synagoge: Es ist die einzige Synagoge von etwa zwanzig, die den Zweiten Weltkrieg überstanden hat.
  • eine Hauptausstellung, die das ehemalige jüdische Leben im Gebiet von Oświęcim zeigt.
  • eine Bücherei, hauptsächlich für genealogische Forschungen.
  • Raum für wechselnde Ausstellungen: derzeit „New Life“ – beschäftigt sich mit ehemaligen Bewohnern von Oswiecim, die nach Israel ausgewandert sind.

Seit 2007 ist das Jüdische Zentrum in Oświęcim eine Einsatzstelle des österreichischen Gedenkdienstes.

In den Jahren 2008/2009 wurde im Jüdischen Zentrum die Ausstellung „Polish Heroes“ (Polnische Helden) über polnische Gerechte unter den Völkern gezeigt. Diese wurde gemeinsam mit dem Galicia Jewish Museum in Krakau konzipiert und ist seit damals in 6-facher Ausführung in Polen, England und Nordamerika im Einsatz.

Weblinks

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