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Labsal

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Labsal ist in der Schifffahrt ein Anstrichmittel, das ursprünglich aus Holzteer, Teerfirnis und Terpentinspiritus in einem Verhältnis von 8:4:1 bestand.[1]

Verwendungszweck

Es dient sowohl der Konservierung von Holzbestandteilen des Schiffes, als auch der Konservierung des stehenden Gutes auf Segelschiffen. Heutzutage besteht es oft aus Wurzelteer und Leinöl im Verhältnis von 30:70 und einer maximal dreiprozentigen Zugabe von Sikkativ als Trocknungsbeschleuniger. Es gab und gibt aber auch abweichende Rezepturen, die in ihrer Zusammensetzung und die Art der Zusätze von den Besatzungsmitgliedern favorisiert und mitunter als Geheimnis gehütet wurden und werden. Das Leinöl weicht alten Teer auf und sorgt so dafür, dass der Teer in das Tauwerk eindringen kann, um eindringendes Wasser abzuhalten. Es wird auf hölzernen Segelschiffen stellenweise zur Konservierung von Holz, hauptsächlich aber von Naturfasertauwerk und Stahltrossen beim Kleedern (Umwickeln) mit einem Pinsel aufgetragen, um möglichst viel in die Keepen (Vertiefungen) zu streichen.

Wortgeschichte

Das seemännische „Labsal“ leitet sich vom Verb „labsalen“[2] oder „labsalben“[3] her, nicht vom im Deutschen auch als „Labung“ bekannten Synonym für „Wohltat, Erquickung, Erholung“.[4] „Labsalben“ wiederum entstand aus dem Niederländischen „lapsalven“, „mit einem Lappen ab- oder einreiben“,[3] während sich das Wort in seiner zweiten Bedeutung vom Verb „laben“ – wohl einem Lehnwort von dem lateinischen „lavare“, „waschen“ – herleitete.[3] In seiner letzten Bedeutung wurde „Labsal“ 2007 zum viertschönsten bedrohten Wort der deutschen Sprache gewählt.[5]

Literatur

Weblinks

WiktionaryWiktionary: Labsal – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Ernst Kühl: Yachtbau und Yachtsegeln. Europäischer Hochschulverlag, ISBN 3-86741-992-2, S. 309 (Nachdruck aus dem Jahr 1910).
  2. dtv-Lexikon, ein Konversationslexikon in 20 Bänden, München, 1980, ISBN 3-423-03061-5.
  3. 3,0 3,1 3,2 Duden, das große Wörterbuch der deutschen Sprache; 3. Auflage, 1999, ISBN 3-411-04733-X.
  4. Wissen.de: Labsal.
  5. Ergebnisse des Wettbewerbs "Das bedrohte Wort". Dezember 2006 bis 15. Mai 2007. Bodo Mrozek, abgerufen am 30. September 2013.
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Labsal aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.