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Abimelech

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Abimelech (hebräisch אֲבִימֶלֶךְ „Mein Vater ist König“) ist der Name mehrerer biblischer Personen:

Richter des Volkes Israel

Die Richter Israels
Buch der Richter

1. Buch Samuel

Abimelech wird in Ri 9,1 EU als Sohn von Jerubbaal genannt. Dieser Name wurde dem Richter Gideon beigegeben (Ri 6,32 EU). Zudem stehen beide mit dem Ort Ofra im Stammesgebiet Manasses in Verbindung. Nach Ri 8,31 EU erscheint er tatsächlich als Sohn Gideons. Seine Mutter, eine Nebenfrau Gideons, scheint der Aristokratie der (kanaanäischen) Stadt Sichem zu entstammen (Ri 9,1f EU). Nur so ist zu erklären, dass Abimelech dort Gehör findet.

Bedeutung und Werdegang

Die hebräische Bibel erwähnt Abimelech als ersten, der den Versuch unternahm, über das Richterprinzip hinaus eine Monarchie in Israel zu errichten. Der Versuch scheiterte nach einigen Jahren, auch umfasste er nur sehr begrenzte Teile Israels, so dass erst Saul als erster König Israels bezeichnet wird.

Zunächst gelang es Abimelech, die Oligarchie im Stadtstaat Sichem dazu zu bewegen, ihn als militärischen Führer anzuerkennen. Ausgestattet mit Geld aus der Tempelkasse des Baal-Berit („Baal des Bundes“, Stadtgott von Sichem) (Ri 9,4 EU), heuerte er eine Söldnertruppe an, mit deren Hilfe er Ofra, den Herkunftsort seines Vaters, überfiel, und die führende Familie, seine eigene Verwandtschaft, vernichtete. Faktisch übernahm er monarchisch die Herrschaft über den Ort. Die Bevölkerung Sichems zögerte nicht, ihn als ihren König anzuerkennen. Das Verfahren darf als nicht neu angesehen werden: Zum Wechsel von der Oligarchie zur Monarchie kam es in den kanaanäischen Stadtstaaten (und in vielen anderen Kulturen) immer wieder.

Man kann davon ausgehen, dass Abimelech durch Kämpfe weitere kleine Gebiete seiner Monarchie einverleibte. Auf dem Höhepunkt seiner Macht scheint er seine Residenz von Sichem nach Aruma (vgl. Ri 9,41 EU) verlegt zu haben. Es kam in Sichem in der Folgezeit zum offenen Aufruhr, der in dem zugereisten Gaal einen Anführer fand. Gewarnt durch den loyalen Sebul (Ri 9,30f EU), griff Abimelech seine ursprüngliche Machtbasis an und vernichtete sie.

Bei der Belagerung der Burg von Tebez wirft ihm eine Frau einen Mühlstein auf den Kopf. Da Abimelech nicht als Herrscher in Erinnerung bleiben will, der von einer Frau erschlagen wurde, bittet er seinen Waffenträger, ihm den Gnadenstoß zu gewähren.

König von Gerar

In der Abrahamserzählung Gen 20-21 EU ist Abimelech König von Gerar. Die Parallelerzählung zu Isaak (Gen 26 EU) nennt ihn darüber hinaus „König der Philister“. Beide Erzväter kommen wegen einer Hungersnot in sein Herrschaftsgebiet und geben ihre Frauen als ihre Schwestern aus. Abimelech erkennt diese Lüge - im Falle Abrahams durch ein göttliches Traumgesicht - und erweist sich wider Erwarten als äußerst großzügig gegenüber den Flüchtenden. Mit beiden Vätern schließt Abimelech einen Bund (Gen 21,27 EU und Gen 26,28 EU). Die Geschichte gipfelt in der Errichtung einiger Brunnen durch Isaak, dessen wichtigster den hebräischen Namen „Sieben“ bzw. „Eid“ erhält, worauf die Namenstradition des Ortes Beerscheba („Brunnen des Eides“) zurückgeht.

Hoherpriester

Nach einigen Texten des Tanach war Abimelech, Sohn des Abjatar, zur Zeit König Davids Hohepriester (1 Chr 18,16 LUT; 2 Sam 8,17 LUT). In den neueren Bibelübersetzungen wurde der Name entsprechend 1 Sam 22,20 EU, 23,6 EU und 30,7 EU korrigiert in Ahimelech.

Der zeitgenössische arabische Name Abumuaileq

Der Name Abimelech wurde im Laufe der Zeit über Abumelek (arab./ أبي مالك „Mein Vater ist König“) zu Abumuaileq (arab./ ابومعيلق) umgewandelt.

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Gideon Richter
Tola


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Abimelech aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.