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Koaleszenz

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Schematische Darstellung des Zusammenfließens von Tröpfchen einer Emulsion zu einer kohärenten Phase

Koaleszenz bezeichnet im Allgemeinen das Zusammenfließen kolloidaler Teilchen, z. B. Emulsionströpfchen. Dazu müssen diese zusammentreffen und verschmelzen. Die Oberfläche des gebildeten "Tröpfchens" ist nun kleiner als die der Summe der einzelnen Tröpfchen, es findet also eine Verkleinerung der Oberfläche statt. Die Verkleinerung der Oberfläche führt zu einem geringeren Reibungswiderstand des Tröpfchens, so dass dieses folglich schneller aufsteigt bzw. absinkt als ohne Koaleszenz.

Koaleszenz (auch "Kalter Fluss") ist maßgeblich für die "Trocknung" von Dispersionsbeschichtungen wie Dispersionsfarben und -lacken. Nach dem Verdunsten des Wassers fließen die Kunststoffteilchen zusammen und bilden einen Film. Um eine Filmbildung auch unterhalb der Mindestfilmbildetemperatur des Polymers zu ermöglichen, werden sogenannte Koaleszenzmittel (Filmbildehilfsmittel) (wasserlösliche schwerflüchtige Lösungsmittel) verwendet, wie zum Beispiel Texanol, Butylglykol oder Dipropylenglycolmethylether.[1] Diese quellen die Polymerteilchen an und erniedrigen vorübergehend deren Glasübergangstemperatur, so dass die Teilchen miteinander verschmelzen können. Nach dem Verdunsten der Koaleszenzmittel stellt sich die ursprüngliche Glasübergangstemperatur wieder ein.

Koaleszenz in der Genealogie bezeichnet die Verschmelzung der Zweige eines Familienstammbaumes.

Koaleszenzabscheider

Bei einem Leichtflüssigkeitsabscheider oder einem Ölabscheider wird oft eine Koaleszenzstufe eingebaut. Diese Stufe besteht aus V-förmigen Blechen, die wie Dächer übereinander angeordnet sind. Durch Löcher an der Knickkante der Bleche fließen kleinste im Wasser verteilte Öltröpfchen zu großen Öltröpfchen mit mehr Auftrieb zusammen (die Öltröpfchen akkumulieren) und können so durch den Dichteunterschied an der Oberfläche abgetrennt werden. Dadurch können auch die letzten 3 % Leichtflüssigkeit abgeschieden werden, da man ohne einen Adsorptions-Koaleszenzabscheider nur einen Wirkungsgrad von 97 % erzielen kann.

Koaleszenzfilter

Bei einem Koaleszenzfilter wird Luft (oder auch eine Flüssigkeit) durch eine sehr durchlässige Faser- oder Drahtgewebepackung geleitet, wobei Öl- und Schmutzpartikel "statistisch" auf Filterfasern auftreffen und aufgrund einer Haftkraft (Klebrigkeit) hängenbleiben. Abgeschiedene klebrige Substanzen wie Öl können nicht klebrige Schmutzpartikel auffangen. Beispiele: die alten Luftfilter von Auto- und Motorradmotoren mit geölten Drahtgewebeeinlagen (Metallgestrick); Ölnebelabscheider (Demister) in Absaugungen von spanabhebenden Maschinen mit Kühlschmierstoffen; die Abscheideleistung ist häufig nicht zufriedenstellend, deshalb werden bei nicht klebrigen Feinstäuben grundsätzlich andere Filterprinzipien (Oberflächenfilter wie die typischen Patronenfilter mit Abreinigung), Porenfilter, Elektrostatikfilter (bei Rauch, etc.) verwendet oder nachgeschaltet.

Einzelnachweise

  1. Mindestfilmbildetemperatur. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 27. September 2014.
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Koaleszenz aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.