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Kloster Altzella

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Zisterzienserabtei Altzella
Konversenhaus
Konversenhaus
Lage DeutschlandDeutschland Deutschland
Sachsen
Koordinaten: 51° 4′ N, 13° 17′ O51.06027777777813.276544444444Koordinaten: 51° 3′ 37″ N, 13° 16′ 36″ O
Ordnungsnummer
nach Janauschek
439
Patrozinium Hl. Maria
Gründungsjahr 1170
Jahr der Auflösung/
Aufhebung
1540
Mutterkloster Kloster Pforta
Primarabtei Kloster Morimond
Tochterklöster

1268: Kloster Neuzelle

Romanisches Eingangstor
Modell der Klosterkirche, der Konventbauten und des Konversenhauses im Zustand der Erbauungszeit um 1175–1230
Mausoleum mit Grabstätte der Wettiner
Ehemaliges Schüttgebäude
Kursächsische Postmeilensäule von 1726 - Ganzmeilensäule Nr. 16 am Postkurs Dresden - Nossen - Chemnitz aus Marbach-Dreierhäuser - am ehem. Gasthof, unweit vom Klostertor

Das Kloster Altzelle (ursprünglich Cella bzw. genauer Cella Sanctae Mariae, Altenzelle, heute Altzella) befindet sich nahe der Stadt Nossen. Es wird vom Schlossbetrieb Schloss Nossen/Kloster Altzella verwaltet. Im ehemaligen Zisterzienserkloster befindet sich die Erbbegräbnisstätte der Wettiner im Zeitraum von 1190 bis 1381.

Das Kloster Altzella mit seiner teilweise noch gut erhaltenen Klostermauer ist heute eine Mischung aus romantischem Park mit Ruinen und renovierten Gebäuden, es dient verschiedenen kulturellen und religiösen Zwecken (Fronleichnamsprozession). Im Wirtschaftsbereich können Seminare, aber auch private Feierlichkeiten veranstaltet werden.

Geschichte

Kaiser Friedrich I. übereignete 1162 einer von Markgraf Otto von Meißen gestifteten Abtei 800 Hufen gerodetes Land. Nach einem Silberfund im Jahre 1168 wurde ein Teil des Landes umgetauscht. In den folgenden Jahren übernahm der Zisterzienserorden den Aufbau des Klosters, bis 1175 der Abt mit seinem Konvent aus der Zisterzienserabtei Pforta (bei Naumburg (Saale)) in das Kloster Cella einzog. Zeitgleich wurde mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Für die Zeit zwischen 1180 und 1230 ist eine rege Bautätigkeit nachgewiesen, innerhalb der die Gebäude des Klausurbereichs, das romanische Stufenportal entstanden und 1198 die Stiftskirche geweiht wurde. Der Backsteinbau, ein dreischiffiges Langhaus mit Querhaus zeigt an der Westfront oberitalienische Einflüsse.

1217 wurde das Benediktinerinnen-Kloster Heilig Kreuz zu Meißen dem Abt von Zelle unterstellt, rund 50 Jahre später entstand 1268 das Tochterkloster Neuzelle (Cella Nova) bei Guben. Der Name Cella Vetus (Altzella) bürgerte sich zur besseren Unterscheidung allmählich ein.

Das Kloster diente bereits ab 1190 als Grablege der Wettiner, schließlich wurde von 1339 bis 1349 die Andreaskapelle als Begräbnisstätte des Geschlechts errichtet. Dort wurden Friedrich der Ernsthafte und Friedrich der Strenge begraben.

Unter den Äbten Vinzenz von Gruner und dem Humanisten Martin von Lochau (Abt von 1501 bis 1522) erfuhr das Kloster seine Blütezeit. 1436 erwarb das Kloster für 4.200 Gulden das Schloss Nossen mit Inventar und Ländereien. Die Schlossgebäude befanden sich in einem schlechten Bauzustand und wurden zum Abtssitz umgebaut. Das Obergeschoss des Konversenhaus wurde 1506 als Bibliothekssaal genutzt.

Um 1540 veranlasste der sächsische Herzog Heinrich der Fromme die Säkularisierung des Klosters. Spätestens ab 1557 wurden große Teile der in schlechtem baulichen Zustand befindlichen Klosterbauten unter Kurfürst August abgebrochen und zur Baumaterialgewinnung verwendet. Nur das später als Schüttboden und Rinderstall genutzte Konversenhaus blieb vollständig erhalten. Zwischen 1676 und 1787 ließen die sächsischen Kurfürsten Grabungen nach den sterblichen Überresten der Vorfahren durchführen und diese in einer Gedächtniskapelle, dem heutigen Mausoleum, beisetzen. Um 1800 entstand ein romantischer Landschaftspark, bei dem Gebäude und Ruinen mit in die Gestaltung einbezogen wurden.

Siehe auch

Literatur

  • Eduard Beyer: Cistercienser-Stift und Kloster Alt-Zelle in dem Bisthum Meißen. Dresden 1855 (Digitalisat)
  • Susanne Geck: Zwischen Klostermauer und Klausur. Neue Erkenntnisse zur Bebauung von Altzella. In: Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege. 45, 2003, S. 383–442.
  • Susanne Geck, Thomas Westphalen: Forschungen zum Zisterzienserkloster Altzella. In: 750 Jahre Kloster Marienstern. Halle (Saale) 1998, S. 223–230.
  • Tom Graber (Hrsg.): Urkundenbuch des Zisterzienserklosters Altzelle. Band 1: 1162-1249. (Codex diplomaticus Saxoniae, Hauptteil 2, Bd. 19). Hannover 2006, ISBN 3-7752-1901-3.
  • Tom Graber, Martina Schattkowsky (Hrsg.): Die Zisterzienser und ihre Bibliotheken. Buchbesitz und Schriftgebrauch des Klosters Altzelle im europäischen Vergleich. Leipzig 2008, ISBN 978-3-86583-325-9.
  • Cornelius Gurlitt: Altenzella.. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 41. Heft: Amtshauptmannschaft Meißen-Land. C. C. Meinhold, Dresden 1923, S. 1.
  • Peter Landau: Der Entstehungsort des Sachsenspiegels: Eike von Repgow, Altzelle und die anglo-normannische Kanonistik. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters. 61(2005), 1, S. 73–101 (Digitalisat)
  • Heinrich Magirius: Klosterpark Altzella. (Sachsens schönste Schlösser, Burgen und Gärten, 7). Leipzig 2000, ISBN 3-361-00525-6.
  • Heinrich Magirius: Die Baugeschichte des Klosters Altzella. Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Berlin 1962.
  • Martina Schattkowsky: Das Zisterzienserkloster Altzella 1162–1540. Studien zur Organisation und Verwaltung des klösterlichen Grundbesitzes, Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte, Band 27. Leipzig 1985.
  • Martina Schattkowsky: Zur Bedeutung der Grangienwirtschaft für das Zisterzienserkloster Altzella in der Mark Meißen (1162–1540). (Jahrbuch für Geschichte des Feudalismus, 10). Berlin 1986.
  • Martina Schattkowsky, André Thieme (Hrsg.): Zisterzienserabtei in Mitteldeutschland und Hauskloster der Wettiner. Wissenschaftliche Tagung anlässlich der 825. Wiederkehr des Initium des Klosters Altzelle 5.–6. Mai 2000. (Schriften zur sächsischen Landesgeschichte 3). Leipzig 2002, ISBN 3-935693-55-9.
  • Altzella – Benediktinerkloster, Stiftskirche und Grablege der Wettiner. In: Helga Wäß: Form und Wahrnehmung mitteldeutscher Gedächtnisskulptur im 14. Jahrhundert. Band 1: Ein Beitrag zu mittelalterlichen Grabmonumenten, Epitaphen und Kuriosa in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nord-Hessen, Ost-Westfalen und Südniedersachsen in zwei Bänden. Band 2: Katalog ausgewählter Objekte vom Hohen Mittelalter bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts. Bristol u. a. 2006, „Altzella“, ISBN 3-86504-159-0, S. 26 ff. und Kat. Nr. 4–19, zahlr. Abb. der Grabplatten.
  • Harald Winkel: Herrschaft und Memoria. Die Wettiner und ihre Hausklöster im Mittelalter. Leipzig 2010, ISBN 978-3-86583-439-3.
  • Kloster-Zelle. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 17. Band. Schumann, Zwickau 1830, S. 413–423.

Weblinks

 Commons: Klosterpark Altzella – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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