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Helga Cazas

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Helga Cazas, geb. Treuherz, (geb. 19. Februar 1920 in Berlin-Steglitz; gest. 5. Juni 2008 in Paris), war eine französische Autorin deutsch-jüdischer Abstammung. Bekannt wurde sie durch ihre Lebensgeschichte unter dem Titel Auf Wiedersehen in Paris, die in den Medien weite Beachtung fand.

Leben

Kindheit und Jugend verbrachte Helga Treuherz in Berlin mit ihren Eltern, den Kaufleuten Julius und Else Treuherz. Sie besuchte das Bismarck-Oberlyzeum, welches sie aber auf Grund des zunehmenden Antisemitismus im Jahr 1936 verließ und nach einem Umzug nach Wilmersdorf die dortige Berufsschule besuchte. 1938 beschloss die Familie, Deutschland zu verlassen, der französische Pass der Mutter sollte dienlich sein. Nach dem Attentat von Herschel Grynszpan auf den deutschen Diplomaten Ernst Eduard vom Rath am 7. November 1938 in Paris konnten nur Helga und Else Treuherz nach Frankreich entkommen. Der Vater blieb in Berlin zurück, wurde später denunziert und nach Theresienstadt deportiert und im Oktober 1944 in Auschwitz ermordet.

Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges und nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Paris wurde Helga Cazas nach einer Razzia 1942 in das Pariser Vélodrome d'Hiver gemeinsam mit mehr als 5.000 anderen jüdischen Frauen verschleppt und nach Gurs ins Lager Camp de Gurs gebracht. Ihre Mutter verhalf ihr mit einem Passierschein zur Flucht, und Cazas kehrte trotz Verbots vom Rand der Pyrenäen wieder zurück nach Paris.

Um zu überleben, machte sie Geschäfte mit deutschen Soldaten, arbeitete für einen Ausrüstungsbetrieb für Bunker. Es gelang ihr mit Hilfe von deutschen Ärzten und Wissenschaftlern, die sie unter anderem als Laborantin der Deutschen Forschungsgemeinschaft anstellten, der Deportation zu entgehen. Nach der Landung der US Truppen 1944 in der Normandie und dem Kriegsende wurde Helga Cazas der Kollaboration verdächtigt und verhaftet. Erst nach mehreren Versuchen und Protesten erhielt sie eine Verlängerung des Passes ohne vorherige Untersuchungshaft und wurde 1947 schließlich rehabilitiert.

Helga Cazas lebte bis zu ihrem Tod in Paris. Bei Präsentationen ihres Buches in Deutschland wirkten Walter Pehle[1], Hildegard Hamm-Brücher [2] und das Fritz Bauer Institut[3] mit.

Werke

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.frankfurter-buerger-stiftung.de/index1.php?kat=ARCHIV&ukat=PROGRAMMARCHIV
  2. http://www.wuermtal.net/service/oav10/artikel.asp?lnr=5659
  3. Irmtrud Wojak in: Newsletter zur Geschichte und Wirkung des Holocaust · Nr. 28 · Frühjahr 2006, Fritz Bauer Institut
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Helga Cazas aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.