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Eliezer Schindler

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Eliezer Schindler (auch Lazar Schindler; geboren 28. April 1892 in Tyczyn, Österreich-Ungarn; gestorben 22. September 1957 in Worcester[1]) war ein deutschamerikanischer Dichter in jiddischer Sprache.

Leben

Eliezer Schindler war ein Sohn des Abraham Schindler, Enkelsohn des Rabbiners Alexander Moshe Schindler und der Necha Tänzer. Er hatte zwei Geschwister[2]. 1901 kam er mit seinen Eltern nach München. Er lernte Elektrotechnik an einer Ingenieurschule und arbeitete als Handwerker. Er wurde Zionist und gründete mit dem Schweizer Journalisten Norbert Weldler (1884–1961) den ersten jiddischen Verein „Bne Jehuda“. 1914 wurde er in der Österreich-Ungarischen Armee Soldat und geriet im Juli 1915 bei Lublin in russische Kriegsgefangenschaft. Die nächsten drei Jahre war er Kriegsgefangener in Sibirien. Während der Russischen Revolution 1917 kam er bedingt frei und lehrte in jüdischen Gemeinden im Osten des Russischen Reiches Hebräisch. 1919 gelangte er wieder nach Deutschland und belebte seinen jiddischistischen Verein in München wieder.

Schindler war beeinflusst von Nathan Birnbaum und dessen Lehre vom Aufstieg (Ḥever 'Olim) durch das einfache Leben. Seine Lyrik war stark verbreitet in der Bais-Yaakov-Bewegung, die in den USA und Kanada in der jüdischen Bevölkerung eine Mädchenbildung unter orthodoxen Vorzeichen aufbaute. Er schrieb auch Schulbücher für die Bais-Yaakov-Schulen.

Er heiratete 1922 Sali (Sally) Hoyda[3] (1899–1992), die aus Wyschnyzja nach München gekommen war, sie sorgte als Kauffrau für den Familienunterhalt. Sie hatten eine Tochter und den Sohn Alexander M. Schindler, der in den USA ein führender Rabbiner des Reformjudentums wurde. Die Rabbinerin Judy Schild ist eine Enkelin.

Die Familie floh 1939 in die USA, wo Schindler und seine Frau eine Hühnerfarm in der Nähe von Lakewood Township betrieben. Dort schrieb er die Gedichte für sein einziges in den USA geschriebenes Buch Yiddish un Chasidish Poems. Er verfasste auch eine Übersetzung des Koran ins Jiddische.

Eliezer Schindler starb 1957, seine Frau überlebte ihn um mehr als 30 Jahre. Sie überstand am 6. September 1970 die Entführung ihres Swissair-Fluges durch palästinensische Terroristen.

Werke (Auswahl, in Transliteration)

  • Fyn sstep yn jischew. München : Selbstverlag, 1922
  • Sirim [und Übersetzungen]. Berlin : L. Abramson, 1927
  • Gedichte. Wilno : Drukarnia "Express, 1929

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Todesort auch Lakewood Township
  2. Pesach Schindler: Eine jüdische Kindheit in Nazi-Deutschland, in: Andreas Heusler, Andrea Sinn (Hrsg.): Die Erfahrung des Exils. Berlin : De Gruyter Oldenbourg, 2015, S. 100–112 PDF
  3. Sali Hojda, bei Hohenems Genealogie
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Eliezer Schindler aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.