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David Alexander Winter

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David Alexander Winter (23. November 1878 in Mönchengladbach13. Oktober 1953 in London) war ein deutscher Rabbiner.

Leben

Winter war Sohn eines Kaufmanns und besuchte das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Köln bis zum Abitur 1898. Danach besuchte zunächst für ein Jahr die Jeschiwa in Halberstadt. Danach immatrikulierte er sich 1899 zum Studium an der Universität Berlin und besuchte gleichzeitig die dortige Rabbinerschule. 1904 wurde er zum Rabbiner ordiniert und 1906 wurde er an der Universität Halle zum Dr. phil. promoviert. Winter bestand 1908 das preußische Oberlehrer-Examen und erhielt 1910 die Lehrbefugnis für die Fächer Deutsch und Geschichte an Gymnasien. Bereits seit 1907 bis 1913 wirkte er als Rabbiner in Mysłowice in Oberschlesien. Von 1912 bis 1921 war Winter Rabbiner in Bad Homburg vor der Höhe.[1] Am Ersten Weltkrieg nahm er ab 1916 als Feldrabbiner teil, zunächst bei der 12. Armee,[2] ab 1918 in der Etappe der 10. Armee.

Nach dem Krieg wurde er als Nachfolger von Salomon Carlebach und dessen Sohn Joseph von 1921 bis zu seiner Emigration nach England 1938 letzter Rabbiner der Jüdischen Gemeinde in Lübeck vor dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit war er noch Anfang der 1930er Jahre um Verständniswerbung für die jüdische Kultur bemüht. So hielt er die Eröffnungsrede für die von Julius Carlebach neu geschaffene Sammlung von Judaica in der Lübecker Völkerkundesammlung im Museum am Dom.[3] 1934 suchte er die Ausgrenzung der Juden durch Gründung einer acht-zügigen jüdischen Volksschule zu beheben; diese hatte über seine Emigration hinaus bis 1940 Bestand.[4] Bereits ab 1933 versah er nach der Emigration seines dortigen Kollegen auch das Rabbinat in Kiel und wurde zusätzlich 1936 auch Landesrabbiner von Mecklenburg. Er emigrierte im September 1938 mit seiner Frau Amalie, geb. Wertheim (1895–1989) und den vier Kindern nach England und musste so die Zerstörungen der Reichspogromnacht in seiner Lübecker Synagoge dort nicht mehr miterleben. Seine Frau immigrierte nach seinem Tod mit den Kindern nach Israel. Seine letzte Ruhe fand David Alexander Winter auf dem Sanhedria-Friedhof in Jerusalem.

Schriften

  • Die Politik Pisas während der Jahre 1268-1282, 1906 (Dissertation)
  • Der jüdische Friedhof in Moisling und Lübeck, 1910
  • Blätter der Erinnerung zum 50jährigen Bestehen des Israelitischen Frauenvereins zu Lübeck, 1927
  • Geistige Kämpfe um Lebensfragen und Weltanschauung des Judentums um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts: nach den bayerischen Staatsakten dargestellt, Verlag des Jeschurun, 1929
  • (posthum) Geschichte der jüdischen Gemeinde in Moisling, Lübeck. Mit einer Biographie des Verfassers von Hans Chanoch Meyer, Lübeck 1968

Literatur

  • Michael Brocke, Julius Carlebach: Die Rabbiner im Deutschen Reich 1871-1945, Walter de Gruyter, 2009, S. 659 (Digitalisat)
  • Sabine Hank, Hermann Simon: Feldrabbiner in den deutschen Streitkräften des Ersten Weltkrieges. (Schriftenreihe des Centrum Judaicum 7), Hentrich & Hentrich-Verlag, Berlin 2013 ISBN 9783938485767

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Rabbinat Homburg bei www.alemannia-judaica.de
  2. Foto David Alexander Winters beim Feldgottesdienst 1917 im Jüdischen Museum Berlin.
  3. David Alexander Winter: Jüdischer Kultus in Familie und Gottesdienst - mit Lichtbildern, Vortrag vom 8. Mai 1932
  4. Jörg Fligge: Lübecker Schulen im „Dritten Reich“: eine Studie zum Bildungswesen in der NS-Zeit im Kontext der Entwicklung im Reichsgebiet. Schmidt-Römhild, Lübeck 2014 ISBN 978-3-7950-5214-0
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel David Alexander Winter aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.