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Yaakov Yosef

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Yaakov Yosef
Rabbi Yaakov Yosef zwei Monate vor seinem Tod
Ausschnittsweise Momentaufnahme von der Beerdigung Raw Yaakov Yosefs, April 2013

Rabbi Yaakov Chai Yosef (geb. 18. Oktober 1946 in Jerusalem; gest. 12. April 2013 im Hadassah Ein Kerem-Krankenhaus in Jerusalem) war Rabbiner von Givat Moshe in Jerusalem, früherer israelischer Politiker (u. a. Mitglied der Knesset von 1984 bis 1988) und der Sohn des geistigen Führers von Schass, Raw Ovadia Yosef, der seinen Sohn überlebt hat.

Leben

Yaakov Yosef lernte in der Jeschiwa Porat Yosef und in Kol Torah, im Kollel Kol Yaakov und im Mossad Harav Kook in Jerusalem, wo er seine Smicha erhielt.

Von 1983 bis 1984 amtierte er als Mitglied des Jerusalemer Stadtrats für die Schasspartei. Vor den Wahlen für die elfte Knesset wurde er auf der Schassliste platziert, als Schass zum ersten Mal in den israelischen Wahlen kandidierte, und wurde in die Knesset gewählt. Viele Jahre lang hielt Rabbi Yosef in verschiedenen Gegenden Jerusalems regelmässige wöchentliche Vorträge, die von einem volkstümlichen Stil geprägt waren; viele Leute liebten und verehrten ihn.

Er gründete und leitete die Jeschiwa Hazon Yaakov, die nach seinem Grossvater, Rabbi Yaakov Ovadia, benannt war. Seine Schüler rissen Kria, als sie von seinem Tod erfuhren.

Er bekämpfte vehement jegliche Kompromisse, die eine Aufgabe von Land gegenüber den Arabern bedeuteten. Er betonte die soldatische Pflicht zur Befehlsverweigerung, sollte man Soldaten zur Räumung von Siedlungen heranziehen, und unterstützte Regelungen, die darauf hinausliefen, an Araber keinerlei Wohnraum zu vermieten. In vielerlei Hinsicht war er noch radikaler als sein Vater, mit dem er sich zeitweise auch überwarf.

Im Jahr 2011 wurde Yaakov Yosef zu einem polizeilichen Verhör einbestellt, weil er das Buch "Torat Hamelech" befürwortete, das Tötungen von Nichtjuden unter bestimmten Umständen vorsah. Er kam dieser Aufforderung nicht nach und beantwortete auch keinerlei an ihn gerichtete Schreiben, so dass er verhaftet und eingesperrt, später aber wieder freigelassen wurde. Die Polizei schloss den Fall folgenlos.

Premierminister Benjamin Netanjahu drückte seine tiefe Betroffenheit über den Tod von Rabbi Yaakov Yosef aus: "Rabbi Yosef war ein grosser Toragelehrter, Lehrer und Possek, der in den Fussstapfen seines Vaters – möge er ein langes Leben haben – folgte", sagte Netanjahu.

Israels aschkenasischer Oberrabbiner Yona Metzger bezeichnete Yaakov Yosefs Tod als "grossen Verlust für das jüdische Volks, das Land Israel und für die sefardische Halacha und Rechtsprechung."

Ca. ein Jahr vor Yaakov Yosefs Tod war bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden. An der Beerdigung von Rabbi Yaakov Yosef auf dem Har Hamenuchot-Friedhof nahmen Zehntausende teil.

Andere Wikis

Hinweis

Der Artikeltext beruht in Auszügen auf einem Nachruf in der Jüdischen Zeitung, Zürich, Ausgabe vom 19. April 2013, Seite 3.


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