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Wolgast

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wolgast (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wolgast
Wolgast
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wolgast hervorgehoben
54.0513.76666666666712
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Am Peenestrom
Höhe: 12 m ü. NN
Fläche: 61,52 km²
Einwohner:

12.273 (31. Dez. 2014)[1]

Bevölkerungsdichte: 199 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17438
Vorwahl: 03836
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 144
Stadtgliederung: 11 Ortsteile und Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Burgstraße 6
17438 Wolgast
Webpräsenz: http://www.wolgast.de/index.php?id=40
Bürgermeister: Stefan Weigler (parteilos)
Lage der Stadt Wolgast im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Karte

Wolgast ist eine Stadt im äußersten Nordosten Deutschlands. Sie gehört zum Landkreis Vorpommern-Greifswald und ist Sitz des Amtes Am Peenestrom, dem weitere sechs Gemeinden angehören. Sie ist eines der 18 Mittelzentren des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Geographie

Geographische Lage

Wolgast liegt zum größten Teil am Westufer des Peenestroms, eines Mündungsarmes der Oder und der Peene, der die Insel Usedom vom Festland trennt. Der Ortsteil Mahlzow liegt östlich des Peenestroms auf der Insel. Da diese über zwei Wolgaster Brücken mit dem Festland verbunden ist, wird die Stadt auch als Tor zur Insel Usedom bezeichnet.

Etwa drei Kilometer südwestlich der Stadt, in der Nähe des Ziesabergs, mündet die von Westen aus dem Ziesebruch kommende Ziese in den Peenestrom.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile:

  • Pritzier
  • Schalense
  • „Tannenkamp“ Wolgast
  • Weidehof
  • Wolgast-Nord
  • Wolgast-Süd
  • Zarnitz
  • Ziese-Mühle (historisch)

Geschichte

Stadt Wolgast

Petrikirche von Wolgast

Name

Der Name Wolgast könnte ein altpolabischer Personenname Voligost gewesen sein, dessen zweiter Namensteil gość die Bedeutung Gast, auch Freund hat. Der Name bezeichnet somit jemanden, der einen größeren/besseren Freund hat.[2] Wilhelm Ferdinand Gadebusch ging ebenfalls von „groß“ als Bedeutung der ersten Silbe („woly“) aus, „gast“ soll jedoch als „Dickicht“ oder „Hain“ zu deuten sein, woraus er „Großer Hain“ ableitete.[3]

Der Ortsname veränderte sich von Hologost (1127)[4], Hologosta (1165) zu Woligost und urkundlich 1140 zu Wologost sowie zu Wolegast (1229) oder Wolgust (1250) zum heutigen germanisierten Wolgast (1189, 1250, 1331).[5] Auch die Burg wurde genannt mit „Castrum Waleguste“ (1194).[4]

Mittelalter

Wolgast in der Stralsunder Bilderhandschrift 1615
Wolgast Anfang 17. Jahrhundert auf der Lubinschen Karte
Wolgast um 1760

Die Gegend von Wolgast gehörte zum Siedlungsgebiet der wendischen Liutizen, später zum Herzogtum Pommern. Der Ort wurde urkundlich erstmals im Jahr 1123 als eine Handels- und Zollstelle erwähnt. Hier befand sich der Tempel des slawischen Gottes Jarovit. Dieser wurde durch Bischof Otto von Bamberg auf seiner zweiten Missionsreise im Jahre 1128 zerstört. Er legte vermutlich an dieser Stelle die St.-Petri-Kirche an. Der Kirchbau und der südlich davon gelegene wendische Rundling waren der Ursprung der Stadt.

Wolgast erhielt 1282 durch Herzog Bogislaw IV. eine Bestätigung des Lübischen Stadtrechts. Die erstmalige Verleihung des Stadtrechts wird zwischen 1250 und 1259 erfolgt sein.[6] Es ist davon auszugehen, dass sich die Stadtrechtsverleihung auf eine neue deutsche Stadt bezog, die mit regelmäßigem Straßennetz neben den bisherigen wendischen Siedlungen Kronwiek, Bauwiek und Fischerwiek angelegt wurde.[6]

Von 1295 bis 1625 war die Stadt nach der Teilung des Herzogtums Pommern in Pommern-Stettin und Pommern-Wolgast Sitz der Herzöge der Wolgaster Linie. Ihre Residenz, das Schloss Wolgast, war einer der bedeutendsten norddeutschen Renaissancebauten. Es befand sich auf einer, der Stadt vorgelagerten Insel im Peenestrom zwischen dem Festland und der Insel Usedom, die bis in die Gegenwart als „Schlossinsel“ bezeichnet wird. Um 1820 verschwanden die letzten Überreste des Schlosses aus dem Stadtbild. Sehenswert aus dieser Zeit sind die Petrikirche mit der herzoglichen Gruft und die Gertrudenkapelle auf dem alten Friedhof, ein architektonisches Kleinod.

Wolgast war Mitglied der Hanse, innerhalb dieses Städtebundes jedoch nie von größerer Bedeutung. Die durch die Residenz vermittelte Nähe des Landesherrn führte dazu, dass die Stadt nicht die Unabhängigkeit und Selbständigkeit anderer Städte dieser Zeit erreichen konnte.[6]

16. bis 19. Jahrhundert

Der schwedische König Gustav II. Adolf landete 1630 im Dreißigjährigen Krieg mit seiner Armee in Peenemünde, das zur Stadt Wolgast gehörte. Ebenso erfolgte nach seinem Tod 1633 die Rückführung seines Leichnams nach Schweden von Wolgast aus.

Vom Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 bis zum Wiener Kongress 1815 befand sich die Stadt, wie das gesamte Gebiet Vorpommerns, unter schwedischer Herrschaft und wurde ab 1720 zur Grenzstelle der Oderein- und -ausfahrt, weil die Swineausfahrt versandet war. Wolgast profitierte von den Zoll- und Steuererhebungen. Im Jahr 1713 ließ der russische Zar Peter I. die Stadt im Großen Nordischen Krieg niederbrennen. Dabei wurden das Residenzschloss endgültig und große Teile der Stadt fast völlig zerstört. Das herzogliche Schloss verfiel nach den schweren Kriegsbeschädigungen und wurde als Baumaterial für innerstädtische Häuser und in mehreren Gutsorten z.B. Wrangelsburg und Krebsow verwandt. Daher basiert das heutige Stadtbild von Wolgast in wesentlichen Teilen auf barocker Architektur, mit dem historischen Rathaus als herausragendem Beispiel, bei weitgehend mittelalterlichem Straßengrundriss. Zu den wenigen in diesem Brand nicht zerstörten und damit noch heute verbliebenen Resten gotischer Baukunst zählt die Kirche St. Petri.

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts kam es zu neuem Aufschwung durch Handel und Industrie. Es entstanden Speicher- und Handelshäuser. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts verfügten die in Wolgast vertretenen Reeder über 20 Handelsschiffe.[7]

Wolgaster Fachwerkspeicher am Hafen (Kornspeicher), 1836 erbaut, 2006 durch Brandstiftung zerstört
Speicher von 1836 am alten Wolgaster Hafen

Besonders sehenswert als gut erhaltene Fachwerkbauten waren die beiden großen Getreidespeicher am Stadthafen, der eine aus dem Jahr 1836. In ihnen sollen die letzten Steine des Schlosses verbaut sein. Der in unmittelbarer Nähe zur Peene-Werft stehende, 1843 für den Getreidegroßhändler Wilhelm Homeyer errichtete Speicher wurde in der Nacht vom 6. zum 7. Juni 2006 durch einen auf Brandstiftung beruhenden Großbrand vollständig zerstört.

Ab 20. Jahrhundert

Die Weltkriege überstand Wolgast ohne nennenswerte Zerstörungen. Dies ist vor allem auf die kampflose Übergabe der Stadt im Zweiten Weltkrieg am 30. April 1945 zurückzuführen.

Zu Zeiten der DDR wurde in der Stadt die Peene-Werft errichtet. Sie war auf Militärschiffbau ausgerichtet und hatte ca. 3500 Beschäftigte. Daneben wurde Wolgast zum Marinestützpunkt. Administrativ wurde Wolgast Kreisstadt des Kreises Wolgast im Bezirk Rostock. Die Einwohnerzahl stieg bis 1989 auf etwa 17.000.

Nach der politischen Wende wurden ab 1991 der historische Stadtkern und die Schlossinsel im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert; das Stadtbild mit seinem modernisierten Rathaus und den Speichergebäuden hat sich stark verbessert. Durch Stadtumbau und Wohnumfeldverbesserungen wurden die benachbarten großen Wohngebiete saniert. Nach der Wiedervereinigung wurden die Marinestreitkräfte abgezogen. Im Zuge der Kreisgebietsreform des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 1994 wurde der Kreis Wolgast-Land zusammen mit den Kreisen Anklam-Land und Greifswald-Land zum Landkreis Ostvorpommern zusammengefasst, dessen Kreissitz die Stadt Anklam ist. Seit Beginn der 1990er Jahre hat Wolgast deutlich an Einwohnern verloren. Grund dafür ist die Abwanderung aufgrund der angespannten Arbeitsmarktsituation in Mecklenburg-Vorpommern, vorwiegend in andere Bundesländer, aber auch die Stadtflucht in kleinere Umlandgemeinden.

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Zum 1. Januar 2012 wurden die Gemeinden Buddenhagen und Hohendorf nach Wolgast eingemeindet.[8]

Geschichte der Ortsteile

Buddenhagen
Hohendorf

Hohendorf wurde als “Hogendorp” im Jahr 1319 erstmals urkundlich erwähnt.


Mahlzow (auf der Insel Usedom)
Pritzier

Der Ortsteil Pritzier war ein früheres Domänendorf und Gutssitz, welcher erstmals 1417 urkundlich erwähnt wurde. Eigentümer des Gutes war die Familie von Buckow. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde der schwedische Marschall Conrad Mardefelt Herr von Gut Pritzier mit den Dörfern Hohendorf, Katzow und Netzeband. Schon 1653 folgte Carl Gustav Wrangel als Eigentümer. Dies löste jedoch Streitigkeiten über die Besitzverhältnisse des Gutes aus und im Jahr 1720 wurde das Gut landesherrliche Domäne.

Schalense

Der Ortsteil Schalense wurde erstmals im Jahr 1454 urkundlich erwähnt (Quelle fraglich). Nach gesicherten Erkenntnissen wurde Schalense erst 1618 als „Schalensee“ in der Lubinschen Karte genannt.[9] Er war früher ein Vorwerk, das zum Amt Wolgast gehörte. Im Dreißigjährigen Krieg, um 1637, brannte das Dorf völlig nieder. Im Jahr 1648 wurde Schalense Eigentum des Generalproviantmeisters von Pommern, Steffen Larßen Kempe, und des Rittmeisters Knäckfädt. Im Jahre 1667 wurde Schalense königliche Domäne, welche König Karl XII. im Jahr 1701 verpfändete. Erst ab dem 1. März 1763 war Schalense wieder freies Domänengut. Von 1831 bis 1945 befand sich das Gut in Familienbesitz.

Weidehof
Zarnitz

Zarnitz, der kleinste Ortsteil, wurde erstmals 1387 urkundlich als „Zarentze“ erwähnt. Der Name ist vom slawischen „schwarz“ abgeleitet. Er war als Vorwerk seit 1648 Domänenbesitz. Im Dorf Zarnitz lebten 1817 nur ein Vollbauer und ein Kossät. Im Jahre 1849 wohnten hier neun Bauern. Am 30. Juni 1855 wurde das Domänenvorwerk Zarnitz aufgelöst. Um 1850 hatte das Dorf 16 Häuser mit 124 Einwohnern.

Ziese-Mühle (historisch)

Ziese-Mühle wurde 1618 in der Lubinschen Karte als „Zisemöhlen“ erwähnt. Noch bis 1809 wurde diese Ortschaft genannt, dann wohl wüst. Die genaue Lage an der Ziese vor Wolgast ist nicht überliefert.

Politik

Bürgermeister und Stadtvertretung

Kommunalwahl 2009[10][11]
Wahlbeteiligung: 39,0 % (2004: 34,0 %)
 %
40
30
20
10
0
30,4 %
20,5 %
19,7 %
17,7 %
5,2 %
3,0 %
2,7 %
0,8 %
keine
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 20
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+1,6 %p
-11,7 %p
+19,7 %p
-1,7 %p
+5,2 %p
-1,1 %p
-2,2 %p
+0,8 %p
-10,7 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a 2004: PDS
i 2004:
FDP: 4,0 %
– Einzelbewerber Plückhahn: 3,8 %
– Einzelbewerber Maier: 2,9 %

Bürgermeister der Stadt Wolgast ist seit 2008 der parteilose Stefan Weigler. Er wurde von der Partei Die Linke nominiert und gewann in einer Stichwahl gegen den langjährigen Amtsinhaber Jürgen Kanehl (SPD).

Die aus 25 Abgeordneten bestehenden Stadtvertretung setzt sich seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 folgendermaßen zusammen:[12][13]

  • LINKE: 8 Sitze (+1)
  • CDU: 5 Sitze (–3)
  • BFW: 5 Sitze (+5)
  • SPD: 4 Sitze (–1)
  • NPD: 1 Sitz (+1)
  • Einzelbewerber Wilke: 1 Sitz (±0)
  • Einzelbewerber Powils: 1 Sitz (±0)
  • Sonstige: 0 Sitze (–3)

Wappen

Wappen der Stadt Wolgast im Kreishaus Greifswald

Das Wappen wurde unter der Nr. 52 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Gold auf grünem Boden ein roter Zinnenturm mit abwechselnd von Blau und Gold senkrecht gestreiftem Kuppeldach und geschlossenem goldenen Tor zwischen zwei goldbewehrten, einander zugewendeten schwarzen Greifen, die auf den Bärten zweier senkrecht stehender abgewendeter schwarzer Schlüssel stehen und mit einer Pranke den Turm und mit den Fängen die Kuppel ergreifen.“

Das Wappen wurde 1997 neu gezeichnet.

Das historische Wappen ist fassbar im Wappenfries der 24 Gutsherren und 3 Städte des ständischen Kreistages des Landkreises Greifswald im Kreishaus am Markt 10/11.

Flagge

Die Flagge der Stadt Wolgast ist längs gestreift von Gold (Gelb), Rot und Gold (Gelb), die goldenen (gelben) Streifen nehmen jeweils ein Sechstel, der rote Streifen nimmt zwei Drittel der Höhe des Flaggentuches ein. In der Mitte des roten Streifens liegt das Stadtwappen, fünf Sechstel der Höhe des roten Streifens einnehmend. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Fachwerkhäuser in Wolgast
Wolgaster Straßenszene, ein Giebelhaus im Hintergrund

Städtepartnerschaften

Partnerstädte von Wolgast sind Wedel in Schleswig-Holstein, Nexø auf Bornholm in Dänemark, Sölvesborg in Schweden und Karlino in Polen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Wolgast

Museen

Bauwerke

Die sanierte historische Innenstadt von Wolgast ist gut erhalten. Von den Bauten auf der herzoglichen Schlossinsel sind jedoch kaum Reste erhalten. mini|Hafen

  • Die Petrikirche wurde von 1280 bis 1350 im gotischen Stil errichtet und bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts zu einer dreischiffigen Basilika umgestaltet. In der Gruft von 1587 befinden sich die Särge der letzten sieben Angehörigen der Herzogsfamilie von Pommern-Wolgast. Nach einem Brand wurde die Kirche 1713 wiederhergestellt. Vom Kirchturm aus bietet sich ein guter Überblick über die Stadt. Die Besichtigung der Gruft ist möglich.
  • Das historische Rathaus ist ein zweigeschossiger Backsteinbau, dessen heutige Erscheinung durch die Wiederherstellung von 1718 bis 1724 bestimmt wird. Die Laternentürmchen am barocken Marktgiebel stammen von 1780. Spätgotische Reste sind am hinteren Giebel erhalten.
  • Die Gertrudenkapelle ist eine Kirche vom Anfang des 15. Jahrhunderts. Die gotische Kapelle wurde als zwölfeckige Zentralbau aus Backsteinen errichtet und soll an das Heilige Grab in Jerusalem erinnern. Sie steht südlich der Bundesstraße 111 (Chausseestraße, B 111) auf dem Alten Friedhof und gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden der Stadt. Herzog Wartislaw IX. von Pommern ließ das Gebäude um 1420 als Hospitalkapelle außerhalb der Stadtmauern errichten.
  • Die Kapelle St. Jürgen aus dem 15. Jahrhundert ist ein einschiffiger Backsteinbau.
  • Das spätgotische Wohnhaus Burgstraße 9 stammt aus dem 16. Jahrhundert.
  • Reste der Stadtmauer westlich der Altstadt und an der B 111 kurz vor dem Hafen gegenüber dem Runge-Haus (2013 restauriert)
  • Der historische Brunnen vor dem alten Rathaus zeigt auf zwölf Bildern die Geschichte Wolgasts.
  • Das gründerzeitliche Postgebäude an der Ortsdurchfahrt B 111
  • Die Herz-Jesu-Kirche wurde 1910 errichtet und ist das Gotteshaus der in Wolgast ansässigen Katholiken, die zusammen mit den Katholiken der Stadt Anklam von der Kirchengemeinde Salvator betreut werden.
  • Denkmal aus den 1950er Jahren oberhalb der Bahnhofstraße für die Opfer des Faschismus, unter denen sich Sozialdemokraten, Kommunisten und Juden der Stadt befinden.
  • Der Wassermühlen-Brunnen ist eine bespielbare Brunnenskulptur, die im Jahre 2001 im Rahmen einer Kontakt-Kunst-Aktion der Bildhauer Hans-Werner Kalkmann und Jens Kalkmann unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger entstand. Kulturgeschichtlicher Hintergrund ist die Mahlsteinsammlung im Mühlen-Stein-Park in der Dr.-Theodor-Neubauer-Straße.
  • Das Bankgebäude am Rathausplatz 2 wurde von Hans Poelzig, dem Architekten des I.G.-Farben-Hauses in Frankfurt am Main und des Berliner Hauses des Rundfunks, entworfen.

Freizeiteinrichtungen

  • Im Norden der Stadt liegt der Tierpark Tannenkamp.
  • Zwischen der Schlossinsel und dem Fischmarkt befindet sich ein Museumshafen, dessen Hauptattraktion die über 100 Jahre alte und bis nach der Wende eingesetzte Eisenbahnfähre „Stralsund“ ist.
  • Am Ufer des Peenestroms befindet sich der Dreilindengrund, der vor allem als städtische Badestelle genutzt wird.

Vergessene Orte

Der alte Jüdische Friedhof am Paschenberg hinter dem Krankenhaus ist 2008 wiederentdeckt worden, er war zu diesem Zeitpunkt verwildert und unkenntlich. Der jüdischen Opfer der Shoa wird hier mit dem Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Unweit des Hauptbahnhofs auf einer Anhöhe befand sich idyllisch gelegen das ehemalige Kulturhaus „Vier Jahreszeiten“ mit Gaststätten, Bars, Mehrzwecksälen und dem größten Tanzsaal der Stadt. Es wurde Ende der 1990er Jahre wegen Leerstand und nach einem zerstörerischen Brand im Hauptsaal abgerissen und die Fläche mit Einfamilienhäusern überbaut.

Sport

Der größte und bekannteste Sportverein der Stadt ist der SV Motor 1949 Wolgast, dessen Sportler unter dem Vereinsnamen BSG Motor Wolgast bis 1990 vor allem in den Sportarten Judo und Kegeln sowie im Boxen bei DDR-Meisterschaften in Einzel- und Mannschaftswettbewerben erfolgreich waren. Die im Jahr 2001 als FC Rot-Weiß Wolgast ausgegliederte Fußballmannschaft erreichte 1963, 1977 und 1980 dreimal den Aufstieg in die DDR-Liga, die zweithöchste Klasse im Spielbetrieb des Deutschen Fußballverband der DDR. Im Bereich des Motorsports ist der MC Wolgast aktiv, der ebenfalls bei DDR-Meisterschaften erfolgreich war und bis in die Gegenwart auf der vereinseigenen Rennstrecke am Ziesaberg jährlich stattfindende Motocross-Wettkämpfe mit internationaler Beteiligung organisiert. Der Sportclub Wolgast hat unter dem Namen Wolgast Vandals seit 2006 eine American-Football-Mannschaft, die in der Verbandsliga Ost spielt. Weitere aktive Sportvereine in der Stadt bestehen unter anderem in den Bereichen Angeln, Handball, Kanusport, Pferdesport, Rudern, Schwimmen, Sportschießen, Segeln, Tanzen und Tauchen.

Sehenswürdigkeiten Ortsteile

  • Gutshaus und Gutspark mit kleinem Badesee in Schalense
  • Gutshaus und Bauernhöfe in Zarnitz

Wirtschaft und Infrastruktur

Wolgast ist Sitz des Amtes Am Peenestrom und gilt als Mittelzentrum in der Region. In der Stadt befinden sich ein Amtsgericht, ein Arbeitsamt, eine Dienststelle der Sozialagentur des Landkreises Ostvorpommern, das Kreiskrankenhaus Wolgast in Trägerschaft des Universitätsklinikums Greifswald, ein Ärztehaus, eine Musikschule und eine Außenstelle der Volkshochschule Ostvorpommern, eine städtische Bibliothek, eine Berufsschule und ein Gymnasium, sowie ein Polizeirevier und eine Inspektion der Wasserschutzpolizei. Das ehemalige Finanzamt Wolgast wurde mit Wirkung vom 1. August 2009 mit dem Finanzamt Greifswald am Standort Greifswald zusammengelegt.

Die Wirtschaft wird geprägt von der Peene-Werft mit ihren rund 800 Beschäftigten und diversen Zulieferbetrieben. Die Stadt besitzt weiterhin ein Existenzgründerzentrum sowie einen Stadthafen und einen Südhafen für Binnen- und Hochseeschifffahrt.

Der Hauptsitz der Volksbank Wolgast befindet sich in Wolgast.

Verkehrsanbindung

Peenestrombrücke Wolgast „Blaues Wunder“
Hafen Wolgast am Abend

Wolgast liegt an der Bundesstraße 111, die von der Bundesautobahn 20 kommend die Stadt durchquert und auf die Insel Usedom führt. Der Bau einer Ortsumgehung zur Entlastung vom Durchgangsverkehr, insbesondere in den touristisch wichtigen Sommermonaten, ist seit Mitte der 1990er Jahre geplant.

Die 1934 fertiggestellte Peenebrücke über den Peenestrom wurde nach der Sprengung gegen Ende des Zweiten Weltkrieges neu aufgebaut und 1950 wieder eröffnet. Ab 1996 begannen die Bauarbeiten für einen kompletten Neubau, der 1998 als Straßen- und 2001 als kombinierte Eisenbahnbrücke fertiggestellt wurde. Wegen ihrer Farbe wird diese Brücke wie ähnliche Bauten als „Blaues Wunder“ bezeichnet.

Heute erfolgt über die seit 1863 bestehende Bahnstrecke Züssow–Wolgast Hafen und die seit 1876 bestehende Bahnstrecke Ducherow–Heringsdorf–Wolgaster Fähre ein direkter Bahnverkehr auf die Insel Usedom bis nach Świnoujście (Swinemünde) in Polen. Für den regionalen Bahnbetrieb ist auf diesem Gleisnetzbereich die Usedomer Bäderbahn (UBB) zuständig, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn. Hinzu kommen an den Sommerwochenenden Fernzüge der Deutschen Bahn AG aus Köln über Potsdam in das Seebad Heringsdorf.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Albert Georg von Schwarz: Diplomatische Geschichte der Pommersch-Rügischen Städte Schwedischer Hoheit. Kapitel: Vom Ursprung der Stadt Wolgast. Hieronymus Johann Struck, Greifswald 1755, S. 282–298. (Google bücher).
  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern. Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 541–547 (Volltext).
  • Joachim Wächter: Wolgast im Mittelalter. Erst wendisches Zentrum, dann deutsche Stadt. In: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte. Heft 4/2007, ISSN 0032-4167, S. 18–23.
  • Karl Heller: Chronik der Stadt Wolgast, Greifswald 1829. (Digitalisat).
  • Berthold Heberlein: Beiträge zur Geschichte der Burg und Stadt Wolgast. Wolgast 1892
  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 150, 152

Weblinks

 Commons: Wolgast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu). (Hilfe dazu)
  2. Oskar Beyersdorf: Ueber die Slavischen Städtenamen Pommerns. In: Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde (Hrsg.): Baltische Studien. Band 25, Heft 1, Stettin 1874, S. 100
  3. Wilhelm Ferdinand Gadebusch: Chronik der Insel Usedom. W. Dietze, Anklam 1863, S. 243. (Digitalisat)
  4. 4,0 4,1 Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 146
  5. Ernst Eichler und Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1
  6. 6,0 6,1 6,2 Joachim Wächter: Wolgast im Mittelalter. In: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte. Heft 4/2002, S. 18–23.
  7. Übersicht der Preußischen Handelsmarine (E. Wendt & Co., Hrsg.), Stettin 1848, S. 29.
  8. Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern
  9. Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 118
  10. http://www.wolgast.de/Dateien/wahlen/2009/EuroKreisKomm/Wolgast/SV/endergebnis.gif
  11. http://www.wolgast.de/fileadmin/img/Rathaus/Wahlergebnisse/EU_KR_KO_13062004/GW_ende.gif
  12. http://www.wolgast.de/Dateien/wahlen/2009/EuroKreisKomm/Wolgast/SV/sitzvert_SV.gif
  13. http://www.wolgast.de/fileadmin/img/Rathaus/Wahlergebnisse/EU_KR_KO_13062004/GW_Sitzvert_Torte.gif


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