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Wolfgang Graf von Lüttichau

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Wolfgang Graf von Lüttichau (* 20. Juni 1952 in Reutlingen) ist ein deutscher Schriftsteller und Sozialpädagoge.[1] Seit 1980 führt er den Vornamen Mondrian.

Leben und Arbeit

Lüttichau schrieb seit den 1970er Jahren in verschiedenen Medien der Gegenkultur. Ende der 1970er Jahre gab er die Zeitschrift MING heraus, die ausschließlich aus Zitaten bestand und in einer minimalen Auflage von 6 bis 12 Stück an vom Herausgeber Lüttichau ausgewählte Empfänger abgegeben wurde.[2] Für das Ulcus Molle Info des “Literarischen Informationszentrum” von Josef Wintjes verfaßte Lüttichau als regelmäßiger Autor zahlreiche Beiträge. Er gehörte 1979/80 zu den Gründungsmitgliedern des Kreisverband Wuppertal der Grünen und kooperierte zeitweilig mit der Hausbesetzerszene.

In den 1980er Jahren vertrat Lüttichau die These, in pädophilen Beziehungen liege „die Chance, Solidarität zwischen den Altersgruppen wachsen zu lassen, lebendige, relevante Lebenserfahrung auszutauschen.“ Diese Ansichten hat er später mit Nachdruck widerrufen: „Der persönliche Wendepunkt kam für Lüttichau in den 90er-Jahren. Nach einem Sozialpädagogikstudium arbeitete er als Therapeut in der Berliner Psychiatrie. Er traf dort Patienten, die als Kinder missbraucht worden waren.”[3]

Von 1990 bis 1993 studierte Lüttichau Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Behindertenpädagogik und Integration an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Im Anschluss leitete er die Heilpädagogische Enthospitalisierung lebenslang fehlplatzierter mehrfachbehinderter Erwachsener aus dem Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus Berlin-Hellersdorf/Marzahn. Nach Abschluß der Enthospitalisierung war er als Sozialtherapeut in akutpsychiatrischen Stationen des Griesinger-Krankenhauses tätig.

Von 2002 bis 2006 leitete er in Leipzig eine Borderline-Selbsthilfegruppe und unternahm ab 2004 den vergeblichen Versuch, eine niederschwellige Borderline- und Trauma-Beratungsstelle aufzubauen. Stattdessen entstand ein Internet-Informationsportal (Dissoziation und Trauma).

Aus einem seit 1981 bestehenden Selbstverlag (Autonomie und Chaos) wurde seit 2007 ein online-Verlagsprojekt gleichen Namens. Dort erscheinen ausschließlich e-Books im Format pdf, die kostenfrei von jedermann heruntergeladen werden können. Ein Schwerpunkt des Verlagsprojekts sind Wiederveröffentlichungen von Arbeiten zum Thema Judentum und Nationalsozialismus/Weimarer Republik. Bisherige Autoren in diesem Zusammenhang: Katalin Vidor, Nora Waln, Michael Brink, Kurt Münzer, Albert Lamm, Anna Schack, Christa Anita Brück, Martha Wertheimer, Martin Buber, Friedrich Berg, Eugen Diesel, Sándor Ferenczi, Norbert Frýd, Stanisław Benski.

Seit 2011 lebt Mondrian Graf von Lüttichau wieder in Berlin, wo er im Bereich Integration arbeitet.

Werke (Auswahl)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eckdaten nach Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 1984, S. 771
  2. Zur Zeitschrift MING siehe Peter Engel, Christoph Schubert: Handbuch der alternativen deutschsprachigen Literatur. Trier: Editions Trèves 1978 (ISBN 9783880810747) S. 84
  3. Astrid Geisler: Die Illusion von Freiwilligkeit. TAZ 22.04.2010


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