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Winterkresse

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Winterkresse
Illustration Barbaraea vulgaris0.jpg

Winterkresse (Barbarea vulgaris)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Cardamineae
Gattung: Barbarakräuter (Barbarea)
Art: Winterkresse
Wissenschaftlicher Name
Barbarea vulgaris
W.T.Aiton

Die Winterkresse (Barbarea vulgaris), auch Barbarakraut, genauer Gewöhnliches Barbarakraut oder Echtes Barbarakraut genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Die Winterkresse kann als Salat oder Gemüse verwendet werden und ihr wird in der Naturheilkunde eine blutreinigende Wirkung nachgesagt.

Merkmale

Die zweijährige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 30 bis 90 cm. Sie bildet im ersten Jahr ihre Blätter und im Frühjahr darauf erscheinen die gelben Blüten. Die Grundblätter sind leierförmig: Sie besitzen mehrere Paare von Seitenlappen und einen rundlichen, am Grunde oft herzförmigen Endlappen.

Es werden reichblütige traubige Blütenstände entwickelt. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind vierzählig und haben einen Durchmesser 7 bis 9 mm. Die vier Kronblätter sind goldgelb. Die Schotenfrüchte werden 15 bis 25 mm lang und stehen aufrecht vom Stängel ab, auf dünnen, 4 bis 6 mm langen Stielchen mit einem 2 bis 3 mm langen Fruchtgriffel.

Ökologie

Die Winterkresse ist ein zweijähriger Hemikryptophyt und eine Halbrosettenpflanze.

Die Blüten sind „Nektar führende Scheibenblumen“. Die beiden halbmondförmigen Disken scheiden reichlich Nektar ab, der in den Aussackungen der Kelchblätter gesammelt wird. Auch Selbstbestäubung ist erfolgreich. Blütezeit ist von Mai bis Juni.

Die Schotenfrüchte unterliegen der Windausbreitung und sind Selbststreuer. Menschenausbreitung findet als Kulturpflanze und Kulturfolger statt. Die Samen haben etwa 30 % fettes Öl. Fruchtreife ist von Mai bis Juli.

Vorkommen

Diese Pflanzenart ist in der gemäßigten Zone inzwischen weltweit verbreitet.

Sie wächst an Wegrändern, Äckern, Spülsäumen von Gewässern, Kiesgruben und Bahndämmen. Stickstoffhaltige Böden werden bevorzugt.

Namensherkunft

Die Winterkresse ist der Heiligen Barbara gewidmet, der Schutzpatronin der Bergleute und Steinbrucharbeiter. In vielen Gegenden wird sie daher auch Barbarakraut genannt. Auch die Nutzung der Blätter als Wildgemüse bis in den Dezember (Barbaratag) gilt als mögliche Namensherkunft.

Der scharfe Geschmack der Pflanzen, der durch die darin enthaltenen Senfölglycoside verursacht wird, gab der Kresse ihren Namen, abgeleitet vom althochdeutschen Wort cresso ‚scharf‘.[1][2]

Andere volkstümliche Namen für Winterkresse sind: Echtes Barbarakraut, Gemeine Wasserkresse, Frühlingsbarbarakraut. Darüber hinaus bestehen bzw bestanden für die Pflanzenart, zum Teil auch nur regional, die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: St. Barbarakraut, St. Barbelkraut, Barbenkraut, Gelber Beifuß, Falsche Bumac, Habichtskraut (Schlesien), Saurer Hederich (Eifel bei Dreis), Racketenkraut, Räbkressich, Rapuntzel (Ostpreußen), Schnödsenf (Schlesien), Senfkraut, Steinkraut, Wassersenf und Wild Öl (St. Gallen bei Werdenberg).[3]

Verwendung

Die frischen Blätter der Winterkresse stehen bis in den Winter hinein als würzige, vitaminreiche Salatpflanze zur Verfügung. Fischgerichten verleiht es eine scharfe und würzige Note.

Winterkresse erinnert an den scharf-würzigen Geschmack von Kresse oder Brunnenkresse. In Butter gedünstet ergibt Winterkresse ein spinatähnliches Gemüse.

Winterkresse oder Barbarakraut (Frankenfels Mitte Mai 2009)

Inhaltsstoffe

Winterkresse enthält viele Vitamine sowie Glucosinolate, Flavonoide und Saponine in unterschiedlichen Profilen.[4][5][6][7]

Anwendung als Heilpflanze

Winterkresse regt den Appetit an, wirkt blutreinigend und harntreibend.

Kultivierung

Winterkresse kann im Frühjahr oder Herbst ausgesät werden und vermehrt sich dann als anspruchslose Pflanze meist selbst. Es gedeiht am besten im Halbschatten auf feuchten und lehmigen Böden.

Literatur

  • Oskar Sebald: Wegweiser durch die Natur Wildpflanzen Mitteleuropas. ADAC Verlag, München 1989, ISBN 3-87003-352-5
  • Andreas Rausch, Brigitte Lotz: Dumonts Kleines Kräuter Lexikon. Anbau, Küche, Kosmetik Gesundheit. Nebel verlag, Eggolsheim, ISBN 3-89555-205-4
  • R. Düll/ H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1

Weblinks

 Commons: Winterkresse (Barbarea vulgaris) – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kressen. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 28. Juni 2012.
  2. Gartenkresse Lepidium sativum (PDF; 697 kB). Pädagogische Hochschule Karlsruhe.
  3. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 54 f., online.
  4. doi: 10.1016/j.phytochem.2006.04.021
  5. doi: 10.1016/j.phytochem.2011.01.034
  6. doi: 10.1021/jf200412c
  7. doi: 10.1016/j.phytochem.2010.11.007
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Winterkresse aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.