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Winfried Frey (Germanist)

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Winfried Hubert Frey (* 10. November 1940 in Bruchsal/Baden) ist ein deutscher Germanist und Antisemitismusforscher.

Winfried Frey, 2018 in seinem Haus in Kriftel

Leben

Frey stammt aus einer badischen Handwerker- und Bauernfamilie [1] und besuchte zwischen 1946 und 1950 eine Grundschule in seinem Geburtsort.

Bildungsgang und Beruf

Anschließend absolvierte Frey ab 1950 das mathematisch-naturwissenschaftliche Justus-Knecht-Gymnasium in Bruchsal[2], wo er im Jahr 1959 das Abitur ablegte.[1] Ab 1959 leistete Frey den Wehrdienst[2] und studierte anschließend zwischen 1960 und 1966 in Heidelberg und Freiburg im Breisgau die Fächer Germanistik, Geschichte und Politische Wissenschaften.[3] Im Jahr 1966 legte er das Staatsexamen mit einer Arbeit über Gottfried von Straßburg ab und promovierte 1970, inzwischen nach Frankfurt am Main gewechselt[4], über das Thema "Textkritische Untersuchungen zu Ottes Eraclius."[2]

Im Jahr 1972 erhielt er eine Professur im Fachbereich für Deutsche Philologie am Institut für Deutsche Sprache und Literatur der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main.[2] Von 1973 an war Frey Geschäftsführender Direktor dieses Instituts.[4] Er wurde im Jahr 2003 emeritiert und lebt in Kriftel.

Engagement

Frey sieht sein Lebenswerk in der Thematisierung der friedlichen Koexistenz von Religionen, Völkern und Gesellschaftsgruppen. Hierfür engagiert er sich in der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, im Partnerschaftsverein Airaines/Kriftel und in der deutsch-französischen Partnerschaftsbewegung.[3] Darüber hinaus ist er Mitglied der Initiative Scholars for Peace in the Middle East und dem Sinfonieorchester 1837 Bruchsal e.V.[1]

Auszeichnungen

Frey setzt sich für die Aussöhnung von Christen und Juden ein. Hierfür wurde ihm im Mai 2016 das Bundesverdienstkreuz am Bande des Bundesverdienstordens verliehen. Im November 2016 würdigte die Gemeinde Kriftel ihren Bürger mit einer Feierstunde. Bereits im Jahr 2001 hatte Frey die Ehrenplakette der Gemeinde Kriftel für sein politisches Engagement erhalten. Im November 2014 war ihm die Partnerschaftsmedaille der Gemeinde Kriftel verliehen worden.

Privatleben

Frey ist katholischen Bekenntnisses. Er ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und war eine Zeit lang Vorsitzender der Partei in Kriftel. Er ist seit 1966 verheiratet mit der Altphilologin und Anglistin Uta Frey, Studiendirektorin im Ruhestand.[4]

Forschung und Lehre

Frey widmet sich in Lehre und Forschung vor allem dem Thema des Antisemitismus in der Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit, ein Zeitalter, das beispielsweise "in Passions- und Fastnachtsspielen eine Fülle an Beispielen für menschliche Intoleranz und Stigmatisierung biete."[3] Als Autor konnte Frey für seine wissenschaftlichen Werke in Deutschland erst einen Herausgeber finden, nachdem einige seiner Arbeiten in Tel Aviv durch den dort lebenden Historiker Walter Gab veröffentlicht worden waren.[3]

Forschungsschwerpunkte

Eine Auswahl der Forschungsschwerpunkte Freys findet sich auf Internetseite der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main[2]:

  • Deutsche Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit, besonders:
  • Antijudaismus in deutschen Texten im o.a. Zeitalter
  • Religiöse Literatur
  • Didaktische Literatur
  • Reiseliteratur

Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Vereinigungen

Frey ist Mitglied folgender wissenschaftlicher Vereinigungen:[1]

Verzeichnis der Veröffentlichungen

Frey hat im Laufe seines langen Berufslebens ("61 Semester" Forschung und Lehre[4]) zahlreiche Veröffentlichungen publiziert, über die eine Zusammenstellung auf der Internetseite der Universität Frankfurt/Main abgerufen werden kann.[5]

Weblinks

Einzelnachweise


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Winfried Frey (Germanist) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.