Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Wilhelm von Stoltzenberg

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm Freiherr von Stoltzenberg (geb. 10. März 1895 in München; gest. 1955) war ein deutscher Politiker (DDP/LDP) und Jurist. Er war Abgeordneter der Volkskammer und Präsident des Landesverwaltungsgerichts Thüringen.

Leben

Stoltzenberg studierte nach dem Schulbesuch in Leipzig Rechtswissenschaften und Geschichte. Er legte 1917 die erste juristische Prüfung, 1921 die zweite juristische Staatsprüfung ab. Stoltzenberg promovierte zum Dr. jur. und erwarb 1925 das Diplom als Steuersachverständiger. Anschließend wurde er Rechtsanwalt in Leipzig.

1918 trat Stoltzenberg der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) bei. Von 1918 bis 1933 war er Vorstandsmitglied der DDP. Stoltzenberg war auch für das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold in Leipzig – unter anderem als Redner – aktiv[1].

Auch nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 betätigte er sich weiterhin illegal politisch. Er hatte Kontakt zu Widerstandskreisen. 1944/1945 war er im KZ Sachsenhausen inhaftiert.

Nach Kriegsende 1945 war Stoltzenberg Mitbegründer der LDP in Leipzig. 1946 wurde er zum Vorsitzenden des Kreisverbandes der LDP Leipzig gewählt. Von Juli 1946 bis 1953 gehörte er auch dem Zentralvorstand der LDP bzw. LDPD an. Am 25. Februar 1951 wurde Stoltzenberg in Dresden zum stellvertretenden Vorsitzenden des LDPD-Landesverbandes Sachsen gewählt.

Von 1946 bis 1952 war Stoltzenberg Abgeordneter des sächsischen Landtages, von 1948 bis 1953 auch Mitglied des Deutschen Volksrates bzw. der Volkskammer der DDR. In der Volkskammer fungierte er auch als Vorsitzender des Verfassungsausschusses[2].

Ab 1948 war er Mitglied der Deutschen Wirtschaftskommission. 1949/50 fungierte er als Staatssekretär im Ministerium für Aufbau der DDR. Von April 1951 bis Juli 1953 war er als Präsident des Landesverwaltungsgerichts Thüringen tätig.

Im Februar 1953 übersiedelte Stoltzenberg in die Bundesrepublik Deutschland.

Schriften

  • (zusammen mit Alfred Neumann): Zeitgemässe Fragen aus der Umsatzbesteuerung (=Veröffentlichungen des Instituts für Steuerkunde an der Handelshochschule Leipzig, Nr. 7). Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin 1925.
  • Ein liberales Manifest. Markkleeberg, LDP-Pressestelle [1946].

Literatur

  • Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990. Band 2: Maassen – Zylla. K. G. Saur, München 1997, ISBN 3-598-11177-0, S. 903.
  • Andreas Thüsing: Demokratischer Neubeginn? Aufbau, Organisation und Transformation des sächsischen Justiministerium 1945–1950. Dresden, Hannah-Arendt-Institut für Totaliarismusforschung an der Technischen Universität 2003, ISBN 3-931648-46-X, S. 60.

Einzelnachweise

  1. Carsten Voigt: Kampfbünde der Arbeiterbewegung: das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und der Rote Frontkämpferbund in Sachsen 1924–1933. Böhlau Verlag, Köln/Weimar 2009, S. 227 und 232.
  2. Peter Joachim Lapp: Die Volkskammer der DDR. Westdeutscher Verlag, Opladen 1975, S. 199


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Wilhelm von Stoltzenberg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.