Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Walther Killy

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Walther Killy (geb. 26. August 1917 in Bonn; gest. 28. Dezember 1995 in Kampen (Sylt)) war ein deutscher Literaturwissenschaftler. Bekannt wurde er durch die Herausgabe des Killy Literaturlexikons und der Deutschen Biographischen Enzyklopädie.

Leben

Noch während seiner Zeit als Soldat der Wehrmacht (die er vor allem in Frankreich verbrachte) regten Killy und sein Vater Leo Killy im Winter 1940/41 Julius Petersen und Friedrich Beißner – damals am Goethe- und Schiller-Archiv – zu einer historisch-kritischen Hölderlin-Ausgabe an. Killy saß zu diesem Zeitpunkt an einer Doktorarbeit bei Petersen (Die Überlieferung der Gedichte Hölderlins). Im Herbst 1942 nach Tübingen umhabilitiert, begann Beißner rechtzeitig zum Jubiläumsjahr 1943 mit der Arbeit. Da Hölderlin in der Zeit des Nationalsozialismus geschätzt wurde, erfuhr diese Unternehmung breite staatliche Förderung.[1]

Nach der Kriegsgefangenschaft in Trinidad (Colorado) promovierte er am 19. März 1948 an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zum Dr. phil..[2] Drei Jahre später habilitierte er sich an der Freien Universität Berlin mit einer Textkritik zu Hyperion (Hölderlin). 1955 erhielt er eine Professur für Germanistik an der FU. 1961 wechselte er an die Georg-August-Universität Göttingen. Für das akademische Jahr 1967/68 zu ihrem Rektor gewählt, sprach er in seiner Rektoratsrede über Gedichte des jungen Bertolt Brecht.[3]

Von 1968 bis 1970 war er Vorsitzender vom Gründungsausschuss der Universität Bremen (Gründungsrektor). 1971 ging er an die Universität Bern. 1969 nahm er Gastprofessuren an der University of California und der Harvard University wahr. Von 1978 bis 1985 war er Direktor des Forschungsprogramms der Herzog August Bibliothek.

Er starb im Alter von 78 Jahren auf Sylt.

Herausgeber

Killy war Herausgeber vieler Kompendien und Anthologien sowie Initiator und Organisator von Lexika, darunter Bertelsmanns Literaturlexikon, bekannt als „Der Killy“. Seit 2008 erscheint im Verlag Walter de Gruyter eine vollständig überarbeitete Neuauflage.[4] Killy war außerdem Mitarbeiter der Stuttgarter Hölderlin-Ausgabe (herausgegeben von Friedrich Beißner) und Mitherausgeber der Werke von Georg Trakl. Seine rund 10.000 Bände umfassende Bibliothek, darunter als Kostbarkeiten u. a. Widmungsexemplare von Paul Celan, wurde 1996 von der Universitätsbibliothek Magdeburg übernommen.[5]

Ehrungen

Werk

Monografien

  • Erinnerungen an Frankreich in den Kriegsjahren 1942-44 / Walther Killy; Anton Lüpkes; Wilhelmine Siefkes; maschinenschriftliches Manuskript
  • Über des späteren Hölderlin Ansicht von der Geschichte. Handschrift. Trinidad (Colorado) 1945 (Umfang: 39 S.)
  • Bild und Mythe <Variante: Mythos> in Hölderlins Gedichten. Phil. Diss. Tübingen [Maschinenschr.] 1948
  • Studium Generale und studentisches Gemeinschaftsleben. Ein Bericht erstattet unter Benutzung örtlicher Erhebungen von Rolf Hildebrandt und Hans Lades. Berlin, Duncker & Humblot 1952.
  • Wandlungen des lyrischen Bildes. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1956 (spätere Aufl.: ISBN 3-525-34008-7).
  • Über Georg Trakl. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1960.
  • Deutscher Kitsch. Ein Versuch mit Beispielen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1961 (spätere Aufl.: ISBN 3-525-33181-9).
  • Wirklichkeit und Kunstcharakter. 9 Romane des 19. Jahrhunderts. München: Beck, 1963.
  • Über Gedichte des jungen Brecht. Rektoratsrede. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1967.
  • Bildungsfragen. München: Beck, 1971. ISBN 3-406-02476-9.
  • Elemente der Lyrik. München: Beck, 1972. ISBN 3-406-01735-5.
  • Schreibweisen - Leseweisen. München: Beck, 1982. ISBN 3-406-09086-9.
  • Von Berlin bis Wandsbek. Zwölf Kapitel deutscher Bürgerkultur um 1800. München: Beck, 1996. ISBN 3-406-40391-3.

Herausgeberschaften

  • Zeichen der Zeit. Ein deutsches Lesebuch in 4 Bänden. Frankfurt a.M.; Hamburg: Fischer Bücherei, 1958-1962.
  • zusammen mit Wolf-Hartmut Friedrich: Das Fischer-Lexikon. Teil 34: Literatur 1. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verl., 1964.
  • zusammen mit Hans Szklenar: Georg Trakl: Dichtungen und Briefe. Salzburg: O. Müller, 1970.
  • Deutsches Lesebuch: Ein Lesebuch in 5 Bänden. Frankfurt a.M., Hamburg: Fischer-Bücherei, 1970.
  • Epochen der deutschen Lyrik (10 Bände). München: dtv, 1974-1977.
  • Die deutsche Literatur. Texte und Zeugnisse (7 Bände). München: Beck, 1967-1988.
  • Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache (15 Bände). Gütersloh, München: Bertelsmann-Lexikon-Verl., 1988-1991 (CD-ROM: Berlin 1998, ISBN 3-932544-13-7).
  • zusammen mit Rudolf Vierhaus: Deutsche Biographische Enzyklopädie. München: Saur, 1995-2003. ISBN 3-598-23160-1.

Einzelnachweise

  1. Christoph König, Hans-Harald Müller, Werner Röcke (Hrsg.): Wissenschaftsgeschichte der Germanistik in Porträts. Berlin 2000, S. 229 f.
  2. Dissertation: Bild und Mythe in Hölderlins Gedichten
  3. Rektoratsreden (HKM)
  4. Killy contra Wikipedia?, Artikel auf boersenblatt.net vom 5. September 2008
  5. Bibliothek als Organismus. Die Killy-Bibliothek und die Ute und Wolfram Neumann-Stiftung in der Universitätsbibliothek Magdeburg. In: Magdeburger Wissenschaftsjournal 9 (2004), Heft 2, S. 55–65.

Literatur

  • Ernst-Peter Wieckenberg: Killy, (Hans) Walther (Theodor Maria). In: DBE Online [Dok-ID: 5-5714; abgerufen am 9. Juli 2011]

Weblinks

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Walther Killy aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.