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Verzweiflung

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Verzweiflung ist ein Zustand der emotionalen oder psychischen Verfassung in einer als aussichtslos empfundenen Situation sowie Zustand von völliger Hoffnungslosigkeit.[1] Ist man verzweifelt, so habe man die Hoffnung aufgegeben und „Angst, dass etwas geschehen wird oder nicht geschehen wird“ und sei ratlos.[2]

Begriffsgeschichte

Etymologisch stammt verzweifeln von zweifeln ab und steht für ‘verzagen, die Hoffnung auf Besserung verlieren’, mhd. verzwīveln ‘die Hoffnung aufgeben’.[3] Die Oeconomische Encyclopädie von 1773 bis 1858 definierte Verzweiflung als:

„ein Zustand des menschlichen Gemüthes, welcher in einer gänzlichen Hoffnungslosigkeit besteht. Die Verzweiflung ist gepaart mit Angst und Schmerz, und zwar beides in höchster Steigerung. Sie bringt das Gemüth in solche Verwirrung, daß der Verzweifelnde entweder völlig rathlos sich den wildesten Ausbrüchen des Schmerzes überläßt, oder auf eine bloße Möglichkeit der augenblicklichen Rettung hin, auch wenn die Möglichkeit des Gelingens in weiter Ferne liegt und sogar Gefahr vorhanden ist, in einen noch unglücklicheren Zustand zu gerathen, ohne Ueberlegung jedes Mittel ergreift, sobald die Vermuthung nur auftaucht, es werde eine rasche Entscheidung herbeiführen. Die Verzweiflung führt sogar oft bis zum Selbstmord, bis zur Selbstvernichtung; denn sie raubt die Klarheit der Sinne, das Bewußtsein von Recht und Unrecht, und bringt den Menschen bis an den Rand völliger Geistesverwirrung oder wirklichen Wahnsinns. [...][4]

Kunst und Literatur

Auch in künstlerischen Darstellungen wird „Verzweiflung“ als Thema verwendet, so in vielen Dramen und Bildwerken.

Eine frühe Ausarbeitung gab der griechische Dichter Euripides in seiner Tragödie Medeia. Eine berühmte Verzweiflungsszene ist die des Faust bei Goethe (Wald und Höhle). Eine klassische tragende Bühnenrolle, die in die äußerste Verzweiflung getrieben wird, ist die des Max Piccolomini in Schillers Wallenstein.

Auch das Schicksal der Niobe war für Bildhauer und Dichter schon in der Antike ein gern gewähltes Thema. Der Schrei von Edvard Munch ist ein Beispiel für die expressionistische malerische Darstellung von Verzweiflung.

Philosophie

Kierkegaard definierte in seinem Werk Die Krankheit zum Tode Verzweiflung unter anderem als „Krankheit im Selbst“.[5]

Einzelnachweis

  1. Verzweiflung in duden.de, abgerufen am 28. Januar 2013
  2. Knaur: Das deutsche Wörterbuch, Lexikografisches Institut München, 1985, Seite 1040
  3. Etymologisches Wörterbuch nach Pfeifer, online in DWDS, abgerufen am 2. Februar 2013
  4. Oekonomische Encyklopädie, J. G. Krünitz, 1773 bis 1858.
  5. Hilge Landweer,Ursula Renz: Klassische Emotionstheorien: Von Platon bis Wittgenstein, Walter de Gruyter 2008, S. 561, online in Google Bücher

Siehe auch

Weblinks


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