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Verfolgter des Naziregimes

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Ausweis eines Verfolgten des Naziregimes, ausgestellt 1953
VdN-Ehrenhain auf dem Weimarer Hauptfriedhof

Verfolgter des Naziregimes (VdN) war in der DDR die Bezeichnung für Personen, die z. B. aus antifaschistischer Gesinnung versucht hatten, das NS-Regime in Deutschland zu beseitigen, oder die aus rassistischen, religiösen oder anderen Gründen verfolgt wurden.

Anerkennung und Unterstützung

Anerkannte Verfolgte des Naziregimes genossen Unterstützung und Hilfe durch die staatlichen Organe der DDR. Die Anerkennung erfolgte nach einer Richtlinie [1]. Anerkannte Verfolgte erhielten zum Teil schon vor dem Rentenalter eine Teilrente, wenn sie gesundheitlich beeinträchtigt waren. Sie erhielten ab dem Erreichen des 60. Lebensjahres eine Zusatzrente (Ehrenpension)[2], zusätzlich zur Altersrente aus der Sozialversicherung.

In der Höhe der Zuwendungen gab es Unterschiede zwischen den „einfachen“ Verfolgten des Naziregimes und Trägern der Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus 1933 bis 1945 [3]. Die Ehrenrente betrug für „einfache“ Verfolgte des Naziregimes [4]:

  • 1976: 1.000 Mark
  • 1985: 1.300 Mark
  • 1988: 1.400 Mark

Die Ehrenrente betrug für Träger der Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus 1933 bis 1945 [5]:

  • 1976: 1.200 Mark
  • 1985: 1.500 Mark
  • 1988: 1.700 Mark

Die Rente für „einfache“ Verfolgte des Naziregimes wurde 1992 in Bundesrecht übergeleitet [6]

Erinnerung und Gedenken

An zahlreichen Orten der DDR hat die VVN bzw. haben später die Komitees der antifaschistischen Widerstandskämpfer eigene Ehrenhaine und Grabfelder für die als VdN anerkannten Überlebenden des Naziregimes angelegt. Diese Begräbnis- und Gedenkorte werden weiter genutzt und gepflegt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Richtlinien für die Anerkennung als Verfolgte des Naziregimes des Ministeriums für Arbeit und Gesundheitswesen der DDR vom 10. Februar 1950, Gesetzblatt der DDR, 1950, S. 92
  2. Anordnung, herausgegeben vom Sekretariat des Ministerrates der Deutschen Demokratischen Republik über Ehrenpensionen für Kämpfer gegen den Faschismus und für Verfolgte des Faschismus sowie für deren Hinterbliebene vom 20. September 1976 „Vertrauliche Dienstsache - VD 26/19/76 -"
  3. Verordnung vom 22. Februar 1958, Gesetzblatt der DDR 1958, Teil I, S. 198, Statut der „Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus 1933-1945
  4. § 3 Abs. I lit. b der Anordnung des Sekretariats des Ministerrates der DDR vom 20. September 1976 „Vertrauliche Dienstsache - VD 26/19/76 -"
  5. § 3 Abs. I lit. a der Anordnung des Sekretariats des Ministerrates der DDR vom 20. September 1976 „Vertrauliche Dienstsache - VD 26/19/76 -"
  6. Entschädigungsrentengesetz vom 22. April 1992 (BGBl. I S. 906)


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