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Germering

Aus Jewiki
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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Germering
Germering
Deutschlandkarte, Position der Stadt Germering hervorgehoben
48.13333333333311.366666666667535
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Fürstenfeldbruck
Höhe: 535 m ü. NN
Einwohner:

38.195 (31. Dez. 2011)[1]

Postleitzahl: 82110
Vorwahl: 089
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 1 79 123
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
82110 Germering
Webpräsenz: www.germering.de
Oberbürgermeister: Andreas Haas (CSU)
Lage der Stadt Germering im Landkreis Fürstenfeldbruck
Karte

Germering ist eine Große Kreisstadt im südöstlichen Landkreis Fürstenfeldbruck (Regierungsbezirk Oberbayern) und liegt westlich von München.

Geographie

Lage

Germering ist eine Stadt an den Nordwestausläufern der Münchner Schotterebene. Die Stadt befindet sich auf relativ ebenem Niveau und fällt leicht nach Norden ab. Ebenfalls im Norden grenzt Germering über landwirtschaftlich genutzte Felder an Puchheim. Östlich der Stadt befindet sich ein breiter Feldstreifen, der von dem Autobahnring A 99 durchzogen wird. Die freien Flächen am Münchner Stadtrand werden derzeit mit einem Gewerbegebiet bebaut (Freiham). Im Süden und Südosten liegt ein größeres Waldgebiet, der Kreuzlinger Forst und die Autobahn A 96. Im Nordwesten befinden sich der künstlich angelegte Germeringer See (Baggersee) und der kleine, bewaldete Parsberg. Im Westen schließt sich der Landkreis Starnberg mit der Gemeinde Gilching an.

Stadtgliederung

  • Germering
  • Unterpfaffenhofen
  • Neugermering
  • Harthaus

Geschichte

Frühzeitliche Geschichte

Bereits in der späten Jungsteinzeit bzw. der frühen Bronzezeit wurden Hügelgräber im Bereich der heutigen Oberen Bahnhofstraße, Ecke Steinbergstraße, angelegt. Aus der Urnenfelderkultur sind ein bronzezeitliches Brandgrab und Siedlungsreste nachweisbar. Aus der Römerzeit stammt eine Villa rustica mit Hypokaustum (Warmluftheizung). Nahe der Augsburger Straße wurde das Grab einer Germanin entdeckt, das durch die Grabbeigaben identifiziert werden konnte. Außerdem wurden mehrere römische Ziegelbrennöfen aufgefunden, von denen einer an der Straße Richtung Alling besichtigt werden kann. Am Krautgartenweg wurde ein Hockergrab freigelegt.
siehe auch Burgstall Parsberg

Ersterwähnung einzelner Ortsteile

  • Die erste sichere urkundliche Erwähnung von Germering als Kermaringon erfolgte zwischen 859 und 864. Es wird aber vermutet, dass die älteste Urkunde mit der Ortsbezeichnung Germana vel ad monte (etwa „(das Besitztum der) Schwester am Berg“) schon aus dem Jahr 769 stammt. Die Herleitung des Ortsnamens vom Stamm der Germanen oder von einem putativen „Germar, dem Germanen“ gilt dagegen als Volksetymologie.
  • Die erste sichere urkundliche Erwähnung von Unterpfaffenhofen stammt aus dem Jahr 1190. Eine Urkunde, die auf die Zeit zwischen 948 und 957 datiert wird, benennt einen Ort namens Phafinhouna, womit aber auch ein anderes Pfaffenhofen gemeint sein könnte.
  • Nebel ist unter dem Namen Slat.vel.Nebelriet seit 1173 schriftlich bekannt.
  • Gut Streiflach wurde erstmals 1270 erwähnt.
  • Für die Einöde Harthof, jetzt der Ortsteil Harthaus, ist keine Ersterwähnung vorhanden.

Mittelalterliche Geschichte

Unter der alten St.-Martin-Kirche befinden sich frühmittelalterliche Reihengräber und vorromanische Kirchenreste. 1422 wurde Germering bei Kämpfen im Umfeld der Schlacht bei Alling zerstört. 1448 wurden die beiden Gemeinden erstmals als Mitglied des Landgerichtsbezirks Starnberg genannt.

Neuzeitliche Geschichte

1818 wurden die Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen mit den Gemeindeteilen Kleßheim, Nebel, Streiflach und Wandlheim gebildet. 1852 wechselten die beiden Gemeinden als Steuerdistrikt zum Königlichen Bezirksamt Bruck.

Mit dem Bau der Bahnlinie München-Herrsching 1902 begann ein grundlegender Strukturwandel. Harthaus und Neugermering entstanden als neue Siedlungen. Während im Kreuzlinger Forst ein militärisches Tanklager entstand, wurde im heutigen Ortsteil Unterpfaffenhofen die sogenannte WIFO-Siedlung für die Mitarbeiter der militärischen Anlage errichtet. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich in Germering ein Außenlager des KZ Dachau. Nach 1945 wuchs die Bevölkerung durch die Aufnahme von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen. Die Folge waren erste soziale Wohnungsbauprojekte zwischen 1952 und 1954. Das rapide Wachstum setzte sich in den 1960er und 1970er Jahren – nicht zuletzt durch die Ausweisung neuer Baugebiete – fort. Ab ca. 1978 stabilisierte sich die Entwicklung, und die Stadtplanung konzentrierte sich seitdem auf infrastrukturelle Verbesserungen. Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen im Zuge der Gemeindegebietsreform vereinigt. Bis zur Erhebung zur Stadt am 12. April 1991 war Germering die größte Gemeinde Bayerns ohne Stadt- oder Marktrecht. Nach München, Ingolstadt, Rosenheim, Freising und Dachau wurde Germering die sechstgrößte Stadt Oberbayerns. Am 1. Oktober 2004 wurde Germering zur Großen Kreisstadt erhoben.

Die rasante Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg spiegelt sich in Germerings uneinheitlicher Siedlungsstruktur wider. Neben den dörflichen Ortskernen des alten Germerings und Unterpfaffenhofens gibt es die Hochhaussiedlungen der siebziger Jahre sowie die urbane Architektur des neuen Stadtzentrums mit der Stadthalle.

Eingemeindungen

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Unterpfaffenhofen mit Germering zu einer Gemeinde zusammengeschlossen.[2]

Einwohnerentwicklung

Jahr 1840 1925 1939 1950 1961 1970 1979 1991 1995 2005 2010 2015
Einwohner 625 1.322 3.032 6.355 11.141 25.261 34.262 35.962 35.751 37.036 38.966 39.387

Politik

Rathaus Germering48.13430711.363549

Stadtrat

Sitzverteilung im Stadtrat Germering
Jahr CSU SPD Grüne FWG /
UBG*
FDP ÖDP /
Parteifreie
REP Gesamt Wahlbeteiligung
2014[3] 21 8 5 3 1 2 n.a. 40 46,03 %
2008 17 11 6 3 1 2 n.a. 40 53,5 %
2002 18 14 3 2 1 1 1 40 54,2 %

* Freie Wählergemeinschaft / Unabhängige Bürgergemeinschaft

Wappen

Das Wappen wurde 1981 von Karl Haas aus den Wappen von Germering und Unterpfaffenhofen geschaffen.[4] Der Germeringer Teil des Wappens besteht aus der alten Dorfkirche St. Martin (weiß auf rotem Grund). Der Unterpfaffenhofener Teil ist der rote Löwe auf weißem Grund. Er wurde vom Wappen derer von Hufnagel und Chlingensperg entnommen, die im 17. und 18. Jahrhundert u. a. mit dem Gut Wandlheim über größeren Grundbesitz verfügten. Als verbindendes Element wurde der Dreiberg verwendet, der den Parsberg symbolisiert.

Städtepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Schema der wichtigsten Germeringer Verkehrswege
Empfangsgebäude des Bahnhofs Germering-Unterpfaffenhofen

Germering liegt direkt nördlich der A 96 Lindau–München.

Im Osten der Stadt befindet sich der Autobahnring A 99, der die A 96 unter anderem mit den Autobahnen A 8 und A 9 verbindet. Das Teilstück zwischen der A 96 Lindau–München und der A 8 München-Stuttgart ist erst seit dem 19. Februar 2006 vollständig befahrbar. Germering ist über die Autobahnausfahrten Gilching, Germering Süd (beide A 96), sowie Freiham Mitte und Germering Nord (beide A 99) erreichbar.

Die B 2 führte, aus München kommend Richtung Fürstenfeldbruck, durch den Ort. Sie wurde im Zuge der Autobahnbauarbeiten in den Osten der Stadt verlegt (Ortsumgehung) und bekam eine eigene Anschlussstelle (Germering Nord).

Im Münchner S-Bahn-Netz des MVVs liegt Germering an der Linie S8 (Herrsching–München–München Flughafen Terminal), die auf der Bahnstrecke München–Herrsching verkehrt, und hat zwei Haltestellen (Germering-Unterpfaffenhofen und Harthaus). Da die Stadtgrenze von München durch die Haltestelle Harthaus verläuft, liegt die Haltestelle Harthaus bei der Zoneneinteilung des MVV auf der Zonengrenze zwischen Innenraum und erstem Außenraum. Dies vergünstigt die S-Bahn-Fahrt nach München von Harthaus aus (in der Regel halber Preis in die Innenstadt gegenüber der Fahrt von Germering-Unterpfaffenhofen aus).

Ansässige Unternehmen

In Germering sind vor allem mittelständische Unternehmen aus der metallverarbeitenden und chemischen Industrie ansässig. Daneben finden sich zahlreiche kleinere Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor. Größter am Ort ansässiger Arbeitgeber ist CeWe Color. Zahlreiche Unternehmer sind im „Gewerbeverband Germering“ organisiert, der Mitglied im Bund der Selbständigen ist.[5]

Wohnungsmarkt

Im bundesweiten Index ortsüblicher Vergleichsmieten belegt Germering 2016 mit einem Indexwert von 133 den fünften Platz, und liegt damit deutlich vor Großstädten wie Köln (11.), Hamburg (15.) oder Frankfurt am Main (18. Platz).[6] Die Stadt Germering veröffentlicht einen offiziellen Mietspiegel[7]; seit 2015 gilt zudem eine Mietpreisbremse von 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete[8].

Schulen

In Germering gibt es vier Grundschulen; an weiterführenden Schulen gibt es zwei Mittelschulen, die Staatliche Realschule Unterpfaffenhofen sowie das Max-Born-Gymnasium und das Carl-Spitzweg-Gymnasium. Daneben besteht die Eugen-Papst-Schule als sonderpädagogisches Förderzentrum.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Gut Streiflach

Kulturelles Zentrum ist die Stadthalle mit ihren kulturellen Einrichtungen wie Stadtbibliothek, Veranstaltungs- und Ausstellungsräumen sowie Gastronomie. Für überregionales Aufsehen sorgte der „rote Faden“, eine rote Linie mit abstrakten Symbolen und Hinweisen, die sternförmig durch den Ort führt. Erwähnenswert ist die musikalische Subkultur in der Cordobar, in der Sportfreunde Stiller und Jamaram in ihrer Anfangszeit oft gespielt und/oder geprobt haben und die insbesondere junge, unbekannte Bands aus der Umgebung fördert. Das Germeringer Freibad ist bekannt als beliebter Aufenthaltsort an heißen Sommertagen. Ebenso diente es als Drehort des ersten Videoclips der Sportfreunde Stiller zu deren Song Wellenreiten.


Museen

In der Domonter Str. 2 (ehemaliges Feuerwehrhaus hinter dem Rathaus) befindet sich das Stadtmuseum Zeit+Raum, das derzeit Sonderausstellungen beherbergt. Außerdem gibt es mehrere Schaukästen, die frühzeitliche Fundstücke direkt an ihrem Fundort präsentieren:

  • Friedhof St. Martin: Grabstelle einer mongolischen Ungarin
  • Ortsausgang Richtung Alling: römische Ziegelbrennerei
  • Sudetenstraße (westliches Ende): Informationen zur historischen Wasserversorgung

Sonstiges

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Eugen Papst (1886–1956), Lehrer und Musiker, Ehrenbürger seit 1917.
  • Anton Morigl, Unternehmer, Ehrenbürger seit 1929.
  • Prälat Franz Sales Müller, Seelsorger, Ehrenbürger seit 1985.
  • Robert Huber (* 1937), wohnhaft in Germering, erhielt 1988 den Nobelpreis für Chemie und wurde im selben Jahr zum Ehrenbürger ernannt.
  • Hans Mannhardt, Unternehmer und Gründer des Sozialdienstes, Ehrenbürger seit 1991.
  • Rudolf Bay (1930–2010), Altbürgermeister, Ehrenbürger seit 2000.
  • Claudia Hengst, bekannte Behindertensportlerin und mehrfache Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics, Welt- und Europameisterin, ist seit 2001 Ehrenbürgerin.
  • Hermann Parzinger (* 1959), deutscher Archäologe und Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, aufgewachsen in Germering, ist seit 2008 Ehrenbürger[10].
  • Peter Braun (* 1941), Altoberbürgermeister, Ehrenbürger seit 2011[11].

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Der Schriftsteller Walter Kolbenhoff (* 20. Mai 1908 in Berlin; † 29. Januar 1993 in Germering) wohnte in Germering, der Kulturpreis der Stadt wurde nach ihm benannt.
  • Der Maler Georg Kiste (* 11. Juli 1908 in Partenkirchen; † 1997 in München) wohnte in Germering.
  • Der Schauspieler und Sprecher Joachim Höppner (* 9. Juni 1946 in Lübeck; † 18. November 2006 in Germering) wohnte in Germering und erhielt 2001 den Walter-Kolbenhoff-Preis der Stadt Germering.
  • Der Schauspieler Bruno Hübner (* 26. August 1899 in Langenbruck; † 22. Dezember 1983 in München) wohnte bis zu seinem Tod in Germering (Harthaus).
  • Der Sänger Gus Backus (* 12. September 1937 in Southampton auf Long Island im Staat New York) wohnte in Germering. Zwischenzeitlich ist er wieder nach Germering gezogen.
  • Der Handballspieler Erhard Wunderlich (* 14. Dezember 1956 in Augsburg; † 4. Oktober 2012 in Köln), u. a. Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1984, wohnte in Germering.
  • Der Schauspieler Siegfried Lowitz (* 22. September 1914 in Berlin; † 27. Juni 1999 in München), der u. a.  in der Krimiserie „Der Alte“ mitwirkte, wohnte in Germering.
  • Der Sänger, Schauspieler und Entertainer John Christopher Howland (* 30. Juli 1928 in London) wohnte in Germering (Harthaus).
  • Der Maler Heinz Braun (* 12. Januar 1938 in München; † 21. Februar 1986 ebenda) wohnte in Germering.
  • Der Übersetzer und Autor Herbert Bräuning (* 11. April 1921 in Kassel) lebt mit seiner Frau Ursula Bräuning in Germering.
  • Der Schauspieler und Hörspielsprecher Wolfgang Wahl (* 3. Dezember 1925 in Münster; † 15. September 2006 in Germering) lebte in Germering

Weblinks

 Commons: Germering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Literatur

  • Betty Oberhofer: Germering. Vom Dorf zur Großraumsiedlung. Germering 1975.
  • Cornelia Oelwein: Germering. Eine junge bayerische Stadt. Deutscher Sparkassenverlag, Stuttgart 1993. ISBN 3-09-303802-2.

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