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Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

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Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Logo
Gründung 1965
Trägerschaft MIWF NRW (staatlich)
Ort Düsseldorf
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Leitung H. Michael Piper (Rektor)
Studenten 17.002 (WS 2010/11)[1]

(aktuell Okt. 2011: 19.600)

Mitarbeiter 2.813 (1.904 Wiss.)
Jahresetat EUR 240,8 Mio. (2010)
Website www.uni-duesseldorf.de
Fußgängerachse im Zentrum des Universitätscampus

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist 1965 aus einer medizinischen Akademie hervorgegangen und besteht seit 1993 aus fünf Fakultäten. Im Wintersemester 2008/09 waren 16.055 Studierende – die meisten in den Studiengängen Medizin (2.502), Germanistik (1.674) und Biologie (1.388) – eingeschrieben.[1] Für das WS 2011/2012 liegt die Zahl bei 19.600 Studierenden, die der Erstsemester bei 5.400 (davon 3.700 im 1. Hochschulsemester).

Geschichte[2][3]

Vorgeschichte

Älteste Traditionen

Ein erster Versuch zur Einrichtung einer Universität in Düsseldorf war um die Mitte des 16. Jahrhunderts unter dem Landesherrn Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg im Zusammenhang mit den damaligen konfessionellen Auseinandersetzungen in der Region gescheitert. Erst rund 250 Jahre später griff Kaiser Napoleon Bonaparte den Plan wieder auf, indem er beabsichtigte, am Regierungssitz des Großherzogtums Berg eine Universität einzurichten. Dabei leitete ihn erkennbar das Motiv, in Düsseldorf eine administrative Elite heranzubilden, die der Konsolidierung des aus dem alten Herzogtum Berg hervorgegangenen Satellitenstaats dienlich sei. Im Dezember 1811 erließ Napoleon im Nachgang zu seiner Inspektionsreise, die im Vormonat stattgefunden hatte, Dekrete, die die Einrichtung einer Universität mit fünf Fakultäten einschließlich einer theologischen im wiederaufzubauenden Düsseldorfer Schloss anordnete.[4] Angesichts seines unmittelbar bevorstehenden Russlandfeldzugs und des erzwungenen Endes der napoleonischen Herrschaft 1815 blieben die Pläne für Düsseldorf unter französischer Herrschaft jedoch unverwirklicht. In preußischer Zeit wurde schließlich ungeachtet seiner hauptstädtischen Geschichte nicht Düsseldorf mit einer Universitätsgründung bedacht, sondern – als nunmehr dritte Neugründung im Geiste Wilhelms von Humboldt – im Jahr 1818 Bonn.

Die „Medizinische Akademie“ (1907/1923 bis 1965)

Die Aufwertung Düsseldorfs zur Hochschulstadt vollzog sich auf indirektem Wege. 1907 wurde mit dem Neubau der Städtischen Kliniken die ebenfalls städtische „Düsseldorfer Akademie für praktische Medizin“ gegründet. An ihr wurden Fortbildungsveranstaltungen für bereits praktizierende Ärzte abgehalten. Ein Medizinstudium war zunächst nicht möglich. Erst 1919 nahm die Akademie provisorisch und hauptsächlich für Kriegsteilnehmer den klinischen Unterricht auf. Die preußische Regierung und der Oberbürgermeister Düsseldorfs unterzeichneten nach dieser Probephase 1923 einen Vertrag, nach dem die „Akademie für praktische Medizin“ in „Medizinische Akademie in Düsseldorf“ umbenannt wurde. Die Akademie erhielt eine Rektoratsverfassung und das Recht auf klinische Ausbildung von Studenten. Die vorklinische Ausbildung musste weiterhin an anderen Hochschulen erfolgen. Die Akademie war immer noch städtisch, die Ausbildung war aber staatlich anerkannt. Ab dem Wintersemester 1931/1932 konnte das Studium der Zahnmedizin aufgenommen werden. 1935 erhielt die „Medizinische Akademie in Düsseldorf“ das Promotionsrecht. Damit war sie den übrigen deutschen Mediziner-Ausbildungsstätten gleichgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte die Akademie einen weltweiten Ruf in der Herzforschung, insbesondere als 1952 dem Herzchirurgen und Leiter der Chirurgischen Klinik von 1946 bis 1969 Ernst Derra mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine die erste Operation am offenen Herzen gelungen war.

Gründung und Entwicklung

Gründungsjahre und Campusbau (1962/1965 bis ca. 1979)

Bau des Universitätscampus 1973. Blick auf die Baustelle der neuen Mensa

Am 3. Juli 1962 schlossen das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Düsseldorf einen Vertrag zur Überführung der Akademie in die Obhut des Landes. „NRW übernimmt mit Wirkung vom 1. Januar 1962 die Verantwortung und Finanzierung für die Medizinische Akademie, während die Allgemeinen Städtischen Krankenanstalten weiterhin im Besitz der Stadt Düsseldorf verbleiben.“ 1965 beschloss die Landesregierung die Umwandlung zur Universität Düsseldorf und die Einrichtung sowohl von vorklinischen Studien ab Wintersemester 1965/1966, als auch einer Naturwissenschaftlich-Philosophischen Fakultät. Als Gründungsdatum gilt der 16. November 1965.

Zunächst lagen die Institute und Seminare dieser Fakultät weit verstreut im Stadtgebiet: an der Cecilienstraße, Haroldstraße, Kavalleriestraße, Uhlenbergstraße und Mettmanner Straße. Das Institut für physikalische Chemie lag sogar auf dem Werksgelände von Henkel. Die Stadt Düsseldorf stellte ein 42,8 Hektar großes Gelände südlich der Krankenanstalten, das anschließend in mehreren Bauabschnitten bebaut wurde, zur Verfügung. Erste Gebäude unter anderem für die Universitätsverwaltung wurden 1968 fertiggestellt.

Nachdem sich mehrere Kommissionen unter der Leitung von Wilhelm Kuchen und anderen mit der Planung, dem Bau und der Einrichtung der noch zu gründenden Institute für Naturwissenschaften sowie der Etablierung einer mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät und der Einführung eines mathematisch-naturwissenschaftlichen Studiums an der neuen Universität befasst hatten, wurde 1969 die philosophische Fakultät von der naturwissenschaftlichen getrennt. Die bisherigen Städtischen Krankenanstalten gingen am 1. Januar 1973 von der Stadt Düsseldorf in die Trägerschaft des Landes Nordrhein–Westfalen (Universitätskliniken) über.

Gebäude der Philosophischen Fakultät. Im rechten Hintergrund Bauarbeiten an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (um 1973).

Bis 1973 konnten die meisten geistes- und naturwissenschaftlichen Institute Neubauten im nördlichen Bereich des Campus beziehen. Für die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät war dies nur eine Zwischenlösung. Nach Beendigung des zweiten Bauabschnittes zog die Fakultät zu Beginn des Wintersemesters 1975/76 in ihre endgültigen Gebäude im Süden des Campus, die für 3800 Studienplätze ausgelegt waren, um. In östlicher Nachbarschaft wurde bereits ein Jahr zuvor der Botanische Garten Düsseldorf eröffnet. Das neu eingerichtete Fach Pharmazie nahm im Wintersemester 1976/1977 den Lehrbetrieb auf.

Im dritten und vorläufig letzten Bauabschnitt wurden der zentrale und östliche Bereich des Universitätsgeländes bebaut. Im Campus-Mittelpunkt entstand der großzügige Neubau der Universitätsbibliothek, der im November 1979 seine Pforten öffnete. Das Institut für Sportwissenschaft (2008 geschlossen) und die Universitäts-Sportanlagen am östlichen Rand des Campus wurden 1980/1981 eröffnet. Am 1. April 1980 wurde die Pädagogische Hochschule Neuss in die Universität eingegliedert. Zu diesem Zeitpunkt waren 12.000 Studierende eingeschrieben.

Der Namensstreit um Heinrich Heine (1968 bis 1988)

Als sich in den ersten Jahren der noch jungen Universität die Frage nach ihrer Benennung stellte, setzte sich 1972 ein Teil des ersten Satzungskonventes der damaligen Universität Düsseldorf im Rahmen der Satzungsarbeit dafür ein, die Universität nach Heinrich Heine zu benennen. Er scheiterte mit diesem Antrag, sodass es im Satzungsentwurf bei Universität Düsseldorf blieb. Kurz danach wurde vom PEN-Club und der Heinrich-Heine-Gesellschaft eine Großveranstaltung zur Umbenennung der Universität in Heinrich-Heine-Universität in der alten Mensa der Universität initiiert, die vom damaligen Vorsitzenden des Satzungskonventes Helmut Weber moderiert wurde. Wegen der schon erfolgten Abstimmung im Satzungskonvent wurde im Rahmen eines Misstrauensvotums ein Abwahlverfahren gegen ihn angestrengt. Dieses scheiterte jedoch.

Später machte sich eine Gruppe von 122 Angehörigen erneut für eine Benennung nach Heinrich Heine stark, scheiterte mit diesem Ansinnen allerdings am Senat der Hochschule. In der Folgezeit stützten sich die Befürworter der Umbenennung auf eine Bürgerinitiative. Unmittelbare Konsequenzen blieben aber aus. Allein der AStA beharrte auf der nach seiner Auffassung legitimerweise erfolgten Umbenennung nach Heine und führte dessen Bild seit 1975 in seinem Briefkopf. Wenngleich sich Befürworter und Gegner der Umbenennung in der Phase der späten Studentenbewegung generell in weltanschaulichen Grundauffassungen unterschieden, verlief die Bruchlinie zwischen den Parteien keineswegs einheitlich. 1982 griff der damalige Konvent das Thema anlässlich der Erneuerung der Grundordnung der Universität auf, doch scheiterten die Befürworter in einer Abstimmung mit 41 zu 44 Stimmen abermals. Erst auf Bewegen des von 1983 bis 2003 amtierenden Rektors Gert Kaiser ließ sich die nun per Rechtsentscheid in die Kompetenz des Senates gelegte Umbenennung durchsetzen. Am 20. Dezember 1988 erging dessen Beschluss, dass die Universität künftig den Namen „Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf“ tragen solle. Damit ging ein gut 23 Jahre lang währender Streit um die Namensgebung nach dem größten Sohn der Stadt zu Ende.

Jüngere Entwicklungen

Die Umbenennung nach Heinrich Heine kann im Rückblick auch als ein sinnfälliger Akt der Öffnung der Universität gegenüber der Stadt und der Bürgerschaft gesehen werden. Eine Konsequenz war in den nachfolgenden Jahren, die Entwicklung der Hochschule stärker als zuvor an die Gegebenheiten der Wirtschaftsmetropole und des Gerichtsstandorts Düsseldorf anzupassen. Die Gründung der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät erfolgte im März 1990. Die Juristische Fakultät wurde zwar erst im November 1993 offiziell gegründet, doch konnte das Studium bereits im Oktober 1992 aufgenommen werden. Die Juristische Fakultät befand sich im inzwischen abgerissenen Studienhaus in Unterbilk in der Nähe des Landtagsgebäudes und bezog im Oktober 1996 ihr eigenes Gebäude („Juridicum“) im Zentralbereich des Campus. Dieses Gebäude wurde im Jahr 2006 durch einen separaten Anbau erweitert. Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät erhielt 2010 auf der Grundlage einer Spende des Ehrensenators der Universität Schwarz-Schütte mit dem „Oeconomicum“ ebenfalls ein separates Gebäude. Dessen herausragende architektonische Gestalt bildet ein ausgesprochenes Wahrzeichen der Universität. Gleichzeitig hat die Fakultät eine volkswirtschaftliche Abteilung gegründet, die sich in Forschung und Lehre insbesondere mit Fragen der Wettbewerbsökonomie befasst.

Die Fakultäten (Forschung, Lehre, Studium)

Die Institute, Seminare, wissenschaftlichen Einrichtungen, Lehrstühle, Abteilungen und Arbeitsgruppen der Heinrich-Heine-Universität gehören jeweils einer von fünf Fakultäten an.

Medizinische Fakultät

O.A.S.E – „Ort des Austauschs, des Studiums und der Entwicklung“: Studien- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät mit medizinischer Fachbibliothek (Aufnahme nach Fertigstellung im Juli 2011)

Die für Medizinische Fakultäten charakteristische Verbindung von Forschung, Lehre und Patientenversorgung wird an der Heinrich-Heine-Universität durch die außergewöhnliche räumliche Verbindung von Universität und Klinik verstärkt: Beide Campus-Bereiche schließen sich unmittelbar aneinander an. Durch die 2001 erfolgte Umwandlung des Universitätsklinikums in eine Anstalt des öffentlichen Rechts sind zwar gesonderte Verantwortlichkeiten für die Bereiche Forschung und Lehre einerseits und Patientenversorgung andererseits geschaffen worden. Universität und Klinikum bleiben jedoch in vielfältiger Form miteinander verzahnt. Ein Kooperationsvertrag regelt dieses Verhältnis.

Die Medizinische Fakultät umfasst die Fächer Medizin und Zahnmedizin, die schon die Medizinische Akademie gebildet hatten. Nach dem Übergang der Akademie in eine Universität konnte die Fakultät somit auf bestehenden Strukturen aufbauen. Ihre damalige Gestalt ist mit ihrer heutigen Ausdifferenzierung allerdings kaum vergleichbar. Die Weiterentwicklung der Fakultät unter nunmehr staatlicher Lenkung war in der Folgezeit eng an den systematischen Ausbau des Universitätsklinikums gebunden. Dieser folgte einem vom Wissenschaftsministerium 1972 erstellten, sichtlich von Effizienzerwägungen geprägten „Generalplan“. In baulicher Hinsicht zeugt hiervon insbesondere die 1985 eröffnete Medizinisch-Neurologisch-Radiologische Klinik (MNR-Klinik), die mit der Inneren Medizin und Neurologie sowie mit der Radiologie gegenwärtig zwei medizinische Zentren des Klinikums beherbergt.

Voraussetzung für die Entwicklung der Düsseldorfer Hochschulmedizin war allerdings in erster Linie die Ausdifferenzierung des Faches selbst: Schließlich hatten zum Zeitpunkt der Akademiegründung 1907 nur wenige Bereiche den Kanon der klinischen Patientenbehandlung ausgemacht, nämlich (Chirurgie, Innere Medizin, Kinderheilkunde, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Dermatologie sowie Psychiatrie).

In diesem Prozess der Spezialisierung der Grundlagen-, dabei stets krankheits- und patientenorientierten Forschung war die Aufteilung der Inneren Medizin von großer Bedeutung. In Düsseldorf ist dies an der Herausbildung der Fachbereiche Kardiologie, der Diabetologie, an den Neurowissenschaften sowie an der Hepatologie und der Infektionsforschung deutlich ersichtlich. In der Übergangszeit von der Akademie zur Universität legten einige zentrale Persönlichkeiten die Grundlage zur Profilierung insbesondere der Herzforschung an Fakultät und Klinikum, darunter unter anderem der Internist und vormalige Akademiepräsident Franz Grosse-Brockhoff (1907-1981), der Pionier der kardiologischen Ultraschalldiagnostik, Sven Effert (* 1922), der im Nationalsozialismus verdrängte und nach 1945 rehabilitierte Internist Erich Boden (1883-1956), der Herzchirurg Ernst Derra (1901-1979) sowie der vielfach ausgezeichnete Kardiologe Franz Loogen (1919-2010), der 1967 dem Ruf auf den ersten kardiologischen Lehrstuhl in Deutschland folgte. Unter Loogen, dem Begründer der Herzkatheterisierung, warb die Düsseldorfer Herzforschung („Düsseldorfer Schule“) schon 1968 einen der allerersten Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unter der anfänglich noch simplen Bezeichnung „Kardiologie“ etabliert, der, thematisch konkretisiert, bis heute fortlebt.

Die klinische Endokrinologie und Diabetologie als weiterer Forschungsschwerpunkt verbindet sich ursprünglich mit der Person des Gründungsrektors der Universität, Karl Oberdisse, auf dessen Betreiben 1965 ein Zentrum zur Erforschung der Diabetes in unmittelbarer Nähe zum Universitätscampus errichtet wurde. Seit seiner Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft im Jahr 2004 firmiert es als Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ). In Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät verwirklichte die Düsseldorfer Diabetesforschung von 1970 bis 1998 zwei Sonderforschungsbereiche. Ein weiteres Anstitut von Bedeutung ist das 2001 gegründete, seit 2011 ebenfalls in der Leibniz-Gemeinschaft organisierte Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF).

Ein dritter Schwerpunkt an der Medizinischen Fakultät bildete sich mit der Neurologie heraus, die 1955 als klinischer Bereich verselbstständigt worden war. Von Anfang an nahm die Hirnforschung hierin einen hohen Stellenwert ein. Maßgeblich trug dazu die ab 1964 mit Mitteln der Freundesgesellschaft der Akademie vollzogene Übernahme des traditionsreichen Instituts für Hirnforschung und allgemeine Biologie bei. Das Institut hatte Oskar Vogt mit seiner Frau Cécile nach Konflikten mit den nationalsozialistischen Machthabern 1936 im Rahmen einer von der Familie Krupp unterstützten „Deutschen Gesellschaft für Hirnforschung“ bis zu seinem Tod eigenständig geführt. Das Institut bildete somit die Fortführung des von Vogt selbst seit Ende des 19. Jahrhunderts begründeten Max-Planck-Instituts für Hirnforschung. Adolf Hopf (1923-2011), ein Schüler Vogts, wurde 1965 erster Direktor des Instituts an der Universität und 1967 erster Professor für Hirnforschung in Deutschland. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Institut für Hirnforschung zu einer Forschungsstelle für die Entwicklung des Nervensystems von internationalem Rang. Seit 1990 warb der Bereich unter der Leitung des Neurologen Hans-Joachim Freund nacheinander zwei Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein. Im Bereich der grundlagenorientierten Hirnforschung nimmt auch die Kooperation der Hochschulmedizin mit Teilen des Forschungszentrums Jülich einen hohen Stellenwert ein.

Zu den besonders erfolgreichen Forschungsfeldern mit zahlreichen drittmittelgeförderten Therapiestudien hat sich in jüngerer Zeit die Hepatologie an der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie unter dem Leibniz-Preisträger Dieter Häussinger entwickelt. Im Spektrum der Medizinischen Mikrobiologie ist die Infektions- und Hygieneforschung durch Klaus Pfeffer (2004 ebenfalls Leibniz-Preisträger) prominent vertreten.

Die Medizinische Fakultät gilt als eine sehr forschungsstarke Fakultät mit den höchsten Drittmitteleinnahmen der Universität (2010/2011 über 32 Mio Euro). Die aktuelle Fakultätsentwicklung ist gekennzeichnet durch Schwerpunkte in der Molekularen und Klinischen Hepatologie, in der Kardiovaskulären Forschung sowie in der Umweltmedizin und Alternsforschung. Als Förderbereiche gelten die Onkologie, die Diabetologie und Stoffwechselforschung sowie die Infektionsmedizin und Immunologie, während die Bereiche Stammzellforschung, Onkologie und Health and Society als Entwicklungsbereiche definiert sind. In fast allen Feldern bestehen Kooperationen mit der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, die unter anderem durch das „Biologisch-Medizinische Forschungszentrum“ (BMFZ) der Universität koordiniert werden.

Die Entwicklung von Fakultät und Klinikum ist auch anhand zahlreicher Bauprojekte ersichtlich. Diese werden, sofern noch nicht abgeschlossen, den in Teilen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammenden Gebäudebestand sukzessive modernisieren oder gar ersetzen. Zu den markantesten Neubauten zählen das „Leber- und Infektionszentrum“ mit einer Hochinfektionseinheit und vier Spezialambulanzen (eröffnet 2011), das „Zentrum für Klinische Forschung“ (Eröffnung im Frühjahr 2012), sowie das „Zentrum für Operative Medizin II“ („ZOM II“) das bei seiner geplanten Eröffnung im Frühjahr 2012 zu den modernsten Klinika in Europa zählen wird.

In der Lehre bietet die Fakultät über die jeweils mit dem Staatsexamen abzuschließenden Fächer hinaus die Weiterbildungsstudiengänge Public Health, Toxikologie und Endodontologie an, die mit dem Master abgeschlossen werden. Außerdem ist die Fakultät an einem Weiterbildungsstudiengang Gesundheitsmanagement der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät beteiligt.

Von Anfang an war das Interesse an Studienplätzen in der Medizin und der Zahnmedizin deutlich größer gewesen als das Angebot. Ab Mitte der 1970er Jahre ging die Fakultät daher zwar Verbindungen mit Lehrkrankenhäusern der Region ein, doch verblieb das Schwergewicht der medizinischen Ausbildung stets bei der Fakultät. Dort sind aktuell (2011) 133 Professorinnen und Professoren in Forschung und Lehre tätig. Die Zahl der Studierenden beträgt 2.584. Bis 2015 ist eine Vermehrung der enorm kostspieligen Studienplätze durch Landesmittel auf 2.810 geplant. Die Erhöhung der Studienkapazitäten wird aktuell von einer planvollen Restrukturierung der Lehrpraxis begleitet. Diese ist Teil der übergreifenden Koordination und Zertifizierung der medizindidaktischen Ausbildung im Land NRW, zu deren Zweck voraussichtlich noch 2011 eine „Landesakademie für Medizinische Ausbildung“ (LAMA NRW) mit Sitz der Geschäftsstelle in Düsseldorf gegründet wird. Sichtbares Zeichen der Anstrengungen der Fakultät um die Medizinerausbildung ist der Neubau der „O.A.S.E.“ („Ort des Austauschs, des Studiums und der Entwicklung“), eines auch architektonisch herausragenden Lern- und Kommunikationszentrums einschließlich der medizinischen Fachbibliothek. Eingeschlossen in die Reform der Lehre ist auch die Strukturierung des Promotionsprozesses durch die „Medical Research School Düsseldorf“, die nicht zuletzt zur Verbesserung der Qualität medizinischer Dissertationen beitragen will.

Philosophische Fakultät

Die Philosophische Fakultät ist die Fakultät für Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften an der HHU. Sie umfasst 13 Institute und bietet rund 25 verschiedene Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor of Arts (B.A.), Master of Arts (M.A.) sowie die Promotion (Dr. phil.) an.

Die Fakultät wurde 1969 unter maßgeblichem Einfluss des Philosophie-Professors und späteren Rektors Alwin Diemer (1920–1986) aus der zuvor noch kombinierten Naturwissenschaftlich-Philosophischen Fakultät gelöst und verselbständigt. Gründungsdekan war der Romanist Ludwig Schrader. 1980 wurde die Fakultät durch die Angliederung der Abteilung Neuss der Pädagogischen Hochschule Rheinland („PH Neuss“) institutionell wie personell erheblich erweitert.

Mit mehr als 6.000 Studierenden stellt die Philosophische Fakultät die größte Fakultät der Universität dar: Mit 36,4 % (Stand: 2011) ist dort mehr als jeder dritte Studierende eingeschrieben. 2011 entfallen auf die Fakultät 72 Professuren unterschiedlicher Besoldungsgruppen. In absoluten Zahlen hat die Fakultät allerdings eine beträchtliche Einbuße erlitten, denn 2002 verlor sie im Rahmen der Restrukturierung der Lehramtsausbildung durch das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium die Befugnis zur Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern im gymnasialen Zweig. Die Fakultät betrieb in der Folge eine gezielte Strukturentwicklung in Forschung und Lehre. Im Zuge dessen wurden die Institute für Sportwissenschaften (2008) und Erziehungswissenschaften (2010 Überführung in die Sozialwissenschaften) aufgelöst. Mit Nachdruck wurde insbesondere die Umstellung der Magister-Studiengänge auf Bachelor- und Masterabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozesses vollzogen: Binnen weniger Jahre sind insgesamt 45 neue Studiengänge konzipiert worden, teils als Kernfach-, teils als integrative Studiengänge. 2009 hat das Rektorat eine mit Studierenden paritätisch besetzte Kommission eingerichtet, die eine kritische Analyse des Bologna-Prozesses vorgenommen hat. In der Folge hat die Fakultät in 19 Bachelorstudiengängen eine umfassende Revision ihrer Rahmenprüfungsverordnung vorgenommen. Inzwischen haben die meisten Studiengänge bereits die Reakkreditierung durchlaufen. Auf Grund des so genannten Kern- und Ergänzungsfachmodells der Bachelorstudiengänge in der Philosophischen Fakultät sind beinahe alle Studiengänge miteinander kombinierbar.

Nachdem die Fakultät in ihren Anfangsjahren Wert darauf gelegt hatte, alle klassischen geisteswissenschaftlichen Disziplinen vorzuhalten, hat sie sich inzwischen nicht zuletzt mit Rücksicht auf die Gegebenheiten des Universitätsstandorts Düsseldorf spezialisiert: Fächer bzw. Studiengänge mit besonderen, zum Teil Alleinstellungsmerkmalen sind heute unter anderem die Jüdischen Studien (seit 1994 einschließlich einer Abteilung für Jiddistik), Modernes Japan (seit 1985) und Literaturübersetzen (seit 1987, seit 2008 Angebot des Masters) sowie – seit 2009 – der englischsprachige Studiengang European Studies, der Studierende aus dem Nahen Osten (Israel, Palästinensische Gebiete, Jordanien) auf Stipendienbasis zusammenführt. Seit 2011 firmieren die vormals als „Seminare“ bezeichneten Fächer durchgängig als Institute. Gleichzeitig wurden Forschungsschwerpunkte in den Sprachwissenschaften, in den Medien- und Kulturwissenschaften und in den Sozialwissenschaften gezielt gefördert und ausgebaut. Dies bildet sich neuerdings auch in der inneren Struktur der Fakultät ab, die sich aus fachlichen und strategischen Erwägungen heraus in drei fächerübergreifenden Verbünde organisiert hat:

2011 konnte die Fakultät im Verbund „Philosophie und Sprache“ einen Sonderforschungsbereich, im Verbund „Gesellschaft“ eine Forschergruppe und im Verbund „Kultur, Kunst und Medien“ ein Graduiertenkolleg der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einwerben und sich damit als forschungsorientierte Fakultät erfolgreich positionieren.

Neben den DFG-geförderten gemeinschaftlichen Forschungsaktivitäten sind an der Fakultät insbesondere die Arbeitsstellen zur Herausgabe der Werke Max Webers und des deutsch-jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber hervorzuheben. Das gemeinsam mit der Juristischen Fakultät betriebene Institut für Deutsches und Europäisches Parteienrecht und Parteienforschung (PRuF) genießt ebenfalls hohe Anerkennung.

Der bedeutendste Wissenschaftspreis der Fakultät ist der auf Fritz Meyer-Struckmann zurückgehende, mit 20.000 Euro dotierte „Dr. Meyer-Struckmann-Preis für Geistes- und Sozialwissenschaftliche Forschung“. Aktueller Preisträger (2010) ist der Berliner Kunsthistoriker Horst Bredekamp.

Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

Einsatz von Lasern in der Physik (Institut für Experimentalphysik)

Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät besteht aus den Fächern Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Pharmazie, Physik, und Psychologie. Die Biologie repräsentiert das größte, die nach Aufgabe der Geographie zum Wintersemester 2002/2003 begründete Informatik das kleinste und jüngste Fach.

Ein Großteil der ab 1975 in Betrieb genommenen Institutsgebäude ist im Süden des Campus angesiedelt, wo sich auch der 1979 für die Öffentlichkeit frei gegebene Botanische Garten der Universität befindet. Die teilweise hoch technisierten Institutsgebäude der Fakultät werden ab 2012 auf Grundlage des nordrhein-westfälischen Hochschulmodernisierungsprogramms grundlegend modernisiert bzw. teilweise neu errichtet.

Die ursprünglich stark der Lehrerausbildung und der vorklinischen Medizinerausbildung verpflichtete Fakultät ist in Folge ihres Strukturwandels seit Ende der 1990er Jahre mit Nachdruck auf die Forschung und die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgerichtet. Infolgedessen hat die Fakultät bis heute ein Reihe namhafter Forscherpersönlichkeiten hervorgebracht bzw. gebunden. Mit dem Evolutionsbiologen William Martin und dem Physiker Hartmut Löwen zählt sie beispielsweise aktuell zwei Spitzenforscher in ihren Reihen, die 2008 bzw. 2010 mit hoch dotierten „Advanced Grants“ des Europäischen Forschungsrats (ERC) ausgestattet wurden. Auch bringt die Fakultät laufend Ausgründungen (Spin offs) hervor, deren erfolgreichste die 1984 erfolgte Gründung des in Hilden bei Düsseldorf ansässigen Biotechnologieunternehmens Qiagen durch den emeritierten Biophysiker und jetzigen Angehörigen des Hochschulrats Detlev Riesner ist.

Das Forschungsprofil der Fakultät ist charakteristischerweise stark über den Erfolg im Wettbewerb um externe Forschungsförderung definiert. Mit ihrem Drittmittelzufluss von aktuell (2010/2011) 17,3 Mio Euro nimmt die Fakultät heutzutage auch finanziell eine Spitzenposition in der naturwissenschaftlichen Forschung in Nordrhein-Westfalen ein.

Aktuell verfügt die Fakultät über acht strukturierte Forschungsprogramme (darunter drei Sonderforschungsbereiche mit Sprecherfunktion), die vornehmlich durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), außerdem durch entsprechende Programme des Landes NRW und der Europäischen Union oder von privaten Gebern finanziert werden. Einen hohen Anteil an der durch Drittmittel geförderten Verbundforschung verbucht auf sich die Biologie mit ihren Teildisziplinen Integrative Zellbiologie, Pflanzenbiologie bzw. -technologie und „Weiße Biotechnologie“. In der Physik stehen die Plasmaphysik, die Statistische Physik und die Erforschung der Weichen Materie im Vordergrund. Die Chemie besitzt einen Schwerpunkt in der Biochemie und in der Erforschung der Wechselwirkungen von Licht mit komplexen Systemen (Synergetik).

Eingehende Kooperationen bestehen mit der Medizinischen Fakultät der HHU, den campusnahen An-Instituten Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ) und Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF). Von hoher Bedeutung ist außerdem die personelle, konzeptionelle und technische Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich (FZJ), mit dem die Universität einige Professorinnen und Professoren gemeinsam beruft („Jülicher Modell“) und dessen Institute einen Teil der Großgeräte der Fakultät beherbergen. Daneben bestehen vielfältige regionale Verbindungen, die durch das im Oktober 2010 gegründete „Bioeconomy Science Center“ unter Beteiligung von 54 Forschungsinstituten (BioSC) gebündelt wurden. Zu den besonderen internationalen Verflechtungen der Fakultät zählt das im Bereich der Pflanzenwissenschaften mit dem Forschungszentrum Jülich unterhaltene Graduiertenkolleg „iGRAD-Plant“: Kooperationspartner in den USA ist der Fachbereich Pflanzengenetik der Michigan State University in East Lansing.

In Studium und Lehre bietet die Fakultät zehn (teilweise mit Numerus clausus belegte) grundständige Studiengänge sowie neun Master-of-Science-Studiengänge an. An der Fakultät waren 2010/2011 103 Professorinnen und Professoren (ohne Juniorprofessoren) tätig. Nach der Umstellung der Diplomstudiengänge auf den Abschluss Bachelor und Master verbleibt der Studiengang Pharmazie mit dem Abschluss Staatsexamen. Fakultätsübergreifend angeboten werden zudem die Studiengänge Medizinische Physik und, als Vollstudium (Bachelor und Master) einmalig in NRW, Wirtschaftschemie. In einem Modellversuch „Biologie PLUS/International“ wird der Bachelor von drei auf vier Jahre erweitert. Darüber hinaus plant die Fakultät die Einführung eines Bachelor-Studiengangs „Quantitative Biowissenschaften“. Mit der „Interdisciplinary Graduate and Research Academy“ (iGRAD) nimmt die Fakultät eine Vorreiterrolle im Spektrum der strukturieren Graduiertenausbildung an der Universität ein.

Unter den Studierenden zählt die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät aktuell mehr Frauen (2.592) als Männer (2.524). Die Tendenz ist bei den Zahlen der Studienanfänger noch deutlicher. Zwischen den Fächern bestehen allerdings nach wie vor deutliche Unterschiede in der Präferenz durch Frauen und Männer, um deren Ausgleich die Fakultät bemüht ist. Generell am stärksten nachgefragt ist die Psychologie, wo sich etwa im Jahr 2011 insgesamt 7.513 Studierwillige auf einen Studienplatz im Bachelor-of-Science-Studiengang Psychologie bewarben. Das Fach mit den meisten Studierenden ist die Biologie (837 Bachelor- und Master-Studierende in Regelstudienzeit im Wintersemester 2010/2011) vor der Informatik (354) und der Psychologie (350). Um das bundesweit noch zu geringe Studieninteresse in den so genannten „MINT“-Fächern zu fördern, ergreift die Fakultät vielfältige Maßnahmen (Praktika, „Schnupperstudium“, Kinderuniversität bzw. Vortragsreihen und das im Juli 2011 von Bundespräsident Wulff besuchte Schülerforschungszentrum „zdi-Schülerlabor“ etc.).

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Das Oeconomicum – Instituts- und Lehrgebäude der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät

Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät wurde drei Jahre nach Aufnahme ihres Vorlesungsbetriebs im Frühjahr 1992 als vierte Fakultät offiziell gegründet. Im bundesweiten Vergleich ist die Fakultät somit eine der jüngsten ihrer Art. Die Entscheidung zur Einrichtung war eine Folge der am Wirtschaftsstandort Düsseldorf und der auch regional sehr hohen Nachfrage nach Studienplätzen in der Betriebswirtschaft. Gründungsdekan war Hans Jörg Thieme.

Knapp 20 Jahre nach ihrer Entstehung erlebte die Fakultät eine Zäsur: Dank einer namhaften Zuwendung durch die Schwarz-Schütte-Förderstiftung des Unternehmers und Ehrensenators der Universität, Rolf Schwarz-Schütte, konnte die Fakultät im Spätherbst 2010 das „Oeconomicum“ beziehen, einen architektonisch herausragenden Neubau gegenüber der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf nach dem Entwurf des Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven. Gleichzeitig wurde an der Fakultät ein volkswirtschaftlicher Zweig eingerichtet, der bereits zum Sommersemester 2011 den Lehrbetrieb aufnahm. Der Personalbestand der Fakultät wurde somit beinahe verdoppelt.

In der Betriebswirtschaft deckt die Fakultät die klassischen Felder Finanzierung, Rechnungswesen, Management und Marketing ab. Im Zuge der Erweiterung der Fakultät um die Volkswirtschaftslehre ist die Fakultät insbesondere empirisch und analytisch mit Fragen der Theorie und Praxis des Marktwettbewerbs (Weltbewerbsökonomie) befasst. In diesem Zusammenhang wurde am Fachbereich ebenfalls mit Hilfe der Schwarz-Schütte-Förderstiftung das „Düsseldorf Institute for Competition Economics“ (DICE) eingerichtet. Gründungsdirektor ist der 2009 nach Düsseldorf berufene Volkswirtschaftler und Vorsitzende der Monopolkommission bei der deutschen Bundesregierung, Justus Haucap.

Die Studiengänge Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre sind konsequent auf den Bologna-Prozess abgestimmt worden und bieten neben den Bachelor of Science den Master of Science an. Auch der interdisziplinäre Studiengang Wirtschaftschemie wird als Bachelor- und Masterstudiengang geführt. Sämtliche Studiengänge an der Fakultät sind stark ausgelastet und in Rankings mehrfach gut bewertet worden. Für die Lehre standen 2010/2011 15 hauptamtliche Professorinnen und Professoren (W3/W2) zur Verfügung. Zum Wintersemester 2010/2011 studierten an der Fakultät 572 Studierende Betriebswirtschaft (Bachelor und Master), 71 Volkswirtschaftslehre (Einführung des Masters zum WS 2011/2012) und 227 Wirtschaftschemie im Bachelorstudiengang (Einführung des Masters zum SS 2011).

Im Spektrum der akademischen Weiterbildung wurde auf Initiative der Fakultät im Juni 2002 die „Düsseldorf Business School“ (DBS) als privatwirtschaftlich organisierte GmbH gegründet, die sich im Wesentlichen durch Studienentgelte finanziert. Die in der Orangerie von Schloss Benrath niedergelassene DBS bietet aktuell Masterstudiengänge in „General Management“ (deutsch- und englischsprachig) und – in Zusammenarbeit mit der „health care akademie“ in Düsseldorf – „Gesundheitsmanagement“ an.

Juristische Fakultät

Die Juristische Fakultät der HHU ist 1993 als bislang jüngste Fakultät der HHU gegründet worden (Vorlesungsbetrieb ab 1994). Sie verfügt mit dem in den Jahren 1996 und 2005 erbauten „Juridicum“ über einen eigenen Gebäudekomplex für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für den Lehrbetrieb und die Fachbibliothek.

Frühere Versuche zur Einrichtung einer Juristischen Fakultät in Düsseldorf waren in den 1970er Jahren unter anderem an finanziellen Problemen auf Landesebene gescheitert. Anfang der 1990er Jahre war es maßgeblich der Beharrlichkeit des damaligen Rektors Gert Kaiser zu verdanken, der die mit Stellenumwidmungen innerhalb der Universität verbundene Einrichtung der Fakultät durchsetzte. Leitender Gesichtspunkt hierbei war die Bedeutung der Landeshauptstadt Düsseldorf als Gerichtsstandort von überregionaler, teils auch internationaler Bedeutung (so im europäischen Patentrecht). Infolgedessen ist der Bedarf an ausgebildeten Juristinnen und Juristen sichtlich gestiegen. Umgekehrt bietet die Vielzahl unterschiedlicher Gerichte in Düsseldorf (zum Beispiel Oberlandesgericht, Amts- und Landgericht, Finanzgericht, Landesarbeitsgericht) sehr gute Voraussetzungen für die Ausbildung vor Ort.

Entsprechend praktiziert die Fakultät eine praxisnahe Lehre in Kooperation mit den genannten Institutionen. Neben den 15 hauptamtlichen Professorinnen und Professoren (W2/W3), einer Juniorprofessur (W1) und dem akademischen Mittelbau sind mehr als 100 Richter, Staats- und Rechtsanwälte als Lehrbeauftragte und Honorarprofessoren in der Ausbildung tätig. 2010/2011 waren 1.019 Studierende in Regelstudienzeit an der Fakultät immatrikuliert.

Die Juristische Fakultät ist in der Lehre primär mit der Gewährleistung des juristischen Studiums befasst, das mit der „Ersten juristischen Prüfung“ abschließt. Diese wird zu einem Teil vor der Fakultät selbst, ansonsten vor einem der den Oberlandesgerichten Düsseldorf, Hamm und Köln angegliederten Justizprüfungsämter abgelegt. Im Rahmen des aktuellen CHE-Rankings wird die Studiensituation an der Juristischen Fakultät von den Studierenden für überdurchschnittlich gut befunden.

Im Rahmen des Kernstudiums bietet die Fakultät einen integrierten deutsch-französischen Studienkurs in Kooperation mit der Universität Cergy-Pontoise bei Paris sowie ein Begleitstudium im anglo-amerikanischen Recht an. Darüber hinaus besteht ein reger internationaler Austausch mit ausländischen Universitäten, insbesondere mit der „Radzyner School of Law“ am privaten Interdisciplinary Center (IDC) in Herzliya (Israel), zur Suffolk University in Boston (USA) und mit der University of Hull (UK). Im Übrigen ist die Fakultät auch an fakultätsübergreifenden Studiengängen beteiligt.

In der Forschung stehen an der Fakultät insbesondere das Wirtschaftsrecht und das Europäische und Internationale Recht im Vordergrund. Diese juristischen Spezialdisziplinen sind auch als Entwicklungsbereiche ausgewiesen. Die Fakultät verfügt über Forschungszentren und -institute insbesondere in den Feldern Gewerblicher Rechtsschutz, Informationsrecht, Medizinrecht, Unternehmensrecht und Versicherungsrecht. Der Fakultät assoziiert ist das als zentrales Institut geführte Institut für Deutsches und Europäisches Parteienrecht und Parteienforschung.

Die 2007 gegründete „Düsseldorf Law School“ (DLS) ist eine selbstständige Weiterbildungseinheit der Juristischen Fakultät. Sie bündelt die Weiterbildungsexpertise der an der Juristischen Fakultät angesiedelten Forschungszentren und -institute und bietet postgraduale Masterprogramme im Gewerblichen Rechtsschutz, Informationsrecht und Medizinrecht an. Wie die „Düsseldorf Business School“ finanziert sich die DLS über Studienentgelte.

Trägerschaft und Selbstverwaltung

Die Heinrich-Heine-Universität ist eine vom Bundesland Nordrhein-Westfalen getragene Körperschaft des öffentlichen Rechts und verwaltet sich gemäß dem Hochschulfreiheitsgesetzes (HFG) vom 31. Oktober 2006 selbst.[5]

Die Studierendenschaft hat zudem die Befugnis, ihre eigenen Angelegenheiten in einer gesonderten studentischen Selbstverwaltung zu regeln. Sie ist als Verfasste Studierendenschaft formal eine rechtsfähige Gliedkörperschaft der Hochschule mit öffentlich-rechtlichem Charakter. Organe dieser Selbstverwaltung sind das Studierendenparlament, der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und die Fachschaftsräte.

Rektorat

Die Hochschulleitung wird an der HHU vom Rektorat (laut HFG § 15 „Präsidium“) ausgeübt. Die Mitglieder des Rektorats werden vom Hochschulrat gewählt und vom Senat bestätigt. Ihm gehören der Rektor, die Prorektoren und der Kanzler an:

Hochschulrat

Der Hochschulrat ist laut HFG (§ 21) als Gremium definiert, dem die Beratung des Rektorats („Präsidiums“) und die „Aufsicht über dessen Geschäftsführung“ obliegt. Hierunter fällt insbesondere die Finanzaufsicht (§ 21,3). Dem Hochschulrat werden laut Gesetz (§ 21,5) außerdem Stellungnahmen zur Hochschulentwicklung im Allgemeinen und zu strukturell relevanten Einzelentscheidungen eingeräumt (HFG § 21, 2 u. 5). Insofern kommt dem Hochschulrat eine Rolle bei der strategischen Ausrichtung der Hochschule zu. Gemäß Grundordnung der HHU (§ 5) zählt der Hochschulrat acht Mitglieder, von denen mindestens drei interne sein müssen. Im Oktober 2007 hat sich der erste Hochschulrat der HHU entsprechend aus drei internen und fünf externen Mitgliedern konstituiert. Vor Ende der laut Gesetz vorgesehenen fünfjährigen Amtszeit des Hochschulrats am 5. Dezember 2012 wird sich der neue Hochschulrat durch eine Findungskommission mit Mitgliedern aus dem amtierenden Hochschulrat, Senat und dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWF NRW) neu bilden.

Seit dem 6. Dezember 2007 gehören dem Hochschulrat folgende Personen an:

Senat

Dem Senat kommt gemäß Hochschulrecht (HFG § 22) abgesehen vom Recht der Bestätigung der gewählten Rektoratsmitglieder das Recht zu, „Empfehlungen und Stellungnahmen“ zur Hochschulentwicklung zu geben. In der Praxis haben diese Stellungnahmen für das Rektorat durchaus bindende Wirkung. Laut Grundordnung (§ 6) gehören dem Senat an der HHU als stimmberechtigte Mitglieder zwölf Vertreterinnen oder Vertreter der Gruppe der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, vier Vertreterinnen oder Vertreter der Gruppe der akademischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vier Vertreterinnen oder Vertreter der Gruppe der Studierenden sowie zwei Vertreterinnen oder Vertreter der Gruppe der weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. Amtierender Vorsitzender des Senats ist der Soziologe Michael Baurmann.

Dekane der Fakultäten

Die von den Fakultätsräten gewählten Dekane leiten die Fakultäten (Medizin: „Fachbereich“) und vertreten sie gegenüber der Hochschulleitung. Seit 2002 waren folgende Dekane im Amt:[6]

  • Medizinische Fakultät:
  • Philosophische Fakultät:
  • Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät:
    • bis 2004 Gerd Fischer,
    • 2004–2007 Peter Westhoff,
    • 2007-2011 Ulrich Rüther[9]
    • seit Okt. 2011 Christel Marian
  • Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät:
    • bis 2002 Raimund Schirmeister,
    • 2002–2004 Heinz-Dieter Smeets,
    • 2004/2005 Jörg H. Thieme,
    • 2005–2007 Christoph J. Börner,
    • 2007–2009 Guido Förster,
    • seit 2009 Bernd Günter.[10]
  • Juristische Fakultät:

Studierendenvertretung

Studierendenparlament

Das Studierendenparlament ist das oberste Beschluss fassende Organ der Studierendenschaft, also aller immatrikulierten Studenten an der Heinrich-Heine-Universität.

Die aktuelle Zusammensetzung des Studierendenparlaments nach den Wahlen vom 27. Juni bis 1. Juli 2011 (Wahlberechtigte: 16.429 Studierende, Wahlbeteiligung 10,37 %) ist wie folgt[12]:

Hochschulpolitische Gruppe Sitze 2011/2012
Fachschaftenliste 6
Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) 2
Liberale Hochschulgruppe (LHG) 1
Juso-Hochschulgruppe (Juso-HSG): Rot-Grüne Liste 4
Prinzessinnenpartei 1
campus: grün 2
SDS – Das Studierendenkollektiv 1
Gesamt 17

Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA)

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) setzt die Beschlüsse des Studierendenparlaments um und ist Ansprechpartner für viele studentische Lebensbereiche. AStA-Vorsitzende ist Yasemin Akdemir.

Campus und Klinikgelände

Typische, in den 1970er Jahren errichtete Gebäudegruppe auf dem Campus (Geb. 23.02, Teil der Psychologie)

Es wird zwischen zwei für den universitären Betrieb notwendigen räumlichen Einheiten – dem Gelände der 1907 eröffneten ehemaligen Städtischen Krankenanstalten, auf dem alle klinischen Gebäude des Universitätsklinikums Düsseldorf untergebracht sind, und dem erst 1968 teilweise in Betrieb genommenen Campus für die Vorklinik und die nicht-medizinischen Institute und Seminare der Universität – unterschieden.

Gebäudenummern über einem Versorgungsweg im Südostbereich

Alle Gebäude haben die Postanschrift Moorenstraße 5 oder Universitätsstraße 1 jeweils in 40225 Düsseldorf. Für eine genauere Lokalisierung der Standorte wird ein Schlüssel aus vier zweistelligen Zahlen, die durch Punkte voneinander getrennt sind, benötigt und verwendet. Die linke und erste Zahl bestimmt den Bereich, die zweite Zahl das Gebäude, die dritte Zahl das Obergeschoss (bzw. U1 oder U2 das Kellergeschoss) und die letzte Zahl die Raumnummer im betreffenden Stockwerk. Die Bereichsnummern beginnen im Klinikgelände mit 1 und auf dem Campus mit 2.

Zur Lage und Erschließung und über die Bereiche und Gebäude des Klinikgeländes → Abschnitt: Klinikgelände im Artikel über das Universitätsklinikum Düsseldorf.

Lage und Erschließung des Campus

Campus-Plan von HHU und UKD (Stand 2011)

Der Campus bildet ein Dreieck im südöstlichen Zipfel von Düsseldorf-Bilk und schließt sich somit südlich an das Gelände des Universitätsklinikums an. Diese Verbindung des Universitätscampus mit dem des Universitätsklinikums zu einem räumlich geschlossenen Areal von rund 130 ha ist bis heute eine Besonderheit: Universität und Krankenhaus bilden somit gewissermaßen eine „Wissenschaftsstadt“ im Südwesten Düsseldorfs.

Im Osten grenzt der Campus mit dem Botanischen Garten an den Brückerbach. An das Straßenverkehrsnetz ist der Campus über die Universitätsstraße angeschlossen. Sie zweigt im Norden von der Werstener Straße in Höhe des Südparks ab, durchquert zunächst den nördlichen Teil des Campus in Ost-West-Richtung, wendet sich dann in einer Kurve nach Süden, verläuft anschließend parallel zur Himmelgeister und Münchener Straße und begrenzt in diesem Abschnitt auch den Campus nach Westen. Ihr südlicher Endpunkt bildet eine Anschlussstelle an die als vierspurige Autostraße gebaute Münchener Straße. Des Weiteren liegt am nordwestlichen Rand die Autobahnanschlussstelle Düsseldorf-Bilk, über die der Campus mit der Innenstadt und mit der Autobahn A46 verbunden ist. Der „Unitunnel“, dessen Verlauf durch eine nicht bebaubare Freifläche zu erahnen ist, teilt die beiden Campusareale (Rektorat und Universitätsverwaltung liegen oberhalb).

Alle Campus-Parkplätze liegen unweit der Münchener Straße. An den zwei Enden der Querverbindung befinden sich die am stärksten frequentierten ÖPNV-Haltestellen: Im Osten nördlich des Botanischen Gartens liegt die Stadt- und Straßenbahn-Endhaltestelle Universität Ost/Botanischer Garten der Linien 707 und U79. Am anderen Ende auf der Universitätsstraße befindet sich die Bushaltestelle Universität Mitte der Buslinien 735, 827, 835, 836 und NE7. Weitere Bushaltestellen sind Universität Mensa, Universität West, Universität Süd und Universität Südost.

Das Rückgrat der Erschließung bilden eine in Nord-Süd-Richtung durch den gesamten Campus verlaufende Fußgängerzone, die sich nach Norden durch das Klinikgelände bis zur Pforte A fortsetzt, und eine kürzere Querverbindung ebenfalls nur für Fußgänger und Radfahrer. Beide Fußgängerzonen kreuzen sich in der Mitte des Campus an der Universitätsbibliothek und unterteilen ihn auf diese Weise in die vier zentralen Bereiche 22, 23, 25 und 26. Die Umgebung der Universitätsbibliothek bildet den eigenen Bereich 24. Weiter nördlich kreuzt die Nord-Süd-Fußgängerzone die Universitätsstraße über eine Fußgängerbrücke. In diesem Bereich mit der eigenen Nummer 21 liegt auch die Hauptmensa des Campus (eine zweite, kleinere Mensa befindet sich im Bereich 25).

Die Zuweisung einzelner Fächergruppen zu fest umrissenen Campusarealen war von Anfang an geplant, wurde aber schon in der frühesten Bauphase insofern aufgeweicht, als einzelne Institutsgebäude nicht nur der vorklinischen Medizin, sondern auch der Naturwissenschaften in die Nähe der Geisteswissenschaften verlegt wurden (Gebäudegruppe 23.01-03). Das grundsätzliche Ordnungsprinzip wurde damit jedoch nicht in Frage gestellt: Die vorklinischen Bereiche der Medizinischen Fakultät befinden sich links, die der Philosophischen Fakultät rechts der Nord-Süd-Achse, die Fachbereiche der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät im Süden bzw. Südosten. Auf der Höhe von Universitäts- und Landesbibliothek und Uniteich sind die Juristische und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät niedergelassen (Juridicum bzw. Oeconomicum).

Bereiche auf dem Campus

Bereich Lage Zentrale Einrichtungen Universität: Fakultäten/Fächer Fachhochschule: Fachbereiche
21 Campus Nord /
Mensa-Bereich
  • Mensa (21.11)
  • Studentenwerk (21.12,14)
  • Studentenwohnheime (21.13,15–17)
  • Buchgeschäft, Kiosk (21.01)
22 Campus Nordwest
23 Campus Nordost
  • Philosophische Fakultät
  • Psychologie
24 Campus Mitte
  • Juristische Fakultät (24.81,91)
  • Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät „Oeconomicum“ (24.31)
  • FB 6 / Sozial- und Kulturwissenschaft (24.21)
  • FB 7 / Wirtschaft (24.21)
25 Campus Südwest
  • AStA (25.23)
  • ZIM – Zentrum für Informations- und Medientechnologie (25.41)
  • kleine Mensa
  • Mathematik
  • Informatik
  • Physik
26 Campus Südost
  • Biologie
  • Chemie
  • Pharmazie
28 Campus-Randlage Nordost
  • Sportzentrum (28.01)
29 Campus-Randlage Südost
ohne Nr. Campus-Randlage Süd
  • Studentenwohnanlage Campus Süd

Zentrale und fakultätsübergreifende Einrichtungen

Universitäts- und Landesbibliothek

Universitäts- und Landesbibliothek (1979 errichtet)

Die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) bildet seit der Übernahme der historischen Landes- und Stadtbibliothek der Stadt Düsseldorf durch die Universität 1970 und der Zusammenlegung mit der Zentralbibliothek der ehemaligen Medizinischen Akademie den Träger des einschichtigen Bibliothekssystems der Universität. Mit der Service-Funktion für die Hochschule verbindet sich die Bedeutung der Bibliothek als eine von drei nordrhein-westfälischen Landesbibliotheken neben Bonn und Münster. Als solche ist die ULB mit der Sammlung, Archivierung, Erhaltung, sowie der Bereitstellung regionaler Literatur beauftragt. Die ULB zählt aufgrund der Reichhaltigkeit ihrer Bestände und ihres hoch entwickelten Dienstleistungsstandards deutschlandweit zu den führenden und innovativsten Bibliotheken.

Hauptartikel: Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Zentrum für Informations- und Medientechnologie

Das Zentrum für Informations- und Medientechnologie (ZIM) ist eine zentrale Betriebseinheit der Heinrich-Heine-Universität, die Dienste im Rahmen des Verbundes für Information-Kommunikation-Medien (IKM) für Forschung, Lehre, Studium und Verwaltung anbietet und zu diesen Zwecken geeignete Infrastrukturen unterhält. Das ZIM trat gemäß Beschluss des Rektorats vom 1. Februar 2007 an die Stelle des Universitätsrechenzentrums und ist ein Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für alle technischen Aspekte zur digitalen Informationsversorgung und -verarbeitung, zur digitalen Kommunikation und zum Einsatz digitaler Medien. Das ZIM gliedert sich in die Bereiche Kommunikationssysteme, Informationsverarbeitungssysteme, Multimedia- und Anwendungssysteme und die Gemeinsame Einrichtung des Zentrums für Informations- und Medientechnologie und des Universitätsklinikums (Multimediazentrum).

Botanischer Garten

Der im Süden des Campus gelegene Botanische Garten der HHU dient als wissenschaftliche Einrichtung der Forschung und Lehre und steht ganzjährig auch Besucherinnen und Besuchern offen. Im Mittelpunkt des Freigeländes steht ein 18 Meter hoher, gläserner Kuppelbau als Kalthaus für rund 400 Pflanzenarten aus Gebieten mit warmen, trockenen Sommern und regenreichen Wintern. Ergänzt wird dieses durch eine moderne Gewächshaus-Anlage als Schau-Haus für südafrikanische Pflanzen und ein Sammlungshaus, das der Pflanzenanzucht und auch der Ausbildung dient. Abgerundet wird der Gewächshauskomplex durch eine 13m hohe Orangerie, die als Ausstellungsort in den warmen Monaten und als Aufbewahrungsort für Kübelpflanzen in den Wintermonaten fungiert.

Hauptartikel: Botanischer Garten Düsseldorf

Biologisch-Medizinisches Forschungszentrum

Die Aktivitäten des 1992 eröffneten Biologisch-Medizinischen Forschungszentrums (BMFZ) des BMFZ konzentrieren sich auf den Betrieb von Serviceeinheiten im molekularbiologischen Zentrallabor, dem Protein-analytischen Zentrallabor sowie dem Zentrallabor für transgene Tiere. Es dient somit der Vernetzung der medizinischen und naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung in struktureller und in materieller Hinsicht. Die Forschungsschwerpunkte am BMFZ sind die Infektions-, Tumor- und Neurobiologie sowie die zelluläre Kommunikation.

Institut für Deutsches und Internationales Parteienrecht und Parteienforschung

Das 2001 an der HHU niedergelassene Institut für Deutsches und Europäisches Parteienrecht und Parteienforschung (PRufF) ist eine interdisziplinäre Einrichtung der Juristischen und der Philosophischen Fakultät der HHU. Es widmet sich der Grundlagenforschung im Spektrum des deutschen und internationalen Parteienwesens und leistet gegenüber der Öffentlichkeit Informations- und Aufklärungsarbeit in Fragen von aktueller politischer bzw. gesellschaftlicher Relevanz.

Hauptartikel: Institut für Deutsches und Europäisches Parteienrecht und Parteienforschung

Zentrale Universitätsverwaltung

Durch die Autonomie der Universität in Folge des nordrhein-westfälischen Hochschulfreiheitsgesetzes ist der Zentralen Universitätsverwaltung (ZUV) neben ihren Kernobliegenheiten in Verbindung mit dem Rektorat eine Vielzahl strukturell wichtiger Steuerungsaufgaben zugewachsen. Hierzu zählen insbesondere die eigenständige Finanz- und Personalverwaltung, die anstehende infrastrukturelle Modernisierung des gesamten Campus und die administrative Begleitung des Bologna-Prozesses.

Die ZUV umfasst aktuell fünf Dezernate (1 Studentische Angelegenheiten, 2 Hochschulmanagement, 3 Personal und Organisation, 5 Finanzen, 6 Gebäudemanagement). Leiter der Verwaltung ist der Kanzler. Zusätzlich existieren die Stabsstellen Justitiariat, Arbeits- und Umweltschutz und (Abteilung) Kommunikation. Im akademischen Jahr 2010/2011 zählte sie 325 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Planstellen).

Forschung

Entwicklungsplanung

Bedingt durch die Vielfalt der Fakultäten und die Individualität der dort wirkenden Forscherinnen und Forscher weist auch die HHU ein für mittlere und größere Universitäten charakteristischerweise sehr breites Forschungsspektrum auf. In der Gesamtschau der bisherigen Forschungsergebnisse und künftigen -ziele stellt der aktuelle Hochschulentwicklungsplan der Universität das Profil der HHU gleichwohl unter ein verbindendes Motto: Die Wendung „Life • Nature • Society“ reflektiert die teilweise langjährigen Forschungserträge der Universität in den Lebens-, Natur- und in den Geisteswissenschaften und soll auch die Devise für die Entwicklung der Universität in den kommenden Jahren sein.

Ein Indikator für die Forschungsstärke ist das Förderranking der „Deutschen Forschungsgemeinschaft“ (DFG): Dieses weist der HHU nach Ausweis der letzten Erhebung über den Zeitraum von 2005 bis 2007 den 32. Platz im Verhältnis zum absoluten DFG-Bewilligungsvolumen ein. Dieser gemessen an der mittleren Größe der HHU und ihrem Fächerspektrum zu bewertende Rang innerhalb der 92 deutschen Universitäten soll bis 2015 durch strategische Maßnahmen auf der Grundlage des Hochschulentwicklungsplans verbessert werden. Dazu wurden in einem intensiven Prozess der Selbstanalyse und punktuell auch der externen Evaluation an den Fakultäten spezifische Profil-, Förder- und Entwicklungsbereiche ausgewiesen, die durch zentrale und dezentrale Maßnahmen planvoll entwickelt werden sollen.

Von großer Bedeutung im Lichte der Forschungsentwicklung ist auch die Beteiligung der HHU an der zweiten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Die Universität ist hier mit Vollanträgen jeweils eines Exzellenzclusters in den Pflanzenwissenschaften sowie einer Graduiertenschule in der Hirnforschung und in den translationalen Neurowissenschaften in die Endausscheidung gegangen, deren Ergebnisse im Juni 2012 bekannt gegeben werden.

Aktuell geförderte Projekte

DFG Sonderforschungsbereiche

  • Sonderforschungsbereich 575[13]
    • Experimentelle Hepatologie
    • Laufzeit: 2001–2011
  • Sonderforschungsbereich 590[14]
    • Inhärente und adaptive Differenzierungsprozesse
    • Laufzeit: seit 2001
  • Sonderforschungsbereich 612[15]
    • Molekulare Analyse kardiovaskulärer Funktionen und Funktionsstörungen
    • Ort: Düsseldorf
    • Laufzeit: seit 2002
  • Sonderforschungsbereich 663[16]
    • Molekulare Antwort nach elektronischer Anregung
    • Ort: Düsseldorf
    • Laufzeit: seit 2005
  • Sonderforschungsbereich 728[17]
    • Umweltinduzierte Alterungsprozesse
    • Ort: Düsseldorf
    • Laufzeit: seit 2007

DFG Transregios

  • Transregio 1[18]
    • Endosymbiose: Vom Prokaryoten zum eukaryotischen Organell
    • Ort: München, Düsseldorf, Marburg
    • Laufzeit: seit 2000
  • Transregio 6[19]
    • Physik von kolloidalen Dispersionen in äußeren Feldern
    • Ort: Düsseldorf, Jülich, Konstanz, Mainz, Utrecht
    • Laufzeit: seit 2002
  • Transregio 12[20]
    • Symmetrien und Universalität in Mesoskopischen Systemen
    • Ort: Köln, Bochum, Duisburg, Düsseldorf, Essen, München, Warszawa
    • Laufzeit: seit 2003
  • Transregio 18[21]
    • Relativistische Laser-Plasma-Dynamik
    • Ort: Düsseldorf, Berlin, Garching, Jena, München
    • Laufzeit: seit 2004

Studiengebühren und Semesterbeitrag

Studentenwohnanlage im Bereich des Campus-Süd (eingerichtet 1992)

Die HHU Düsseldorf erhob seit dem Sommersemester 2007 allgemeine Studiengebühren in Höhe von 500 € pro Semester. Beurlaubte Studenten, Promotionsstudenten, Medizinstudenten, die ihr Praktisches Jahr nach der Approbationsordnung für Ärzte ableisten, und Studierende der Fächer Medizin oder Zahnmedizin im Zweitstudium innerhalb der Regelstudienzeit mit dem Berufsziel Kieferchirurgie waren davon ausgenommen. Es gab Befreiungstatbestände für behinderte Studenten, Eltern und Mitglieder von Gremien.

Infolge der Abschaffung der Studienbeiträge durch den nordrhein-westfälischen Landtag im Februar 2011 sind ab dem WS 2011/2012 keine Studiengebühren an der HHU zu entrichten. Die somit entfallenden Mittel werden auf Grundlage des „Gesetzes zur Verbesserung der Qualität in Lehre und Studium an nordrhein-westfälischen Hochschulen“ vom 1. März 2011 (Studiumsqualitätsgesetz) durch so genannte „Qualitätsverbesserungsmittel“ kompensiert.

Für das Sommersemester 2011 wird ein Semesterbeitrag in Höhe von 232,90 € (Wintersemester 2010/2011: 216,92 €) erhoben. Dieser teilt sich auf das Semesterticket (NRW-Ticket), den Sozialbeitrag fürs Studentenwerk und den Sozialbeitrag für AStA und Studierendenschaft auf.

Internationalität von Studium und Forschung

Der Anteil ausländischer Studierender an der Heinrich-Heine-Universität ist mit 15 % vergleichsweise hoch. Zu einem Drittel handelt es sich um Bildungsinländer mit größtenteils türkischer Staatsangehörigkeit. Die wichtigsten Herkunftsländer der Bildungsausländer sind Polen, Russland, Bulgarien, China, Marokko, Georgien und die Ukraine. Die Tutoren des „International Student Orientation Service“ unterstützen ausländische Studierende und Studieninteressierte bei der Organisation ihres Studienstarts. Die HHU ist dem Kodex für das Ausländerstudium der Hochschulrektorenkonferenz verpflichtet und Mitglied im GATE-Konsortium zum internationalen Marketing deutscher Hochschulen.

Als Mitglied der von Saarbrücken aus administrierten Deutsch-Französischen Hochschule verfügt die HHU über mehrere deutsch-französische Studienangebote in den Rechts-, Medien- und Kulturwissenschaften. Englischsprachige Lehrangebote finden sich insbesondere in den Sozialwissenschaften (z.B. im Masterstudiengang „European Studies“) sowie in den Graduiertenkollegs der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. An der HHU können bi- und trinationale Promotionsprogramme („Doctor europaeus“) absolviert werden. Der Anteil ausländischer Doktoranden ist gerade in den strukturierten Promotionsangeboten der Universität hoch.

Die Auslandsmobilität der deutschen Studierenden der HHU hat in den letzten Jahren zugenommen. 2009 waren etwa 25 % der B.A.-Studierenden mehr als 21 Wochen im Ausland. Der HHU ist es ein besonderes Anliegen, dass im Ausland erbrachte Studienleistungen anerkannt werden, damit Auslandsaufenthalte noch attraktiver werden. 2010 waren 270 Promovierende an der HHU eingeschrieben, die meisten aus Indien, China und Russland.

Die Schwerpunktregionen im Rahmen der Internationalisierung der HHU sind Europa, USA, Japan und der Nahe Osten. 1973 unterzeichnete die HHU ein erstes Partnerschaftsabkommen mit der Université de Nantes, mit der bis heute ein reger Personenaustausch besteht. 2011 hat die HHU 11 Partnerschaften auf gesamtuniversitärer Ebene, vor allem mit Universitäten in Europa, den USA und Japan. Dazu kommen über 70 Forschungs- und Lehrkooperationen mit internationalen Partneruniversitäten auf Fakultäts- und Institutsebene sowie ca. 100 Erasmus-Partnerschaften.

Die HHU war im 6. EU-Forschungsrahmenprogramm an 35 Projekten beteiligt und rechnet bis 2015 mit einem jährlichen Fördervolumen von etwa 4 Mio. Euro. Sie war erfolgreich im Wettbewerb „EU-Projektmanagementstrukturen für Hochschulen in Nordrhein-Westfalen“ und hat 2010 das „European Project Office Düsseldorf“ aufgebaut.

Die HHU ist im Auftrag der Landesregierung Projektträger eines landesweiten Kurzzeitstipendienprogramms für Studierende aus Israel, Palästina und Jordanien. Sie verwaltet ein vom Land NRW finanziertes Fellowship-Programm für Lehraufenthalte deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Nahost. Der 2009 eingerichtete Master-Studiengang „European Studies“ richtet sich vor allem an Studierende aus Nahost und erfreut sich reger Nachfrage.

Gleichstellung und Familienförderung

Die Gleichstellung von Frauen und Männern hinsichtlich ihrer Arbeitsbedingungen und beruflichen Chancen ist, verbunden mit der Optimierung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, eines der Kernziele der Universität, das auch im Hochschulentwicklungsplan festgehalten wird.

Die Gleichstellungsbeauftragte an der Universität wird – zusammen mit ihren Stellvertreterinnen in den Fakultäten – für jeweils vier Jahre gewählt. Sie vertritt nach § 24 des Hochschulfreiheitsgesetzes die Belange der Frauen, die Mitglieder der Hochschule sind, und sie wirkt auf die Einbeziehung frauenrelevanter Aspekte bei der Erfüllung der Aufgaben der Hochschule hin. Hierzu kann sie an den Sitzungen des Senats und des Rektorats, der Fachbereichsräte, der Berufungskommissionen und anderer Gremien mit Antrags- und Rederecht teilnehmen.

Die Gleichstellungsbeauftragte hat verschiedene Maßnahmen und Programme initiiert wie das nach der Düsseldorfer Pädiaterin Selma Meyer benannte SelmaMeyerMentoring-Programm, Qualifizierungsmaßnahmen für Wissenschaftlerinnen, Coaching für Professorinnen. 2009 wurde zudem das COMEBACK-Programm für den Wiedereinstieg in die akademische Laufbahn nach einer Familienphase eingeführt.

Das FamilienBeratungsBüro (FBB) wurde 2006 eröffnet. Es dient als Beratungs- und Vermittlungsstelle für Beschäftigte der Hochschule, die Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren möchten. Das FBB vermittelt Betreuungspersonen in Kinderbetreuungsnotfällen, organisiert Ferienfreizeiten und fördert zudem beschäftigte Väter durch Vater-Kind-Aktionen. In den Jahren 2007 und 2010 wurde die HHU mit dem Total-E-Quality-Prädikat ausgezeichnet. Daneben wurde die HHU im Jahr 2008 als „audit familiengerechte hochschule“ zertifiziert. Die Re-Auditierung konnte 2011 erfolgreich umgesetzt werden.

Studentinnen bilden mit fast 60 % die Mehrheit der Studierendenschaft an der HHU, wobei die Frauenquote zwischen den einzelnen Fakultäten sowie zwischen den Fachbereichen charakteristischerweise schwankt. Ziel der HHU ist es, die Anzahl der Frauen im wissenschaftlichen Bereich sowie allgemein in leitenden Personen zu erhöhen. Im Studienjahr 2010 lag der Anteil der Promovendinnen (abgeschlossene Promotionen) bei 52,8 % (209 von 396), die der Habilitationen bei 16 % (4 von 21). 14,4 % der hauptamtlichen Professuren (39 von 231) hatten Frauen inne.

Hochschulkultur und Öffentlichkeitsarbeit

Organisationen, Institutionen und Arbeitsgruppen

Folgende studentische Verbände und Verbindungen, Studierenden- und Hochschulgruppen von NGOs, Initiativen und Arbeitsgruppen sind an der HHUD aktiv:

Veranstaltungen

Die HHU präsentiert sich der universitätsinternen wie der erweiterten Öffentlichkeit in Stadt und Region Düsseldorf durch eine große Bandbreite von informativen, fachbezogenen sowie kulturellen und im weitesten Sinne repräsentativen Veranstaltungen.

Den Auftakt im Kalenderjahr bildet stets das Neujahrskonzert des Universitätsorchesters, das mit einer Rede des Rektors und einem anschließenden großen Empfang verbunden ist. Weithin Bekanntheit erlangt hat die „Heinrich-Heine-Gastprofessur“, die das Land Nordrhein-Westfalen der Universität 1989 anlässlich ihrer Benennung nach Heinrich Heine stiftete. Hierdurch kann die Universität prominente Persönlichkeiten einladen, die in meist dreiteiligen Vorlesungsreihen über aktuelle Themen der Zeit sowie über kulturelle bzw. literarische Themen sprechen. Inhaberinnen und Inhaber der Gastprofessur waren bislang Marcel Reich-Ranicki (WS 1991/1992 SS 1992), Wolf Biermann (SS 1994 WS 1994/1995), Richard von Weizsäcker (SS 1996), Helmut Schmidt (WS 1997/1998), Avi Primor (SS 1998), Antje Vollmer (SS 2000), Siegfried Lenz (WS 2002/2003 WS 2003/2004), Robert Gernhardt (WS 2005/2006), Emine Özdamar (Nov. 2006), Juli Zeh (Dez. 2006), Durs Grünbein (WS 2007/2008) und zuletzt Joschka Fischer (SS 2010).

Neu eingeführt wurden im Jahr 2010 die „Düsseldorfer Universitätsreden“. Zu den Referenten zählten bisher Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher (Oktober 2010) und der Tübinger Theologe Hans Küng (Mai 2011). 2011 wurde durch Förderung der in Düsseldorf ansässigen Dr. Jost-Henkel-Stiftung die „Heinrich-Heine-Wirtschaftsprofessur“ eingerichtet, die jährlich vergeben werden soll. Den ersten von zwei Vorträgen hält im Oktober 2011 der Volkswirt Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner ifo Instituts für Wirtschaftsforschung.

Schloss Mickeln (Vorderansicht)

Für repräsentative Anlässe im kleineren Rahmen steht der HHU Schloss Mickeln im nahe gelegenen Stadtteil Himmelgeist zur Verfügung. Hier finden beispielsweise seit 2009 die „Schlossgespräche“ in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Düsseldorf über wirtschaftspolitisch relevante Themen statt. Die ehemalige, 1843 im klassizistischen Stil erbaute Sommerresidenz der Herzöge von Arenberg ist der Universität 1998 vom Eigentümerkonsortium der Arenbergischen Gesellschaften langfristig in Erbpacht überlassen worden. Das denkmalgeschützte Haus mit dem ihm umgebenden Park wurde mit Mitteln unter anderem der „Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität e.V.“ in Stand gesetzt und im Juni 2000 eröffnet. Neben seiner Nutzung als viel frequentierter Veranstaltungsort dient „Mickeln“ auch als Gästehaus der Universität.

Ein weiteres Schwergewicht im Veranstaltungsprogramm der HHU liegt in informativen und allgemeinbildenden Anlässen. Einen besonders breiten Überblick über die Aktivitäten auf dem Universitätscampus bietet der „Tag der Universität“, auf dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fakultäten aktuelle Forschungsthemen vorstellen und zu Mitmachaktionen einladen. Bei der „Kinderuniversität“ werden Forschungsthemen einem jungen Publikum in schülergerechter Aufarbeitung näher gebracht. Die Federführung wechselt semesterweise von Fakultät zu Fakultät. Zur Information von Schülerinnen und Schülern, die vor der Wahl eines Studienfachs und -ortes stehen, dient der jährlich stattfindende „Info-Tag: Studieren in Düsseldorf“, auf dem alle grundständigen Studiengänge an der HHU im Rahmen einer Vortrags- und Messeveranstaltung vorgestellt werden. Dieser Info-Tag sowie die „Campusmesse: Firmenkontakt- und Recruitingtag“ werden in Kooperation mit der Fachhochschule Düsseldorf und der IHK Düsseldorf durchgeführt. Auf der „Campusmesse“ präsentieren sich potentielle Arbeitgeber den Düsseldorfer Studierenden.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Veranstaltungen, die sich vornehmlich an das universitäre Publikum richten. Die Vorlesungszeit des Wintersemesters beginnt mit der „Erstsemesterbegrüßung“ im größten Hörsaal der Universität. Die Fakultäten, verschiedenen Einrichtungen wie auch die studentischen Initiativen präsentieren sich bei dieser Gelegenheit den neuen Düsseldorfer Studierenden. Es folgt gegen Mitte Oktober die „Eröffnung des Akademischen Jahres“, in deren Rahmen die neu berufenen Professorinnen und Professoren begrüßt und vorgestellt werden. Am „Tag der Lehre“ schließlich stehen aktuelle neue Lehrkonzepte auf dem Programm. Bei dieser jeweils im Wintersemester stattfindenden Veranstaltung werden unter anderem auch jene Dozenten geehrt und mit hoch dotierten mit „Lehrpreisen“ honoriert, deren Lehrmethoden von den Düsseldorfer Studierenden als besonders vorbildlich beurteilt werden.

Unter den studentischen Initiativen hat der Hochschulsport einen besonders großen Anteil an der Campus-Kultur. Eine Besonderheit ist dabei, dass der Hochschulsport von einem gemeinsamen Sportreferat der ASten der vier Düsseldorfer Hochschulen organisiert wird. Die Zahl der Sportarten, Workshops, Sportreisen etc. reicht inzwischen an die 100 heran. Alljährlicher Höhepunkt des Hochschulsports seit mehr als 30 Jahren ist der „Sport Dies“ [27] der Düsseldorfer Hochschulen. Traditioneller Termin ist der erste Mittwoch im Juni. An jedem Dienstag in der Vorlesungszeit veranstaltet das Kulturreferat des AStAs „Local Heroes“, wo lokalen Bands die Möglichkeit für einen Auftritt gegeben wird. Aber auch Jam-Sessions und Filmveranstaltungen finden in diesem Rahmen statt. Alljährlich im November findet über drei Tage das Filmfest statt, ein Kurzfilmwettbewerb für junge Talente aus der Region, in dessen Rahmen Jury- und ein Publikumspreise verliehen werden.[28]

Ehrentitel

Persönlichkeiten, die sich um die Universität im Ganzen in außerordentlichem Maße verdient gemacht haben, können auf Vorschlag des Rektorats oder der Fakultäten und unter Zustimmung des Senats zu „Ehrensenatoren“ bzw. „Ehrensenatorinnen“ ernannt werden. Darüber hinaus liegt es im Ermessen der Fakultäten, Persönlichkeiten den Titel eines Ehrendoktors zu verleihen. Prominente Inhaber der Ehrendoktorwürde an der Universität waren etwa Johannes Rau (1985) und Paul Spiegel (1985 bzw. 2004 durch die Philosophische Fakultät).

Aktuell sind Ehrensenatoren der Universität (in chronologischer Reihenfolge ihrer Ernennung):

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Heinrich-Heine-Universität – Studierendenstatistiken Wintersemester 2010/2011 (Stand: 18. Februar 2011) – Studierende als Personen. Abgerufen am 18. Februar 2011.
  2. Hugo Weidenhaupt: Kleine Geschichte der Stadt Düsseldorf, Triltsch, Düsseldorf, 9. Aufl. 1983, S. 210.
  3. Heinrich-Heine-Universität – Chronik der Universität. Abgerufen am 14. August 2009.
  4. Gesetzbulletins des Großherzogtums Berg Nr. 16, 1811 (S. 282 ff.) und Nr. 26, 1811 (S. 804 ff.). Wiedergegeben in: Wolfgang D. Sauer: Düsseldorf unter französischer Herrschaft 1806–1815. In: Dokumentation zur Geschichte der Stadt Düsseldorf (Pädagogisches Institut der Landeshauptstadt Düsseldorf), Oktober 1988, Band 11, S. 47 und 138
  5. Hochschulfreiheitsgesetz (HFG) vom 31. Oktober 2006. Abgerufen am 2. September 2009.
  6. Jahrbücher der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Abgerufen am 2. September 2009.
  7. Willkommen im Dekanat der Medizinischen Fakultät. Abgerufen am 2. September 2009.
  8. Philosophische Fakultät der HHUD: Geschäftsführung. Abgerufen am 2. September 2009.
  9. Heinrich-Heine-Universität – Mathematisch-Naturwissenschaftliche-Fakultät – Geschäftsführung. Abgerufen am 2. September 2009.
  10. Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät. Abgerufen am 12. November 2009.
  11. Dekanat der Juristischen Fakultät der HHU Düsseldorf. Abgerufen am 2. September 2009.
  12. Amtliches Ergebnis der SP-Wahlen 2011. Abgerufen am 6. Oktober 2011.
  13. Sonderforschungsbereich 575
  14. Sonderforschungsbereich 590
  15. Sonderforschungsbereich 612
  16. Sonderforschungsbereich 663
  17. Sonderforschungsbereich 728
  18. Transregio 1
  19. Transregio 6
  20. Transregio 12
  21. Transregio 18
  22. Debattierclub an der Heinrich-Heine-Universität
  23. Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Düsseldorf
  24. Katholische Hochschulgemeinde Düsseldorf
  25. MUNS Düsseldorf
  26. Oase-Magazin
  27. Seite des Hochschulsports
  28. Filmfest der Universität Düsseldorf

Weiterführende Informationen

Siehe auch

 Commons: Heinrich-Heine-Universität – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks

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