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Teide

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Pico del Teide
Teide qtl1.jpg
Höhe 3.718 m
Lage Teneriffa, Spanien
Gebirge Cañadas del Teide
Dominanz 895 km → Ouanoukrim
Schartenhöhe 3.718 mfd2fd3
Geographische Lage 28° 16′ 24″ N, 16° 38′ 32″ W28.273333333333-16.6422222222223718Koordinaten: 28° 16′ 24″ N, 16° 38′ 32″ W
Teide (Erde)
Teide
Typ Schichtvulkan
Alter des Gesteins Jungpleistozän bis Holozän
Letzte Eruption 1909
Erstbesteigung 1582, Sir Edmund Scory
Besonderheiten höchster Berg der Kanaren und Spaniens

Der Pico del Teide [ˈpiko ðel ˈtejðe], manchmal auch Teyde, ist mit 3718 Metern die höchste Erhebung auf der Kanarischen Insel Teneriffa und der höchste Berg auf spanischem Staatsgebiet. Der Teide ist der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Er gehört zum Gemeindegebiet von La Orotava. 18.990 Hektar der Bergregion sind als Nationalpark ausgewiesen. Von 1996 bis 2010 schwankte die Besucherzahl zwischen 2,4 und 3,8 Millionen jährlich.[1] 2007 wurde das Gebiet des Parks von der UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen.[2]

Name

Sein Name „El Teide“ ist die hispanisierte Form des Guanchen-Begriffes „Echeyde“. Er bezeichnet die Wohnung des bösen Dämonen Guayota, welcher der Legende nach den Sonnengott Magec eingefangen hatte und im Echeyde gefangen hielt. Die Dunkelheit erschreckte die Guanchen zutiefst, und sie baten ihren obersten Gott Achamán um Hilfe. Dieser verjagte Guayota, befreite den Sonnengott Magec und verschloss die obere Öffnung des Echeyde mit einem Stopfen, dem sogenannten „Pan de Azúcar“ (Zuckerbrot) oder „Pilón“ (Zuckerhut).

Geologie

Der Pico del Teide ist ein Schichtvulkan. Seine Hänge sind kaum bewachsen. Er erhebt sich aus einer riesigen Caldera mit 17 Kilometer Durchmesser namens Las Cañadas. Nach früheren Vorstellungen entstand sie vor 170.000 Jahren aus einem älteren Vulkan, dessen entleerte Magmakammer in sich zusammenbrach. Heute nimmt man jedoch an, dass der südliche Rand der „Caldera“ das „Amphitheater“ einer Trümmerlawine ist, die nach Norden ins Meer rutschte. Die Geologen vermuten, dass das unterseeische Plateau im Norden Teneriffas das Material dieses gigantischen Abrutsches ist.[3]

Der Teide selbst ist nicht in einem Schritt entstanden. Der Komplex Teide-Pico Viejo ist ein Schichtvulkan, der sich durch die Anhäufung von Material aufeinander folgender Eruptionen bildete. Der 200 Meter hohe Teidegipfel El Pitón entstand ebenfalls aus einem älteren Krater.

Der letzte Ausbruch am Teide-Massiv fand am 18. November 1909 am Chinyero, einem Schlackenkegel 10 km nordwestlich des Gipfels statt. Der letzte Ausbruch innerhalb der Caldera ereignete sich im Jahre 1798 an den Narices del Teide, die an der Flanke des westlichen Nachbarvulkans Pico Viejo (3.134 m) liegen.

Nationalpark und Tourismus

Blick vom Montana Blanca auf die Fortaleza
Roque Cinchado und Teide.

Im Jahre 1954 wurden der Teide und die ihn umschließende Caldera als Nationalpark ausgewiesen. 2007 wurde das Gebiet des Parks von der UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen.

Seit Ende der 1990er Jahre wird die Einhaltung des Naturschutzes verschärft durch die permanente Anwesenheit von Wildhütern kontrolliert. Wandern abseits der vorgegebenen Wege wird nicht geduldet. Man kann den Teide über einen gut beschilderten Weg besteigen. Auf 3260 Metern Höhe befindet sich eine Schutzhütte der Gemeindeverwaltung mit dem Namen Refugio de Altavista. Das historische Gebäude wurde saniert und hält eine Übernachtungsmöglichkeit bereit. Alternativ führt eine Seilbahn, die Teleférico del Teide, bis ca. 150 Höhenmeter unterhalb des Gipfels. Von der Bergstation aus verzweigt sich ein Netz von Wanderwegen.

Für die Besteigung des Gipfels ist eine Genehmigung erforderlich, die man im Internet[4] oder im Büro der Nationalparkverwaltung in Santa Cruz de Tenerife erhält. Die Erlaubnis mit einem Zeitfenster von zwei Stunden wird kostenlos erteilt, falls die Bedingungen auf dem Gipfel eine Besteigung erlauben und das Kontingent für den entsprechenden Zeitraum noch nicht erschöpft ist. Eine frühzeitige Reservierung ist ratsam.

Keine Genehmigung benötigt, wer im Refugio de Altavista übernachtet (Anmeldung erforderlich) und den Gipfel vor neun Uhr besteigt.[5] Besonders eindrucksvoll ist es, wenn man sich bei Sonnenaufgang bereits auf dem Gipfel befindet. In der Woche nach Vollmond ist der Aufstieg vom Refugio zu dieser Zeit auch ohne Stirnlampe möglich.

Rund 13 Kilometer nordöstlich vom Gipfel, befindet sich auf 2390 Metern Höhe das Observatorio del Teide des Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC) mit seiner ESA Optical Ground Station (Lage28.301247222222-16.510369444444). Sie dient einerseits der Satellitenbeobachtung sowie andererseits der Erprobung von optischen Kommunikationstechnologien für Raumfahrtanwendungen (s. Laser Communication Terminal).

Rund 3,5 Kilometer südlich der Talstation der Teide-Seilbahn auf der Landstraße TF-21 befinden sich die Roques de García, ein Ensemble vielfarbiger Felsnadeln. Der markanteste Felsen heißt Roque Chinchado („Steinerner Baum“). Die Felsformationen sind vermutlich Reste des ursprünglichen Vulkans.

Panoramablick vom Guajara über Las Cañadas, den Teide bis nach Izana

Trivia

Ucanca-Ebene

Mike Oldfield komponierte ein vierminütiges, instrumentales Musikstück, das nach dem Namen des Berges "Mount Teide" benannt wurde und 1982 auf seinem siebten Studioalbum "Five Miles Out" erschien.

Weblinks

Fotos und Videos

 Commons: Teide – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Wissenschaftliche Beiträge zur Geologie

Andere

  • Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO (englisch)

Einzelnachweise

Bergstation der Teide-Seilbahn mit Teide-Gipfel
  1. Spanisches Umweltministerium: Evolución del número de visitantes (1996-2010)
  2. http://whc.unesco.org/en/list/1258
  3. D.G. Masson, A.B. Watts, M.J.R. Gee, R. Urgeles, N.C. Mitchell, T. P. Le Bas und M. Canal: Slope failures on the flanks of the western Canary Islands. In: Earth Science Reviews. 57, Amsterdam 2002, S. 1-35 ISSN 0012-8252 doi:10.1016/S0012-8252(01)00069-1
  4. Bewilligung für die Gipfelbesteigung des Teides. Antragsseite
  5. Quelle: Auskunft der Tourismus-Information in Puerto de la Cruz im Oktober 2010.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Teide aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.