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Tefillin

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Junger Mann mit Tefillin bei der Klagemauer in Jerusalem

Tefillin (תפילין təfilin, singular hebr. תפילה təfila „Gebet“) sind die Gebetsriemen im Judentum (griechisch: Phylakterien) (vgl. Ex. 13,9; Dtn. 6,8; Matth. 23,5).

Sie werden von männlichen Personen über 13 Jahren am linken Arm, dem Herzen gegenüber, und an der Stirn beim Morgengebet der Wochentage getragen, mit je einem auf den schwarzen Riemen befestigten Kästchen, in dem sich 4 Toraabschnitte, auf Pergament geschrieben, befinden.

Sofort, nachdem man sich in den Tallit gehüllt hat, legt man die Tefillin an, und sie bleiben an ihrem Platz, bis das Gebet beendet ist (jeden Tag, ausser an Schabat und an Feiertagen; mit Feiertagen sind die fünf in der Tora namentlich angeführten Feiertage gemeint: das Neujahrsfest, der Versöhnungstag, das Laubhüttenfest, das Passafest, das Wochenfest).

Zum Neumond muss man die Tefillin ebenfalls anlegen, allerdings müssen sie vor dem Mussafgebet, das nur am Schabat und an Feiertagen gesprochen wird, wieder abgenommen werden. Die Tefillin legt ein Jude ab dem 13. Lebensjahr morgens an, und zwar für das Morgengebet, obwohl dieses Gebot den ganzen Tag über gültig ist.

Sehr fromme Juden achten streng darauf, die Tefillin zu allen Tagesstunden anzulegen, und damit wird ihnen gleichzeitig ein geheiligter Lebensstil abverlangt, der sich mit den Tefillin an Stirn und Armen in Übereinstimmung befindet.

Ursprung des Gebotes, die Tefillin anzulegen (wichtigste Stellen): 2. Mose 13,9; 13,16. Die Tefillin bestehen aus vier Texten (Stellen aus 2. Mose und 5. Mose), die auf ein Stück Pergament geschrieben und in eine Hülle aus der Haut eines reinen Tieres (wenn möglich eines Ochsen) gelegt werden (Bayit).

Die Tefillin für den Arm bestehen aus einem Bayit, und alle vier Zitate stehen auf einem Stück Pergament, das in das Gehäuse geschoben wird. Die Tefillin für die Stirn bestehen dagegen aus vier einzelnen Zellen, und jede Zelle enthält ein kleines Pergament mit jeweils einem der vier Zitate.

Nach Aussage des Talmud bedeutet das Wort Totafot, mit dem die Kopftefillin bezeichnet werden, vier; und aus diesem Grund müssen diese Tefillin in vier einzelne Texte aufgeteilt werden. Die Reihenfolge, in der die Tefillin angelegt werden, folgt der Entscheidung des Raschi: sie beginnt links und endet rechts (anders ganz strenge Juden: gemäss "Rabbenu Tam").

Die Tefillin werden zuerst um den Arm gebunden, dann folgen die Kopftefillin. Die Handtefillin werden um den linken Arm geschlungen, d. h. um den schwächeren Arm (Linkshänder um den rechten Arm; Sonderfälle).

Die Kopftefillin werden so angelegt, dass das Gehäuse oben an der Stirn direkt in der Mitte des Haaransatzes und direkt "zwischen den Augen" liegt. Es ist falsch, die Tefillin mitten auf der Stirn oder an der Seite des Kopfes anzulegen.

Vor dem Anlegen der Tefillin sollte man sich gründlich säubern. Beim Anlegen sollte man schweigen, und solange man die Tefillin angelegt hat, sollte man noch sorgfältiger auf das achten, was man sagt, als wenn man ohne sie ist.

Beim Anlegen der Tefillin muss man darauf achten, dass sie mit dem Ärmel bedeckt sind ("das sei dir ein Zeichen"). Die Stirntefillin hingegen sollen allen sichtbar sein. Die Tefillin werden im Stehen angelegt (die Sefardim dagegen im Sitzen; auch wenn sie sie wieder abnehmen).

Es existieren viele Vorschriften für die Form der Tefillin. Man muss gut darauf achtgeben, dass die Tefillin nicht auf die Erde fallen; denn wenn das geschieht, muss der Betreffende den ganzen Tag über fasten (oder das Fasten durch Zedaka / Almosenspenden wettmachen).

Warum keine Tefillin an Schabat und Feiertag? Tefillin sind ein Zeichen des Juden. Schabat und Feiertag stellen an sich schon ein Zeichen dar. Durch Beachtung des Schabat kommt ein Zeichen von genügender Kraft zum Ausdruck. Auch nachts werden keine Tefillin angelegt.

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