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Tannaim

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Als Tannaim (Tannaiten, aramäisch: Tanna = Lehrer; aram. tanna von hebr. schana, wiederholen, lehren, lernen) [1] werden die Meister/Rabbinen der später als autoritativ betrachteten, mündlich durch ständige Wiederholung weitergegebenen jüdischen Lehre bezeichnet, die Gesetzeslehrer, deren Lehren den Inhalt der Mischna bilden, die Lehrer der mischnaischen Zeit.

DezisorDezisorGeonimSaboräerAmoraimZugot

Anzahl, Periodisierungen und Bedeutung

Ihre Anzahl beläuft sich auf über 250, sie lebten fast durchweg in Palästina, beginnend mit den Schulen Hillels und Schammais,[1] endend mit Juda ha-Nassi.

Ihr Schrifttum: Mischna, Tossefta, Baraita (tannaitische Fragmente im Talmud), halachische Midraschim.

Die Zeitperiode der Tannaim im engeren Sinn wird von ca. 10 bis 220 bzw. 70 bis 240 angesetzt. Es gibt verschiedene Datierungsansätze, Übergangsphasen und Zuordnungsprobleme. Ähnlich wie bei den Amoräern wird in verschiedene Generationen unterteilt. Von der Forschung wird eine unterschiedliche Anzahl von meist zwischen drei und sechs Generationen mit divergierenden Jahresangaben zur Abgrenzung konstatiert. So unterscheidet der deutsche Philologe Karl Bertau drei Generationen von Tannaim. Zur ersten zählt er Rabbi Gamaliel II., Rabbi Akiba, Eleasar ben Asarja, Jehoschua ben Chananja und Jehuda ha-Nasi, zur zweiten Jischmael und Eliezer ben Hyrkanos, und zur dritten Generation Schimon bar Jochai.[2] Der österreichische Judaist Günter Stemberger unterteilt dagegen in vier Generationen von Tannaiten.[3] Die Jewish Encyclopedia unterteilt in sechs Generationen nach den Jahresgrenzen 10 bis 80, 80 bis 120, 120 bis 140, 140 bis 165, 165 bis 200 und 200 bis 220.[4]

Auf die Tannaiten folgte die Periode der diese Lehren kommentierenden Amoräer (bis um 500), dann die den babylonischen Talmud bearbeitenden Saboräer (bis zum 7. Jahrhundert) und schließlich die Periode der Geonim (bis zum 11. Jahrhundert).

Den Tannaiten voraus ging die Periode der so genannten Soferim (beginnend mit Esra).

Die Bedeutung der Tannaiten liegt in der Sammlung und Ordnung der mündlichen Tradition in halachische Kodizes (Mischna, Tossefta) und halachische Tora-Exegese (halachische Midraschim) zu einer Zeit, in der die Traditionskette durch die Verfolgung und den Tod der Lehrer und die Zerstörung der Gelehrtenschulen abzubrechen drohte (Jüdischer Krieg, Bar-Kochba-Aufstand).

Ausgewählte Tannaiten

Tannaiten der ersten Generation bzw. "frühe Tannaiten"

Rabbi Akiba - Ben Bag Bag - Chananja ben Aqaschja - Chananja ben Chizkijja ben Garon (Gorion) - Chanina - Chanina ben Dosa - Gamaliel I. - Hillel der Ältere - Jischmael ben Elischa ha-Kohen Gadol - Jochanan ben Sakkai - Nachum aus Gimso - Nachum der Meder - Nechonja ben ha-Qana - Schammai - Simeon ben Gamaliel I. - Zadok

Tannaiten der zweiten Generation

Abba Saul ben Batnit - Ben Assai - (R. Simeon) Ben Nannos - Ben Paturi - Ben Soma - Chanina ben Teradjon - Dosa ben Archinos - Eleasar aus Modiin - Eleasar ben Arach - Eleasar ben Asarja - Eleasar ben Zadok I. - R. Eleazar ben Parta - Elieser ben Hyrkanos - Elieser ben Jakob der Ältere - Elischa ben Abuja - Gamaliel II. - Jehoschua ben Chananja - Jehuda ben Baba - R. Jehuda ben Batyra - Jochanan ben Beroka - Jochanan ben Nuri - Jose(f) der Priester - Jose ha-Gelili - R. Papias - Pappos (ben Jehuda) - Samuel der Kleine - Simeon ben Natanael - Simeon ha-Paqoli - R. Simeon von Timna (ha-Timni / ha-Temani, "aus Teman" [Edom]) - Rabbi Tarfon

Tannaiten der dritten Generation

Chananja (Tannait) - Chananja ben Chakhinai - R. Chananja ben Jehuda - R. Eleazar ben Jehuda, aus Bartota (Birtota?) / Eleazar Isch Bartota - R. Ilai - Jehoschua ben Qorcha - Jehuda ben Ilai - Rabbi Jischmael - Jochanan ha-Sandelar - R. Jochanan ben Torta - Jonatan - Joschia - R. Jose, Sohn der Damaszenerin (ben Dormasqit) - Jose ben Qisma - Mattia ben Cheresch - Nechemja - Schimon ben Jochai - Simeon ben Gamaliel II.

Tannaiten der vierten Generation

Abba Eleazar ben Gamla - Abba Jose ben Dostai - Abba Saul - Achai ben Joschija - R. Chananja (oder Chanina) ben Gamaliel II. (auch: Gamliel) - Chidka - Dosa - Dostai ben Jannai - Eleasar ben Jose ben Chalafta - Elieser ben Jakob der Jüngere - Elieser ben Jose ha-Gelili - Eurydemos ben Jose (ben Chalafta) - R. Isaak - Jakob (ben Korschai) - Jehuda ben Tema - Jose ben Chalafta - Jose ben Jehuda - Rabbi Meir - Natan ha-Babli - R. Nehorai - Pinchas ben Jair - Reuben ben Istrobeli - R. Simeon aus Schiqmona - Simeon ben Eleazar - Simeon ben Menasja

Tannaiten der fünften Generation / Übergang zu den Amoraim

Banna'a - Bar Qappara - Dostai ben Jehuda - Eleazar ha-Qappar - Jehuda ha-Nasi - R. Jehuda ben Laqisch - R. Jehuda ben Naqosa - R. Jischmael ben Jose (ben Chalafta) - R. Jonatan ben Amram - R. Jose ben Meschullam - R. Jose ben Saul - Levi bar Sisi (Sosius?) - R. Mana in Akko - R. Menachem ben Jose (ben Chalafta) - R. Simai - R. Simeon ben Chalafta - Simeon ben Jehuda - R. Simeon ben Jose ben Laqonja - Symmachos b. Joseph

Tannaiten nicht definierter, unsicherer oder widersprüchlicher Zuordnung

Abba Chanin (Chanan) - R. Chananja ben Aqabja (oder Aqiba) - Eleasar ben Schammua - Eleasar ben Simon - Eleasar ben Zadok II. - Eleasar Chisma - Issi (auch Jose) ben Aqabja - Issi (Verkürzung von Josef) ben Jehuda = Issi der Babylonier (?) - R. Jischmael, Sohn des Jochanan ben Beroqa / Ismael ben Jochanan ben Beroka - Jonatan ben Usiel - R. Jose ben Jasjan / Ben Jasjan - R. Jose ben Kipper (Kefar?)

Literatur (Auswahl)

  • Heilprin: Seder ha-Dorot, Warschau 1878 ff.
  • Bacher: Die Agada der Tannaiten, 2 Bde., 1884 ff.
  • A. Hyman: sefer toldot tannaim we-amoraim, 3 Bde., London 1910
  • Nahum Norbert Glatzer: Untersuchung zur Geschichtslehre der Tannaiten, 1932
  • M. Margolioth (Hg.): Encyclopedia of Talmudic and Geonic Literature, being a Biographical Dictionary of the Tanaim, Amoraim and Geonim, 2 Bände, Tel Aviv 1960

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Adin Steinsaltz: Talmud für jedermann, Verlag Morascha, 2. Aufl., Basel, 1998, S. 38
  2. Karl Bertau: Schrift - Macht - Heiligkeit in den Literaturen des jüdisch-christlich-muslimischen Mittelalters, de Gruyter, Berlin, 2005, S. 72
  3. Günter Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch, C.H. Beck, 2. Aufl., München, 1982, S. 77 ff.
  4. TANNAIM AND AMORAIM

Andere Wikis

Siehe auch


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