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Stuhl (Möbel)

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Stühle (rechts), Polsterstühle (links) und ein gepolsterter Armsessel (Mitte) im Heimatmuseum von Sanok, Polen
Alvar Aalto: Stuhl Nr. 69 (1935)
Rekonstruktion eines Stuhles des 6. Jahrhunderts aus Trossingen

Ein Stuhl (in Österreich oft Sessel) ist ein in vielen Varianten ausgeführtes Sitzmöbel für eine Person, das sich in der Regel aus einem Fußgestell, einer einfachen oder gepolsterten Sitzfläche und einer Rückenlehne zusammensetzt und sich von dem einfachen Schemel ohne Lehne und dem gepolsterten Armsessel unterscheidet. Die ideale Höhe der Sitzfläche liegt bei 42–48 cm. Sonderformen sind unter anderem Klapp- und Faltstühle, der Schaukelstuhl und der Kniestuhl.

Etymologie

Stuhl - althochdeutsch stuol 'Sitz, Thron' (8. Jahrhundert), mittelhochdeutsch stuol (auch 'Stuhlgang'), altsächsisch / mittelniederdeutsch stōl, mittelniederländisch / niederländisch stoel, altenglisch stōl, englisch stool, altnordisch stōll, schwedisch stol, gotisch stōls (germanisch *stōla-) und litauisch pastõlas 'Gestell, Ständer', altslawisch stolъ 'Sitz, Thron', russisch stol (стол) 'Tisch, Mahl, Büro, Zarenthron' sind mit l-Suffix zur indoeuropäischen Wurzel *stā-, *stǝ- 'stehen, stellen' gebildet.

Ausgehend von einer Bedeutung 'Gestell' (bewahrt in Dach-, Glocken-, Webstuhl) entwickelt sich der Ausdruck im Germanischen zur Bezeichnung für 'Hoch-, Ehrensitz, Thron' (eines Herrschers, Richerts, etc.).[1].

Geschichte des Sitzens

Im Alten Ägypten thronten nur die Pharaonen als Symbol ihres Machtstatus. Während es ansonsten üblich war, sich auf dem Boden niederzulassen, nahmen sie als Herrscher die erhobene Position auf einem Sitz ein.

Die weitere Verbreitung der Sitzhaltung vollzog sich, beginnend mit dem Thronen der Könige und Fürsten, an den Plätzen weltlicher und geistlicher Macht, in Herrscherhäusern und Klöstern.

In der Folge, etwa ab dem 16. Jahrhundert, wurde die Praxis des Sitzens vom erstarkenden Bürgertum übernommen.

Funktion

Für die Ausstattung gastronomischer Betriebsstätten und Publikumseinrichtungen ist eine flexible Bestuhlung für verschiedene Besucherzahlen wichtig, auch für Privatpersonen mit Sitzmöglichkeiten im Freien. Dabei ist eine Stapelbarkeit der Stühle wichtig, damit der Stauraum bei Nichtnutzung klein bleibt.

Stühle dienen auch als Statussymbol. Im Büro erkennen wir den Chefsessel sofort an Umfang, Größe, Exklusivität der Armlehnen, der suggerierten Aura von Schwere, Unverrückbarkeit usw. Charlie Chaplin nutzte diese Symbolik in seinem Film Der große Diktator für eine Begegnung von Hitler und Mussolini, bei der jeder der beiden bestrebt ist, höher als der andere zu sitzen.

Zusatz

Zum Schutz kostbarer Stühle vor Verschmutzung und Abnutzung, zur optischen Aufwertung und Vereinheitlichung unterschiedlicher Modelle, sowie zur Raumgestaltung werden Stühle gelegentlich mit dekorativem Stoff überzogen. Der Fachbegriff für solche Möbelüberzüge heißt Husse.

Stuhltypen

nach der Bauweise

nach der Funktion

Designklassiker

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Chairs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Stuhl – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur

  • Bulkowski, Hansjürgen: Liebe zur Sache. Die Dinge, mit denen wir leben. Berlin: Kulturverlag Kadmos 2010 (darin S. 103-107 "Stuhl")
  • Eickhoff, Hajo: Himmelsthron und Schaukelstuhl. Die Geschichte des Sitzens. München, Wien: Carl Hanser Verlag, 1993
  • Charlotte J. Fiell, Peter M. Fiell: 1000 Chairs Köln, Taschen Verlag, 2000

Einzelnachweise

  1. Pfeifer, Dr. Wolfgang, Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv) München, 5. Auflage 2000, S.1386.


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