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Stanford University

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Stanford University
Motto Die Luft der Freiheit weht
Gründung 1891
Trägerschaft privat
Ort Stanford (Kalifornien), Vereinigte Staaten von Amerika
Präsident John L. Hennessy
Studenten 15.723 (2011)
Mitarbeiter 12.614 (2011)
davon Professoren 1.934 (2011)
Jahresetat 4,10 Mrd US$ (2011/2012)[1]
Stiftungsvermögen 16,5 Mrd US$ (2011)[2]
Hochschulsport Cardinal (Pacific-12 Conference)
Website www.stanford.edu
Datei:Stanford University May 7 2011 003.jpg
Haupteingang der Stanford University
Datei:Stanford University 1979.jpg
Vorhof und Parkanlage vor der Memorial Church

Die Leland Stanford Junior University (kurz: Stanford University oder Stanford, Spitzname: Die Farm) ist eine private US-amerikanische Universität in Stanford, Kalifornien. Sie liegt etwa 60 Kilometer südöstlich von San Francisco in der Nähe von Palo Alto und wurde von Leland Stanford, einem kalifornischen Eisenbahnmagnaten und Politiker, und seiner Frau Jane Stanford im Jahre 1891 im Andenken an ihren früh verstorbenen, einzigen Sohn gegründet.

Die Stanford University war in ihrer Konzeption für die damalige Zeit ungewöhnlich, denn sie ermöglichte Frauen und Männern gleichermaßen das Studium und war zudem keiner Religionsgemeinschaft verbunden. Dem Willen des Ehepaars Stanfords nach, sollte an der amerikanischen Westküste eine bedeutende, private Hochschule entstehen. Die ersten Jahre gestalteten sich aber insbesondere finanziell als schwierig. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Stanford zu einem Wachstumsfaktor für die Entstehung des nahen Silicon Valley und wuchs in den Folgejahren zu einer der forschungsstärksten amerikanischen Universitäten heran.

Heutzutage genießt die Universität in sämtlichen Fachrichtungen einen exzellenten Ruf und gilt als eine der weltweit führenden Hochschulen. Im aktuellen Shanghai-Ranking (Academic Ranking of World Universities 2011)[3] und im Times Higher Education World University Ranking 2011-2012[4] rangiert sie auf Platz 2. Die Universität hat insgesamt über 50 Nobelpreisträger hervorgebracht und mehr Turing-Award Gewinner als jede andere Einrichtung.

Derzeit sind 15.723 Studenten eingeschrieben. Präsident der Universität ist John L. Hennessy. Sie ist mit einem Stiftungsvermögen von 16,5 Milliarden Dollar eine der reichsten Hochschulen der Welt und Gründungsmitglied der Association of American Universities.

Im Hochschulsport ist die Stanford University mit ihrem Team Cardinal in der Liga Pacific-12 Conference (PAC-12) vertreten und nimmt an vielen verschiedenen Sportwettbewerben teil. Bei den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008 gewannen Sportler der Universität 25 Medaillen, darunter 8 Goldmedaillen.

Geschichte

Der Entschluss, Stanford zu gründen, fiel durch den früheren kalifornischen Unternehmer und Gouverneur Leland Stanford und seine Frau Jane wenige Wochen nach dem Tod ihres einzigen, 15-jährigen Sohnes Leland Stanford junior im Jahr 1884. Sie stellten für das Errichten der nach dem Verstorbenen benannten Universität Geldmittel und ein Areal in der Bay Area, etwa 60 Kilometer südlich von San Francisco, zur Verfügung. Nach einer sechsjährigen Planungs- und Bauphase wurde am 1. Oktober 1891 die Universität eröffnet und der Lehrbetrieb aufgenommen.[5]

Durch ihre erstklassige Ausbildung wurde die Universität einer der Wachstumsmotoren des Silicon Valley, des weltweit führenden Mikrochipzentrums. Die Stanford University beschleunigte die wirtschaftliche Entwicklung der Region um San Francisco. Die Hochschule ist Mitglied der Association of American Universities, eines seit 1900 bestehenden Verbundes führender forschungsintensiver nordamerikanischer Universitäten.

Das Motto der Universität, das die Siegel und alle Andenken der Hochschule ziert, ist in deutscher Sprache verfasst: „Die Luft der Freiheit weht.“ Der Satz geht auf den deutschen Humanisten Ulrich von Hutten (1488–1523) zurück und wurde von David Starr Jordan, dem ersten Präsidenten der Stanford University, eingeführt.[6]

Von 1992 bis 2000 war der deutsche Rechtswissenschaftler Gerhard Casper Präsident der Hochschule.

Die Stanford University erhebt seit 2008 keine Studiengebühren (tution fees) mehr bei undergraduate students, deren Eltern weniger als 100.000 US-Dollar verdienen. Damit kann rund ein Drittel aller Bachelorstudenten gebührenfrei studieren.[7]

Campus

Die Stanford University befindet sich auf einem 3.310 ha großem Campus und liegt rund 60 Kilometer südöstlich von San Francisco und 32 Kilometer nordwestlich von San José. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Stadt Palo Alto, eines der Zentren des Silicon Valley.

Der Grund und Boden wurde am 11. November 1885 von Leland Stanford zur Gründung der Universitat gestiftet und ist bis heute als unveräußerlich im Stiftungsvermögen gebunden. Auf die Unverkäuflichkeit der Liegenschaft legte Leland Stanford großen Wert, denn sie sollte seiner Ansicht nach der Universität "ein größeres Einkommen sichern als jede andere Geldanlage".[8] Lediglich einige Randgebiete, die Leland Stanford der Universität später ergänzend zukommen ließ, können theoretisch veräußert werden, werden aber faktisch als unveräußerlich behandelt.[9]

Der Campus wurde anfänglich im Sommer 1886 durch Frederick Law Olmsted, einem Bostoner Landschaftsarchitekten geplant, der die ursprünglich geplante Lage in den Hügeln zugunsten der Lage im Flachland abänderte. Später übernahm Charles Allerton Coolidge die Planung und errichtete den Campus nach dem Willen des Ehepaar Stanfords im Stile des Europäischen Beaux-Arts. Die Architektur des Campus wird durch quaderförmige Sandsteinbauten mit roten Dächern geprägt, die durch mit Rundbögen verzierte Arkadengänge verbunden sind. Sie sind dem Stil der Kalifornischen Missionsstationen nachempfunden. Im Kontrast mit dem für gewöhnlich hellblauen Himmel der Region geben sie dem Campus ein charakteristisches Aussehen, welches der erste Präsident David Starr Jordan folgendermaßen beschrieb:

„The yellow sandstone arches and cloisters, the red-tiled roofs against the azure sky, make a picture that can never be forgotten, itself an integral part of a Stanford education.“

Herzstück der Campusarchitektur ist die „Main Quad“ (in etwa: Haupt-Viereck, im Sinne von „viereckigem Platz“) und die „Memorial Church“. Den Zugang zum Campus bildet der sogenannte Palm Drive, welcher auf einen ovalen Platz (The Oval) führt. Weitere wichtige Punkte auf dem Campus sind das Cantor Center for Visual Arts, der Hoover Tower, der Rodin Garden und das Radioteleskop (The Dish).

Südlich des Hauptcampus befindet sich ein zur Universität gehörendes Umweltreservat, das Jasper Ridge Biological Preserve, welches von Biologen für Forschungszwecke, z.B. die nächtliche Beobachtung von Fledermäusen, genutzt wird und eine Größe von 490 ha hat.

Die meisten Studenten der Universität wohnen auf dem Campusgelände. Von den Bachelor-Studenten sind dies rund 95 %, bei den Master-Studenten und Doktoranden beträgt die Quote über 56 %. Auch 30 % der Professoren wohnen hier.

Der Campus ist ein beliebtes Ziel für Touristen, so dass das Stanford Visitor Center zweimal täglich einstündige Führungen durch Studenten der Universität über das Gelände anbietet.

60 % der Fläche des Campus sind heutzutage noch unbebaut.

Organisation

Die Stanford University ist als sogenannter corporate trust organisiert und von Steuerzahlungen befreit. Geleitet wird sie von einem Board of Trustees, dem 35 Personen angehören. Diese üben ihr Amt in der Regel fünf Jahre aus und können höchstens zwei mal hinter einander (insgesamt also für zehn Jahre) dem Gremium angehören. Die Mitglieder überwachen auch die Tätigkeit des Stanford Research Park, des Stanford Shopping Centers, Cantor Centers for Visual Art, das Stanford University Medical Center und viele angschlossene medizinische Einrichtungen.

Das Board of Trustees bestimmt einen Presidenten, legt die Pflichten der Professoren sowie die Studiengänge fest und befasst sich mit allen finanziellen und wirtschaftlichen Fragen der Universität. Zusätzlich zum Präsidenten werden außerdem 9 Vize-Präsidenten ernannt. Momentan ist der Computerwissenschaftler John L. Hennessy der 10. Präsident der Universität. Er wurde im Oktober 2000 ernannt und trat damit die Nachfolge des deutschen Rechtswissenschaftlers Gerhard Casper in diesem Amt an.

Die Stanford University unterteilt sich in sieben Schools, vergleichbar mit deutschen Fakultäten. Diese sind die School of Humanities and Sciences (umfasst die Geistes, Natur- und Sozialwissenschaften), School of Engineering (Ingenieurwissenschaften), School of Earth Sciences (Geo- Energie- und Umweltwissenschaften), School of Education (Erziehungswissenschaften und Lehramtsausbildung), Graduate School of Business (Wirtschaftswissenschaft), Law School (Rechtswissenschaft) und die School of Medicine (Medizin).

Stiftung

Das Stiftungsvermögen der Universität wir von der Stanford Management Company verwaltet und beträgt aktuell (2011) 16,5 Milliarden US-Dollar. Zum einen decken die Erträge aus der Anlage des Stiftungsvermögens die jährlichen Ausgaben der Universität, zum anderen werden Teile der Erträge wieder dem Stiftungsvermögen zurückgeführt. Im Fiskaljahr 2011-2012 werden 20 % der Gesamtausgaben der Universität (4,1 Milliarden US-Dollar) aus Erträgen des Stiftungsvermögens bestritten. Dies ist nach Geldern für direkte Forschungsförderung (z.B. von der Bundesregierung) der zweitgrößte Posten, allerdings nur knapp vor den Mitteln aus Studiengebühren.

Aus dem Stiftungsvermögen werden ebenfalls in großem Umfang Finanzhilfen für Studierende der Stanford Universität bereitgestellt. 2011 wurden 23 % der Stiftungserträge für die finanzielle Unterstützung von Studierenden ausgegeben.[10] 20 % der Erträge finanzierten Fakultäten und den Lehrkörper. 29 % der Erträge dienen der Forschung und Lehre. Der Rest wird für Bibliotheken und andere Zwecke ausgegeben. Das Stiftungsvermögen macht den mit Abstand größten Anteil am Gesamtvermögen (22,6 Milliarden US-Dollar) der Universität aus.[11]

Fundraising

Die Stanford University erzielte in den letzten zehn Jahren hohe Mittelzuflüsse durch Spenden. Sie steht damit an der Spitze des Fundraising der US-amerikanischen Universitäten. Im Jahre 2009 erhielt sie Spenden in Höhe von 640,1 Millionen US-Dollar, 2010 in Höhe von 598,9 Millionen US-Dollar, 2011 in Höhe von 709,4 Millionen US-Dollar.[12]

Besondere Beachtung fand das Vorhaben The Stanford Challenge.[13] Diese auf fünf Jahre angelegte Spendenkampagne warb um Mittel zur Finanzierung von mehreren Großprojekten der Universität im Bereich der Forschung, Lehre und Infrastrukturentwicklung des Campus. Das Spendenziel von 4,3 Milliarden US-Dollar wurde bereits zwei Jahre vor Abschluss der Kampagne erreicht, die aber trotzdem weitergeführt wurde und bis Ende 2011 insgesamt 6,23 Milliarden US-Dollar an Spenden einbrachte. Damit wurde der bisherige Spendenrekord von 3,88 Milliarden US-Dollar, aufgestellt von der Yale University, übertroffen. Mit Hilfe der Spenden konnten 139 neue Lehrstühle geschaffen werden und 38 Gebäude renoviert oder neu gebaut werden. Über 10.000 Freiwillige halfen dabei die Kampagne zu organisieren und konnten 560.000 Spenden von über 166.000 Spendern akquirieren.

Studienangebot

Seit 1982 betreibt die Stanford University an zehn Universitäten weltweit Außenstellen, darunter an der Freien Universität Berlin, die Stanford-Studenten Auslandssemester ermöglichen sollen.[14]

Forschung

In Stanford befindet sich der Stanford Linear Accelerator (SLAC), ein 1962 gebauter Linearbeschleuniger.

An der Stanford University wird die Stanford Encyclopedia of Philosophy erstellt.

Das Stanford-Prison-Experiment von 1971 gilt als Meilenstein der psychologischen Erforschung menschlichen Verhaltens unter den Bedingungen der Gefangenschaft, speziell unter den Feldbedingungen des echten Gefängnislebens.

Außerdem wird an der Stanford University das Projekt Folding@home betrieben, welches Distributed Computing zur Faltung von Proteinen einsetzt.

Sport

Die Sportteams der Stanford University werden Stanford Cardinal genannt. Die Hochschule ist Mitglied in der Pacific-12 Conference.

Kunst

Auf dem Campus der Stanford University befindet sich das von Leland Stanford und seiner Frau Jane gegründete, und heute als Iris & B. Gerald Cantor Center for Visual Arts bekannte Kunstmuseum.

Berühmte Persönlichkeiten

Lehrende

Medizin
Chemie
Computer Science
  • Donald Knuth, Begründer der formalen Analyse von Computeralgorithmen, Erfinder des TeX-Textsatzsystems
  • Raj Reddy, Turing-Preisträger
Politikwissenschaften
Physik

Drei der Nobelpreise gingen aus Arbeiten am SLAC hervor.

Psychologie
Wirtschaftswissenschaften

Absolventen

IT-Bereich

Die Stanford University ist die Keimzelle des Silicon Valley, zahlreiche Unternehmen wurden von Absolventen der Uni gegründet. Zu den bekanntesten gehören Intel, Google, Yahoo oder Hewlett-Packard.

Politiker
Sportler
Wissenschaftler
Sonstige

Literatur

  • Margo Davis: The Stanford album: a photographic history, 1895–1945. Stanford Univ., Stanford, Calif. 1989, ISBN 0-8047-1639-0.
  • Stuart W. Leslie: The Cold War and American Science: The Military-Industrial-Academic Complex at MIT and Stanford. Columbia University Press, New York [u. a.] 1993, ISBN 0-231-07958-3.
  • Rebecca S. Lowen: Creating the Cold War University: The Transformation of Stanford. University of California Press, Berkeley 1997, ISBN 0-520-20541-3.

Weblinks

 Commons: Stanford University – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stanford Facts - [1]
  2. Stanford Facts - [2]
  3. Academic Ranking of World Universities 2011
  4. Times Higher Education World University Ranking 2011-2012
  5. www.stanford.edu: The Founding of Stanford University, abgefragt am 1. Oktober 2010
  6. Gerhard Casper: Die Luft der Freiheit weht – On and Off. Stanford University. 5. Oktober 1995. Abgerufen am 9. Oktober 2010.
  7. Studiengebühren erst ab 100.000 Dollar Familieneinkommen Spiegel Online, 22. Februar 2008.
  8. Sandstone & Tile - Stanfords Historical Society, Ausgabe 19, Frühjahr 1995, Nr.1-2, S. 3 [3]
  9. Sandstone & Tile - Stanfords Historical Society, Ausgabe 19, Frühjahr 1995, Nr.1-2, S. 3 [4]
  10. Stanford University Annual Financial Report 2011, S. 31 [5]
  11. Stanford University Annual Financial Report 2011, S. 29 [6]
  12. Stanford Facts 2012 [7]
  13. The Stanford Challenge - Final Report [8]
  14. Stanford University Bing Overseas Studies
37.428888888889-122.16944444444


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