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Speyer

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Speyer (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Speyer
Speyer
Deutschlandkarte, Position der Stadt Speyer hervorgehoben
49.3172222222228.4341666666667103
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Höhe: 103 m ü. NN
Fläche: 42,58 km²
Einwohner:

49.857 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 1171 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67346
Vorwahl: 06232
Kfz-Kennzeichen: SP
Gemeindeschlüssel: 07 3 18 000
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Maximilianstraße 100
67346 Speyer
Webpräsenz: www.speyer.de
Oberbürgermeister: Hansjörg Eger (CDU)
Lage der Stadt Speyer in Rheinland-Pfalz
Datei:MaximilianstraßeSpeyer.jpg
Blick vom Altpörtel entlang der Maximilianstraße (Via Triumphalis) auf den Speyerer Dom

Speyer ist eine historisch und kulturell bedeutende Stadt am Oberrhein. Als römische Gründung, damals Noviomagus oder Civitas Nemetum (Hauptstadt des Stammes der Nemeter) genannt, ist sie eine der ältesten Städte Deutschlands und wurde als Spira um 600 Zentrum des Speyergaues. Im Mittelalter war Speyer als freie Reichsstadt eine der bedeutendsten Städte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Zwischen 1816 und 1945 Sitz der bayrischen Verwaltung der Pfalz, gehört Speyer heute als kreisfreie Stadt zu Rheinland-Pfalz und hat gut 50.000 Einwohner.

Weithin bekannt ist Speyer durch seinen Kaiser- und Mariendom. Er ist die weltweit größte noch erhaltene romanische Kirche und zählt seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Geografie

Speyer wird raumplanerisch als Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums eingestuft und ist Teil der Metropolregion Rhein-Neckar mit Ludwigshafen und Mannheim als Zentrum. Die Stadt liegt in der Oberrheinischen Tiefebene an der Mündung des Speyerbachs in den Rhein, knapp 20 km südlich von Ludwigshafen/Mannheim und 34 km nördlich von Karlsruhe (jeweils Luftlinie). Seine Nachbarorte sind Römerberg im Süden, Dudenhofen im Westen, Schifferstadt im Nordwesten, Waldsee und Otterstadt im Norden. Jenseits des Rhein liegen Ketsch im Nordosten, Hockenheim im Osten, Altlußheim im Südosten und Rheinhausen im Süden.

Der Rhein bildet die östliche Grenze der Stadt und gleichzeitig die Grenze von Rheinland-Pfalz zu Baden-Württemberg. Er tritt bei Stromkilometer 393,8 in die Gemarkung von Speyer ein und verlässt sie 9,2 km später wieder bei Stromkilometer 403. Die durch die Rheinbegradigung von Tulla abgeschnittenen alten Flussschleifen (Altrheinarme) im Süden der Stadt stehen mit dem sich dort nach Norden fortsetzenden Speyerer Auwald und den Wasserflächen nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie unter europäischem Schutz. In der Rheinniederung nordwestlich des Stadtgebietes entstanden durch Sand- und Kiesabbau zahlreiche Baggerseen, darunter allein das Gebiet Binsfeld mit 8 Seen nördlich der A 61. Ganz im Norden hat Speyer noch Anteil am Angelhofer Altrhein.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet gliedert sich in die Kernstadt und die Stadtteile:

Außerhalb der geschlossenen Siedlung liegen: Binshof, Deutschhof, Ludwigshof, Rinkenbergerhof, Spitzenrheinhof, Thomashof, Weiherhof und Reffenthal.

Flussterrassen

Bis zu seiner Regulierung und Begradigung im frühen 19. Jahrhundert mäandrierte der Rhein in der Oberrheinischen Tiefebene in unzähligen Schleifen und Schlingen und änderte über die Jahrtausende beständig seinen Lauf. Auch nach der Regulierung ist die Landschaft am Rhein durch die zahlreichen noch vorhandenen bzw. wieder ausgekiesten Altrheinarme geprägt. Auch dort, wo sich keine Wasserflächen mehr befinden, lassen sich ehemalige Rheinarme am Bewuchs, Zuschnitt der Flure und am Verlauf der Niederterrassen nachvollziehen.

Das Stadtgebiet Speyers hat Anteil an der Rheinniederung (etwa 93 m über Normalnull), der Niederterrasse (im Mittel bei 103 m über Normalnull) und der Hochterrasse (bis zu 113 m über Normalnull). Die Rheinniederung besteht aus alluvialen und holozänen Ablagerungen. Die Niederterrasse entstand in der letzten Eiszeit; über einer mächtigen Kiesablagerung liegt eine etwa 50 cm dicke Lehmschicht durch Flusschlickablagerungen (Pleistozän). Die Hochterrasse besteht im Südwesten aus eiszeitlichen Anhäufungen von Löß (gegen Dudenhofen der nördliche Teil der Schwegenheimer Lößplatte) und im Nordwesten aus Sandflächen und Sanddünen (Truppenübungsplatz und Speyerer Stadtwald) westlich der B 9. Die Übergänge zwischen den drei Ebenen zeichnen sich durch teilweise deutlich erkennbare Versprünge aus. Den Speyerern sind diese Höhenunterschiede von der Niederterrasse zum Rhein als „Museumsbuckel“, die Terrassierung im Domgarten, die Treppe an der Nordseite des Domes oder die abfallenden Straßen zum Fischmarkt bekannt. Die Anstiege zu Hochterrasse kennen sie als „Brauereibuckel“ (Obere Langgasse) oder „Schützenbuckel“ (Schützenstraße). Die relativ hochwassersicheren Niederterrassen liegen mehr oder weniger weit von der Hauptachse des Flusses entfernt. In Speyer ragt diese Niederterrasse wie ein Keil unmittelbar an den Rhein heran und bot damit die Möglichkeit, relativ sicher vor Hochwasser möglichst nahe am Fluss zu siedeln.[2]

Der Verlauf des Hochgestades entspricht im Stadtgebiet von Speyer etwa der 100-m-Höhenlinie über Normalnull und lässt sich leicht verfolgen. Der südwestlich von Speyer liegende Ort Berghausen liegt unmittelbar an seiner Oberkante. Von dort verläuft es in einer generellen Linie nach Nordosten, um das Wohngebiet Vogelgesang herum, bis zum östlichsten und dem Rhein am nächsten gelegenen Punkt, dem sogenannten Domhügel. Von dort schwenkt es zurück nach Nordwesten entlang der Johannesstraße, nach Norden entlang der Wormser Landstraße und des ersten Teilstücks der Waldseer Straße, um dann über Buchen- und Erlenweg nordöstlich übers freie Feld bis zum Spitzenrheinhof zu springen und von dort wieder nördlich an der Westseite der Binsfeldseen vorbei bis nach Otterstadt. Dabei bildet es eine Abfolge von Halbkreisen, an denen der einstige Verlauf des Rheines ablesbar ist.

Der Forlenwald (102–110 m ü. NN) nordwestlich der Stadt besteht aus (großen Bäumen) 76 % Kiefern, 7 % Buchen, 4 % Eichen, je 3 % Robinien, Birken, Roteichen sowie 2 % sonstigen Bäumen auf nährstoffarmen dilluvialen Flug- und Dünensanden, Schwemmsanden und Geröllen, vorwiegend Sandbraunerden mit Podsoligkeit oder Podsolierung. Im Nachwuchs werden vor allen die Buchen (von 4 % auf 21 %) zu Lasten der Kiefern (von 76 % auf 53 %) verstärkt.

Die Bedeutung Speyers und seine topografisch günstige Lage an den Flussterrassen war für die bayerische Landesvermessung nach den napoleonischen Kriegen ein wichtiger Grund zur Anlage eines speziellen Vermessungsnetzes, das als Grundlage für die seit 1805 projektierte Rheinregulierung und die Vermessung des neugebildeten Rheinkreises dienen sollte. Unter dem großherzoglich-badischen Oberingenieur Johann Gottfried Tulla wurde 1819 eine genaue Basislinie zwischen Speyer und Oggersheim gemessen, während für die astronomische Orientierung des Netzes einer der 72 Meter hohen Osttürme des Speyerer Doms und die Mannheimer Sternwarte gewählt wurden.

Klima

Durch seine Lage im Oberrheingraben gehört Speyer zu den wärmsten und niederschlagsärmsten Gebieten Deutschlands. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 9,8 °C, in der Vegetationszeit 16,9 °C, die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 596 mm (1931–1960 Station Speyer), davon 314 mm in der Vegetationszeit. Die Zahl der Sommertage mit über 25° liegt bei durchschnittlich 40 Tagen pro Jahr. Gewitter treten durchschnittlich an 20–25 Tagen auf, Schneefall an 20 Tagen, eine geschlossene Schneedecke an 20 Tagen. Die Hauptwindrichtungen sind Südwest und Nordost. Die Zahl der Sonnenscheinstunden ist im Sommerhalbjahr deutlich überdurchschnittlich, im Winter wegen häufiger Inversionswetterlagen unterdurchschnittlich. Wegen der Inversionslagen und der Schwüle im Sommer gilt das Wetter in Speyer als bioklimatisch belastend.

Geschichte

Hauptartikel Geschichte der Stadt Speyer

Antike und Mittelalter

Zahlreiche Funde aus der Jungsteinzeit, Bronzezeit, Hallstattzeit und Latènezeit lassen darauf schließen, dass die Terrassen in Speyer, insbesondere die Niederterrassenzunge in unmittelbarer Rheinnähe, schon immer interessante Siedlungsorte darstellten.[2] Im zweiten vorchristlichen Jahrtausend war die Gegend von Speyer Siedlungsgebiet der keltischen Mediomatriker.

Datei:Karte limes.jpg
Noviomagus im Römischen Reich

Nach der Unterwerfung Galliens durch die Römer 50 v. Chr. wurde der Rhein, auch wenn das Gebiet noch außerhalb des militärischen Geschehens lag, Teil der Grenze des Römischen Reiches. 10 v. Chr. wurde ein Lager vermutlich für eine 500 Mann starke Infanterietruppe errichtet. Dieser römische Militärposten wurde zum Impuls für die Stadtbildung. Um 150 erschien die Stadt unter dem keltischen Namen Noviomagus (Neufeld oder Neumarkt, siehe alle Noviomagus) in der Weltkarte des Griechen Ptolemaios; der gleiche Name steht im Itinerarium Antonini, einem Reisehandbuch des Antonius aus der Zeit Caracallas (211–217) und auf der Tabula Peutingeriana, einer Straßenkarte aus dem 3. Jahrhundert. Ab 260 konnten die ständigen Angriffe der Alamannen im Rahmen der Völkerwanderung auf den Limes nicht mehr abgewehrt werden, die römische Reichsgrenze musste an den Rhein zurückgezogen werden, und Speyer wurde wieder zur Grenzstadt. Für das 4. Jahrhundert ist ein erster Speyerer Bischof belegt; das Bistum ging vermutlich während der Völkerwanderungszeit unter. Im Jahre 406 setzten Sueben, Vandalen und sarmatische Alanen auf Druck nachrückender Hunnen über den Rhein und überrannten auf ihrem Weg ins innere Gallien auch Speyer. Ein reich ausgestattetes „Fürstengrab“ im rechtsrheinischen Altlußheim, etwa 4 km von Speyer, bezeugt die Anwesenheit von Alano-Sarmaten, Hunnen oder Ostgermanen.[3]

Datei:Speyer Stadtentwicklung.jpg
Stadtentwicklung von Speyer

In einer Schlacht 496/497 bei Zülpich und einer weiteren Schlacht 505 besiegten die Franken unter Chlodwig die Alamannen und Speyer wurde Teil des fränkischen Königreiches. Damit erhielt Speyer wieder Anschluss an die gallisch-römische Kultur. Im Rahmen der Reorganisation der Verwaltung kamen romanisierte Beamte und Bischöfe aus Südgallien an den Rhein. Auch bei der Verwaltungsgliederung hielten sich die Franken weitgehend an ihre Vorgänger, beispielsweise bei der Einrichtung der Gaue. Der neue Speyergau entsprach ungefähr dem civitas Nemetum. Erstmals wird der von den Alamannen eingeführte Name Spira in den „Notitia Galliarum“ aus dem 6. Jh. erwähnt, obwohl er sich bereits 496/509 erschließen lässt. Ab dem 7. Jahrhundert ist Speyer erneut Bischofssitz.

Kaiser Otto der Große verlieh 969 der Bischofskirche das Immunitätsprivileg, eine eigene Gerichtsbarkeit und die Kontrolle über Münze und Zoll. Ab 1030 ließ Kaiser Konrad II. die Bauarbeiten am Dom zu Speyer beginnen.

Im 11. Jahrhundert siedelte sich auf Veranlassung Bischof Rüdiger Huzmanns in Speyer eine der ersten Jüdischen Gemeinden im Heiligen Römischen Reich an. Neben Worms und Mainz galt Speyer als eine der SCHUM-Städte und als Geburtsstätte der aschkenasischen Kultur.

Am Tag der Beisetzung seines Vaters im Speyerer Dom erteilte Heinrich V. im Jahre 1111 der Stadt umfassende Privilegien. Als erster Stadt in Deutschland gewährte der Große Freiheitsbrief den Bürgern persönliche Freiheiten. Zusammen mit seinem Bild wurde der Brief in goldenen Buchstaben über dem Domportal angebracht, wo sie aber im Zuge der späteren Dombeschädigungen verloren ging.[4]

Das 13. Jahrhundert in Speyer sollte von der Auseinandersetzung um die stadtherrlichen Rechte gekennzeichnet sein. Die zweite Hälfte war von heftigen Streitigkeiten zwischen der Stadt und dem Bischof, und vor allem den Stiften, gekennzeichnet, die vom Investiturstreit nur noch verschärft wurden. Es war insbesondere das Domkapitel, das sich zum eigentlichen Kontrahenten der Bürgerschaft entwickelte. In der Mitte dieses Jahrhunderts ist erstmals belegt, dass es in Speyer „öffentliches Eigentum“ in Form von städtischem Grundbesitz gibt.

Im 14. Jahrhundert spielte die generalis discordia, die Auseinandersetzung zwischen Bürgerschaft und Klerus, nur eine untergeordnete Rolle. Im wittelbachisch-habsburgischen Thronstreit stand Speyer erneut im Mittelpunkt der Reichspolitik. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich ein Machtkampf um die Ratsbesetzung zwischen den Münzer-Hausgenossen und den Zünften. Auf ihre letzten Vorrechte verzichten mussten die Hausgenossen 1349, als sich in Speyer das Prinzip der reinen Zunftverfassung durchsetzt. Von diesem Zeitpunkt an mussten sich die Hausgenossen als Zunft etablieren und waren damit nur noch eine Gruppierung unter 14 anderen Zünften.[5]

Stadtrecht und Reichstage

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zeigte sich auch, dass die Speyerer Bischöfe ihren stadtherrlichen Anspruch nie aufgegeben hatten. Zur Vertretung ihrer Interessen gewannen sie die Unterstützung Kaiser Karls IV. und vor allem der Pfalzgrafen bei Rhein, wohingegen die Stadt sich nicht mehr uneingeschränkt auf den Rückhalt der Kaiser verlassen konnte.

1434 kam mit dem Kurfürsten Ludwig III. von der Pfalz ein Schutz- und Schirmvertrag auf 10 Jahren zustande. Ab 1439 war die Region von marodierenden Armagnaken bedroht, aus französischen Diensten entlassene Söldner. 1439 schloss Speyer mit Mainz, Worms und Straßburg ein Bündnis, das die Aufstellung eines Heeres von 100 Gleven vorsah, jeweils 30 aus Mainz und Straßburg und 20 aus Worms und Speyer. Möglicherweise aufgrund der äußeren Gefahr rückten Stadt und Geistlichkeit näher zusammen. 1459 bis 1462 musste sich Speyer wieder an einer kriegerischen Auseinandersetzung der Kurpfalz beteiligen, diesmal im Zusammenhang mit dem Pfälzer Krieg und der Mainzer Stiftsfehde gegen Kurmainz.

Datei:Speyer 1550.jpg
Stadtansicht zur Zeit der Reichstage. Holzschnitt aus Sebastian Münsters Cosmographia universalis, Basel 1550

Mit Matthias von Rammung übernahm 1464 in Speyer ein Bischof das Amt, der nochmals konkrete Anstrengungen unternahm, die Befugnisse der Kirche auszubauen bzw. zurückzugewinnen. Dabei geriet die Stadt unverschuldet 1465 mit der Kirche in Konflikt, weil sie auf Geheiß des kaiserlichen Hofgerichtes einem Bürger gegen den Bischof zu seinem Recht verhelfen sollte. 1470/71 kam Speyer abermals in eine Situation, in der sie sich mühsam um eine neutrale Haltung bemühen musste. Wiederum geriet Kurfürst Friedrich I. überkreuz mit dem Kaiser, weil er sich der Stadt und des Klosters Weißenburg bemächtige und beide, Kurfürst und Kaiser, verlangten in dem entbrannten Krieg die militärische Hilfe Speyers.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts rückte Speyer in den Mittelpunkt deutscher Geschichte. Die Bedeutung der Stadt in jenen Tagen wird deutlich, indem in ihren Mauern insgesamt über 50 Hoftage stattfanden und von den 30 Reichstagen, die es in diesem Jahrhundert gab, fünf in Speyer abgehalten wurden (siehe Reichstage zu Speyer). Darüber hinaus fanden in Speyer Reichsdeputationstage, z. B. 1558, 1560, 1583, 1595, 1599/60, Kurfürstentage, z. B. 1588 und Reichsmoderationstage, z. B. 1595 statt.

1525 wurde die Rheingegend von einer Bauernerhebung erfasst, die das Hochstift Speyer am 20. April erreichte. Der Aufstand richtete sich hauptsächlich gegen kirchlichen Besitz und die Bauern wandten sich gegen den Zehnten, die Zinsen und Gülten. Am 30. April planten sie „gen Speyer zu ziehen und daselbst der Pfaffheit Nester, die viel Jar mit Nachtheil und grossen Schaden der Armen erhalten weren worden, zu zerstören“. Der lutherische Einfluss auf diese Erhebung ist erkennbar. Beim Anmarsch auf Speyer wurde die Absicht bekundet, „die Stadt Speier zu belegern und die Geistlichen irs Gefallens darin zu reformieren“ und sie erwarteten hierfür sogar die Unterstützung der Stadt. Die Bürger sollten unbehelligt bleiben.[6] In der Folge fanden einige Reichstage in Speyer statt.

Neuzeit und Moderne

Datei:Speyer vor 1750.jpg
Speyer vor 1750.

Bis auf ein Ereignis im Jahre 1552 verlief die Zeit in Speyer zwischen 1530 und 1620 vergleichsweise friedlich. Dennoch blieb die Stadt von Unglück nicht verschont. Es kam immer wieder zu Pestepidemien, beispielsweise in den Jahren 1539, 1542, 1555 und 1574. Der Schmalkaldische Krieg 1546 hatte auf Speyer keine direkten Auswirkungen.

1612 erschien nach zehnjähriger Arbeit die Erstausgabe der ’’’Chronica der freien Reichsstadt Speier’’’ von Christoph Lehmann. Das Werk war sehr populär, da es sich auch intensiv mit der Reichsgeschichte befasste und erlebte im Verlauf des folgenden Jahrhunderts vier Auflagen. 1618 beteiligte sich Speyer mit einem pfälzisch-badischen Heer an der Schleifung der Udenheimer Bischofsfestung, die jedoch bald wiederaufgebaut wurde.

In den Wirren des 30-jährigen Krieges (1618–1648) befand sich das ummauerte, aber selbst kaum verteidigungsfähige Speyer im Spannungsfeld der häufig umkämpften Festungen Frankenthal, Friedrichsburg, Philippsburg und Landau. Somit fiel der Stadt ständig die Rolle als Zufluchtsort, Lazarett, Versorgungsstation und/oder Truppenlager zu. Hinzu kamen Besetzungen durch Spanier, Schweden, Franzosen und kaiserliche Truppen, die in kurzen Abständen wechselten. Erst 1650 verließen die letzten Soldaten die Stadt, zurück blieben Schulden, Hunger und Seuchen.

1689 kam es im Rahmen des Pfälzischen Erbfolgekrieges und der planmäßigen Entfestigung der Pfalz unter General Melac zur völligen Zerstörung der Stadt durch französische Truppen. Zwei Tage nachdem der französische General Joseph de Montclar am 30. Januar 1689 die Befestigungsanlagen der Stadt inspiziert hatte, begannen die Abbrucharbeiten, an denen sich die Stadtbewohner zwangsweise beteiligen mussten. Die Bürger vermuteten, dass die Franzosen die Stadt niederbrennen wollten. Am Nachmittag des 23. Mai teilte der französische Kriegsintendant den beiden Bürgermeistern und den Ratsherren mit, dass die Stadt innerhalb von sechs Tagen evakuiert werden müsse: „es solle jedoch niemand daraus schließen, dass die Stadt verbrennet werde.“ Montclar ließ dem Domdekan und bischöflichen Statthalter Heinrich Hartard von Rollingen am 27. Mai 1689 mitteilen, er habe den Befehl erhalten „die Stadt samt allen darin befindlichen Kirchen und Klöstern, einzig die hohe Domkirche ausgenommen, in Brand zu stecken“. Der Oberkommandierende der Franzosen in Mainz, Marschall Graf Jacques-Henri de Durfort, duc de Duras, wurde vom Domkapitel um die Zusicherung gebeten, dass der Dom verschont bleibe.[7]

1792 eroberten französische Revolutionstruppen Speyer. Es blieb als Sitz einer Unterpräfektur im Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg) bis 1814 unter französischer Herrschaft. Die Befreiungskriege gegen Napoleon sowie die Neuordnung der europäischen Staatenwelt auf dem Wiener Kongress von 1815 brachten wiederum eine Änderung der Machtverhältnisse im pfälzischen Raum. Für wenige Stunden stand Speyer noch einmal im Rampenlicht der großen Politik, als sich am 27. Juni 1815 Zar Alexander von Russland, Kaiser Franz I. und Preußens König Friedrich Wilhelm III. im alliierten Hauptquartier in der Stadt trafen. 1816 wurde Speyer zur Kreishauptstadt des in der Folgezeit so genannten Rheinkreises. Dieser fiel im Ergebnis des Wiener Kongresses dem Königreich Bayern als Ausgleich für das an Österreich abgetretene Salzburg zu. Der Regierungsbezirk (Kreis) Pfalz bestand erst seit dem 1. Januar 1838 und löste den Rheinkreis ab.

1837 war der Ausbau des Rheinhafens abgeschlossen. Speyer erhielt 1847 seinen Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz. Es entstanden unter anderem soziale und karitative Einrichtungen (Arbeits- und Bildungsanstalt für Mädchen, Wohltätigkeitsverein der jüdischen Gemeinde und ein Hospital). Im Bereich des Bildungswesens verfügte die Stadt über Einrichtungen aller Art und das am besten ausgebaute Schulsystem in der Pfalz. Es entstanden die ersten Vereine: zur Schützengesellschaft, die bereits seit 1529 bestand, kamen beispielsweise Turnverein, Harmoniegesellschaft, Musikverein und Liedertafel. Bis 1918 war Speyer Garnison des 2. Pionierbataillons der bayerischen Armee. In Speyer befanden sich seit 1913 die Pfalz-Flugzeugwerke. Sie entwickelten sich im Ersten Weltkrieg zu einem bedeutenden deutschen Rüstungsbetrieb und lieferten mehrere tausend Kampfflugzeuge.

Datei:Speyer um 1900.jpg
Speyer von Westen um 1900

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Besetzung des linken Rheinufers zog in Speyer 1918 erneut die französische Armee ein. Schon ab Ende 1918 unterstützte das französische Militär unter General Gérard gezielt eine Bewegung unter Führung des promovierten Chemikers Eberhard Haaß, die sich „Freie-Pfalz“ nannte – zusammen mit mehreren anderen Separatistengruppierungen im nördlichen Rheinland. Im Frühsommer 1919 unternahm die Freie Pfalz in Speyer einen Putschversuch für eine autonome Pfalz. Dieser scheiterte kläglich, hauptsächlich am Widerstand des stellvertretenden Regierungspräsidenten Friedrich von Chlingensperg (1860–1944). Er hatte die Mehrheit der pfälzischen Parteien an seiner Seite. Nach wenigen Stunden war die schlecht vorbereitete Aktion beendet. 1930 zog die französische Besatzungsmacht ab.

Die NS-Machtübernahme mit der darauffolgenden Gleichschaltung wirkte sich 1933 auch auf die Domstadt aus. Speyer gehörte zunächst zum Gau Rheinland, der 1935 mit dem Saarland zum Gau Saar-Pfalz zusammengelegt wurde. Der Verwaltungssitz des Gaues kam nach Neustadt. Auch die Speyerer Synagoge in der Heydenreichstraße wurde in den Novemberpogromen 1938 am 9. November 1938 niedergebrannt und kurz danach völlig abgerissen. Das sogenannte „Tausendjährige Reich“ brachte eine erneute Judenverfolgung mit sich. Mehr als 100 Juden aus Speyer und Umgebung, die nicht mehr hatten fliehen können, wurden umgebracht. Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete die Gruppe Speyerer Kameradschaft um den Speyerer Sozialdemokraten Jakob Schultheis und seine Ehefrau Emma. Die Stadt erlitt während des Zweiten Weltkrieges, abgesehen vom Bahnhofsgebiet, keine größeren Zerstörungen durch Luftangriffe. 1945 wurde Speyer von der amerikanischen Armee eingenommen, nachdem abziehende deutsche Truppen noch die Rheinbrücke gesprengt hatten.

Datei:SpeyerBriefmarke2000oS.jpg
Briefmarke zur 2000-Jahr-Feier

Speyer, das seit 1945 wieder eine französische Besatzungsgarnison hatte, lag bis zur Gründung der Bundesrepublik 1949 in der Französischen Besatzungszone. Als Zeichen der wachsenden Freundschaft entstand 1953/54 mit deutschen und französischen Mitteln die St.-Bernhard-Kirche in der Wormser Straße. Das Besatzungsregime endete am 6. Mai 1955. Erst in den 1990er Jahren endete die Geschichte Speyers als Standort der französischen Armee.

Das Jahr 1990 stand im Zeichen von zahlreichen Feierlichkeiten aus Anlass des zweitausendjährigen Bestehens der Stadt.

Am 9.November 2011 wurde die neue Synagoge geweiht. Die alte Synagoge war in der Progromnacht 1938 zerstört worden.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat von Speyer besteht aus 44 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2009[8]
Sitze
2009
 %
2004[9]
Sitze
2004
 %
1999
Sitze
1999
CDU 33,4 15 39,1 17 42,8 19
SPD 22,4 10 23,0 10 30,7 13
Speyerer Wählergruppe 13,3 6 9,5 5 8,3 4
GRÜNE 12,9 6 9,5 4 6,5 3
REP 3,1 1 5,0 2 4,7 2
Bürgergemeinschaft Speyer 6,1 3 5,0 2 0,0 0
FDP 6,1 2 4,6 2 3,9 2
Die Linke 2,8 1
ÖDP 4,3 2 3,5 1
gesamt 100,0 44 100,0 44 100,0 44
Wahlbeteiligung in % 47,4 49,7 54,5

Bürgermeister

Ab 1923 trug das Stadtoberhaupt den Titel „Oberbürgermeister“.[10]

  • Ebelin vor dem Münster (um 1294)
  • Bernhard zur Krone (um 1294)
  • Contze Fritze (um 1390 bis 1409)
  • Hans der Elder Fritze (um 1390 bis 1409)
  • Hensel Muttersteder (um 1390 bis 1409)
  • Friederich Fritze (15. Jahrhundert)
  • Peter Fritze (15. Jahrhundert)
  • Claus von Rinckenberg (15. Jahrhundert)
  • Engel von Rinckenberg (15. Jahrhundert)
  • Conrad Roseler (15. Jahrhundert)
  • Martin Stossel (15. Jahrhundert)
  • Eberhart Meinsheim (15. Jahrhundert)
  • Friedrich Meurer (1531–1563)
  • Christman Petsch (1575–1593)
  • Haman Petsch (1563–1573)
  • Jakob Meurer
  • Jakob Friedel Meurer
  • Johann Paul Fuchs (um 1689)
  • Georg Ernst Rützhaub (um 1689–um 1700)
  • Israel Kümmich (um 1689–um 1700)
  • Johann Peter Schreyer (nach 1700)
  • Johann Conrad Schwanckhardt (nach 1700)
  • „Maire“ Karl Ludwig Petersen (1792)
  • „Maire“ Johann Adam Weiß (1796–unsicher)
  • „Maire“ Johann David Staub (1796–unsicher)
  • „Maire“ Franz Freytag (1800–1801)
  • „Maire“ Johann Adam Weiß (1801–1804)
  • „Maire“ David Staub (1801–1804)
  • „Maire“ Ludwig Wilhelm Sonntag (1804–1809)
  • „Maire“ Georg Friedrich Hetzel (1809–1813)
  • Franz Reichardt (1814–1819)
  • Georg Friedrich Hetzel (1819–1829)
  • Friedrich August Heydenreich (1830–1832)
  • Georg Friedrich Hetzel (1833–1838)
  • Georg Friedrich Hilgard (1838–1843)
  • Georg Friedrich Kolb (1848–1849)
  • Georg Friedrich Haid (1859–1868)
  • Johann Conradt Eberhardt (1868–1874)
  • Georg Friedrich Haid (1875–1884)
  • Georg Peter Süß (1885–1894)
  • Dr. med. Friedrich Weltz (1894–1897)
  • Philipp Serr (1897–1904)
  • Philipp Lichtenberger (1904–1911)
  • Dr. Ernst Hertrich (1911–1914) (erster Berufsbürgermeister)
  • Dr. Otto Moericke (1917–1919)
  • Karl Leiling (1919–1943)
  • Rudolf Trampler, NS-Gau-Propagandaleiter (1943–1945)
  • Karl Leiling (1945–1946)
  • Hans Hettinger (1946)
  • OB Paul Schaefer (1946–1949)
  • Hermann Langlotz (1946–1949)
  • OB Dr. Paulus Skopp (1949–1969)
  • Bertram Hartard (1948–1952)
  • Stefan Scherpf (1956–1984)
  • OB Dr. Christian Roßkopf (1969–1995)
  • OB Werner Schineller (1995-2010)
  • Hanspeter Brohm (1995–2010)
  • Monika Kabs (2010-2011)
  • OB Hansjörg Eger (Seit 2011)

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Silber ein rotes Kirchengebäude mit drei blaubedachten und mit goldenen Kreuzen besteckten Türmen und drei offenen Toren.

Es wurde 1846 vom bayerischen König genehmigt. Seit dem 13. Jahrhundert führte Speyer im Stadtsiegel den Dom in der Nordansicht belegt mit der Madonna. Beim Wappen entschied man sich für die Westansicht des Domes, weil sie vom Reichsherold als „empfehlenswerter und ehrwürdiger“ angesehen wurde.[11]

Partnerstädte

Mit Spalding (Vereinigtes Königreich) wurde 1956 die erste Partnerschaft geschlossen. 1959 folgte das französische Chartres, 1989 Ravenna (Italien) und Kursk (Russland) und 1992 Gniezno (Gnesen) in Polen. Jüngste Partnerstadt ist seit 1998 Yavne in Israel.[12]

Darüber hinaus übernahm die Stadt 1982 eine Patenschaft für Karengera in Ruanda bzw. nach einer Kommunalreform 2001 für den Bezirk Ruzisi (vormals Impala).

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung Speyers ab 1586:

Jahr 1586 1797 1815 1830 1846 1871 1939 1946 1950 1956 1961 1966 1974 2007
Einwohner 7.814 2.805 5.827 8.391 10.619 12.901[13] 26.509 28.047 31.706 35.526 38.724 41.348 44.658[14] 50.673

Speyer verzeichnete von allen Städten in der Pfalz die stärksten Wachstumsraten und hat als eine von wenigen Städten überhaupt bis 2009 eine positive Wachstumsrate. Vergleich 1939 (100 %) bis 1985 in Prozent:

  • Landau 110,0
  • Ludwigshafen 105,3
  • Neustadt an der Weinstraße 115,2
  • Speyer 144,0
  • Rheinland-Pfalz 122,3[14]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Historische Bauwerke

Datei:SpeyerCathedralSonnenbrücke2.JPG
Speyerer Dom (Nordseite), im Vordergrund die Sonnenbrücke

siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Speyer

Bedeutendstes Bauwerk ist der Speyerer Dom. Er wurde 1981 als zweites deutsches Kulturdenkmal ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen und gilt als das größte romanische Bauwerk der Welt. Der Dombau wurde 1030 unter Kaiser Konrad II. begonnen. Die 1041 geweihte Krypta ist die Grablege der Salier.

Am anderen Ende der Maximilianstraße (im Volksmund „Hauptstraße“ genannt), dem Dom direkt gegenüber, liegt das 55 m hohe „Altpörtel“, das im Mittelalter das westliche Haupttor der Stadt darstellte. Die unteren Teile des heutigen Tores wurden zwischen 1230 und 1250 erbaut, das oberste Geschoss mit der Galerie und dem 20 m hohen Walmdach wurde zwischen 1512 und 1514 hinzugefügt.

Nach dem großen Stadtbrand wurde das Altpörtel 1708 mit einem neuen Schieferdach versehen. Im ersten Stockwerk befindet sich eine Dauerausstellung über die Geschichte der Speyerer Stadtbefestigung.

Speyer besitzt im „Judenhof“ die älteste noch vollständig erhaltene deutsche Mikwe, ein rituelles, jüdisches Bad aus dem 12. Jahrhundert.

Kirchen

Im Rahmen des Wiederaufbaues der Stadt nach der Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg entstanden Anfang des 18. Jahrhunderts die Dreifaltigkeitskirche als lutherische Stadtkirche sowie die Heiliggeistkirche (heute profaniert) für die reformierte Gemeinde.

Die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Gedächtniskirche erinnert an die Speyerer Protestation im Jahr 1529.

In unmittelbarer Nähe der Gedächtniskirche steht die katholische Josephskirche, die als Reaktion auf den Bau der Gedächtniskirche errichtet und 1914 eingeweiht wurde.

In der Nähe des Bahnhofs befindet sich die Bernhardskirche (1953 bis 1954), die als deutsch-französische Friedenskirche erbaut wurde.

Für den Stadtteil Speyer-Nord wurden die Kirchen St. Konrad und die Christuskirche errichtet, für Speyer-West St. Otto und St. Hedwig sowie die ev. Johanneskirche und für Speyer-Süd die Auferstehungskirche.

Eine weitere evangelische Kirche ist die Heiliggeistkirche.

Über eigene Kirchen verfügen auch jeweils die drei katholischen Frauenklöster und die evangelischen Diakonissen.

Auch die Evangelisch-methodistische Kirche, die Neuapostolische Gemeinde, die Freie evangelische Gemeinde, die freikirchliche Pfingstgemeinde und die Zeugen Jehovas verfügen über Kirchen bzw. Versammlungsorte.

Kirchen und Klöster

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sog. „Kölner Zeichnung“ von 1606
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St. Guido Stift (Ausschnitt aus dem Merian-Stich)

Bis zur Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg verfügte Speyer über unzählige Kirchen, Klöster und Kapellen, von denen die meisten bis auf wenige Reste verschwunden sind.

Hier eine Liste der bis 1689 vorhandenen Kirchen, Klöster und Kapellen in Speyer (ein Aufführen in der Liste bedeutet nicht automatisch, dass diese heute nicht mehr existieren: ** = wesentliche Teile erhalten / * = in Resten erhalten):

Museen

Das Historische Museum der Pfalz verfügt über römische und mittelalterliche Ausstellungsstücke aus der Region, insbesondere Reste der alten Domausstattung und einen der bedeutendsten Funde der Bronzezeit den in Schifferstadt gefundenen Goldenen Hut, einen mit kreisförmigen Ornamenten reich verzierten, aus Gold getriebenen Kultkegel.

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Portrait-Stele Hans Purrmann in Langenargen

Unweit des Stadtzentrums befindet sich das Technikmuseum Speyer, das eine sehr große Anzahl von technischen Meisterleistungen insbesondere aus dem Fahrzeug- und Flugzeugbau, unter anderem die weit sichtbare Boeing 747-230 „Schleswig-Holstein“ und die russische Raumfähre „Buran“ zeigt.

Dem Oeuvre zweier bedeutender Söhne der Stadt sind Dauerausstellungen in ihren jeweiligen Geburtshäusern gewidmet: Anselm Feuerbach (1829–1880) im Feuerbachhaus und Hans Purrmann (1880–1966) im Purrmann-Haus. Letzterem ist ein bundesweit anerkannter Preis der Stadt Speyer für Bildende Kunst gewidmet.

Das Museum SchPIRA präsentiert archäologische Exponate aus dem jüdischen Leben Speyers im Mittelalter. Mit dem benachbarten Judenhof können die drei wichtigsten Säulen der jüdische Gemeinde besichtigt werden, Synagoge, Friedhof und Mikwe.

Bibliotheken und Archive

Bibliotheken

  • Speyer ist Standort der Pfälzischen Landesbibliothek, mit etwa 1 Million wissenschaftlicher Bücher, 110.000 Musiknoten, etwa 700 Handschriften, 150 Inkunabeln und etwa 100 Nachlassbeständen die größte Bibliothek der Region. Sie besitzt seit 1947 das Pflichtexemplarrecht für den damaligen Regierungsbezirk Pfalz.
  • Die Bibliothek der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften, eine Präsenzbibliothek, hält 250.000 Bände zu den Themen Staat und Verwaltung vor und ist damit die größte verwaltungswissenschaftliche Spezialbibliothek in Deutschland.[15]
  • Die Kommune selbst unterhält die Stadtbücherei Speyer mit etwa 80.000 Medien.[18]
  • Darüber hinaus verfügt Speyer über die Bibliothèque Française Speyer e. V.[19] die etwa 3.500 Medien in französischer Sprache anbietet.[20] Darüber hinaus veranstaltet die Bibliothèque française regelmäßig Lesungen mit französischsprachigen Autoren.

Archive

Als Archivstandort verfügt Speyer über vier Archive: das Pfälzische Landesarchiv, das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz, das katholische Bistumsarchiv und über das älteste kommunale Archiv der Pfalz, das Stadtarchiv Speyer.

Theater

Die Stadt Speyer unterhält seit 1990 selbst ein Kinder- und Jugendtheater.[21]

Theater, Musicals und andere Bühnenaufführungen werden unter dem Titel Theater in der Stadthalle[22] angeboten von einer privaten Veranstalterin[23], der die Halle zu günstigen Konditionen überlassen wird.

Im Rathaus bietet das Zimmertheater Speyer[24] Theaterstücke, Kabarett und Kleinkunst.

Kunst, Musik, Veranstaltungen, Unterhaltung

Von August bis Oktober jeden Jahres werden in der Trägerschaft des Domkapitels Speyer, des SWR und der Stadt Speyer die Internationalen Musiktage „Dom zu Speyer“ veranstaltet. Neben der Austragung des Internationalen Orgelwettbewerbs „Dom zu Speyer“ stehen Sinfoniekonzerte, Abende mit Kammermusik und geistlicher Musik auf dem Programm. Ins Leben gerufen wurde dieses Festival 1980, als anlässlich der 950-Jahrfeier der Grundsteinlegung des Speyerer Domes der Internationale Orgelwettbewerb startete. Daraus entwickelte der künstlerische Leiter, Domkapellmeister Prof. Leo Krämer, die „Internationalen Musiktage Dom zu Speyer“ mit dem darin eingebetteten „Internationalen Orgelwettbewerb Dom zu Speyer“.

Die Stadt verfügt mit dem Musik- und Kulturzentrum Halle 101, Träger ist der Rockmusikerverein Speyer e. V. gegründet 1992, über eine der größten ehrenamtlichen Institutionen im Bereich Rockmusik/Nachwuchsförderung in ganz Deutschland. Mit dem Ehrenamtspreis des Landes Rheinland-Pfalz 2003 ausgezeichnet, ist die Halle 101 der Gegenpol zu den klassischen Touristenadressen in Speyer. Konzerte, von Gruppen wie Saga, Manfred Mann, Nazareth, Sven Väth, Jadakiss, Partys der Schüler und Studentengruppen, aber besonders die Förderung des Musikernachwuchses bestimmen das Programm.

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Speyerer Dom zur Weihnachtszeit
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Speyerer Weihnachtsmarkt

Am jeweils zweiten Juliwochenende (Freitag bis Dienstag) findet das traditionsreiche Speyerer Brezelfest statt. Das Brezelfest gilt als das größte Volksfest am Oberrhein. Am zweiten Wochenende im August wird auf der ganzen Länge der Maximlianstraße die Kaisertafel aufgestellt. Jeweils am zweiten Wochenende im September findet das Speyerer Altstadtfest statt. Zwei weitere kleinere Volksfeste sind die Frühjahrs- und Herbstmesse. Der zweite festliche Höhepunkt im Jahr ist das Altstadtfest, das jährlich am zweiten Wochenende im September in den Gassen nördlich des Domes stattfindet.

In der Vorweihnachtszeit wird auf dem alten Markt zwischen Dom und Alter Münz ein Weihnachtsmarkt abgehalten. Der Dom ist in dieser Zeit besonders festlich beleuchtet.

Das Haus der Badisch-Pfälzischen Fastnacht ist Treffpunkt, Museum und Archiv der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine.

Jedes Jahr zu Ostern findet mit dem Satanic Stomp in Speyer das größte Psychobilly-Festival Deutschlands statt.

Sport

In Speyer existieren 17 Großspielfelder, davon 8 von Vereinen, 14 Kleinspielfelder, davon 7 von Vereinen, 13 Bolzplätze, 8 Gymnastikwiesen, davon 4 von Vereinen, 24 Tennisplätze, 2 Tennishallen, 14 Bahnen-Kegelanlagen, 4 Steganlagen für Boote, 2 Yachthäfen, 3 Reitplätze, 3 Reithallen, 1 Schießsportanlage, 1 Trimmanlage, 1 Minigolfanlage, 1 Skaterpark, 1 Minipipe, 1 Schwimmhalle und damit verbunden 1 Freibad sowie 1 Flugsportanlage.[25] Im Jahr 2004 waren in 47 Sportvereinen 13.937 Mitglieder organisiert.[26]

Ein Verein ist der JSV Speyer, dessen Judogruppe national und international große Erfolge hat (mehrere Deutsche Meister). Derzeit ist die Männermannschaft in der 2. und die Damenmannschaft in der 1. Judo Bundesliga. Außerdem leitet den Leistumgssport dort der ehemalige ungarische Nationaltrainer Ference Nemeth. Im Dezember 2011 wurde ein neues Judolandesleistungszentrum in Speyer eröffnet.

Das Basketballteam BIS Baskets Speyer spielt in der Pro B und ist somit Speyers erfolgreichster Sportverein. Heimspiele werden in der Nord-Halle Speyer ausgetragen. Seit 2005 spielen die Damen der SG Towers Speyer-Schifferstadt in der 2. Damen-Basketball-Bundesliga.

Der bekannteste Fußballverein FV Speyer fusionierte im Jahr 2009 mit dem VfR Speyer zum FC Speyer 09.

Der Schwimmer Thomas Ligl, Mitglied des Wassersportvereins Speyer (WSV), wurde 2004 zweifacher Weltmeister der Masters über 50 m, 100 m und 200 m Brust und wurde wegen weiterer sportlicher Erfolge in den Jahren 1984, 1990, 2001 und 2004 Sportler des Jahres der Stadt. Er hält seit 1987 bis heute den deutschen Rekord in der AK 25 über 100 m Brust auf der 50-m-Bahn. Sein Weltrekord wurde inzwischen unterboten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Industrie

  • Elektroindustrie, vor allem ein großes Werk des Tyco-Electronics-Konzerns (früher Siemens).
  • Flugzeugbau, vor allem die Pfalz-Flugzeugwerke GmbH sowie der Hersteller von Ultraleichtflugzeugen FK-Leichtflugzeuge
  • Fahrzeugbauzulieferer, vor allem ein großes Werk der Mann+Hummel GmbH (neben Luftfiltern für Fahrzeuge auch Industriefilter)
  • Maschinenbau, vor allem die Loeser GmbH
  • Chemie, vor allem ein Werk der Thor GmbH und die Spezialraffinerie Haltermann
  • Isolierstoffe, vor allem ein großes Werk von Saint-Gobain ISOVER G+H zur Herstellung von Isoliermaterial aus Glasfasern und ein Werk der Pan-Isovit AG.
  • Druckereien

Dienstleistung

In der Innenstadt von Speyer bestehen (2007) aktuell 177 Ladengeschäfte mit einer Verkaufsfläche von 29.785 m². Die drei stärksten Branchen sind Bekleidung/Textil mit 54 Betrieben und 12.735 m² Verkaufsfläche, Schuhe mit 20 Betrieben mit 3.700 m² und Einrichtungsbedarf mit 4.535 m² Verkaufsfläche. Größte Einzelbetriebe sind der Kaufhof mit etwa 8180 m² und der C&A-Bekleidungsmarkt mit etwa 2100 m². Die 19 größten Geschäfte erzielten einen Umsatz von 101 Mio. Euro.

Stark gewachsen ist in Speyer in den letzten Jahren der Tourismus.

Behörden und Einrichtungen

Zahlreiche Verwaltungseinrichtungen, regional und überregional wichtige Behörden und Institutionen haben in Speyer ihren Sitz:

Größte Arbeitgeber

Die Liste der größten Arbeitgeber ab 100 Beschäftigte zeigt Speyer als Stadt der Dienstleistungen. Die größten Arbeitgeber in Speyer sind (Stand 2008)[28]: Diakonissen Speyer-Mannheim (in Speyer): 2200, Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz: 1323, Bischöfliches Ordinariat: 1004, Stadtverwaltung: 954, Evangelische Heimstiftung: 930, Tyco Electronics: 900, Pfalz-Flugzeugwerke (PFW): 826 (plus 41 Azubis), Postfrachtzentrum: 650, Protestantische Landeskirche: 603 (plus 703 Pfarrer/innen), Filterwerk Mann u. Hummel (in Speyer): 505, Standortverwaltung der Bundeswehr: 485, Thor Chemie: 450, Kreis- und Stadtsparkasse: 426, Volksbank Kur- und Rheinpfalz (insgesamt): 426, Klambt-Verlag (insgesamt): 342, Diakonisches Werk: 309, Vincentius-Krankenhaus: 302, Landwirtschaftliche Sozialversicherung Hessen – Rheinland-Pfalz – Saarland: 300, Saint-Gobain Isover: 280, Finanzamt (in Speyer): 249, Stadtwerke Speyer: 224, Elopak: 220, Marktkauf: 200, Gartner Speditions GmbH: 160, Kissler: 155, Lidl-Zentrallager: 153, Bopp + Reuther: 152, PM-International AG: 150, Lindner Hotel & Spa Binshof: 130, Bauhaus: 120, Rechnungshof: 119, Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften: 116, Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt: 115, Landesbetrieb Mobilität: 104, Pneuhage – Interpneu-Zentrallager Speyer: 100

Gerichte

Zuständig in Zivilsachen sind je nach Streitgegenstand und Streitwert das Amtsgericht Speyer oder das Landgericht Frankenthal. Darüber wölbt sich als Rechtsmittelgericht das Oberlandesgericht Zweibrücken.

Diese Gerichte sind je nach Schwere des Delikts auch die zuständigen Strafgerichte. Strafdelikte in Speyer werden von der Staatsanwaltschaft Frankenthal verfolgt.

Zuständiges Gericht in öffentlich-rechtlichen Streitigkeiten ist das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße.

In arbeitsrechtlichen Streitigkeiten ist der Rechtsweg zum Arbeitsgericht Ludwigshafen eröffnet.

In Sozialrechtsfällen ist das Sozialgericht Speyer zuständig.

Krankenhäuser und Feuerwehr

Die Ev. Diakonissenanstalt Speyer-Mannheim K.d.ö.R. (Diakonissen Speyer-Mannheim) ist Träger des größten regionalen Krankenhauses (kurz: das Diakonissen) und einiger weiterer Einrichtungen in und um Speyer. 1859 nahmen die ersten Diakonissen in Speyer ihre Tätigkeit als christlichen Dienst auf. Heute ist die Ev. Diakonissenanstalt Speyer-Mannheim K.d.ö.R. ein bedeutender Arbeitgeber für 2500 Menschen in vielen Arbeitsfeldern: Krankenhäuser, Kindergärten und Hort, Jugendhilfemaßnahmen, Behindertenarbeit, Altenheime und Hospiz. Mit dem städtischen Stiftungskrankenhaus hat die Diakonissenanstalt überdies eine traditionsreiche Speyerer Einrichtung übernommen. Als zweites Krankenhaus besteht in Speyer das von einem katholischen Orden getragene St. Vincentius. Dies blickt auf eine über 100-jährige Tradition zurück. Die beiden Krankenhäuser ergänzen sich in ihrem Spektrum: so sind zum Beispiel die Gefäßchirurgie, Pädiatrie und Gynäkologie im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus, im „Vincenz“ die Unfallchirurgie und die Urologie.

Die Freiwillige Feuerwehr Speyer gehört zum Fachbereich 2 (Sicherheit, Ordnung, Umwelt, Bürgerdienste, Verkehr) der Stadt. Zur Feuerwehr gehören gut 150 freiwillige und einige hauptamtliche Feuerwehrleute, die sich auf zwei Standorte verteilen: die Hauptwache mit der Einsatzzentrale in der Industriestraße und die Wache 2 (Nord) in der Viehtrieftstraße. Eine Freiwillige Feuerwehr besteht in Speyer seit 1848, daneben gab es seit dem Mittelalter die „Städtische-Löschanstalt“. 1860 beschloss die Stadt eine neue Feuerlöschordnung und vereinigte beide Organisationen.[29]

Bildung

Speyer hat einen größeren Einzugsbereich mit seinen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Drei staatliche und zwei konfessionelle Gymnasien, eine Integrierte Gesamtschule sowie das Speyer-Kolleg führen zur Hochschulreife. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Berufs-, Berufsfach- und Fachoberschulen.

Die Bedeutung Speyers als Schulstadt belegen folgende Zahlen: Im Jahre 2007/08 gab es bundesweit 9,18 Millionen Schüler an allgemein bildenden Schulen, was einem Bevölkerungsanteil von etwa 11,2 % entsprach. In Speyer gingen in diesem Jahr 8.710 Schüler zur Schule; dies entsprach einem Anteil von etwa 17,5 % an der Speyerer Bevölkerung. Interessant ist auch die Verteilung der einzelnen Abschlussarten im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. Besonders hervor sticht in Speyer der hohe Anteil der Abschlüsse, die zur Hochschul- bzw. Fachhochschulreife führen, mit 49,5 %. Es gibt in der Region nur eine Stadt, die diesen Wert knapp übertrifft, nämlich Heidelberg mit 49,9 %. Dieser Wert wird in Westdeutschland kein weiteres Mal und in Ostdeutschland nur drei Mal übertroffen.[30]

Gebiet bzw.
Stadt
Anzahl
Schüler
Anteil
an Wohn-
bevölkerung
%
Anteil
o. Abschluss
%
Anteil
Hauptschule
%
Anteil
Realschule
%
Anteil
Hochschulreife
%
Deutschland 9.183.811 11,2 7,4 23,3 40,9 28,5
Speyer 8.710 17,5 4,0 17,2 29,2 49,5
Heidelberg 16.179 12 4,1 17,7 28,3 49,9
Neustadt 44,5
Kaiserslautern 44,1
Landau 40,0
Ludwigshafen 28,8
Mainz 44,4

Speyer ist Sitz einer post-universitären Bildungseinrichtung, der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, der einzigen Ausbildungsstätte ihrer Art für den gesamten höheren Verwaltungsdienst in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Stadtbücherei befindet sich in der Villa Kirrmeier-Ecarius.

Verkehr

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Straße

Speyer hat direkten Anschluss an das Bundesstraßen- und Autobahnnetz. Die nördlich gelegenen Städte Ludwigshafen und Mannheim und das südlich gelegene Karlsruhe sind über die B 9, die die Bebauung der Stadt westlich begrenzt, in etwa 20 Minuten zu erreichen. Die Bundesautobahn 61, von der deutsch-niederländischen Grenze von Nordwesten kommend, durchquert den nördlichsten Teil der Stadt und führt über den Rhein zur A 6 am Autobahndreieck Hockenheim; Anschussstellen gibt es im Norden an der B 9 und im Osten an der B 39. Außerdem verläuft die B 39 zum 20 km westlich gelegenen Neustadt an der Weinstraße durch die Stadt. Die B 9 ist vierspurig, beide Bundesstraßen sind kreuzungsfrei ausgebaut und haben auf Speyerer Gemarkung sieben Abfahrten. Wegen des dazwischenliegenden unzerstörten Schwetzinger Waldes ist das gut 30 Straßenkilometer östlich gelegene Heidelberg in 40–45 Minuten zu erreichen.

Der Rhein wird in Speyer von der Salierbrücke, über die die Bundesstraße 39 verläuft, und von der Autobahnbrücke der A 61 gequert.

Schiene

Seit der Einführung der S-Bahn RheinNeckar fahren die Linien S 3/4 ab Speyer Hauptbahnhof und über den Haltepunkt Speyer-Nord/West in einem gemeinsamen Halbstundentakt in Richtung Mannheim, dessen Bahnhof, einer der wichtigsten ICE/IC-Knotenbahnhöfe Deutschlands mit ausgezeichneten Fernverbindungen, in 25 Minuten erreicht wird. In Schifferstadt besteht Anschluss an die Linien S 1/2 nach Neustadt und Kaiserslautern. Ende 2006 wurde die S-Bahn über Speyer hinaus bis nach Germersheim verlängert. Der alle zwei Stunden verkehrende Regionalexpress erreicht Karlsruhe in 40 und Mainz in 60 Minuten. Außerdem halten in Speyer täglich mehrere Regionalbahnen mit den Zielen Ludwigshafen BASF und Wörth (Rhein).

Carsharing

Carsharing wird neben dem zu Fuß gehen, dem Rad fahren und dem Öffentlichen Nahverkehr oft als vierte Säule des Umweltverbundes bezeichnet. In Speyer gibt es seit über 10 Jahren ein Carsharing-Angebot und ergänzt das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs. An vier Carsharing-Stationen im Stadtgebiet stehen den Nutzern 4 Teilautos zur Verfügung. Kooperationen des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar und der RNV mit Stadtmobil ermöglichen Besitzern von ÖPNV-Jahresabonnements die besonders günstige Nutzung von Carsharing.

Rhein

Speyer liegt am Rhein und besitzt im Süden einen Hafen für Mineralölprodukte (für das Tanklager und die Spezialraffinerie), die Schiffswerft Braun mit dem südlichen Yachthafen und östlich des Domparks Anlegestellen für Passagierschiffe. Der klassische (alte) Hafen östlich der Altstadt, in dem zuletzt vor allem Getreide, Kies, Baustoffe und Schrott umgeschlagen wurden, wurde geschlossen und in einen Yachthafen umgewandelt. Dort befindet sich auch ein kommerzielles Aquarium der SeaLife-Gruppe, das Fische von den Quellbächen des Rheins bis zur Nordsee zeigt. Im Sommer finden täglich Fahrten mit zwei fest in Speyer stationierte Ausflugsschiffe statt. Im Sommer wird zeitweise, ganz im Süden der Gemarkung eine Personenfähre nach Rheinhausen betrieben.

Flug

Die Internationalen Flughäfen Frankfurt und Stuttgart sind in gut einer Stunde zu erreichen. Der Flugplatz Speyer ist als Verkehrslandeplatz klassifiziert und besitzt schon heute die längste Lande- und Startbahn der Region. Nutzer sind vor allem Firmenjets und ein sehr aktiver Flugsportverein. Der Ausbau war aufgrund des Schutzes des nahegelegenen Auwaldes heftig umstritten.

Rad/Fuß

Radwanderwege bestehen den Rhein entlang, von Bruchsal nach Speyer und von Speyer nach Neustadt an der Weinstraße. Speyer ist ein klassischer Startpunkt für den Pilgerweg nach Santiago de Compostela, dessen Wiederbelebung vom Bistum Speyer stark gefördert wurde.

Medien

Tageszeitungen

In Speyer erscheint seit 1952 als Tageszeitung die Speyerer Rundschau als Lokalausgabe der Zeitung Die Rheinpfalz und seit dem 2. Januar 2003 die Speyerer Morgenpost. Auch die über den Rhein benachbarte Schwetzinger Zeitung bringt werktäglich Lokalnachrichten aus Speyer.

Von 1952 bis zum 31. Dezember 2002 erschien zudem die Speyerer Tagespost.

Internet-Zeitung

Als Internet-Zeitung hat sich speyer-aktuell.de etabliert.

Chronik

Als Chronik der Stadt gibt der Speyerer Verkehrsverein die Speyerer Vierteljahreshefte heraus.

Persönlichkeiten

Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Speyer

Berühmte Persönlichkeiten aus Speyer sind unter anderem der Alchemist Johann Joachim Becher, der Maler Anselm Feuerbach, der General Karl Becker, der Organist Ludwig Doerr, der Bildende Künstler und Hochschullehrer Eberhard Bosslet, der Schriftsteller und Hochschullehrer Thomas Lehr, der Leichtathlet Christian Reif sowie der Trompeter Helmut Erb.

Ehrenbürger

→ Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Speyer

Die Stadt Speyer hat seit 1832 20 Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen. Sie würdigt damit jene Personen, die sich in herausragender Weise für die Domstadt engagiert haben.

Siehe auch

Literatur

Bibliografie

  • Kathrin Hopstock, Sigrid Werner: Quellen zur Geschichte Speyers. Bücher, Urkunden, Bilder. Eine Auswahl aus den Beständen von Stadtarchiv und Stadtbücherei. Stadtarchiv, Speyer 1990

Stadtgeschichten

  • Christoph Lehmann: Chronica der Freien Reichs Stadt Speyer. Erste Ausgabe. Rosen, Frankfurt am Main 1612.
  • Christoph Lehmann: Chronica der freyen Reichsstadt Speier. Frankfurt am Main 1698.
  • Carl Weiss: Geschichte der Stadt Speier. Gilardone, Speyer 1876. Digitalisat
  • Fritz Klotz: Speyer, eine kleine Stadtgsschichte. Beiträge zur Speyerer Stadtgeschichte, Heft 2, Bezirksgruppe Speyer des Historischen Vereins der Pfalz, 1971, mehrere Auflagen.
  • Stadt Speyer (Hrsg.): Geschichte der Stadt Speyer. Bd. 1–3. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007522-5.
  • Ferdinand Schlickel: Speyer. Von den Saliern bis heute. 1000 Jahre Stadtgeschichte. Hermann G. Klein Verlag, Speyer 2000, ISBN 3-921797-60-8.
  • Sabine Happ: Stadtwerdung am Mittelrhein. Die Führungsgruppen von Speyer, Worms und Koblenz bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. Böhlau-Verlag, Köln unter anderem 2002, ISBN 3-412-12901-1.
  • Hans Ammerich: Kleine Geschichte der Stadt Speyer. G. Braun Buchverlag, 2008, ISBN 978-3-7650-8367-9.

Einzelthemen

  • Wolfgang Eger: Speyerer Straßennamen. Ein Lexikon. Hermann G. Klein Verlag, Speyer 1985, ISBN 3-921797-08-X.
  • Stadt Speyer und dem Landesamt für Denkmalpflege, Abt. Archäologische Denkmalpflege, Amt Speyer (Hrsg.): UNTER DEM PFLASTER VON SPEYER, Archäologische Grabungen von 1987 bis 1989. 1. Auflage. Verlag der Zechnerschen Buchdruckerei in Speyer, 1989, ISBN 3-87928-894-1.
  • Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche der Pfalz (Hrsg.): Erbe und Auftrag. Die Gedächtniskirche zu Speyer im Strom protestantischer Erinnerungskultur. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 978-3-89735-277-3.
  • Hubert Neumann: Sozialdisziplinierung in der Reichsstadt Speyer im 16. Jahrhundert. Gardez Verlag, St. Augustin 1997.
  • Johannes Bruno: Schicksale Speyerer Juden 1800–1980. Schriftenreihe der Stadt Speyer, Band 12, 2000, ISSN 0175-7954.
  • Johannes Bruno, Lenelotte Möller (Hrsg.): Der Speyerer Judenhof und die mittelalterliche Gemeinde. Verkehrsverein Speyer. Speyer 2001.
  • Johannes Bruno: Die Weisen von Speyer oder Jüdische Gelehrte des Mittelalters. Schriftenreihe der Stadt Speyer, Band 14, 2004, ISSN 0175-7954.
  • Johannes Bruno, Eberhard Dittus: Jüdisches Leben in Speyer. Einladung zu einem Rundgang. Haigerloch 2004.
  • Johannes Bruno: Das Mahnmal für die jüdischen Opfer der Naziverfolgung 1933–1945. Schriftenreihe der Stadt Speyer, Band 16, 2008.
  • Hermann W. Morweiser: Vom antifaschistischen Widerstand in Speyer. VVN-Bund der Antifaschisten, Speyer 1983.

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. 2,0 2,1 Geschichte der Stadt Speyer. Bd. 1, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007522-5.
  3. Die Identität der Toten dieser Art Fürstengräber ist unmöglich zu definieren, deshalb haben die Archäologen den Namen „Untersiebenbrunngruppe“ gegeben. Siehe Untersiebenbrunn.
  4. http://www.speyer.de/de/tourist/salierjahr/buergerfreiheit
  5. Geschichte der Stadt Speyer. Bd. 1, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007522-5, S. 314–332.
  6. Geschichte der Stadt Speyer. Bd. 1, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007522-5, S. 488.
  7. Hans Ammerich: Die Katastrophe des Pfälzischen Erbfolgekriegs, in: Kleine Geschichte der Stadt Speyer
  8. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009
  9. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2004
  10. http://www.dom-speyer.de/index.html
  11. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  12. Stadt Speyer
  13. http://www.dom-speyer.de/daten/domspeyer/seiten/geschichtezeitstrahl2ue.html
  14. 14,0 14,1 Wolfgang Eger: Geschichte der Stadt Speyer. Bd. 3.
  15. http://192.124.238.252/biblio/
  16. http://cms.bistum-speyer.de/bibliothek-ps/
  17. http://www.kirchenbibliothek.de/
  18. http://buecherei.speyer.de/index.asp?lkz=&nextpage=&time=21:29:230
  19. Französische Bibliothek im Rhein-Neckar-Wiki
  20. http://www.bibliotheque-francaise-speyer.de
  21. http://www.speyer.de/de/kultur/theater/kijuall
  22. http://www.speyer.de/de/kultur/theater/Theaterspielplan
  23. http://www.saltengastspiele.de/content/view/38/33/
  24. http://www.speyer.de/de/kultur/theater/zimmer?cmd=print
  25. Flächennutzungsplan 2020, S. 195
  26. Vorentwurf FNP 13. September 2005, S. 60
  27. http://www.rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Bundeswehrreform-Fuenf-Standorte-im-Land-fallen-weg-Birkenfeld-Speyer-Kusel-Stegskopf-_arid,326461.html
  28. Broschüre Standortdaten Speyer (30. Juni 2008), Seiten 5-8
  29. Website der Feuerwehr Speyer, dort Daten und Geschichte. (Abgerufen am 16. Juli 2010.)
  30. http://www.statistik-portal.de/Statistik-Portal/

Weblinks

 Wikisource: Speyer – Quellen und Volltexte
 Commons: Speyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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