Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Shenzhen

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
22.55114.1
<templatestyles src="Hani/styles.css"></templatestyles>深圳
Shenzhen
Shenzhen (Erde)
Shenzhen
Shenzhen
Basisdaten
Staat Vorlage:Infobox Ort/Wartung/Staat
[[|]]
Höhe 2 m
Fläche 1.953 km²
Einwohner 8.912.300 (2009)
Dichte 4.563,4 Ew./km²
ISO 3166-2 CN-44
Webauftritt english.sz.gov.cn (en)
Politik
Bürgermeister Xu Qin (许勤)
Shenzhen bei Nacht, mit Shun Hing Square im Hintergrund
Shenzhen bei Nacht, mit Shun Hing Square im Hintergrund
Lage von Shenzhen im Perlfluss-Delta
Stadtbezirke von Shenzhen

Shenzhen (chinesisch <templatestyles src="Hani/styles.css"></templatestyles>深圳市 Shēnzhèn Shì) ist eine Unterprovinzstadt in der Provinz Guangdong der Volksrepublik China.

Shenzhen liegt im Süden der Provinz, nur durch einen Fluss von Hongkong getrennt. Die Planstadt gilt aufgrund ihres Status als Sonderwirtschaftszone als eine der bedeutendsten Städte für ausländische Investitionen und ist eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt. Im Jahr 1979 lebten im heutigen Stadtgebiet gerade einmal 30.000 Einwohner. Heute ist Shenzhen eine moderne Metropole mit über 12 Millionen Einwohnern[1], die fast genauso schnell wächst wie Shanghai. Shenzhen ist die Stadt mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen in China (ohne Hongkong und Macao). Tragsäule der lokalen Wirtschaft ist die Elektronik- und Telekommunikationsindustrie.

Geografie

Die Boomtown Shenzhen liegt im Süden der Provinz Guangdong im Perlfluss-Delta. Das Stadtgebiet umfasst eine Größe von 2050 km². Von Hongkong trennen es die Flüsse Sham-Chun und Sha-Tau-Kok.

Shenzhen war ursprünglich ein hügeliges Gebiet mit fruchtbarem Ackerland. Jedoch kam es nach der Einführung der Sonderwirtschaftszone zu tiefgreifende Veränderungen der Landschaft. Das ehemals hügelige Fischerdorf wurde für das Stadtgebiet großteils eingeebnet und etwas angehoben. Vom Satelliten aus betrachtet sind nur noch Lotus Hill, Mount Bijia und Mount Wutong als Erhöhungen in der Stadt zu erkennen. Durch den anhaltenden Bauboom in der Stadt wird auch das Gebiet um die Mission Hills teilweise eingeebnet, um es nutzbar zu machen. Außerdem werden an den zahlreichen Buchten Polderflächen angelegt, um dem Meer weiteres bebaubares Land abzuringen.

Shenzhen liegt etwa 100 km südöstlich von der Provinzhauptstadt Guangzhou, 60 km südlich von der Industriestadt Dongguan, 60 km nordöstlich von Zhuhai und 65 km nordöstlich von Macao entfernt.

Administrative Gliederung

Die Unterprovinzstadt Shenzhen setzt sich auf Kreisebene aus zehn Stadtbezirken (区 Qū) zusammen. Vier dieser Stadtbezirke sind neu gegründete, sogenannte „funktionale Stadtbezirke“ (功能区), die kurzerhand „neue Stadtbezirke“ (新区) genannt wurden. Die „alten“ Stadtbezirke sind Verwaltungsgliederungen ersten Grades, d.h. sie verfügen über beide Parlamentskammern, (Volkskongress und Konsultativkonferenz), sowie über eine Volksregierung (<templatestyles src="Hani/styles.css"></templatestyles>人民政府), die vom Volkskongress des Stadtbezirks gewählt wird. Die funktionalen Stadtbezirke sind hingegen Verwaltungsgliederungen zweiten Grades, nämlich „Stadtmittelbehörden“, d.h. sie haben keine Volkskongresse, keine Konsultativkonferenzen und vor allem keine Volksregierungen. Ihre Verwaltung wird direkt von der Stadt Shenzhen bestimmt und eingesetzt.

Die sechs „alten“ Stadtbezirke:

Name Chinesisch Pinyin Lage Farbe Fläche km² Einwohnerzahl1 Dichte Ew./km²
Bao'an[2] 宝安区 Bǎo'ān Qū Westen hellblau 402 2.638.807 6564,2
Futian[3] 福田区 Fútián Qū westlicher Süden dunkelrot 78,04 1.318.055 16.889,5
Longgang[4] 龙岗区 Lónggǎng Qū zentraler Norden orangebraun 382 1.831.225 4793,8
Luohu[5] 罗湖区 Luóhú Qū zentraler Süden violett 78,36 923.423 11.784,4
Nanshan[6] 南山区 Nánshān Qū Südwesten grün 182,12 1.087.936 5973,7
Yantian[7] 盐田区 Yántián Qū Südosten blau 72,63 208.861 2875,7

1 Zensus 2010.

Die vier „neuen“ Stadtbezirke:

Name1 Chinesisch Pinyin Lage Farbe Fläche km² Einwohnerzahl Dichte Ew./km²
Dapeng[8] 大鹏新区 Dàpéng Xīnqū Osten hellbraun 294,18 180.000 611,9
Guangming[9] 光明新区 Guāngmíng Xīnqū Nordwesten türkisblau 156,1 481.420 3084
Longhua[10] 龙华新区 Lónghuá Xīnqū westlicher Norden ockergelb 175,58 1.379.000 7854
Pingshan[11] 坪山新区 Píngshān Xīnqū Nordosten rosa 168 309.211 1840,5

1 Guangming wurde am 31. Mai 2007, Pingshan am 30. Juni 2009, Dapeng am 27. Oktober 2011 und Longhua am 30. Dezember 2011 gegründet.

Die Sonderwirtschaftszone (SEZ, engl. Special Economic Zone) wurde am 1. Juli 2010 um die zwei Stadtbezirke Bao'an und Longgang erweitert und umfasst seitdem das gesamte Stadtgebiet.[12] Das traditionelle Finanz- und Handelszentrum befindet sich in dem an Hongkong angrenzenden Stadtteil Luohu. Futian, der Stadtbezirk in dem sich die Stadtregierung befindet und der sich im vergangenen Jahrzehnt zum neuen Finanz- und Handelszentrum der Stadt entwickelt hat, liegt im Herzen der SEZ. Im Stadtbezirk Nanshan im Westen der SEZ ist die High-Tech-Industrie angesiedelt. Der Stadtbezirk Yantian ist der Knotenpunkt für die logistischen Aktivitäten von Shenzhen.

Ethnische Gliederung der Bevölkerung Shenzhens (2000)

Beim Zensus 2000 wurden in Shenzhen 7.008.831 Einwohner gezählt.

Satellitenbild des Grenzgebietes Shenzhen (nördlich der Bucht) - Hongkong (im Süden), Juli 2005
Klimadiagramm Shenzhen
Name des Volkes Einwohner Anteil
Han 6.782.986 96,78 %
Zhuang 112.559 1,61 %
Tujia 25.987 0,37 %
Miao 25.567 0,36 %
Dong 12.707 0,18 %
Yao 8.802 0,13 %
Hui 6.784 0,1 %
Manju 5.061 0,07 %
Mongolen 4.555 0,07 %
Bouyei 4.398 0,06 %
Koreaner 4.004 0,06 %
Yi 2.257 0,03 %
Bai 1.645 0,02 %
She 1.640 0,02 %
Li 1.292 0,02 %
Mulam 1.209 0,02 %
Tibeter 1.153 0,02 %
Gelao 1.082 0,02 %
Sonstige 5.143 0,07 %

Klima

Shenzhen hat eine Jahresdurchschnittstemperatur von 22,8 °C und eine Jahresniederschlagsmenge von 1828 mm. Das Klima kann als subtropisches Meeresklima beschrieben werden. Im Frühjahr und im Herbst ist mit dem häufigen Auftreten tropischer Wirbelstürme (Taifune) zu rechnen.

Geschichte

Der Name der Stadt

Der Name der Stadt taucht zum ersten Mal während der Ming-Dynastie 1410 auf. Damals war das Gebiet von unzähligen Flüssen und Bächen durchkreuzt, die zur Entwässerung der Reisfelder dienten. Die Leute bezeichneten diese Entwässerungsgräben als „zhèn (圳)“. „Shēn (深)“ bedeutet „tief“.

Shēnzhèn in chinesischer Schrift

<templatestyles src="Hant/styles.css"></templatestyles>深圳

kann somit in etwa als „tiefe Entwässerungsgräben“ übersetzt werden.

Die Zeit vor der Gründung der Sonderwirtschaftszone

Ursprünglich lag auf dem Gebiet der heutigen Stadt der Kreis Bao'an (宝安县), dessen Zentrum bis 1979 eine Stadt mit nur 30.000 Einwohnern an der Grenze zu Hongkong war. Im März 1979 entschied sich die Zentralregierung zusammen mit der Provinzregierung von Guangdong aus dem Kreis eine Stadt mit dem Namen Shenzhen zu machen. Im November des gleichen Jahres erhielt Shenzhen die Stadtrechte und wurde somit direkt der Provinzregierung unterstellt.

Gründung und Erweiterung der Sonderwirtschaftszone

Blick von Hong Kong nach Shenzhen im März 1997

Shenzhen liegt am Perlfluss-Delta und an der Grenze zu der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong. Diese günstige Lage war der Grund dafür, dass unter Deng Xiaoping im Mai 1980 in Shenzhen die erste Sonderwirtschaftszone Chinas gebildet wurde, unter anderem auch, um von der wirtschaftlichen Entwicklung Hongkongs zu profitieren. Dengs Parole im Zusammenhang mit der Stadt Shenzhen lautete „Lasst den Westwind herein. Reichtum ist ruhmvoll“. Dies beschrieb sehr treffend das, was in der Stadt in den kommenden Jahren passieren sollte, ein extremer Bauboom, wie er selbst in China selten anzutreffen ist.

Shenzhen entwickelte sich neben Guangzhou und heute bereits über dieses hinaus zu der größten Stadt im Perlfluss-Delta, das neben dem Beijing-Tianjin-Gebiet und dem Jangtsekiang-Delta als eine der wirtschaftlich bedeutendsten Regionen Chinas gesehen wird. Da in der gesamten Provinz Guangdong viele Unternehmen im produzierenden Gewerbe tätig sind, war die Region die erste, die in den Medien gerne als „Werkbank der Welt“ bezeichnet wurde.

Die Sonderwirtschaftszone erreichte bis 2009 eine Größe von 396 Quadratkilometern und übertraf damit bereits um ein Vielfaches die ursprünglichen Pläne aus dem Jahr 1980. Im Jahr 2009 erarbeitete die Stadtregierung einen Plan zur erneuten Erweiterung, der vom Staatsrat Chinas bestätigt wurde. Demnach wurden ab dem 1. Juli 2010 in die Sonderwirtschaftszone auch die Stadtbezirke Bao'an und Longgang eingeschlossen und mit einer Größe von 1.953 Quadratkilomentern verfünffacht[13].

Politik

Beziehungen zwischen Hongkong und Shenzhen

Mit einer Gesamtfläche von zusammen ca. 3300 km² und ca. 19 Mio. Menschen sind Hongkong und Shenzhen, noch vor Guangzhou, die bedeutendsten Städte der Wirtschaftsregion Perlfluss-Delta. In der Zeit der Gründung der Sonderwirtschaftszone Shenzhen profitierte die Stadt sehr stark von der wirtschaftlichen Entwicklung der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong, die als eine der liberalsten Marktwirtschaften der Welt gilt. Im Vergleich der beiden Städte heutzutage hat das vom Meer eingeengte Hongkong seine Stärken im Dienstleistungssektor, im Logistik- und Marketingbereich.

Shenzhen hingegen, das in den letzten Jahrzehnten zu einer der bedeutendsten Großstädte Chinas gewachsen ist, hat enorme Produktionskapazitäten und einen großen „Pool an Talenten“. Die Stadt beliefert Hongkong beispielsweise auch mit Waren des täglichen Bedarfs wie z.B. Obst, Gemüse und Geflügel und versorgt die Stadt ebenfalls mit Strom, da der Strombedarf nicht vollständig durch Kraftwerke in Hongkong gedeckt werden kann. Außerdem wurde zwischen Hongkong und dem chinesischen Festland das „Mainland and Hong Kong Closer Economic Partnership Arrangement“ (CEPA) abgeschlossen, das die Wirtschaftsbeziehungen der beiden Städte bestärkt[14].

Zahlen aus dem Jahr 2003 besagen, dass 75 % der Unternehmen (ca. 9000 Unternehmen) in Shenzhen mit Auslandskapital aus Hongkong finanziert sind. Außerdem pendeln viele Hongkonger zwischen Shenzhen und Hongkong, wo sie arbeiten, da die Lebenshaltungskosten in Shenzhen wesentlich niedriger sind. So waren 2003 etwa 50.000 Wohnungen in Shenzhen im Besitze von Bürgern Hongkongs[15].

Städtepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Im Jahr 2001 gab es in Shenzhen 3,3 Millionen berufstätige Personen. Davon waren im sekundären Wirtschaftssektor 1,85 Mio. Personen beschäftigt und der tertiäre Sektor (Dienstleistungssektor) war Arbeitgeber für 1,4 Mio. Menschen. Im Jahr 2009 betrug das Bruttoinlandsprodukt von Shenzhen 820,1 Milliarden Renminbi (entspricht ca. 96 Mrd. Euro), was einem Wachstum von 66 % gegenüber 2005 entspricht. Die Wirtschaft in der Stadt wuchs zwischen 2001 und 2005 jährlich im Durchschnitt um 16,3 %. Das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2009 war das vierthöchste der Städte Festlandchinas.

Die Börse Shenzhen ist neben der Börse Shanghai die zweitgrößte Börse Festlandchinas.

Shenzhen ist Sitz einiger der erfolgreichsten chinesischen High-Tech Unternehmen wie Huawei, Xunlei oder ZTE. Außerdem haben viele ausländische IT-Unternehmen Niederlassungen in der Stadt. Dazu zählt beispielsweise der weltgrößte Elektronikhersteller Foxconn, welcher im Stadtbezirk Longhua mit mehr als 300.000 Mitarbeitern in der so genannten „iPod City“ unter anderem iPods für Apple und Bauteile für Sony, Nintendo und Hewlett-Packard herstellt.

International bekannt ist Shenzhen neben anderem durch das Künstlerdorf Dafen, wo sich mehrere Firmen auf Kopien von Klassikern der europäischen Kunst- und Designgeschichte spezialisiert haben[16][17].

Verkehr

Straßen- und Bahnverkehr

Der direkt an der Grenze zu Hongkong in Luohu (kantonesisch: Lo Wu) gelegene Bahnhof ist Ausgangspunkt für viele Zugverbindungen innerhalb Chinas. Er kann von Bürgern Hongkongs (Hongkong-Chinesen) direkt mit der KCR erreicht werden und wird gerne benutzt, um im preiswerteren Shenzhen einkaufen zu gehen. Ebenso verkehren Züge ab Hongkong, die beispielsweise bis nach Guangzhou durchfahren. Ab Shenzhen gibt es ebenfalls stark frequentierte Verbindungen nach Guangzhou oder zu anderen Zielen in China wie zum Beispiel die schnellen „Long-Distance“-Züge nach Peking mit 18 Stunden Fahrzeit. Für diese Fernzüge werden sowohl Tickets mit Sitzplatzreservierung angeboten als auch ohne. Diese "Stehtickets" sind erheblich preiswerter, allerdings sind die Züge entsprechend überfüllt.

Seit dem 1. Juli 2007 gibt es eine schnelle Straßenverbindung zwischen den nordwestlichen Teilen von Hongkong (Stadtteil Yuen Long) und dem westlichen Shenzhen (Stadtteil Shekou). Die über See 4770 m lange Schrägseilbrücke mit sechs Fahrstreifen bildet den „Hong Kong-Shenzhen Western Corridor“ über die trennende Deep Bay und machte viele Fährfahrten überflüssig. Auf den Rampen sind jeweils auf Hongkong- und Shenzhen-Seite eine kombinierte Maut- und Zollstation zu durchfahren. Die Kapazität wird mit täglich 58.600 Fahrzeugen und 60.000 Personen angegeben.

Shenzhen verfügt seit dem 28. Dezember 2004 über eine weiter in Aufbau befindliche U-Bahn, die Shenzhen Metro (MTR), und ist damit nach Peking, Hongkong, Tianjin, Shanghai und Guangzhou die sechste chinesische Stadt mit einem solchen Verkehrsmittel. Momentan sind fünf Linien in Betrieb.

Schwarztaxi E-Bike

Für die Fortbewegung innerhalb der Stadt können Taxis benutzt werden. Sie kosten mindestens 10 RMB bis 2 km und 0,60 RMB je weitere angefangene 0,25 km. Ab einer Fahrtstrecke von 20 km sowie in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr wird ein Zuschlag erhoben. An vielen Straßenkreuzungen können E-Bikes für 2 Personen für ebenfalls 10 RMB als Schwarztaxi gemietet werden. Da sie keine Taxiuhr haben, ist der Zuschlag für lange Fahrten Verhandlungssache.

Außerdem kann das sehr gut ausgebaute innerstädtische Busnetz benutzt werden. Fernere Ziele, wie Guangzhou, Dongguan, Humen oder Xiamen, können mit Fernbussen, die in einem Busterminal unterhalb der Lo Wu Commercial City nahe der Grenze zu Hongkong abfahren und ankommen, erreicht werden. Es existieren noch weitere größere Fernbus-Stationen wie z.B. die Futian Busstation im Bezirk Futian.

Flughafen

Der Shenzhen Baoan International Airport ist der viertgrößte Flughafen Festlandchinas und liegt 35 km nordwestlich außerhalb des Stadtzentrums im Stadtbezirk Bao'an. Er bedient viele innerchinesische Ziele sowie auch einige internationale Zielflughäfen. Im Vergleich zu dem internationalen Flughafen von Hongkong ist er normalerweise günstiger für Flüge innerhalb Chinas. Er hat sich zu einem bedeutenden Umschlagplatz für Luftfrachtsendungen und innerchinesische Passagierflüge entwickelt. Zudem ist der Flughafen das Drehkreuz der in Shenzhen beheimateten Passagierfluggesellschaft Shenzhen Airlines und der Frachtfluggesellschaft Jade Cargo International.

Der Flughafen wird bis zum Jahr 2012 um eine neue Startbahn und ein weiteres 1300 Meter langes Terminal erweitert. Er wird damit im Passagierbereich mit rund 40 Millionen Kapazität/Jahr zu den bedeutendsten Flughäfen weltweit aufschließen.

Seehafen

Shenzhen hat mehrere Containerterminals: Yantian, Shekou und Chiwan sind hierbei die wichtigsten. Im Yantian International Container Terminal (盐田国际集装箱码头), dem größten der Terminals, können elf Containerschiffe gleichzeitig abgefertigt werden, nach dem weiteren Ausbau insgesamt 15[18]. Im Jahr 2006 wurden hier 8,865 Mio. TEU umgeschlagen[19]. Im Chiwan Container Terminal (赤湾集装箱码头) können bis zu neun Schiffe gleichzeitig be- und entladen werden[20], es hatte 2006 einen Umschlag von 5 Mio. TEU[21]. Die Shekou Container Terminals (蛇口集装箱码头) können maximal sechs Containerschiffe abfertigen. Ein weiterer Anleger war 2007 noch in Bau[22]. 2005 wurden an diesen Containerterminals insgesamt 2,664 Mio. TEU umgeschlagen[23].

Daneben gibt es noch weitere Containerterminals in Mawan, Dongjiaotou, Fuyong, Xiadong, Shayuchong und Neihe. Zusammengenommen hatten die Containerterminals in Shenzhen 2009 nach Shanghai das zweithöchste Umschlagaufkommen von China und nach Shanghai, Singapur und Hongkong das vierthöchste in der Welt. Das Containeraufkommen in Shenzhen ist hierbei in den vergangenen Jahren wesentlich stärker gewachsen als die Menge der umgeschlagenen Container in Hongkong.

Containerumschlag, Vergleich mit Hongkong (in Mio. TEU)
Hafen 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Hongkong 22,0 22,6 23,5 23,9 24,2 21,0 23,5 24,4
Shenzhen 13,7 16,2 18,5 21,1 21,4 18,3 22,5 22,6
Quelle: Hafen Hamburg [24]
Shun Hing Square mit Stadtkulisse im Hintergrund

Eine Möglichkeit um nach Hongkong zu kommen sind die Jetfähren, die im Stundentakt von Hongkong Island, Kowloon (Hong Kong China Ferry Terminal) und dem Hongkonger Flughafen nach Shekou (Shenzhen) und Fuyong (Flughafen Shenzhen) verkehren.

Sehenswürdigkeiten

  • Gebäude: In Shenzhen steht das neunthöchste Gebäude der Welt, der Diwang Dasha (Erd-König Hochhaus) am Shun Hing Square. Es wurde 2011 durch den 432 Meter hohen Kingkey 100 in seiner Rolle als das höchste Gebäude der Stadt abgelöst. Der SEG Plaza ist ebenfalls in der Liste der höchsten Gebäude der Welt aufgeführt.

Insgesamt stehen in Shenzhen 13 Gebäude, die höher als 200 Meter sind. Sie bilden insbesondere nachts mit den weiteren Gebäuden der Stadt eine imposante Skyline. [25]

Künstlerdorf Dafen

Dafen (大芬社区) ist eine Einwohnergemeinschaft im Stadtbezirk Longgang. Dieses Dorf entwickelte sich in den letzten Jahren zur weltweit größten Werkstatt für kopierte Ölgemälde.

Tropeninsel Nei Lingding Dao

Nei Lingding Dao (内伶仃岛) gehört zum Straßenviertel Shekou im Stadtbezirk Nanshan. Auf der Insel im Perlfluss-Delta befindet sich ein großes Naturschutzgebiet mit südasiatischem Tropenwald und zahlreichen Makaken.

Freizeit und Sport

Zusammen mit dem Mission Hills Golf Club ist die größte Golfanlage der Welt entstanden, auf der seit 2007 der World Cup der Profi-Golfer ausgetragen wird.

Shenzhen war Gastgeber der Sommer-Universiade 2011.

Themenparks

  • Die Minsk World (明思克世界) ist ein militärischer Themenpark in der Dapeng Bay in Shatoujiao. Unter anderem steht in dem am 10. Mai 2000 eröffneten Park der als Touristenattraktion umgebaute Flugdeckkreuzer Minsk der Sowjetischen und später der Russischen Marine.
  • Das Happy Valley ist ein Themenpark mit Achterbahnen und vielen weiteren Fahrgeschäften. In der Nähe liegen die Parks Window of the World, in dem auf 48 Hektar Fläche über hundert bauliche und natürliche Attraktionen aus der ganzen Welt (Kolosseum, Eiffelturm, Matterhorn etc.) im kleinen Maßstab nachgebaut sind, und Splendid China (錦繡中華), in dem Miniaturen vieler chinesischer Sehenswürdigkeiten (z.B. die chinesische Mauer) maßstabsgetreu nachgebildet sind. Happy Valley, Window of the World und Splendid China liegen alle in unmittelbarer Umgebung im Futian-Distrikt der Stadt.
  • OCT EAST: Das OCT EAST (East Overseas Chinese Town), ein 9 km² großer Freizeitpark direkt am Meer im Stadtteil Yantian. Hier gibt es verschiedene europäisch eingerichtete Dörfer, eine Liftanlage, eine Golfanlage, eine Golf Driving Range. Im Theater des OCT East Dorfes „Interlaken“ befindet sich auch das derzeit größte LED Video Display Chinas, das als Kulisse für die täglich dort stattfindende Show zum Thema „Tee“ dient.
  • Vergnügungsviertel Sea World: Kein Themenpark, jedoch thematisch aufgezogen ist das kleine Vergnügungsviertel Sea World im Distrikt Shekou. An der Wasserlinie wacht eine riesige Statue der Seegöttin Wa und landein wartet das 180 m lange ehemalige Passagierschiff „Minghua“ auf Besichtigung und Bewirtung. Die umgebenden Straßen und Gassen sind eine Melange aus St. Pauli, Amsterdam und Marseille. Gleich daneben liegt ein Golfplatz, den Chinesen gefällt das kleinteilige Wirrwarr, das Viertel ist nicht so steril wie viele Teile der Planstadt Shenzhen.

Galerie

Literatur

  • Thomas Kiefer: Chinas Häfen – Tore zur Welt. In: Hansa, Heft 6/2011, S. 98–103, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2011, ISSN 0017-7504

Einzelnachweise

  1. zh:深圳市
  2. Bao'an Lokalregierung – Basisfakten
  3. Futian Lokalregierung – Basisfakten
  4. Longgang Lokalregierung – Basisfakten
  5. Luohu Lokalregierung – Basisfakten
  6. Nanshan Lokalregierung
  7. Yantian Lokalregierung – Basisfakten
  8. Dapeng in der chinesischen Online-Enzyklopädie Baidu
  9. Guangming Lokalregierung – Basisfakten
  10. Longhua in der chinesischen Online-Enzyklopädie Baidu
  11. Pingshan Lokalregierung – Basisfakten
  12. Xinhua – China expands pioneer special economic zone Shenzhen
  13. China expands Shenzhen special economic zone, China Daily, 2. Juni 2010
  14. Fact Sheet: Stadt und Sonderwirtschaftszone Shenzhen. Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland Kanton, abgerufen am 28. Juni 2007.
  15. Aufsteigende Stars des Großraumgebietes des Perlfluss-Deltas. Beijing Rundschau, abgerufen am 28. Juni 2007.
  16. Eduard Kögel: „Gefälschte Identität oder Sehnsucht nach Exotik.“ in: archimaera (Heft 2/2009)
  17. Spiegel-Online 2006: Van Goghs vom Fließband
  18. Yantian International Container Terminals (Informationsbroschüre). Yantian International Container Terminals Limited, abgerufen am 29. Juni 2007.
  19. About YICT. Yantian International Container Terminals Limited, abgerufen am 29. Juni 2007.
  20. Facilities & Equipments. Chiwan Container Terminal Limited, abgerufen am 29. Juni 2007.
  21. CCT achieved 5 million TEUs in 2006. Chiwan Container Terminal Limited, abgerufen am 29. Juni 2007.
  22. Terminal Key Facts. Shekou Container Terminals Limited, abgerufen am 29. Juni 2007.
  23. Historic Throughput. Shekou Container Terminals Limited, abgerufen am 29. Juni 2007.
  24. Containerumschlag im Vergleich
  25. Top 15 Skylines of The World

Weblinks

 Commons: Shenzhen – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Vorlage:Navigationsleiste Bezirksfreie Städte Guangdongs


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Shenzhen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.