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Schwertlilien

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Schwertlilien
Verschiedenfarbige Schwertlilie (Iris versicolor)

Verschiedenfarbige Schwertlilie (Iris versicolor)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Unterfamilie: Iridoideae
Tribus: Irideae
Gattung: Schwertlilien
Wissenschaftlicher Name
Iris
L.

Die Schwertlilien (Iris) bilden eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Iridoideae in der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen.

Die an Arten umfangreiche Gattung wurde nach der griechischen Göttin des Regenbogens (Iris) benannt. Der wissenschaftliche Name ist auch im deutschen Sprachgebrauch geläufig. Die Iris-Arten werden wegen ihrer schönen und auffälligen Blüten als Zierpflanzen geschätzt. Schwertlilien sind trotz ihres Namens nur entfernt mit Lilien verwandt.

Beschreibung

Iris-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden Rhizome oder Knollen, die oft unzutreffend „Zwiebeln“ genannt werden, als Überdauerungsorgane. Neuerdings werden auch die Arten der Gattung Belamcanda (beispielsweise Belamcanda chinensis, nun: Iris domestica) zu Iris gerechnet. Die hier folgende Beschreibung gilt für alle Iris-Arten, die nicht zur Gattung Belamcanda gehört haben.[1]

Die zwittrigen Blüten der Schwertlilien sind dreizählig. Es sind sechs Blütenhüllblätter vorhanden, die trompetenförmig verwachsen sind; drei äußere als sogenannte „Hängeblätter“, die bei einigen Arten auffällige Kämme oder Bärte tragen, sowie drei innere, häufig aufrecht stehende „Domblätter“. Über jedem „Hängeblatt“ steht ein ebenfalls wie ein Blütenhüllblatt geformter und gefärbter Narbenast. Es sind nur drei Staubblätter vorhanden. Der Griffel „dreiästig“, wobei jeder „Griffelast“ über der Narbe zweilappig ist. Bestäubungsbiologisch bildet jedes „Hängeblatt“ mit einem Narbenast und dem dazwischenliegenden Staubblatt eine Blume (Meranthium), d. h. jedes Drittel der Blüte kann unabhängig voneinander von Insekten (insbesondere Hummeln) angeflogen werden (Entomogamie).

Bei befruchteten Blüten kommt es zur Ausbildung von Kapselfrüchten, die zu den sogenannten lokuliziden Kapseln zählen. Sie reißen bei Reife an den Rückennähten jedes Fruchtblattes auf. Neben Schwertlilien treten solche Kapseln auch bei Narzissen sowie Nachtkerzen und vielen Liliengewächsen auf. Es befinden sich 4 bis 20 Samen in ein bis zwei Reihen je Kapselfach. Die Samen sind mit oder ohne Arillus.

Systematik und Verbreitung

Buchara-Schwertlilie (Iris bucharica)
Danford-Schwertlilie (Iris danfordiae)
Douglas-Iris (Iris douglasiana)
Übelriechende Schwertlilie (Iris foetidissima)
Gras-Schwertlilie (Iris graminea)
Sand-Schwertlilie (Iris humilis)
Regenbogen-Schwertlilie (Iris innominata)
Gefranste Schwertlilie (Iris japonica) in Japan (Fukushima)
Pyrenäen-Schwertlilie (Iris latifolia) in den Pyrenäen
Gelbliche Schwertlilie (Iris lutescens)
Gelbliche Schwertlilie (Iris lutescens)
Rocky-Mountain-Schwertlilie (Iris missouriensis)
Schwarze Schwertlilie (Iris nigricans) in Jordanien
Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus)
Netzblatt-Schwertlilie (Iris reticulata)
Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)
Massenbestand der Sibirischen Schwertlilie am Bodensee
Kretische Schwertlilie (Iris unguicularis)
Bunte Schwertlilie (Iris variegata)
Spanische Schwertlilie (Iris xiphium)

Die Gattung Iris wurde durch Carl von Linné aufgestellt.

Die 200 bis 280 Arten stammen alle von der Nordhalbkugel, meist aus den gemäßigten Zonen.

Die Gattung Iris wird in sechs Untergattungen gegliedert:

  • Untergattung Hermodactyloides Spach: Sie besitzen Knollen.
  • Untergattung Iris: Sie besitzen Rhizome: Mit den Sektionen:
    • Sektion Hexapogon
    • Sektion Iris
    • Sektion Oncocyclus
    • Sektion Psammiris (Spach) J.J.Taylor
    • Sektion Pseudoregelia
    • Sektion Regelia
  • Untergattung Limniris (Tausch) Spach: Sie besitzen Rhizome: Mit den Sektionen:
    • Sektion Limniris Tausch
    • Sektion Lophiris Tausch
  • Untergattung Nepalensis: Sie besitzen Rhizome.
  • Untergattung Scorpiris Spach: Sie besitzen Knollen.
  • Untergattung Xiphium

Arten

Die World Checklist of Selected Plant Families[2] zählt folgende 285 Arten auf:

Holunder-Schwertlilie (Iris x squalens)

Bekannte Hybriden (Auswahl):

Aus der Gattung Iris auszuschließen ist

Verwendung

Apothekengefäß zur Aufbewahrung von Präparaten aus Schwertlilienrhizomen, Österreich, etwa 15.-16. Jahrhundert

Aus der Wurzel der Veilcheniris oder „Florentinischen Schwertlilie“ (Iris germanica var. florentina, Syn. Iris pallida), auch Veilchenwurz oder Violwurtz genannt, wurden die im 19. Jahrhundert beliebten Veilchenparfüms gewonnen und in alten Zeiten daraus auch ein Brechmittel hergestellt. Der Name kommt von den Wurzelsprossen, die ätherisches Öl enthalten, das mit zunehmendem Alter einen feinen Veilchenduft verströmt und in der Antike zur Würze des Weins oder zur Beseitigung von Mund- beziehungsweise Schweißgeruch diente. Als Fixativ wird die Wurzel in der Kosmetik und bei Herstellung von Potpourris benutzt. Außerdem wird sie auch als Zusatz zu Likören (Benediktiner, Danziger Goldwasser, Cordial Medoc) und zum Aromatisieren von Weinen und Tabaken verwendet. Noch bis in unsere Zeit wird sie zahnenden Kindern zum Beißen gegeben, da sie in Verbindung mit Speichel eine weiche, gummiartige Konsistenz entwickelt.

Von vielen Arten wurden Sorten gezüchtet, die als Zierpflanzen verwendet werden.

Sortengruppen

Es gibt unzählige Sorten (Gartenkulturformen, Züchtungen vor allem aus England und den USA).

In der Gattung werden gärtnerisch zwei Hauptgruppen unterschieden, von denen eine in weitere drei Untergruppen unterteilt wird:

  • Zwiebel-Iris
  • Rhizom-Iris
    • Bart-Iris mit „Bärten“ aus bunten Haaren auf den Hängeblättern
    • bartlose Irisformen
    • Evansia-Iris oder Kamm-Iris, die statt eines Bartes einen aufrechten Kamm besitzen.

Rhizom-Iris sind in der Regel winterhart und bevorzugen einen sonnigen Platz; einige der bartlosen Schwertlilien bevorzugen sehr feuchten Boden. Zwiebel-Iris-Arten sind ebenfalls winterhart und benötigen während der Wachstumsperiode einen sonnigen Standort mit viel Feuchtigkeit.

Für den Gärtner sind insbesondere die Bart-Iris-Sorten wichtig. Von ihnen gibt es mittlerweile ein so großes Sortiment, dass sie selbst für Kenner kaum noch zu überblicken sind. Die Bart-Iris werden zur besseren Orientierung in drei Gruppen unterteilt, wobei Wuchshöhe und Blütezeit für die Unterteilung entscheidend ist.

  • Hohe Bart-Iris (Iris-Barbata-Elatior-Hybriden). Diese werden über 70 cm hoch und blühen ab Ende Mai
  • Mittelhohe Bart-Iris (Iris-Barbata-Media-Hybriden). Diese sind zwischen 40 und 70 cm hoch und haben eine Blütezeit, die zwischen den Zwerg- und hohen Bart-Iris-Sorten liegt.
  • Niedrige Bart-Iris oder Zwerg-Schwertlilien (Iris-Barbata-Nana-Hybriden). Diese erreichen nur eine Höhe von 15 bis 30 cm und blühen bereits ab der zweiten Aprilhälfte.

(Anmerkung zur Nomenklatur: Der gärtnerisch verwendete Name Iris Barbata bezeichnet keine Art, sondern eine Gruppe von Kultursorten.)

Fleur-de-Lys

Kulturgeschichtliches

Die in der Heraldik verwendete „Lilie“, etwa die berühmte Wappenlilie der Bourbonen, Fleur-de-Lys, ist eine stilisierte Schwertlilie.

Quellen

Literatur

  • Norlan C. Henderson: Iris. In: Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/0195152085 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. (englisch).
  • S. I. Ali, Brian Mathew: Flora of Pakistan 202: Iridaceae. University of Karachi, Department of Botany, Karachi 2000, online. (englisch)
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1481–1485.
  • D. A. Webb, A. O. Chater: Iris L. In: Flora Europaea. Volume 5: Alismataceae to Orchidaceae (Monocotyledones), Cambridge University Press, Cambridge, ISBN 0-521-20108-X, S. 87–92 (Eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).

Einzelnachweise

  1. Peter Goldblatt, David J. Mabberley: Belamcanda Included in Iris, and the New Combination I. domestica (Iridaceae: Irideae). In: Novon: A Journal for Botanical Nomenclature. Band 15, Nr. 1, 2005, S. 128–132. (Digitalisat)
  2. C. Barker: World Checklist of Iridaceae. Iris. Royal Botanic Gardens, Kew, Internet-Veröffentlichung, abgerufen am 10. Mai 2015.
  3. Yu-tang Zhao, Henry J. Noltie, Brian F. Mathew: Iris. In: Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/0915279835 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
  4. Knud Ib Christensen, H. Askin Akpulat: Iris celikii (Iridaceae), a new species from north-eastern Turkey. In: Nordic Journal of Botany. Band 24, Nr. 2, 2004, S. 207–210, doi:10.1111/j.1756-1051.2004.tb00834.x.

Weiterführende Literatur

Weblinks

 Commons: Schwertlilien (Iris) – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
  • Iris bei Plants For A Future (engl.)
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Schwertlilien aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.