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Schoppen

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Dieser Artikel behandelt das Gefäß bzw. Flüssigkeitsmaß Schoppen. Zu dem gleichnamigen belgischen Ort siehe Schoppen (Amel). Auch die Schilfinseln des Neusiedler Sees werden Schoppen genannt.

Ein Schoppen – zuerst ein niederdeutsches Wort, das ins Französische entlehnt und von dort ins Oberdeutsche rückentlehnt worden und verwandt mit schöpfen ist – ist ursprünglich ein Gefäß für Flüssigkeiten, später ein Hohl- bzw. Raummaß für Getränke.

Historisches Hohlmaß

Traditionell ist ein Schoppen die Hälfte einer Pinte oder ein Viertel einer Maß.

Der französische Schoppen (la chopine, chaupine, chopaine) entsprach 476,073 Milliliter (= 1/72 Kubik-Königsfuß), sonst meist 1/100 bis 1/120 normale Kubikfuß und damit zwischen einem Viertel- und einem halben Liter.

Im deutschsprachigen Raum umfasste der Schoppen im 19. Jahrhundert in Baden und der Schweiz 0,375 l, in Württemberg 0,459 l und in der Pfalz 0,564 l. Vor der von Napoleon veranlassten, im Frühjahr 1812 durchgeführten Vereinheitlichung der Maße in den Staaten des Rheinbunds, entsprach der Schoppen 0,7 Liter.[1] In der Stadt Rastatt hatte der Schoppen im Jahr 1615 noch 2,3 Liter, was damals eines der größten Weinmaße in Deutschland war.

Als die nichtmetrischen Maße in Süddeutschland 1872 von den metrischen abgelöst wurden, galt bis 1884 der Schoppen als offizielle Bezeichnung für 0,5 l. In der Schweiz war der Schoppen (0,375 l) bis 1877 amtlich.[2]

Heutiger Gebrauch

In der Schankwirtschaft ging – wie bei der Maß/Maßkrug – die Bedeutung im Laufe der Zeit vom Maß- oder Trinkgefäß auf das in der Regel alkoholische Getränk selbst über.

So bezeichnet „ein Schoppen“ manchmal je nach Region einen Viertelliter oder einen halben Liter Wein oder Apfelwein, ohne dass der eigentliche Inhalt – also der Wein oder Apfelwein – explizit genannt werden muss. Teilweise ging die Bindung an das Raummaß verloren. Anders als bei der Maß variiert die konkrete Bedeutung regional und lokal bezüglich Getränk und Menge: ein Viertel- oder ein halber Liter. Je nachdem, wo man seinen Schoppen bestellt, erhält man ein Glas Bier, ein Glas Apfelwein oder etwas anderes.

Pfälzer Schoppen

Im pfälzischen und im alemannischen Sprachraum bezeichnet „Schoppen“ heute meist einen halben Liter, in Rheinhessen teilweise 0,4 Liter einer alkoholischen Flüssigkeit. Dieser Schoppen kann in einem „Schoppenglas“ mit zylindrischer Form und glatter Außenseite oder in einem „Dubbeglas“ in der Form eines umgekehrten Kegelstumpfes mit kreisförmigen Vertiefungen ausgeschenkt werden.

In Hessen wird neben dem klassischen Schoppen Wein auch Apfelwein im „Schoppen“ gereicht. Der Begriff steht synonym zum Gerippten, einem 0,25 Liter, bzw. traditionell in Frankfurt 0,3 Liter fassenden Glas im Rautenschnitt. Die verschiedenen Größen dürften an den unterschiedlichen historischen Hohlmaßen in Hessen und der Freien Stadt Frankfurt zurückgehen. Demnach wäre das auch anzutreffende 0,5 Liter fassende Apfelweinglas das einzige Glas mit einem traditionellen Schoppen-Maß.

Wer im fränkischen Weinland einen Schoppen bestellt, erhält einen Viertelliter Wein. Dieser wird je nach Anlass und Qualität des Weins entweder im Römer, im Henkelglas oder im schlichten henkellosen Standardglas (Willybecher) gereicht. Die traditionelle Flaschenform in Franken, der Bocksbeutel, fasst drei Schoppen. Umgangssprachlich bezeichnet man einen Weintrinker in Franken auch als „Schoppenfetzer“, im süd-, mittel- und rheinhessischen Sprachraum als „Schoppenpetzer“ oder „Schoppenstecher“.

Beim Wort „Kinderschoppen“ wurde die Maßeinheit auf das Gefäß, das die entsprechende Einheit hält, übertragen. Das erste Trinkgefäß für Kleinkinder mit einem durchbohrten Gummischnuller als Trinköffnung trägt die Bezeichnung Schoppen. In der Schweiz wird der Begriff Schoppen fast ausschließlich in dieser Bedeutung verwendet und kann für das leere oder volle Gefäß stehen. Das leere Gefäß wird auch als Schoppenflasche bezeichnet.

Siehe auch

Weblink

 Wiktionary: Schoppen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Badisches Tagblatt, Als der „Rastatter Schoppen“ erheblich schrumpfte, 1. März 2012.
  2. Anne-Marie Dubler: Schoppen im Historischen Lexikon der Schweiz.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Schoppen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.