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Schmuel Ahron Judelevitz

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B. Navon: "Me'elo schel Schmuel"
"Und einen kleinen Mantel machte ihm seine Mutter" (Illustration der "Jüdischen Zeitung"; siehe den entsprechenden Hinweis im Text)

Raw Schmuel Ahron Judelevitz (geb. ca. 1900 in Eretz Jisrael; gest. 1974 in Israel), Verfasser des Me'il Schmuel, war ein israelischer Zaddik, Raw, Rosch Jeschiwa und Possek.

Leben

Vor seiner Geburt wurde seinen Eltern von einem grossen verborgenen Zaddik prophezeit, dass ihnen ein heiliges Kind geboren werde, das zu einem Gaon und Zaddik heranwachsen würde. Diese Vorhersage verwirklichte sich vollständig, und auch der Gaon Raw Schmuel Salant bezeugte diese Grösse.

Als er noch ein junger Knabe war, verlor er seinen Vater und hatte daraufhin kein einfaches Leben. Er wurde von einem Ort zum anderen geschickt. Als einmal der Melamed das Klassenzimmer betrat, in dem auch Schmuel Ahron unterrichtet wurde, und ankündigte, heute würde es Schläge setzen, floh Schmuel Ahron, weil er erkannte, dass er in dieser Schule nicht am richtigen Platz sei. Durch Zufall geriet er an den Jerusalemer Zaddik, Reb Arje Levin, der für sein überaus grosses Erbarmen bekannt war. Als Reb Arje den zwölfjährigen Knaben erblickte, wie er zu dieser Stunde auf den Strassen umherirrte, während alle Kinder sich im Cheder befanden, nahm er ihn freundlich zu sich und brachte ihn zu seiner Talmud Tora. Dann fragte er ihn, wo er denn sein Mittagessen habe. Als er verstand, dass er überhaupt kein Mittagessen erhielt, bat er ihn, doch am Mittag mit ihm nach Hause zu kommen und sein Gast zu sein. Und so begann die Bekanntschaft zwischen ihm, Reb Arje Levin und seiner Rebbetzen. Eine Bekanntschaft, die lange Zeit anhielt.

Als Schmuel Aron das Bar-Mitzwa-Alter erreichte, sagte er Reb Arje die Drascha vor, die er mit Mühe und grosser Begabung alleine vorbereitet hatte. Nachdem er seine Drascha zu Ende gesagt hatte, lehnte sich Reb Arje in seinem Stuhl zurück und wandte sich an seine Frau: "Und, was sagst du zu dieser wundervollen Drascha? Was willst du ihm als Drascha-Geschenk geben?" Die Rebbetzen antwortete: "Man nennt ihn doch Schmuel und mein Name ist Chana. Im Sefer Schmuel steht über Schmuel Hanawie und seine Mutter Chana: 'Und einen kleinen Mantel machte ihm seine Mutter.' Also werde ich ihm einen Mantel machen. Die Augen von Schmuel Aron leuchteten auf: "Wirklich? Werde ich wie die Grossen einen Mantel besitzen? Wie ein normaler Bar-Mitzwa-Junge und nicht wie ein Waise?"

Als er fünfzig Jahre später, als Rosch Jeschiwa, Raw und Possek, sein Sefer herausgab, nannte er es "Me'il Schmuel", aus Dankbarkeit an die Rebbetzen Levin, die ihm den Mantel als Geschenk gab.

Als er sechzehn Jahre alt war, wandte sich Reb Arje an ihn und fragte, ob er einverstanden wäre, seine Tochter Reische zu heiraten und sein Schwiegersohn zu werden. Der Bachur war etwas verdutzt und antwortete dann: "Dieses Angebot würde eine grosse Ehre sein für mich, jedoch kann ich nicht sofort mit einem "Ja" antworten, da Chasal uns bekanntlich lehren, dass es einer Person untersagt ist, eine Frau zu heiraten, bevor man sie sah. Ich muss also zuerst die Kalla sehen, und dann werde ich meine Antwort geben. – Dies war kaum vorstellbar, befand sich Schmuel Ahron doch schon einige Jahre im Hause von Reb Arje Levin und hatte die Tochter noch kein einziges Mal angeschaut! Nachdem sie einen Lechajim getrunken hatten, erklärte Reb Arje, dass es ihm eigentlich nur so eilig war, weil er fürchtete, dass jemand anders ihn zuerst nehmen würde. Nun aber sei er einverstanden, mit der Hochzeit noch ein Jahr abzuwarten, so dass der Chatan weiterhin ungestört lernen konnte.

Nach Schmuel Ahrons Tode erinnerten sich seine Kinder, dass er einmal erwähnt hatte, dass er gerne neben seinem Lehrer, dem Gaon von Tavrig, begraben sein möchte. Sein Schwager, Raw Eljaschiw, bestand darauf, dass diesem Wunsch Folge geleistet wurde, und telefonierte sofort persönlich mit der Chewra Kadischa. Dort gab man ihm bekannt, dass zwischen dem Grab seines Rebben und Reb Jecheskel Sarna genau ein Grab frei sei! Raw Eljaschiw erklärte ihnen daraufhin: "Wenn noch ein Platz vorhanden ist, für wen möchtet ihr diesen Platz lassen? Für einen grösseren Gadol als er? Eine grössere und geeignetere Person als ihn könnt ihr in dieser Generation nicht finden!"

Hinweis

Der Artikeltext beruht in weiten Teilen auf einem Nachruf in der Jüdischen Zeitung, Zürich, Ausgabe vom 28. Dezember 2012, Seite 20 (Autor: S. Roberg).


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