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Scheinhinrichtung

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Scheinhinrichtung ist eine Foltermethode, bei der eine Exekution scheinbar durchgeführt wird, es sich also für das Opfer so darstellt, als ob die eigene Hinrichtung unmittelbar bevorstünde. Es handelt sich um eine Form der psychischen Folter, bei der das Opfer tatsächliche Todesangst durchlebt.

Durchführung

Scheinhinrichtungen können darin bestehen, dass das Opfer zum Hinrichtungsplatz geführt wird, womöglich sein eigenes Grab ausheben muss, die Hinrichtung dann aber im letzten Moment abgebrochen oder eine Erschießung mit Platzpatronen simuliert wird. Scheinhinrichtungen gehören zu den Foltermethoden, die keine physischen Spuren an den Opfern hinterlassen (Weiße Folter).

Berühmte Opfer

Ein berühmtes Opfer einer Scheinhinrichtung war der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski, dem 1849 erst im Angesicht des Exekutionskommandos seine Begnadigung mitgeteilt wurde. Dieses traumatische Erlebnis floss auch in sein literarisches Schaffen ein. Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig beschrieb dieses Ereignis in einem Kapitel seines Buchs Sternstunden der Menschheit in lyrischer Form. Auch in Chile war es während der Diktatur Augusto Pinochets laut der Valech-Kommission an der Tagesordnung, Gefangene mit Scheinhinrichtungen zu foltern.

Scheinhinrichtungen während des Irak-Krieges

Während des Irak-Krieges kam es zu Scheinhinrichtungen Gefangener durch Angehörige der Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Mehrere Offiziere wurden deswegen durch ein Militärgericht zu Arrest- und Geldstrafen verurteilt.


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