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Robert Alt

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Robert Alt (geb. 4. September 1905 in Breslau; gest. 13. Dezember 1978 in Ost-Berlin) war ein deutscher Erziehungswissenschaftler und Hochschullehrer.

Leben

Nach dem Abschluss des Realgymnasiums studierte der Sohn eines deutsch-jüdischen Stubenmalers Robert Alt von 1924 bis 1927 Soziologie und Philosophie in Breslau und Berlin und wurde Mitglied der Jusos. 1924 trat Alt in die SPD ein. Bis 1929 studierte er an der Pädagogischen Akademie in Frankfurt am Main und wurde Mitglied der Sozialistischen Studentenschaft. 1929 legte Alt seine erste Lehrerprüfung ab und wurde Lehrer an einer Volksschule in Berlin-Neukölln und ab 1932 zusätzlich Lehrer an der Volksschule der jüdischen Gemeinde Berlins. 1933 trat Alt zur KPD über und legte seine zweite Lehrerprüfung ab. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde Alt diskriminiert, wurde „aus rassischen Gründen“ aus dem Schuldienst entlassen und musste sein Universitätsstudium abbrechen. Bis 1939 arbeitete Alt in einem privaten Landschulheim und war Lehrer der jüdischen Gemeinde. Von 1939 bis 1941 war Alt Dozent am jüdischen Kindergärtnerinnen-Seminar der Reichsvereinigung der Juden. 1941 wurde Alt verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. Er war bis 1945 im KZ Posen, im KZ Mittelbau-Dora, im KZ Auschwitz, auf dem KZ-Schiff Cap Arkona und nach Kriegsende kurzzeitig in einem Lager für Displaced Persons interniert.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1946 wurde Alt in der KPD, später der SED, aktiv und war maßgeblich am Aufbau des Schulwesens in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands beteiligt. Im Januar 1946 wurde Alt Dozent beim Hauptschulamt in Berlin und Professor an der Pädagogischen Hochschule Berlin, gleichzeitig lehrte er ab September 1946 an der Pädagogischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin. 1947 wurde Alt Mitglied der Schulkommission der SED. 1948 wurde er mit einer Arbeit über Industrieschulen promoviert und wurde Professor mit Lehrauftrag. Im Sommer 1949 wurde Alt Professor mit vollem Lehrauftrag und erhielt im September 1949 den Lehrstuhl für Geschichte der Pädagogik der Humboldt-Universität Berlin. Von 1952 bis 1963 war Alt Direktor des Instituts für Systematische Pädagogik und Geschichte der Pädagogik. Ab 1949 war Robert Alt Herausgeber der Schriftenreihe Erziehung und Gesellschaft, ab 1960 der Monumenta Paedagogica und ab 1961 des Jahrbuchs für Erziehungs- und Schulgeschichte.

1955 wurde Alt an der neugegründeten Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin Vorsitzender der Kommission für deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte. Von 1954 bis 1958 war Alt Mitglied des Zentralkomitees der SED und 1958 bis 1961 Dekan der Pädagogischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin. 1961 wurde Alt ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften und war bis 1970 Leiter der Arbeitsstelle für deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften. 1965 wurde Alt an der Humboldt-Universität Berlin zum Professor h. c. ernannt.

1966 wurde Alt Vorsitzender der Sektion Geschichte und Erziehung beim Wissenschaftlichen Rat des Ministeriums für Volksbildung der DDR. 1970 beendete Alt seine Universitätslaufbahn und wurde Präsident der Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland und Vizepräsident der Liga für Völkerfreundschaft. Robert Alt starb 1978 in Berlin.

Ehrungen

Werke

  • Robert Alt: Bilderatlas zur Schul- u. Erziehungsgeschichte, Vorlesungen zur systematischen Pädagogik Berlin 1960 – 65. Norderstedt 2005.
  • Das Bildungsmonopol[1]

Literatur und Quelle

Weblinks

Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Robert Alt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.