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Richard Friedländer (Kaufmann)

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Richard Friedländer (1936)

Richard Friedländer (geb. 15. Februar 1881 in Berlin; gest. 18. Februar 1939 im KZ Buchenwald[1]) war ein deutscher jüdischer Kaufmann, Stiefvater von Magda Goebbels, Häftling im KZ Buchenwald und Opfer der Shoa.

Leben

Friedländer entstammte einer gutsituierten jüdischen Berliner Kaufmannsfamilie. Nach dem Besuch der Volksschule und einer Aufbauschule erlernte er den Beruf des Kaufmanns und wurde später als solcher in Brüssel tätig. Hier heiratete er 1908 Auguste Behrend, geschiedene Ritschel, die ihr ledig geborenes Kind Magda mit in die Ehe brachte. Friedländer adoptierte das Mädchen, so dass sie seinen Namen bekam. Magda war jedoch nicht von der Mutter erzogen worden, sondern von belgischen Nonnen des Ordens der Ursulinen von Virgo Fidelis, die ihr eine „eine katholische, musisch und fremdsprachlich exzellente Erziehung“ angedeihen ließen.[2]

Als Magda Friedländer das erste Mal heiratete, verlangte der künftige Ehemann, der Industrielle Günter Quandt, dass sie ihren jüdischen Geburtsnamen ablegen solle, der nicht zu einer protestantischen Familie passe. Daraufhin verlieh ihr der geschiedene erste Ehemann ihrer Mutter seinen Namen „Ritschel“, so dass dieser Heirat nichts mehr im Wege stand.

Nachdem die Ehe 1929 wieder geschieden worden war, heiratete sie 1931 den damaligen Berliner NSDAP-Gauleiter und späteren Reichspropagandaminister Joseph Goebbels.

Seit der Hochzeit mit Quandt hatte Magda jeden Kontakt mit ihrem ehemaligen Nennvater Richard Friedländer vermieden. Dieser war inzwischen verarmt und schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten als Hilfskellner durchs Leben. Im Sommer 1938 wurde er bei der sogenannten Juni-AktionArbeitsscheu Reich“ in das KZ Buchenwald deportiert. Dort musste er, gesundheitlich schon angeschlagen, schwere Arbeit im Steinbruch verrichten, die zusätzlich zu den katastrophalen Lebensbedingungen zu seinem Tod führten. Seine Urne wurde den Angehörigen per Nachnahme, gegen Zahlung von 93 Reichsmark, nach Berlin zugestellt.

Literatur

  • Wolfgang Ayaß: „Asoziale“ im Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1995, ISBN 3-608-91704-7
  • Stefanie Schüler-Springorum: Masseneinweisungen in Konzentrationslager. Aktion „Arbeitsscheu Reich“, Novemberpogrom, Aktion „Gewitter“. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. 6 Bde. Beck, München 2005–07, Bd. 1, S. 156–164

Einzelnachweise

  1. http://totenbuch.buchenwald.de/names/details/person/964/ref/recherche
  2. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-20184307.html

Weblinks


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