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Richard Frey

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Richard Frey (geb. 11. Februar 1920 in Wien; gest. 16. November 2004 in Peking; eigentlich Richard Stein) war ein aus Österreich stammender Arzt, der nach China floh und dort auch politische Ämter bekleidete.

Leben

Richard Frey wurde in einer jüdischen Familie in Wien geboren. Er besuchte das Döblinger Gymnasium, konnte aber als Folge des „Anschlusses“ Österreichs an Nazideutschland 1938 die Matura nur mehr in der Sammelschule für jüdische Schüler in der Wasagasse ablegen.[1] Danach floh er wegen der drohenden Verhaftung durch die Gestapo aus Österreich und gelangte auf Umwegen schließlich im Jahr 1939 nach China. Dort schloss er sich dem Widerstand gegen die japanische Armee an und kam 1941 in die kommunistische Basis des „ShanxiChaharHebei-Grenzgebietes“ und schloss sich der Achte-Route-Armee an. 1942 beantragte er die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei Chinas und wurde 1944 in die Partei aufgenommen. Er arbeitete als Arzt an der Front in der Roten Armee und bildete Ärzte und Sanitäter aus. Kameraden verglichen ihn mit dem berühmten kanadischen Arzt Norman Bethune. Nach der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 blieb er in China und nahm die chinesische Staatsbürgerschaft an.

In China verlor Richard Frey im Krieg den Kontakt zu seiner großen Jugendliebe, der Wienerin Hanna und heiratete in Yan'an seine Kameradin Li Binzhu (李滨珠), die jetzt in Wien lebt. Sie bekamen zwei Söhne und eine Tochter. Anfang der 1960er Jahre wurde die Ehe aus politischen Gründen annulliert. Einige Jahre später heiratete er zum zweiten Mal eine einfache Chinesin, Jiang Guozhen (江国珍) und bekam noch einen Sohn.

Richard Frey war 1955 einer von rund einhundert Ausländern, wie beispielsweise der Journalistin Ruth Weiss aus Wien, den Ärzten Hans Müller aus Düsseldorf, dem US-Amerikaner Ma Haide (George Hatem), den Lehrerinnen Käthe Zhao aus Berlin und der Schweizerin Olga Lee, den Journalisten und Autoren wie Israel Epstein und dem Neuseeländer Rewi Alley oder der deutschen Fotografin Eva Siao, die die chinesische Staatsbürgerschaft erhielten.

Er arbeitete u. a. zehn Jahre lang als Arzt zur Seuchenbekämpfung in entlegenen Gebieten in Südwestchina und ab 1962 als Spezialist und Berater der Chinesischen Medizinischen Akademie für Seuchenbekämpfung. 1962 besuchte er erstmals wieder für kurze Zeit mit seiner Familie Österreich. Richard Frey leitete im Jahr 1987 die Einrichtung der ersten Computerdatenbank für medizinische Fachartikel in China.

1983 gehörte er zu den elf „ausländischen Experten“, die von der KP in Peking zu Mitgliedern der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes (PKKCV) ernannt wurden und an der VI., VII., VIII. und IX. PKKCV teilnahmen.

Am 16. November 2004 starb er im Alter von 84 Jahren in Peking.

Am 21. Februar 2006 wurde am Döblinger Gymnasium eine Gedenktafel für Richard Frey enthüllt, deren Text der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer verfasste.

Weblinks

Einzelnachweise


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Richard Frey aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.