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Rheinische Post

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Rheinische Post
Schriftzug
Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Erstausgabe 2. März 1946
Erscheinungsweise werktags
Verkaufte Auflage (IVW 4/2014, Mo–Sa) 318.048 Exemplare
Reichweite (MA  2011) 1,1 Mio. Leser
Chefredakteur Sven Gösmann
Herausgeber Gottfried Arnold, Manfred Droste, Florian Merz-Betz
Weblink RP ONLINE

Die Rheinische Post (kurz: RP) ist mit einer verkauften Auflage von 318.048 Exemplaren[1] eine der größten regionalen Abonnenten-Zeitungen in Deutschland. Sie wird seit 1946 von der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH in Düsseldorf herausgegeben. Ihr Leitsatz lautet „Zeitung für Politik und christliche Kultur“. Sie gilt dementsprechend als konservativ und CDU-nah.

Eigentümer

Die Zeitung ist eine der alliierten Neugründungen in der Nachkriegszeit. Die britische Zeitungslizenz erteilten die NSDAP-Gegner dem Politiker Karl Arnold, dem Zeitungsverleger Anton Betz und dem Rechtsanwalt Erich Wenderoth. Sie gründeten 1946 die Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH in Düsseldorf, von der die Rheinische Post seither herausgegeben wurde. Die Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH ist heute in Besitz von deren Nachfahren, den Familien Arnold, Betz, Droste und Wenderoth.[2][3]

Geschäftsführung

Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH ist seit Juli 2011 Karl Hans Arnold, stellvertretender Vorsitzender Patrick Ludwig. Geschäftsführer für das Ressort Finanzen ist Hans Peter Bork. Vor Arnold war Clemens Bauer von 1993 bis 2011 Geschäftsführer.[4]

Verbreitung

Das Kernverbreitungsgebiet erstreckt sich vom Bergischen Land bis zur niederländischen Grenze. Es gibt 31 Lokalausgaben, darunter auch andere regionale Zeitungen, wie die Neuß-Grevenbroicher Zeitung, das Benrather Tageblatt und vom 1. Januar 2000 bis 31. Dezember 2009 das Bocholter-Borkener Volksblatt, die aber nur den überregionalen Teil übernehmen und einen eigenen Regionalteil haben.

Erscheinungsweise

Die Zeitung erscheint montags bis samstags in gedruckter Form, die über den Einzelverkauf im Zeitungshandel und im Abonnement vertrieben wird. Samstags erscheint zusätzlich eine kostenpflichtige elektronische Ausgabe zum Download für das iPad, die RP Plus heißt und sich auch abonnieren lässt.[5]

Redaktion

Chefredakteur ist seit Juli 2005 Sven Gösmann (vormals stellvertretender Chefredakteur der Bild in Hamburg). Sein Vorgänger Ulrich Reitz wechselte als Chefredakteur zur Westdeutschen Allgemeinen Zeitung; Reitz hatte eine Reihe redaktioneller Reformen umgesetzt und dabei auch den dpa-ticker abbestellt.[6] Chefredakteur-Stellvertreter ist seit 1998 Horst Thoren. Vorgänger von Reitz war Joachim Sobotta, der von 1969 bis 1997 als Chefredakteur die Zeitung maßgeblich prägte.

Karikaturen

Von den siebziger Jahren an bis Mitte der achtziger Jahre wurden die politischen Karikaturen nur vom gebürtigen Rumänen Romulus Candea kreiert. Seit 1985 werden sie jedoch auch von Nik Ebert gezeichnet, insbesondere die zur Mönchengladbacher Lokalpolitik. Außerdem entwarf Nik Ebert den Comic „Düssel-Möwe“ für die Ausgaben der Region Düsseldorf. In den Regionalausgaben für den Raum Kleve und Geldern erscheint wöchentlich der Comic-Strip von „Patschel“, dem Niederrheinotter.

Internet-Auftritt

Die Nachrichten-Site der Rheinischen Post nennt sich RP Online und ergänzt die Print-Ausgabe durch aktuelle Meldungen. Von dort sind das Leser-Portal Opinio und das Szene-Portal Tonight sowie das Online-Anzeigen-Portal kalaydo direkt verlinkt. RP online ist der reichweitenstärkste Online-Dienst einer regionalen Tageszeitung in Deutschland.[7][8] Gemeinsam mit Antenne Düsseldorf betreibt RP Online auch die Internet-Radiosendung Die Sendung mit dem Internet.[9]

Die Internetadresse des Verlages lautet http://www.rheinischepostmediengruppe.de

Leser-Portal Opinio

Von Anfang 2005 bis Ende November 2011 betrieb die Rheinische Post ein Leser-Portal unter dem Namen Opinio, in dem Leser und Interessierte sich registrieren konnten. Dann konnten sie eigene Artikel und Gedanken veröffentlichen. Diese Beiträge befassten sich vor allen mit den eigenen Vorlieben der Opinio-Mitglieder und sind weniger dem aktuellen Geschehen verhaftet als der traditionelle Journalismus.[10] Am 16. Februar 2005 erschien die erste gedruckte Ausgabe von Opinio, die eine Sammlung der besten Autoren-Beiträge beinhaltet. Opinio erschien in gedruckter Form monatlich als Beilage der Zeitung, wurde später jedoch eingestellt und daraufhin erschien einmal pro Woche eine Seite in der Zeitung mit Opinio-Artikeln. Opinio wurde als Verbindung von Internet und Printmedien 2005 mit dem European Newspaper Award in der Kategorie Innovation ausgezeichnet.[11][12] Am 3. Oktober 2011 teilte die Redaktion den Mitgliedern von Opinio in dem Beitrag mit, dass das Portal aufgrund der veralteten Infrastruktur eingestellt werden müsse.[13] Bis Ende November seien die Benutzerkonten noch zugänglich, zum Dezember würden die Server endgültig abgeschaltet. Den Kunden wurde ein Wechsel zu jimdo.com nahegelegt.[14]

Tonight

RP Online betreibt außerdem das Szene-Portal 'Tonight', in dem über das Nachtleben in Düsseldorf, Krefeld, Moers, Neuss und Mönchengladbach und die dortigen Events ausführlich und mit Fotostrecken berichtet wird; darin können sich die Leser über zukünftige Termine informieren. Das Portal wurde im April 2011 einem Relaunch unterzogen. Seitdem steht den Nutzern auch eine Community zur Verfügung, in der Termine, Fotos und Nachrichten ausgetauscht werden können.

kalaydo.de

Gemeinsam mit anderen regionalen Tageszeitungen im Rheinland betreibt die Rheinische Post seit März 2006 das regionale Online-Anzeigenportal kalaydo.de, in dem Stellen-, Immobilien-, Auto- und Kleinanzeigen aufgegeben werden können. Darüber hinaus bietet das als „regionales Findernet“ bezeichnete Online-Portal eine Börse für Ferienimmobilien sowie einen Ticketshop. Mit über 39 Millionen Seitenaufrufen (Quelle: IVW / Februar 2009) gehört kalaydo.de zu den Top-10 der deutschen E-Commerce-Angebote.

RP Wirtschaft

RP Wirtschaft (www.rp-wirtschaft.de) ist das Rechercheportal für regionale Wirtschaftsthemen der Rheinischen Post. RP Wirtschaft ist im April 2010 gestartet und arbeitet mit einer Suchmaschinentechnologie, die Artikel verschlagwortet und damit den Städten, Personen sowie Unternehmen automatisch zuordnet. Auf gleiche Weise entstehen auch Themenspecials, mit denen die Nutzer erfahren, was sich in der Region zum Beispiel bei den erneuerbaren Energien, in der Landwirtschaft oder auf den Immobilienmärkten tut. Neben den Artikeln enthält das Portal auch eine umfangreiche Unternehmensdatenbank, mit der die Nutzer Zugriff auf mehr als 60.000 bilanzierenden Unternehmen aus der Region inklusive Umsatz- und Mitarbeiterstaffeln haben.

Beteiligungen der Mediengruppe

Die Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH, Holding der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH, hält über die Aachener Nachrichten Verlagsgesellschaft GmbH & Co. KG einen Minderheitsanteil von 24,5 Prozent am Zeitungsverlag Aachen, der hervorgegangen ist aus der Fusion der beiden lokalen Tageszeitungen Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten.[15]

Am Fernsehsender center.tv Düsseldorf, gegründet von Andre Zalbertus, hält die Mediengruppe eine Beteiligung von 30 %[16] und an der Fernsehproduktionsfirma AZ Media GmbH, gegründet von Andre Zalbertus, eine Beteiligung von 75,2 %.[17]

Der Werbevermarkter der nordrhein-westfälischen Lokalradios Antenne Düsseldorf, Radio Neandertal, Radio Wuppertal, Radio 90,1 Mönchengladbach, Welle Niederrhein, NE-WS 89.4, Radio RSG und Antenne Niederrhein, die PFD Pressefunk GmbH[18][19], ist eine Tochtergesellschaft der Rheinische Post Mediengruppe.

Der Verlag der Mediengruppe hat ferner wesentliche Beteiligungen in der Tschechischen Republik, in Polen und in den Niederlanden. Auf dem tschechischen Zeitungsmarkt hat der Verlag eine starke Stellung. In Tschechien besitzt er die Nummer 1 und Nummer 3 unter den landesweit verbreiteten Zeitungen (Mladá fronta Dnes, Prag und Lidové noviny, Prag). In Polen besitzt der Verlag zwei Regionalzeitungen in Bydgoszcz (Express Bydgoski) und Toruń (Nowości).[20]

In den Niederlanden gehören 40 Anzeigenblätter mit 1,9 Millionen Exemplaren Gesamtauflage anteilig zur RP.[20]

Im Januar 2009 wurde bekannt gegeben, dass die Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH den Zeitungsverlag „Neusser Pressehaus GmbH“ zu 100 % übernimmt. Nachdem schon seit den 1950er Jahren 50 % der Neuß-Grevenbroicher Zeitung zum Verlag der Rheinischen Post gehörten, wird diese nun vollständig in den Konzern eingegliedert.[21]

Im Oktober 2009 übernahm die Rheinische Post Mediengruppe 40 % der Anteile an der DVV Media Group GmbH vom Geschäftsführenden Gesellschafter Dieter Flechsenberger.[22]

RP DirektKom

Die RP DirektKom ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Mediengruppe mit Sitz in Düsseldorf. Schwerpunkt des Geschäfts bildet der Direktvertrieb von Zeitungsabonnements der Titel der Mediengruppe über selbstständige HandelsvertreterInnen. Mit dem Vertrieb werden sowohl Privat- als auch Geschäftskunden angesprochen. Das im Mai 2009 als GmbH gegründete Unternehmen beschäftigt heute ca. 80 selbstständige VerkäuferInnen.[23]

Neben der Rheinischen Post verkauft die RP DirektKom auch Abonnements der Neuß-Grevenbroicher-Zeitung, der Solinger Morgenpost und der Bergischen Morgenpost. Außerdem besteht eine Kooperation mit dem NDV Magazin Verlag.

Der Absatzmarkt erstreckt sich über das gesamte Rheinland, abgedeckt werden neben dem Bergischen Land auch die Ballungsräume Düsseldorf, Duisburg, sowie der Rhein-Kreis Neuss und der Niederrhein.[24][25]

Weblinks

 Commons: Rheinische Post – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. laut IVW, viertes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. http://www.rp-online.de/aktuelles/Begleiter-durch-bewegte-Zeiten_aid_324766.html
  3. Medienunternehmen 2008
  4. Rheinische Post, 1. Juli 2011
  5. Nachrichten aus der Wirtschaft | RP ONLINE.DE – Das neue Abo-Modell von RP Plus
  6. Götz Hamann: Die gelbe Gazette: Wie sieht die Zeitung des 21. Jahrhunderts aus? Vielleicht wie die „Rheinische Post“. Sie hat in der Krise 170000 Leser hinzugewonnen In: DIE ZEIT Nr. 25 vom 12. Juni 2003, S. 22.
  7. Journalist Online (Juni 2010): Lokaler Onlinejournalismus: DerWesten – oder: Woran regionaler Journalismus im Netz krankt
  8. Angebotsranking – Angebote im durchschnittlichen Monat: Übersicht gesamt: Januar bis März 2010
  9. http://www.sendung-mit-dem-internet.de/uber-die-sendung/
  10. www.medienheft.ch vom 16. April 2007: Bürgerjournalismus – Bedrohung oder Ergänzung der professionellen Medien? von Mirjam Kopp und Philomen Schönhagen
  11. www.medienhandbuch.de vom 18. Mai 2006 European Newspaper Award – Zeitungs-Oscar für Rheinische Post
  12. Die Gewinner des siebten European Newspaper Award
  13. http://www.jimdo.com/l/partner/opinio/
  14. In eigener Sache
  15. KEK: Mediendatenbank Aachener Nachrichten Verlagsgesellschaft GmbH & Co. KG, abgerufen am 8. März 2010
  16. IHK Düsseldorf – Magazin Wirtschaft
  17. Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich KEK AZ 386
  18. Funkkombi West
  19. Radiovermarkter in Deutschland
  20. 20,0 20,1 Karl Hans Arnold: 60 Jahre Rheinische Post – Die internationale Seite der Zeitung vom 30. März 2006
  21. Meldung des BDZV, 13. Januar 2009.
  22. Mediengruppe RP steigt bei DVV Media Group ein: Meldung in der Rheinischen Post, 29. September 2009.
  23. www.rp-direktkom.de
  24. Rheinische Post, Artikel vom 4. September 2010, Beruf und Karriere, „Begegnung an der Tür“
  25. Düsseldorfer Anzeiger, Artikel vom 30. März 2011, „Verstärkung gesucht – Freier Handelsvertreter bei der RP DirektKom“


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