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Revisionistischer Zionismus

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Wladimir Jabotinsky
(Mitte der 1930er Jahre)

Der Revisionistische Zionismus ist eine revisionistische Richtung innerhalb des Zionismus. Gründer und bekanntester Vertreter ist Wladimir Zeev Jabotinsky.

Wladimir Jabotinsky nahm 1903 am sechsten Zionistenkongress in Basel teil. Dieses war der letzte Zionistenkongress, an dem Theodor Herzl noch persönlich teilnehmen konnte. Unter anderem wurden dessen Vorschlag für eine Verfassung der Zionistischen Weltorganisation (WZO) und - vor allem wegen des Pogroms von Kischinau - eine Ansiedlung der Juden in einem eigenen Staatsgebiet diskutiert. Jabotinsky identifizierte sich völlig mit Herzls Zielen und wurde zu einem Sprecher des Zionismus. 1923 gründete er einen revisionistischen Flügel innerhalb der Zionistischen Bewegung.

Ariadna Skrjabin
Uri Zvi Greenberg

1930 verlangte er von der WZO, sie solle gegenüber der britischen Mandatsregierung mit mehr Nachdruck das Ziel vertreten, einen jüdischen Staat in Palästina mit jüdischer Bevölkerungsmehrheit und jüdischer Armee zu errichten. Chaim Weizmann warf er zu starke Zurückhaltung bei der Durchsetzung der zionistischen Staatsidee vor. 1935 gründete Jabotinsky in Wien die „Neue Zionistische Organisation“, deren Programm ein jüdischer Staat beiderseits des Jordan und eine großangelegte jüdische Einwanderung war. Außerdem sollte die Diaspora in Europa aufgelöst werden. Die Kultur des neuen Staates sollte auf jüdischen Wertvorstellungen beruhen und Hebräisch als Staatssprache eingeführt werden.

In den 1930er Jahren fanden sich – angesichts der zunehmenden Judenverfolgung in Europa – viele aktive Anhänger in der militärischen Organisation Irgun zusammen. Diese Organisation war vor allem im britischen Mandatsgebiet Palästina aktiv und wandte sich gegen die Einwanderungsbeschränkungen. Zugleich entwickelten sich drei ideologische Richtungen: neben der Irgun gab es die „Zentristen“ und die „Messianisten“.

Ariadna Skrjabin, Tochter des russischen Komponisten Alexander Nikolajewitsch Skrjabin, war eine der bekannten Aktiven aus jener Zeit. Sie gründete 1942 in Toulouse die jüdische Widerstandsbewegung in Frankreich.

Ab 1948 ging die Bewegung hauptsächlich in der von Menachem Begin gegründeten Cherut-Partei auf. Ein weiterer bekannter Vertreter war seit 1930 Uri Zvi Greenberg, der als Mitglied der Cherut-Partei 1949 in die Knesset gewählt wurde.[1]

Niederschlag fanden die Bestrebungen des revisionistischen Zionismus unter anderem im Rückkehrgesetz vom 5. Juli 1950, das allen Juden in der Welt das Recht gibt, nach Israel einzuwandern.[2] Weiterhin wurde aus der Hebräischen Sprache, die über Jahrhunderte die liturgische Sprache des Judentums war, die moderne Amtssprache für Israel, das Ivrit entwickelt.

Heutzutage werden Bestrebungen des revisionistischen Zionismus unter anderem von der Nationalreligiösen Partei vertreten. Ihr Parteivorsitzender Effi Eitam forderte 2006: „Wir müssen die überwiegende Mehrheit der Araber im Westjordanland von dort vertreiben und die israelischen Araber aus dem politischen System entfernen.“[3][4] Auch viele Politiker des Likud vertreten solche Auffassungen, indem sie die jüdischen Siedlungen als Teil des historischen Israel (Eretz Israel) betrachten.

Literatur

  • Yaacov Shavit: Jabotinsky and the Revisionist Movement, 1925–1948. Frank Cass, London 1988.
  • Joseph Heller: The Stern Gang: Ideology, Politics and Terror, 1940–49. Frank Cass, London 1995.

Einzelnachweise

  1. Knesset Members: Uri-Zvi Greenberg
  2. Englische Übersetzung des Gesetzes, Webauftritt des Israelischen Ausministeriums.
  3. Peter Beinart: The Failure of the American Jewish Establishment. In: The New York Review of Books. 10. Juni 2010, abgerufen am 2. Februar 2014.
  4. Efrat Weiss: Eitam: Expel Palestinians, dismiss Arab MKs. In: Jedi’ot Acharonot. Abgerufen am 2. Februar 2014.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Revisionistischer Zionismus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.