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Renate Aris

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Renate Aris

Die Chemnitzerin Renate Aris (geb. 1936), ausgezeichnet mit dem Sächsischen Verdienstorden, ist eines der aktivsten Mitglieder in der Jüdischen Gemeinde Chemnitz und zählte zu jenen Frauen und Männern, die die Kehille im damaligen Karl-Marx-Stadt aufrechterhielten.

Die Familie von Renate Aris stammt aus Dresden. Ihrer drohenden Deportation in das Konzentrationslager Theresienstadt im Februar 1945 entkam sie nur durch den Luftangriff der Alliierten, der die Infrastruktur der Innenstadt auf einen Schlag komplett zerstörte.

Nach dem Krieg übernahm Familie Aris Verantwortung in der neu gegründeten Jüdischen Gemeinde in Dresden. Mehr als 30 Jahre wirkte Renates Vater Helmut Aris dort als Vorsitzender, lange Zeit fungierte ihr Bruder Heinz-Joachim als Geschäftsführer. Renate, die aus beruflichen Gründen während der 60er-Jahre nach Karl-Marx-Stadt zog, wurde auch in der dortigen Gemeinde, die kaum mehr als 20 Mitglieder zählte, rasch aktiv.

»Wir haben uns immer als Schicksalsgemeinschaft verstanden, aber auch die Tradition hat ihre Bedeutung behalten«, blickt sie zurück. Als zu Beginn der 90er-Jahre die russischsprachig-jüdische Zuwanderung begann, war sie mit den »Alten« zur Stelle, um gemeinsam neue Strukturen zu schaffen. Sie gründete den Jüdischen Frauenverein und wurde mehrfach in den Vorstand der Gemeinde gewählt.

Seit vielen Jahren berichtet Renate Aris in Schulen von ihrem wechselvollen Leben. In der neuen Chemnitzer Synagoge organisiert sie regelmäßig Führungen. »Vor allem, wenn ich mit jungen Menschen ins Gespräch komme, äußere ich auch meine Sorgen über neuen Rechtspopulismus«, sagt Aris. »Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie schnell sich das gesellschaftliche Klima ändern kann, und sollten mit offenen Augen durch die Welt gehen.«


Hinweis: Text (auszugsweise) und Bild entnommen der Jüdischen Allgemeinen, Ausgabe vom 9. Juni 2016, Seite 10
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