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Reinhard Rürup

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Reinhard Rürup (2012)

Reinhard Rürup (geboren 27. Mai 1934 in Rehme, Westfalen; gestorben 6. April 2018 in Berlin[1]) war ein deutscher Neuzeithistoriker.

Leben

Reinhard Rürup wuchs im ostwestfälischen Bad Oeynhausen auf. Er studierte ab 1954 Geschichte und Germanistik und hörte nebenbei Rechtswissenschaften und Theologie in Freiburg und Göttingen. Im Jahr 1962 wurde er bei Percy Ernst Schramm über Johann Jakob Moser. Pietismus und Reform promoviert. Ab 1961 arbeitete Rürup als Assistent von Martin Göhring, wechselte 1964 zu Thomas Nipperdey nach Karlsruhe und ging mit ihm 1967 ans Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Dort habilitierte er sich 1970 als Oberassistent, womit zu dieser Zeit die sofortige Berufung zum Professor an der Freien Universität verbunden war.[2] Von 1975 bis zu seiner Emeritierung 1999 hatte er einen Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin inne. Rürup lehrte als Gastprofessor u. a. an den Universitäten von Berkeley, Stanford, Harvard und Jerusalem.

Von 1989 bis 2004 war er Leiter der Gedenkstätte „Topographie des Terrors“ in Berlin. Aus Protest gegen die Verschleppungstaktik gegenüber dem Bauprojekt des Architekten Peter Zumthor seitens der zuständigen Behörden des Landes Berlin und des Bundes trat er von seinem Ehrenamt zurück.[3] Von 1999 bis Ende 2005 leitete er mit Wolfgang Schieder das Forschungsprogramm „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“.[4] Seit dem Jahr 2002 war er Mitglied der Limbach-Kommission, die als Mediatorin in Fragen zu NS-Raubkunst tätig wird. Im Jahr 2010 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.[5]

Rürup gehörte zu den Gründern der Zeitschrift Geschichte und Gesellschaft.[6] Er war Mitglied der Historischen Kommission der SPD.[7]

Schriften (Auswahl)

Monographien

  • Probleme der Revolution in Deutschland 1918/1919 (= Institut für Europäische Geschichte. Vorträge. Nr. 50). Steiner, Wiesbaden 1968.
  • Emanzipation und Antisemitismus. Studien zur „Judenfrage“ der bürgerlichen Gesellschaft (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 15). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1975, ISBN 3-525-35966-7.
  • Deutschland im 19. Jahrhundert 1815–1871. Göttingen 1984.
  • mit Peter Brandt: Volksbewegung und demokratische Neuordnung in Baden 1918/19. Zur Vorgeschichte und Geschichte der Revolution. Thorbecke, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4146-2.[8]
  • (unter Mitwirkung von Michael Schüring): Schicksale und Karrieren. Gedenkbuch für die von den Nationalsozialisten aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vertriebenen Forscherinnen und Forscher (= Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Band 14). Wallstein-Verlag, Göttingen 2008, ISBN 978-3-89244-797-9.

Herausgeberschaften

  • mit Karin Hausen: Moderne Technikgeschichte (= Neue wissenschaftliche Bibliothek. Band 81). Kiepenheuer & Witsch, Köln 1975.

Literatur

Weblinks

 Commons: Reinhard Rürup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Historiker Reinhard Rürup stirbt im Alter von 83 Jahren. In: Der Tagesspiegel Online. 2018-04-07 ISSN 1865-2263 (https://www.tagesspiegel.de/kultur/reinhard-ruerup-gestorben-historiker-reinhard-ruerup-stirbt-im-alter-von-83-jahren/21151106.html).
  2. Marcel Steinbach-Reimann, Jens Hacke: Interview mit Reinhard Rürup. H-Soz-Kult, 2. Februar 1999, abgerufen am 8. April 2018.
  3. Christina Tilmann: Skandal und letzte Hoffnung: „Topographie“-Direktor Reinhard Rürup über seinen Rücktritt. Tagesspiegel, 27. März 2004, abgerufen am 8. April 2018.
  4. Präsidentenkommission „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“. Max-Planck-Gesellschaft, 27. September 2006, abgerufen am 8. April 2018.
  5. Ordensverleihungen zum Tag der Deutschen Einheit. Pressemitteilung des Bundespräsidialamtes, 6. Oktober 2008, archiviert vom Original am 9. Dezember 2008; abgerufen am 8. April 2018.
  6. Jürgen Kocka: Genau und sensibel. Der Historiker Reinhard Rürup ist gestorben. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 81 vom 9. April 2018, S. 11.
  7. Historische Kommission: Mitglieder. Sozialdemokratische Partei Deutschlands, archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 8. April 2018.
  8. Auswahlbibliographie


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