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Pskow

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Stadt
Pskow / Pleskau, Pleskow
Псков
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Region [[Vorlage:Info ISO-3166-2:RU-PSK]]
Stadtkreis Pskow
Oberhaupt Iwan Zezerski
Erste Erwähnung 903
Stadt seit 903
Fläche 95,5 km²
Höhe des Zentrums 45 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7)8112
Postleitzahl 180000–180026
Kfz-Kennzeichen 60
OKATO 58 401
Website http://www.pskovgorod.ru/
Geographische Lage
Koordinaten 57° 49′ N, 28° 20′ O57.81666666666728.33333333333345Koordinaten: 57° 49′ 0″ N, 28° 20′ 0″ O
Pskow (Russland)
Red pog.svg
Lage in Russland
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Liste der Städte in Russland

Pskow (russisch Псков, dt. auch Pleskau, historisch auch Pleskow, estnisch Pihkva, lettisch Pleskava) ist eine Großstadt im Nordwesten Russlands mit Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl RU-PSK Einwohnern (Stand Vorlage:FormatDate: Ungültiger Wert ("0-0-0") für das Datum! Vorlage:FormatDate/Wartung/Error)[1], etwa 290 km südwestlich von Sankt Petersburg und nahe der Grenze zu Estland. Die Stadt ist Hauptstadt der Oblast Pskow und ist eine der ältesten Städte Russlands. Früher war sie eine mächtige Grenzfestung und Hauptstadt einer unabhängigen mittelalterlichen Republik, heute ist sie eine bedeutende Industriestadt.

Im Jahr 903 erstmals urkundlich erwähnt, gewann die Stadt im 15. Jahrhundert hohe Bedeutung auf dem Gebiet der Baukunst und der Ikonenmalerei, im 16. Jahrhundert wurde sie Bischofssitz und blieb bis ins 19. Jahrhundert religiöses Zentrum für die Region.

Geographie und Klima

Pskow liegt an der Mündung des Flüsschens Pskowa in die Welikaja in der Nähe des Pskower Sees, eines Nebengewässers des Peipussees. Die Welikaja ist zugleich der Hauptfluss der Oblast Pskow (etwa 55.300 km²). Bei Pskow befindet sich der westlichste Punkt des als russisches Kernland betrachteten Gebietes (also ohne die Oblast Kaliningrad).

Die Durchschnittstemperatur beträgt im Winter (Januar) –8 bis –10 °C, im Sommer (Juli) 17 bis 18 °C.

Pskow
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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3
 
 
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2
-2
 
 
47
 
-2
-8
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Roshydromet
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Pskow
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −4,8 −3,5 1,6 9,6 17,5 21,2 22,3 20,8 15,4 9,0 2,3 −2,2 Ø 9,1
Min. Temperatur (°C) −11,0 −10,5 −6,1 0,4 6,4 10,4 12,1 11,0 6,7 2,5 −2,3 −7,7 Ø 1
Niederschlag (mm) 37 29 32 37 46 68 78 81 64 53 56 47 Σ 628
Regentage (d) 10 8 8 8 9 10 10 11 12 11 12 12 Σ 121
T
e
m
p
e
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a
t
u
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−4,8
−11,0
−3,5
−10,5
1,6
−6,1
9,6
0,4
17,5
6,4
21,2
10,4
22,3
12,1
20,8
11,0
15,4
6,7
9,0
2,5
2,3
−2,3
−2,2
−7,7
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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r
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29
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53
56
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: Roshydromet

Verkehr

Pskow liegt an der Hauptverkehrsverbindung von Sankt Petersburg nach Lettland und in die Oblast Kaliningrad. In Pskow befindet sich die größte Station der Eisenbahnlinie Sankt Petersburg – Riga, die hier die Eisenbahnlinie DnoPetschoryValga/Tartu kreuzt. Letztere hat für den internationalen Güterverkehr zu den estnischen und lettischen Ostseehäfen eine große Bedeutung. Es gibt regelmäßige Zugverbindungen nach Moskau, Sankt Petersburg, Riga und Vilnius.

Pskow ist mit Sankt Petersburg über die Fernstraße R23 verbunden. Gleichzeitig ist die Stadt Ausgangspunkt der Abzweigung A212, die in südwestlicher Richtung zur estnischen Grenze führt. Ebenfalls hier beginnt die R56, die die Stadt mit Weliki Nowgorod verbindet.

Vom kleinen Flughafen Pskow im Süden der Stadt, der durch die Regionalfluggesellschaft Pskovavia betrieben wird, gibt es regelmäßige Verbindungen nach Moskau-Domodedowo und zum Flughafen Pulkowo in Sankt Petersburg.

Geschichte

Gründung

Pskow wurde vom altrussischen Stamm der Kriwitschen gegründet. Die Anfänge der Stadt liegen im Dunkeln, Funde aus den Langen Kuranen und dem östlichen Baltikum belegen jedoch, dass die Siedlungsanfänge bis ins dritte Viertel des ersten Jahrhunderts reichen, eine kontinuierliche Entwicklung kann jedoch nicht nachgewiesen werden.

Als die Stadt 903 erstmals erwähnt wurde, bezeichnete man sie als lange existierend. Der Sage nach gehörte sie seit 864 zum Großfürstentum Nowgorod. Zu den Bewohnern der Stadt zählten Slawen, Skandinavier und finno-ugrische Bevölkerung.

Mittelalter

Bereits 955 begann unter Fürstin Olga, der Witwe des Fürsten Igor von Kiew, die Christianisierung der Region; an die Stelle heidnischer Sitten trat die altrussische Kultur.

Kirche Johannes der Täufer (12. Jh.) in Pskow

1137 wurde Pskow ein selbständiges Fürstentum unter Wsewolod Mstislawitsch. Obwohl er schon 1138 später starb, wurde er in der Stadt zur Symbolfigur der Unabhängigkeit.

Als Russland im 13. Jahrhundert von den Einfällen der Mongolen heimgesucht wurde, blieb Pskow verschont, musste sich aber etwa zur selben Zeit gegen den Deutschen Orden zur Wehr setzen. 1240 besetzte dieser die Stadt, doch am 5. April 1242 wurde er von Alexander Newski in der Schlacht auf dem Peipussee vernichtend geschlagen. Als Zentrum einer selbständigen Republik war Pskow auch im Folgenden immer wieder Angriffen aus dem Westen ausgesetzt. Allein im 15. Jahrhundert wehrte es 26 Belagerungen von Polen-Litauen sowie dem Deutschen Orden ab.

Zur Zeit der Hanse war Pskow Standort einer Faktorei und ein wichtiger Stützpunkt für die Reisenden, die den Weg von Riga oder Reval nach Nowgorod zum dortigen Hansekontor Peterhof mit dem Schlitten nahmen. Der Ablauf des Handels zwischen deutschen und russischen Kaufleuten ergibt sich aus dem 1607 in Pskow geschriebenen Gesprächsbuch des Lübecker Kaufmannsgehilfen Tönnies Fonne.

1510 wurde Pskow ein Teil des Großfürstentums Moskau. 1582 wurde es gegen das 50.000 Mann starke Heer des polnischen Königs Stephan Báthory verteidigt (siehe Belagerung von Pskow (1581)), ebenso 1615 bei der Belagerung durch den schwedischen König Gustav Adolf.

Neuzeit

Alexander Iwanowitsch Morosow: Kirchenausgang in Pskow, 1864

Ab 1701 wurde die Stadt von Peter I. zur Festungsstadt ausgebaut, zur gleichen Zeit ging jedoch ihre Bedeutung aufgrund der Verlegung der Grenze nach Westen und der Gründung Sankt Petersburgs zurück. 1777 entstand das Gouvernement Pskow.

1900 hielt sich Lenin einige Monate in Pskow auf. Im Februar 1917 unterzeichnete Zar Nikolaus II. in Pskow seine Abdankungsurkunde. Von Februar bis November 1918 war Pskow im Ersten Weltkrieg von deutschen Truppen besetzt. Vom Mai bis August 1919 wurde die Stadt von Truppen des weißrussisch-polnischen Generals Stanislau Bulak-Balachowitsch kontrolliert. Im September 1919 konnte die Rote Armee die Stadt einnehmen.

Zweiter Weltkrieg

Vom 9. Juli 1941 bis zum 23. Juli 1944 war die Stadt während des Angriffs auf die Sowjetunion erneut von Deutschen besetzt. Aufgrund des Chaos nach dem deutschen Einmarsch in das Land vergaß man, die Stadt rechtzeitig zu evakuieren. Nur einige wenige örtliche Parteifunktionäre und Wissenschaftler wurden in der kurzen Zeit aus der Stadt gebracht. Weitere 10.000 Bewohner, die fliehen wollten, wurden von den Deutschen eingeholt und mussten wieder zurückkehren.

Etwa 300.000 Menschen kamen während der Besatzungszeit nach sowjetischen Schätzungen in und um Pskow ums Leben, wobei ca. 60 Prozent davon russische Bewohner der Stadt und der um Pskow gelegenen Dörfer waren und daneben eine große Zahl sowjetischer Kriegsgefangener. Pskow selbst verlor rund 40 Prozent seiner Bewohner, 26 Dörfer wurden ausgelöscht, die meisten davon in den Jahren 1943 und 1944. Ab September 1941 mussten die Pskower aufgrund eines Befehls der neuen lokalen Kommandantur ihre Stadt wiederaufbauen. Als die Partisanenbewegung in der Gegend ab Sommer 1942 immer stärker wurde, wurden von den Deutschen aus Rache zahlreiche Häuser niedergebrannt und den Bewohnern so ihre Lebensgrundlage genommen. Nicht selten wurden die Bewohner vertrieben. Die deutschen Besatzer plünderten Pskow gemäß ihrer im Generalplan Ost dokumentierten Ideologie und Zielsetzung aus: Nach neuen Verordnungen erhielten die Bewohner der Stadt seit November 1941 nur noch 33 Prozent der Nahrung. Die Bauern im Umland mussten regelmäßig zwei Drittel ihrer Ernte abliefern. Zwischen März 1942 und Juli 1944 wurden rund 11.000 Menschen aus Pskow als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt. Am 23. Juli 1944 wurde Pskow im Zuge der Pskow-Ostrower Operation befreit.

Kriegsgefangenen-Stammlager

In der Stadt befand sich sowohl das Stammlager 372 der deutschen Wehrmacht für deren sowjetische Kriegsgefangene,[2] wie auch das Kriegsgefangenenlager 343 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[3]

Moderne

Während der Sowjetherrschaft wurden die meisten Klöster und Kirchen geschlossen oder zerstört. In der Perestroikazeit ist das geistliche Leben wiedererwacht. Viele Klöster wurden wieder eröffnet oder ausgebaut, zunächst mit bescheidenen Mitteln. Heute gewinnt Pskow wieder an Bedeutung als religiöses Zentrum. Zahlreiche Gläubige aus ganz Russland pilgern zu den Kirchen und Klöstern. Seit 1990 besteht eine Städtepartnerschaft mit Neuss, wozu auch Austausch von künstlerisch begabten Jugendlichen gehört.

Heute ist Pskow auch Zentrum einer landwirtschaftlich und handwerklich-technisch geprägten Region und Standort mehrerer pädagogischer Hochschulen und Ausbildungsstätten.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1897 30.478
1926 43.857
1939 60.439
1959 81.270
1970 126.711
1979 175.724
1989 203.789
2002 202.780
2010 203.279

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wappen

Beschreibung: In Blau ein laufender geradeaus sehender goldener Leopard unter einer zum Schildfuß zeigenden silbernen, segnenden Hand aus der weiße Wolken am Schildhaupt. hervorbrechend.

Die segnende Hand wird Zar Alexei zugeschrieben. Die Tingierung der Hand hat öfters gewechselt und war auch in Gold und in Naturfarbe.

Stadt und Oblast haben das identische Schild. Letzter hat auf den Schild die Kaiserkrone und goldenes Eichenlaub, dass durch ein blaues Band von St. Andreas gebunden ist, begleitet den Schild an den Seiten.

Das Wappen der Oblast wurde in der Regionalversammlung der Abgeordneten am 23. Februar 1995 beschlossen.

Söhne und Töchter der Stadt

Sehenswürdigkeiten der Stadt

Dreifaltigkeitskathedrale mit Kreml in Pskow
Kreml in Pskow
  • Kreml (mit Dreifaltigkeitskathedrale)
  • Snetogorski-Kloster mit Mariä-Geburts-Kathedrale – ältestes erhaltenes mittelalterliches Freskenprogramm Russlands (Propheten, Mariä Geburt, Jüngstes Gericht)
  • Dowmontow-Stadt (Daumantas-Stadt)
  • Basiliuskirche (15. Jahrhundert)
  • Cosmas-und-Damian-Kirche (15. Jahrhundert)
  • Kirche zu Christi Erscheinung (15. Jahrhundert)
  • Mirosch-Kloster (mit Mirosch-Kathedrale, 12. Jahrhundert)
  • Pogankinpalast (Museum für Geschichte und Kunsthandwerk)
  • Gemäldegalerie

Sehenswürdigkeiten der Umgebung

  • Festung Isborsk
  • Kloster Petschory
  • Michailowskoje (Puschkin-Gedenkstätten)
  • Swjatogorski Kloster (mit dem Grab von Puschkin)

Bildung

Weiterführende Bildungseinrichtungen

Bildungseinrichtungen für behinderte Menschen

Militär

In Pskow ist die 76. Garde-Luftsturm-Division der russischen Luftlandetruppen stationiert.

Partnerstädte

Blason Arles 13.svg Arles FrankreichFrankreich Frankreich
POL Białystok COA.svg Białystok PolenPolen Polen
Seal of Boston, Massachusetts.svg Boston Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Coat of arms of Daugavpils.svg Daugavpils LettlandLettland Lettland
Wappen Gera.svg Gera DeutschlandDeutschland Deutschland
Kuopio.vaakuna.svg Kuopio FinnlandFinnland Finnland
Mianyang China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China
Neuss Stadtwappen cmyk.svg Neuss DeutschlandDeutschland Deutschland
Nijmegen wapen.svg Nijmegen NiederlandeNiederlande Niederlande
Norrtäljes vapen.svg Norrtälje SchwedenSchweden Schweden
Perth Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Roanoke Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
COA LV Valmiera.svg Valmiera LettlandLettland Lettland
Tartu coat of arms.svg Tartu EstlandEstland Estland
Coat of Arms of Chernihiv.svg Tschernihiw UkraineUkraine Ukraine
Coat of Arms of Viciebsk, Belarus.svg Wizebsk WeissrusslandWeißrussland Weißrussland

Die Stadt ist außerdem Mitglied des Städtebundes der Neuen Hanse und unterhält eine städtepartnerschaftsähnliche Kooperation mit dem deutschen Verein Initiative Pskow in der EKiR.[4]

Siehe auch

 Commons: Pskow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens einwohner_aktuell wurde kein Text angegeben.
  2. Mario Bandi: deutschlandfunk.de: Das Metall des Krieges oder: 100 Briefe aus Pleskau. Deutschlandfunk, Feature, 12. September 2014.
  3. Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
  4. http://gorodpskov.ru/index/action/ShowDep/id/20


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