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Priština

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Dieser Artikel erläutert die Hauptstadt des Kosovo. Zu anderen Bedeutungen siehe Prishtina (Begriffsklärung) und Pristina.

Vorlage:Infobox Ort im Kosovo Priština (kyrillisch Приштина; albanisch Prishtina [ anhören?/i] oder auch Prishtinë) oder Pristina ist Hauptstadt und Regierungssitz des Kosovo. Priština ist die flächengrößte und bevölkerungsreichste Stadt des Landes und bildet dessen administratives, politisches, wirtschaftliches sowie kulturelles Zentrum. Die Stadt ist zudem Verkehrsknotenpunkt des Kosovo. Zu der Stadtgemeinde von Priština gehören neben dem eigentlichen Stadtgebiet noch 41 umliegende Dörfer.

Priština beherbergt das Hauptquartier der UNMIK, der OSZE-Mission im Kosovo und der EU-Mission EULEX sowie wichtige Institutionen wie das Parlament, die Regierung und den Sitz des kosovarischen Präsidenten. Priština ist außerdem Verwaltungssitz der gleichnamigen Großgemeinde mit etwa 200.000 Einwohnern (Zählung 2011).

Geographie

Priština liegt östlich des zentralen Kosovo in der historischen Landschaft Amselfeld (serb. Kosovo Polje Косово Поље, alb. Fushë Kosova). Umgeben ist die Stadt von den fruchtbaren Ebenen dieser Region, nur im Osten erheben sich die Hügeln des Žegovac (alb. Zhegovc). In der Stadt gibt es keine Flüsse mehr. Die bis in die 1950er Jahre existierenden Flüsse, die Priština (Prishtina) und die Veluša (Vellusha), wurden durch Müll und Erde weitgehend zugedeckt und verschwanden aus dem Stadtbild. Die beiden mündeten einst in die Sitnica, die westlich des Stadtgebiets nach Nordwesten fließt. Südöstlich von Priština in den Bergen des Žegovac (Zhegovc) befindet sich der Gračanica-See (alb. Liqeni i Badovcit), ein Reservoir mit etwa 5,5 Kilometern Länge.

Klima

In Priština herrscht gemäßigtes kontinentales Klima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 10,4 °C und einer Jahresniederschlagssumme von knapp 600 mm vor. Im Juli liegt die Durchschnittstemperatur bei 20 °C, im Januar bei -0,6 °C.

Priština
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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1
 
 
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4
-3
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: World Meteorological Organisation Die klimatologischen Daten basieren auf den monatlichen Durchschnittswerten von 1961–1990
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Priština
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,4 5,5 10,5 15,7 20,7 23,9 26,4 26,7 23,1 17,1 10,2 4,2 Ø 15,5
Min. Temperatur (°C) -4,9 -2,8 0,2 4,2 8,5 11,4 12,5 12,3 9,4 5,0 0,9 -3,1 Ø 4,5
Niederschlag (mm) 38,9 36,1 38,8 48,8 68,2 60,3 51,6 44,0 42,1 45,4 68,2 55,5 Σ 597,9
Regentage (d) 13,6 12,3 11,4 12,1 12,8 11,9 8,3 7,9 7,5 8,6 12,3 14,5 Σ 133,2
T
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m
p
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r
a
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2,4
-4,9
5,5
-2,8
10,5
0,2
15,7
4,2
20,7
8,5
23,9
11,4
26,4
12,5
26,7
12,3
23,1
9,4
17,1
5,0
10,2
0,9
4,2
-3,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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38,9
36,1
38,8
48,8
68,2
60,3
51,6
44,0
42,1
45,4
68,2
55,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: World Meteorological Organisation Die klimatologischen Daten basieren auf den monatlichen Durchschnittswerten von 1961–1990

Bevölkerung

Priština ist die bevölkerungsreichste Stadt des Landes und hatte 108.000 Einwohner im Jahr 1981, 1991 wurden 155.000 geschätzt und aus UNHCR-Zahlen von 1998 ließ sich für diesen Zeitpunkt eine Zahl von 175.000 nur noch sehr grob schätzen. Nach Angaben der KFOR aus dem Jahr 2000 musste man damit rechnen, dass sich die Einwohnerzahl nach dem Kosovokrieg gegenüber 1998 unter anderem durch Flüchtlinge ungefähr verdoppelt haben könnte.

Die OSZE ging 2009 von überschlägig 500.000 Einwohnern in der Großgemeinde Priština (inklusive Gračanica) aus, gab aber an, dass die Schätzungen stark variierten[1]. Für die Stadt selbst existierten keine Schätzungen.

Im April 2011 wurde im Kosovo die erste Volkszählung seit der Unabhängigkeit durchgeführt. Nach den vorläufigen Ergebnissen leben in der (verkleinerten) Kommune Priština nur 198.714 registrierte Einwohner.[2]

Persönlichkeiten

Geschichte

Antike

Die Gegend von Priština ist schon seit der Antike bewohnt. Die Illyrer gehören zu den ersten Siedler der Region. Sie fanden damals eine weitaus unberührte fruchtbare Ebene auf und begannen sie landwirtschaftlich zu bebauen, auch Vieh wurde gezüchtet. Mit den benachbarten Völkern und Stämmen - vor allem den Griechen - wurde rege Handel getrieben. Als stärkster illyrisch(-thrakischer) Stamm bildeten sich die Dardaner heraus. Ulpiana gehört zu den ersten stadtähnlichen Siedlungen der Illyrer und zu den ersten Städten auf dem Gebiet Kosovos. Sie liegt einige Kilometer südlich Prištinas und wurde durch die Römer stark ausgebaut und befestigt. Nach dem Fall des Römischen Reiches gewann die antike Siedlung in Priština an Bedeutung, nicht zuletzt durch die vielen Handelsstraßen des Balkans, die sich hier kreuzten und die Stadt zu einem wichtigen Handelsort machten.

Mittelalter

Im Mittelalter wurde die Siedlung im Zuge der Landnahme der Slawen auf dem Balkan durch serbische Stämme erobert und entwickelte sich zu einem der Zentren der mittelalterlichen serbischen Kultur. Sie diente unter der Herrschaft von Stefan Uroš II. Milutin (1282–1321) für einige Jahre auch als Residenz. Nordwestlich der Stadt kam es 1389 zur historischen Schlacht auf dem Amselfeld, die für die ganze Balkanhalbinsel von historischer Bedeutung ist. Nach der Eroberung der serbischen Hauptstadt Smederevo und des ganzen serbischen Herrschaftsgebiets 1459 durch die Osmanen begann die knapp 500 Jahre dauernde Herrschaft der Hohen Pforte.

Osmanische Zeit

Während der osmanischen Zeit breitete sich in der Stadt der Islam aus. Er war sunnitisch geprägt und verdrängte weitgehend das Christentum; während die Serben orthodox blieben, konvertierte der Großteil der Albaner zur neuen Religion. Eine Minderheit von ihnen blieb jedoch dem alten Glauben, der römisch-katholischen Kirche, treu.

Während der osmanischen Zeit erlebte Priština (türkisch Priştine) eine neue Blüte im Handel und in der Kultur. Es entstanden zahlreiche Moscheen, Hammame, Karawansereien und Tekken. Auch die Infrastruktur wurde gebessert. Straßen wurden erstellt oder erneuert und auch viele Brücken entstanden zu dieser Zeit.

19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert schwand langsam die Macht des Osmanischen Reiches auf dem Balkan und somit auch im Kosovo. Das Sultanat zerbrach schließlich an seinen verschiedenen Völker, die mit ihren nationalistischen Bewegungen Autonomie oder sogar Unabhängigkeit von den Osmanen forderten. Im Kosovo waren dies namentlich die Serben und Albaner. Wegen der Überschneidung ihrer Wohngebiete kam es zwischen diesen zwei Völkern zu blutigen Konflikten.

Erstmals bekundeten die Albaner bei einem Aufstand 1844 ihren Widerstand gegen das Osmanische Reich. Sie protestierten gegen die ihnen auferlegten, zu hohen Steuern und der Politik der Zentralisierung. Nach der Zerschlagung des Aufstandes wurden viele albanische Einwohner Prištinas nach Kleinasien inhaftiert oder verbannt.[3]

Ende des 19. Jahrhunderts gehörte Priština zum osmanischen Vilayet Kosovo, seit 1877 war es Sitz der Regionalverwaltung eines eigenen Sandschak. Meyers Konversationslexikon von 1888 bezeichnete die Stadt als „Hauptwaffenplatz der westlichen Balkanhalbinsel“, an der Eisenbahnstrecke SalonikiMitrovica. Es sei Sitz eines griechisch-orthodoxen Bischofs, habe 13 Moscheen, einen Basar, Bäder und rund 8000 Einwohner.

Priština und die umliegende Region sind für die albanische Geschichte von großer Bedeutung. Hier war eines der Zentren des albanischen Widerstands gegen das osmanische Sultanat und führten zur Herausbildung der literarischen Epoche der Rilindja (zu deutsch „Wiedergeburt/Renaissance“). Gesandte aus Priština waren an der Gründung der Liga von Prizren mitbeteiligt, die den Widerstand und die Autonomiebestrebungen der Albaner zu koordinieren versuchte. Diese kontrollierte sogar für kurze Zeit die Verwaltung des Vilayets Kosovo in Üsküp.

20. Jahrhundert

Architektur aus sozialistischen Zeiten: Das Grand Hotel in Priština

1912 eroberten die Serben das bis dahin zum Osmanischen Reich gehörende Priština. Im Ersten Weltkrieg war die Stadt 1915–1918 von österreichisch-ungarischen Truppen besetzt, danach fiel sie wieder an das Königreich Jugoslawien.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Priština dem italienischen Besatzungsbereich unterstellt, welches Großalbanien genannt wurde. 1943 folgte die deutsche Wehrmacht als Besatzer. 1944 befreiten jugoslawische Partisanen die Stadt, die danach in den jugoslawischen Staat eingegliedert wurde (als Bestandteil der Teilrepublik Serbien). Nach einem Dekret der jugoslawischen Regierung erhielt Priština 1974 den Status der Provinzhauptstadt der innerhalb Serbiens neu gegründeten Sozialistischen Autonomen Provinz Kosovo. Diesen Status verlor sie nach 15 Jahren wieder und war Schauplatz vieler blutiger Demonstrationen und Protesten von Freiheit und Autonomie fordernden Studenten.

Anfang 1999 erlitt die Stadt während des Kosovokrieges schwere Schäden, zahlreiche Menschen starben während Angriffen der serbischen Armee. Fast alle Serben und andere Nichtalbaner flüchteten nach 1999 aus der Stadt oder wurden vertrieben.

Am 17. Februar 2008 wurde im Parlament in der Innenstadt von Priština die Unabhängigkeit der Republik Kosovo ausgerufen. Priština wurde zu der Zeit massenweise von Journalisten überflutet und der Erklärung folgten euphorische Straßenfeste, nicht nur in Priština, sondern in allen albanischen Städten.

Politik

Großgemeinde innerhalb Kosovos

Die Politik wird klar von der größten albanischen Partei LDK dominiert; auf dem zweiten und dritten Platz liegen die ebenfalls albanischen Parteien PDK und AAK, die beide als politische Nachfolgeorganisationen der UÇK gelten.

Gemeinderat

Das Parlament der Großgemeinde besteht aus 52 Mitgliedern und setzt sich seit den Wahlen 2009 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

Bürgermeister

Seit 2002 ist Isa Mustafa (LDK) Bürgermeister der Stadt. Er wurde 2007 und 2009 wiedergewählt.

Gemeindegliederung

Städtepartnerschaften

Priština unterhält Partnerschaften mit vier Städten:

Wirtschaft

Gewerbe und Industrie

Obwohl dieser Wirtschaftszweig in der Stadt – wie auch im ganzen Land – seit dem Zerfall Jugoslawiens zum großen Teil brach liegt, haben sich einige größere Unternehmen etablieren können, die unter anderem Nahrungsmittel, pharmazeutische Produkte, Schmuck und Textilien herstellen.

Das größte Gewerbe- und Industriegebiet befindet sich an der Straße nach Fushë Kosova, die die Hauptstadt auch mit dem Bahnhof der Trainkos in diesem Ort verbindet.

Dienstleistungen und Handel

Der Großteil der Bevölkerung arbeitet heute in diesen beiden Sektoren, welche vor allem seit dem Ende des Kosovokrieges (1999) hohe Gewinne verzeichnen konnten. Priština ist heute Sitz zahlreicher national operierender Firmen, wie die nationale Post, die Telekommunikationsunternehmen PTK, IPKO und TK, das Mobilfunkunternehmen Vala und die Banken NLB Prishtina, ProCredit Bank Kosovo, Raiffeisenbank Kosova. Auch die Energie- und Wasserversorgungsunternehmen (Korporata Energjetike e Kosovës KEK und Ujësjellësi Rajonal i Kosovës URK) haben ihren Sitz in der Hauptstadt.

Im Südwesten der Stadt entsteht seit einigen Jahren ein neues Geschäfts- und Handelszentrum. Unter anderem wird seit 2008 am ENK City Center gebaut, das eine Höhe von 165 Metern aufweist und in das etwa 400 Millionen Euro investiert wurden. Auch das neue Kongresszentrum entsteht dort.

Weitere Sektoren

Auch in der Landwirtschaft und im Bauwesen sind viele Einwohner der Stadt beschäftigt. Eher wenig prosperierend ist der Sektor des Tourismus, der nicht sehr entwickelt ist.

Medien

Priština ist das Medienzentrum des Kosovo. Hier hat die einzige öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt – Radio Televizioni i Kosovës (kurz RTK) – ihren Sitz, welcher einen TV-Sender und zwei Rundfunkstationen (Radio Kosova und Radio Blue Sky) betreibt. Dazu kommen weitere private TV-Sender wie RTV 21 (Radio Televizioni 21), KTV (Kohavision), 21 Popullore, 21 Plus (Musiksender), TV Klan und weitere. Die Redaktionen der landesweiten albanischen Tageszeitungen wie Koha Ditore, Bota Sot, Epoka e Re, Gazeta Express und andere haben auch ihren Sitz in Priština.

Sehenswürdigkeiten

Priština wurde während der jugoslawischen Zeit stark modernisiert, sodass viele alte Gebäude verschwanden. Während des Kosovo-Krieges wurden außerdem etliche Baudenkmäler stark beschädigt oder zerstört. Trotzdem gibt es heute noch einige sehenswürdige Bauten, meist aus osmanischer Zeit.

Uhrturm

Der Uhrturm (alb. Kulla e Sahatit)

Der Uhrturm wurde im 19. Jahrhundert erbaut und steht in der Nähe der Jasār-Pascha-Moschee.

Llap-Moschee

Die 1470 gebaute Moschee liegt außerhalb des Stadtzentrums und ist eines der ältesten Baudenkmäler. Sie besteht aus einer Vorhalle und einem sechs Meter im Quadrat großen Gebetsraum mit einem steinernen Mihrab und einer ebenfalls steinernen Minbar mit stalaktitenförmiger Überdachung. Das Minarett besteht im unteren Teil aus Quader- im Oberen aus Ziegelsteinen. Die Moschee wurde im Kosovokrieg 1999 durch Brandstiftung weitgehend zerstört; ist jedoch heute wieder renoviert.

Große Moschee

Die Moschee wurde 1460 von Sultan Mehmet II. im frühkonstantinopolischen Stil erbaut, sieben Jahre nach dem Fall von Konstantinopel und neun Jahre, bevor er in der zu Istanbul umbenannten Stadt seine Moschee errichtete. Sie liegt in der historischen Altstadt und gehört zu den ältesten architektonischen Denkmälern der Stadt.

Großer Hammam

Das Gebäude liegt nordwestlich der Sultan-Mehmet-II.-al-Fātih-Moschee. Es wurde am Ende des 15. Jahrhunderts errichtet. Der Platz zwischen Moschee und Badehaus ist im Frühjahr und Sommer Treffpunkt älterer Einwohner. Das Gebäude ist eines der wenigen noch erhaltenen Beispiele für osmanische Badehäuser (Hammam) im Kosovo. Nach Angaben der UNESCO befindet es sich in einem sehr verwahrlosten Zustand, die anfänglichen Kosten für eine Renovierung werden auf rund eine halbe Million Euro geschätzt.

Weitere Moscheen

Die Jashar-Pascha-Moschee und die Çarshi-Moschee zählen zu den bedeutendsten und ältesten islamischen Sakralbauten der Stadt.

Ethnologischer Park Emin Giku

In der Altstadt von Priština gelegen, gilt das Ensemble als bestes Beispiele für regionale Stadtarchitektur im Kosovo. Die frühere Stadtresidenz einer reichen kosovarischen Familie aus dem 18. und 19. Jahrhundert besteht aus drei Hauptgebäuden, die um zwei Höfe gruppiert sind. Die Ausstellung im Inneren dokumentiert das traditionelle Leben der früheren Kosovo-Albaner.

Neue Religiöse Bauten

Zur Zeit befindet sich in der kosovarischen Hauptstadt eine große römisch-katholische Kathedrale in Bau. Sie soll das neue Gotteshaus der Katholiken in Prishtina werden. Neben der Kathedrale sollen zudem ein Bischofshaus, eine Grundschule, ein Schwesternheim, ein Kindergarten, ein Begegnungszentrum, eine Bibliothek und ein Theater entstehen. Finanziert wird das Projekt von der Römisch-katholischen Kirche des Kosovo und der Stadtverwaltung von Prishtina.[4]

Innerstädtische Infrastruktur

Das starke Anwachsen der Stadt nach dem Krieg belastet die Infrastruktur beispielsweise im Bereich Straßen und Kanalisation. Seit dem Einmarsch der KFOR-Truppen sind 75 % der bis dahin bestehenden Stadtstruktur – oft im Rahmen illegaler Bautätigkeit – umgebaut worden[5]. Es gibt ernste Probleme bei der Versorgung mit Wasser und Elektrizität. Das Telefonfestnetz in der Stadt wurde modernisiert und arbeitet genauso zuverlässig wie das Mobilfunknetz. Die Internetanbindung ist für den größten Teil der Stadt gesichert.

Verkehr

Das Empfangsterminal des Flughafens von Priština

Straßenverkehr

Von Priština laufen vier nationale Straßenachsen in verschiedene Richtungen des Landes. Die Stadt ist direkt mit Prizren (weiter zur albanischen Grenze), Peja, Mitrovica und Podujeva (weiter zur serbischen Grenze) verbunden. Darüber hinaus bestehen Straßen nach Skopje (Mazedonien) und Preševo (Süd-Serbien). In Zukunft wird die nationale Autobahn Route 7 die Stadt westlich umgehen.

Flugverkehr

Etwa 22 Kilometer südwestlich von Priština liegt der internationale Flughafen Priština, der 2009 rund 1.2 Mio. Passagiere abfertigte und 5.709 Flugbewegungen verzeichnete.

Eisenbahn

In Fushë Kosova bei Priština befindet sich der Knotenpunkt des Netzes der kosovarischen Eisenbahngesellschaft Trainkos. Priština selbst befindet sich an der im Güter- und Personenverkehr betriebenen Eisenbahnverbindung nach Fushë Kosova. Der nach Niš weiterführende Abschnitt wird zur Zeit nicht betrieben.

Kultur

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Priština ist kulturelles Zentrum des Kosovo. Hier befinden sich das Nationaltheater, der Jugendpalast (Kongresszentrum), die Nationalbibliothek, das Nationalmuseum und weitere Einrichtungen, die für das Land von großer Bedeutung sind.

Seit 2009 findet in der Hauptstadt das PriFilmFest statt, das bedeutendste Filmfestival des Landes. Auch die Wahlen zur Miss Kosovo finden meist hier statt.

Bildung

Bibliothek Prishtina im architektonisch einzigartigem Gebäude-Komplex

Vorstufe

Die Vorschulorganisation Gëzimi Ynë betreut in neun Stätten 535 Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren (Stand 2005). Dazu kommen noch einmal über tausend Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Kinderkrippen und Kindergärten beherbergen insgesamt 1.522 Kinder und haben 192 Mitarbeiter (Stand 2005).

Primarstufe

In der Großgemeinde Priština gibt es 37 Grundschulen, 14 in der Stadt selbst, sechs davon liegen im Siedlungsgebiet der serbischen Minderheit außerhalb der Stadt. In der Stadt gibt es außerdem zwei Schulen, an denen Angehörige der türkischen bzw. bosnischen Minderheit Unterricht in der Muttersprache bekommen. Die Zahl der Grundschüler liegt bei 29.270. Es gibt eine Sonderschule für höhere Anforderungen mit dem Namen Naim Frashëri für 58 Schüler.

Sekundarstufe

Von den vierzehn Oberschulen sind drei allgemeinbildende Gymnasien. Die übrigen sind wie folgt fachspezifisch ausgerichtet: drei für Technik und jeweils eine für Philologie, Medizin, Jura, Handel, Landwirtschaft und Musik. Dazu kommt die US-amerikanisch-Türkische Privatschule Mehmet Akif und das islamische Gymnasium Medresa Alaudin.

Tertiärstufe

Die Stadt beheimatet die im Jahre 1970 eröffnete Universität Priština mit ihren 13 Fakultäten. In Priština ist auch die Akademie der Wissenschaften und Künste des Kosovo angesiedelt. Daneben gibt es weitere private Universitäten, welche in den 2000er Jahren gegründet wurden.

Sport

Mit dem KF Prishtina und dem KF Flamurtari spielen zurzeit zwei Fußballvereine aus der Stadt in der höchsten Liga des Kosovo, der Raiffeisen Superliga.

Literatur

  • Radmila Todić-Vulićević: Priština. Prištevci i vreme. Novi Sad 1999, ISBN 86-363-0858-5
  • Michelangelo Severgnini: Good morning, Pristina! Diario di un giornalista radiofonico tra Kosovo e Serbia. Roma 2000.
  • Stara Priština. Poznavanje grada u crtežu Radomira Paje Jankovića, priredio Zoran S. Nikolić. (Das alte Priština. Vorstellung der Stadt in Zeichnungen von Radomir P. Janković, ausgewählt von Zoran S. Nikolić.) Priština 1994.
  • Nikolić, Miodrag: Priština. Grad heroj. Beograd 1980. (Über den Widerstand im Zweiten Weltkrieg)
  • Đuričić, Predrag: Priština = Prishtinë. [1977].
  • Mekuli, Esad und Cukic, Dragon (Hrsg.): Priština. Priština 1965
  • Nebojsa B. Tomasevic: Jugoslawische Städte. (Beograd, Zagreb, Ljubljana, Sarajevo, Skopje, Titograd (Pogradec), Novi Sad, Priština). [Beograd] 1965.
  • Hajrullah Koliqi: Das Überleben der Universität 1991–1996. 1997.

Weblinks

 Commons: Pristina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Priština – in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. Prishtinë/Priština. OSZE, November 2011, abgerufen am 31. Oktober 2012 (englisch, PDF-Datei, 242 KB).
  2. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens ESK wurde kein Text angegeben.
  3. Miranda Vickers: Shqiptarët - Një histori moderne. Bota Shqiptare, 2008 (Originaltitel: The Albanians - A Modern History, übersetzt von Xhevdet Shehu), ISBN 978-99956-11-68-2, Vazhdimi i shpërbërjes së Perandorisë Osmane, S. 48.
  4. Ipeshkvia e Kosovës, Katedralja e së Lumes Nënë Tereza në Prishtinë. Abgerufen am 25. Juni 2011 (albanisch).
  5. Le Monde diplomatique: Zerstören durch Bauen (vom 9. April 2010)

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