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Philipp Schey von Koromla

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Philipp Freiherr Schey von Koromla (gebürtig Philipp Schey, ungarisch Schey Fülöp; geb. 20. September 1798 in Güns; gest. 28. Juni 1881 in Baden (Niederösterreich)) war ein ungarisch-österreichischer Großhändler und Mäzen. Er war der erste aus Ungarn stammende Jude, der im Habsburgerreich geadelt wurde. Sein Wirken hob das gesellschaftliche Ansehen von Juden in der Habsburgermonarchie.

Leben

Schey von Koromla wurde in Güns geboren. Er war zunächst in Leopoldstadt im Bankhaus Wertheimstein tätig, machte sich aber später als Großhändler selbstständig und erwarb ein ansehnliches Vermögen. Er war verheiratet, doch blieb die Ehe kinderlos.

Sein Vermögen ermöglichte es ihm, beträchtliche Mittel für wohltätige Zwecke zu verwenden. Unter anderem ließ er in seinem Geburtsort Güns eine Synagoge sowie ein Krankenhaus bauen.[1] Die Kuppel der 1858/1859 in neugotischem Stil errichteten Synagoge wurde mit der Inschrift „in Ehre Gottes gebaut von Philip Schey von Koromla“ versehen.[2] Er förderte den Bau des Erzherzog-Albrecht-Versorgungshauses, unterstützte die Barmherzigen Schwestern sowie den Unterstützungsfonds der Gendarmerie. Dem evangelischen Lyzeum in Ödenburg stiftete er ein Stipendium für jüdische Studenten.[3] Während der Revolution von 1848/49 erwarb er sich Verdienste in der Unterstützung der Streitkräfte. Erzherzog Albrecht drückte darüber seine „hohe Zufriedenheit“ aus.[4]

1857 erhielt er wegen seiner „bewährten Loyalität und seiner Verdienste um die leidende Menschheit“ das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone.[5] 1859 wurde er mit dem Prädikat Edle v. Koromla geadelt und 1871 zum Freiherrn erhoben.

Friedrich Freiherr Schey von Koromla war sein Neffe, Josef Freiherr Schey von Koromla sein Großneffe. Philipp Freiherr Schey von Koromla war der Urgroßonkel von Arthur Schnitzler.[6]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Österreich in Geschichte und Literatur, Band 8, S. 180
  2. Michael Blumenthal: The Silent Synagogue of Köszeg. In: Hilda Raz (Ed.): The Prairie schooner. Anthology of contemporary Jewish American writing, University of Nebraska Press 1998, S. 65 (englisch)
  3. Ludwig Philippson (Hrsg.): Allgemeine Zeitung des Judenthums, Leipzig 1863, Band 27, S. 402
  4. Ben Chananja: Monatsschrift für jüdische Theologe, Band 2., Szegedin 1859, S. 339
  5. Ignaz Reich: Beth-el: Ehrentempel verdienter ungarischer Israeliten, Band 1, Pest 1856, S. 184
  6. Nikolaj Beier: Vor allem bin ich ich. Judentum, Akkulturation und Antisemitismus in Arthur Schnitzlers Leben und Werk, Wallstein Verlag, Göttingen 2008 ISBN 978-3-8353-0255-6, S. 218
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Philipp Schey von Koromla aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.