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Paul Mendes-Flohr

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Paul Mendes-Flohr (2017)

Paul Mendes-Flohr (geboren als Paul Flohr 17. April 1941 in New York City) ist ein US-amerikanischer Historiker. Sein Forschungsschwerpunkt ist die moderne jüdische Geistesgeschichte.

Leben

Paul Flohrs Vater stammt aus Galizien, seine Mutter aus Russland. Sie betrieben in Brooklyn in einem jiddischsprachigen Milieu einen Zeitungskiosk.[1] Er besuchte das Brooklyn College und studierte dann an der Brandeis University. 1966 studierte er ein Semester bei Jacob Katz in Jerusalem. 1969/70 forschte er in Berlin und erhielt an der FU Berlin bei Jacob Taubes Lehraufträge zum Zionismus und zum Chassidismus. Im Jahr 1970 heiratete er Rita Mendes und nahm den Doppelnamen an. In Brandeis wurde er 1972 bei Alexander Altmann, Nahum Glatzer und Ben Halpern mit einer Arbeit über Martin Bubers Beziehung zur Soziologie promoviert.

Mendes-Flohr zog nach Israel und lehrte jüdische Denkgeschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Von 1999 bis 2006 war er dort Direktor des Franz Rosenzweig Minerva Research Center for German-Jewish Literature and Cultural History. 1998 wurde er in Deutschland mit einem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet. Er erhielt die Dorothy Grant Maclear Professor of Modern Jewish History and Thought-Professur an der University of Chicago.

2012 wurde Mendes-Flohr in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.[2]

Mendes-Flohr war zusammen mit Peter Schäfer und später Bernd Witte Herausgeber der Martin Buber Werkausgabe (MBW), die ab 2001 in 22 Bänden erschien.

Schriften (Auswahl)

  • Von der Mystik zum Dialog : Martin Bubers geistige Entwicklung bis hin zu "Ich und Du". Übersetzung aus dem Englischen Dafna A. von Kries. Einführung Ernst Simon. Königstein : Jüdischer Verlag, 1979 ISBN 3-7610-8038-7
  • From mysticism to dialogue: Martin Buber's transformation of German social thought. Detroit : Wayne State Univ. Press, 1989
  • mit Jehuda Reinharz (Hrsg.): The Jew in the modern world : A documentary history. New York : Oxford Univ. Press, 1980 ISBN 0-19-502631-4
  • mit Arthur A. Cohen (Hrsg.): Contemporary Jewish religious thought: original essays on critical concepts, movements, and beliefs. New York : Scribner, 1987
  • mit Otto Dov Kulka (Hrsg.): Judaism and Christianity under the Impact of National Socialism. Jerusalem 1987
  • (Hrsg.): A land of two peoples: Martin Buber on Jews and Arabs. Vorwort Paul R. Mendes-Flohr. Tel-Aviv : Schocken, 1988
    • (Hrsg.): Martin Buber: Ein Land und zwei Völker : zur jüdisch-arabischen Frage. Frankfurt am Main : Jüdischer Verlag, 1993
  • Divided passions: Jewish intellectuals and the experience of modernity. Essays. Detroit : Wayne State University Press, 1991
  • German Jews: a dual identity. New Haven : Yale Univ. Press, 1999 ISBN 0-300-07623-1
    • Jüdische Identität - Die zwei Seelen der deutschen Juden. Übersetzung Dorthe Seifert. München : Wilhelm Fink, 2004, ISBN 3-7705-4007-7
  • Martin Buber: a contemporary perspective. Syracuse, NY : Syracuse University Press, 2002
  • mit Avraham Barkai: German-Jewish history in modern times, Bd. 1, Tradition and Enlightenment, 1600–1780. Columbia University Press 1996, ISBN 0-231-07472-7
    • mit Avraham Barkai, Steven M Lowenstein: Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit, C.H.Beck, 1997, ISBN 978-3-406-39706-6
  • Kulturzionismus. In: Dan Diner (Hrsg.): Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur (EJGK). Band 3, Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, S. 454–458

Literatur

  • Julia Matveev, Ashraf Noor (Hrsg.): die Gegenwärtigkeit deutsch-jüdischen Denkens : Festschrift für Paul Mendes-Flohr. Paderborn : Fink, ISBN 978-3-7705-4634-3
  • Martina Urban, Christian Wiese (Hrsg.): German-Jewish Thought Between Religion and Politics : Festschrift in Honor of Paul Mendes-Flohr on the Occasion of His Seventieth Birthday. Studia Judaica ; 60, 2012

Weblinks

Medien

Einzelnachweise

  1. Vita durch die Herausgeber in der Festschrift German-Jewish Thought, 2012, S. 1–10
  2. Book of Members 1780–present, Chapter M. (PDF; 1,2 MB) In: American Academy of Arts and Sciences (amacad.org). Abgerufen am 31. Mai 2018 (english).


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