Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Palisade

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Palisade (Begriffsklärung) aufgeführt.
Rekonstruktion einer mittelalterlichen Palisade

Palisaden sind 20–30 cm starke, 3–4 m lange, oben teilweise zugespitzte Pfähle. Sie werden in der Befestigungskunst als Hindernismittel mit Zwischenräumen von 6–8 cm etwa 1 m tief eingegraben und in der Erde durch eine Grundschwelle, am oberen Ende durch eine aufgenagelte Latte verbunden. Das Wort aus dem Französischen Wort palissade löste seit dem späten 16. Jahrhundert zunehmend das bis dahin gleichbedeutende Wort „Bollwerk“ (d. h. Bohlenwerk) ab.

Lange bevor Palisaden fortifikatorischen Zwecken dienten, waren sie reine Annäherungshindernisse die, wie auch Chevaux de Fries die im Sinne eines Temenos Kultplatze vor profanem Zugang beziehungsweise vor Einsicht schützten.

Später, beginnend mit der Bronzezeit, sollten sie gegen feindlichen Beschuss decken und die eigene Abwehr vereinfachen. Man setzte je drei Hölzer dicht nebeneinander und ließ dann eine Lücke von 8 bis 10 cm, die bis zur Anschlagshöhe durch eine schwächere Brustpalisade gefüllt wurde.

Zur Deckung gegen Beschuss schüttete man gegen die Palisade von außen bis zur Schartenhöhe Erde an aus einem Spitzgraben, der zugleich die Benutzung der Scharten von außen erschwerte. Verteidigungspalisaden wendete man an zum Schluss der Kehle offener Feldwerke, bei der Ortsverteidigung, ja selbst im freien Feld in Gestalt von runden, sogenannten Tambours, etwa zur Deckung einzelner Feldwachen gegen Überfall durch Kavallerie. Im Orient trifft man oft auf Ortsbefestigungen, bei denen Palisaden die äußere Brustwehrböschung bilden und ein Erdwall dahinter angeschüttet ist, die sogenannte Palanke.

Palisaden im Landschaftsbau

Seit den 1970er Jahren werden Palisaden im Landschaftsbau verwendet. Sie dienen meist dem Abfangen von Böschungen bzw. kleineren Hängen und/oder der Beet- bzw. Wegeeinfassung. Seltener ist die Verwendung als freistehende Wand, beispielsweise als Sichtschutz. Im eingebauten Zustand sind solche „Wände“ in der Regel nicht höher als 2–3 m.

Als Palisaden werden in der Regel kesseldruckimprägnierte Rundhölzer, runde und eckige Beton- sowie Natursteinpfosten verwendet. Eine optimale Möglichkeit der Befestigung im Erdboden besteht durch die Verwendung von Magerbeton.

Früher wurden gerne die mit Steinkohlenteeröl (Carbolineum) imprägnierten Holzschwellen aus dem Bahnbetrieb verwendet. Sie dürfen aufgrund ihrer krebserregenden Wirkung jedoch nicht mehr eingesetzt werden und müssen als Sondermüll entsorgt werden.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden Palisaden für den Küstenschutz verwendet; sie wurden jedoch bald durch Mauern aus Stein oder Beton ersetzt. Ein Stück Palisadenwand für den Strandschutz ist auf der ostfriesischen Insel Baltrum noch erhalten.

Weblinks

 Commons: Palisade – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
WiktionaryWiktionary: Palisade – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Palisade aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.