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Ontario

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Dieser Artikel behandelt eine Provinz in Kanada. Weitere Bedeutungen siehe Ontario (Begriffsklärung).
Ontario
Wappen Flagge
Wappen von Ontario
(Details)
Flagge von Ontario
(Details)
Wahlspruch: Ut Incepit Fidelis Sic Permanet
„Sie begann loyal und wird loyal bleiben“
Lage
300px
Basisdaten
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Toronto
Größte Stadt Toronto
Fläche 1.076.395 km² (4.)
Einwohner (2006) 12.160.262 (1.)
Bevölkerungsdichte 13,4 Ew./km²
BIP in CAD (2006) Gesamt: 556,3 Mia. (1.)
Pro Kopf: 43.847 (6.)
Zeitzone UTC -5 bis -6
ISO 3166-2 CA-ON
Postalische Abkürzung ON
Website www.ontario.ca
Politik
Beitritt Konföderation 1. Juli 1867
Vizegouverneur David Onley
Premierminister Dalton McGuinty
Sitze im Unterhaus 106
Sitze im Senat 24

Ontario [ɒnˈtɛɹi.oʊ] ist eine Provinz im südlichen Zentrum Kanadas. Sie ist die bevölkerungsreichste und nach Québec die flächenmäßig zweitgrößte Provinz (Nunavut und die Nordwest-Territorien sind zwar größer, aber keine Provinzen).[1][2] Ontario grenzt an die Provinzen Manitoba im Westen und Québec im Osten sowie an fünf US-Bundesstaaten im Süden.

Hauptstadt Ontarios ist Toronto, die gleichzeitig größte Stadt des Landes ist.[3] Ottawa, die Hauptstadt Kanadas, befindet sich im Osten an der Grenze zu Québec; im Gegensatz zu vielen anderen Flächenstaaten existiert kein gesonderter Hauptstadtdistrikt. Bei der Volkszählung 2006 wurden 12.160.282 Einwohner gezählt, was 38,5 % der Bevölkerung Kanadas entspricht.[4]

Geographie

Die Provinz grenzt im Norden an die Hudson Bay und die James Bay, im Osten an Québec, im Süden an die US-amerikanischen Bundesstaaten Minnesota, Michigan, Ohio, Pennsylvania und New York und im Westen an die Provinz Manitoba. Ontarios südliche Grenze zu den Vereinigten Staaten besteht fast gänzlich aus Seen und Flüssen, beginnend mit dem Lake of the Woods. Sie verläuft weiter an vier der fünf Großen Seen (Obere See, Huronsee, Eriesee und Ontariosee) und schließlich am Sankt-Lorenz-Strom in der Nähe von Cornwall. Der Ottawa River bildet einen Teil der Grenze zu Québec.

Ontario lässt sich in drei Hauptregionen gliedern:

  • Der Kanadische Schild im Nordwesten und im Zentrum bedeckt rund die Hälfte der Provinzfläche. Er ist größtenteils unfruchtbar, aber reich an Mineralien und gleichzeitig überzogen mit Flüssen und Seen.
  • Das sumpfige und bewaldete Tiefland der Hudson Bay im nordöstlichen Provinzgebiet, das fast unbewohnt ist.
  • Das klimatisch gemäßigte und fruchtbare Tal im Süden entlang der Großen Seen und des Sankt-Lorenz-Stroms, wo sich Landwirtschaft, Industrie und Siedlungen konzentrieren. Rund 75 % der Bevölkerung Ontarios und ein Viertel der kanadischen Bevölkerung lebt im sog. Golden Horseshoe (goldenes Hufeisen).

Trotz des Fehlens von Gebirgen wird ein großer Teil der Provinz von zahlreichen Hügelketten durchzogen, wobei insbesondere die Moränen im Kanadischen Schild sowie die Niagara-Schichtstufe im Süden zu nennen sind. Höchster Punkt der Provinz ist der 693 Meter hohe Ishpatina Ridge in der Nähe von Temagami. Ontario ist bekannt für seinen Wasserreichtum. In der Provinz gibt es rund 250.000 Seen sowie Flüsse mit einer Gesamtlänge von mehr als 100.000 Kilometer. Diese enthalten rund ein Drittel des weltweiten Süßwassers.[5] Das bekannteste geographische Objekt sind die Niagarafälle. Der Sankt-Lorenz-Seeweg erlaubt Schifffahrt vom Atlantischen Ozean bis nach Thunder Bay im Nordwesten Ontarios.

In Ontario gibt es fünf Nationalparks: Den Bruce-Peninsula-Nationalpark auf der Bruce-Halbinsel am Huronsee, Georgian-Bay-Islands-Nationalpark an der Georgsbucht des Huronsees, den Point-Pelee-Nationalpark auf einer Landzunge im Eriesee (mit dem südlichsten Punkt des kanadischen Festlandes), den Pukaskwa-Nationalpark nördlich des Oberen Sees und den St.-Lawrence-Islands-Nationalpark in der Region Thousand Islands.

Klima

Datei:Lake Ontario - Sandbanks Provincial Park 2001.jpg
Sandbanks Provincial Park am Ontariosee

Ontario liegt in drei Hauptklimaregionen. Der größte Teil des Südostens sowie der südliche Teil des Golden Horseshoe besitzen ein feucht gemäßigtes und kontinentales Klima. In dieser Region herrschen heiße feuchte Sommer und kalte Winter vor. Insbesondere im Herbst und Winter werden die Temperaturen durch die Wasserfläche der Großen Seen etwas gemildert. Daraus ergibt sich eine längere Wachstumsphase als in Gegenden auf dem gleichen Breitengrad, die im Zentrum des Kontinents liegen. Die jährliche Niederschlagsmenge reicht von 750 mm bis 1000 mm und ist relativ gleichmäßig verteilt, mit einer Spitze im Sommer. Die Region liegt auf der Leeseite der Großen Seen, wodurch weniger Schnee fällt als in allen anderen Gebieten Kanadas.

Die weiter nördlich liegenden und den Windströmungen zugewandten Regionen von Südontario sowie Zentral- und Ostontario und die südlichen Regionen von Nordontario besitzen ein harsches feuchtes Kontinentalklima. Hier herrschen kurze und warme bis heiße Sommer vor, mit kalten und längeren Wintern sowie einer kürzeren Wachstumsphase. Der südliche Teil dieser Region liegt an der Luvseite der Großen Seen, insbesondere des Huronsees. Die kalten Winde, die auf die warmen Wasserflächen treffen, haben das Wetterphänomen des Lake effect snow zur Folge. In einzelnen Gebieten fällt dadurch bis zu drei Meter Schnee jährlich.

In den nördlichsten Regionen Ontarios, hauptsächlich nördlich des 50. Breitengrades, herrscht ein subpolares Klima vor, mit langen, sehr kalten Wintern und kurzen warmen Sommern. Im Sommer kann es auch ganz im Norden warm werden, doch ist die Niederschlagsmenge deutlich geringer als im Süden. Da keine Bergketten die arktischen Luftmassen blockieren, können die Temperaturen im Winter unter -40 °C fallen. Oft ist der Boden von Oktober bis Mai schneebedeckt.

Gliederung

Siehe auch: Verwaltungsgliederung Ontarios, Liste der Gemeinden in Ontario

Die Verwaltungsgliederung Ontarios ist vielfältig. Es gibt 445 Gemeinden, die auf vier verschiedene Arten gegliedert sind. Einstufige Gemeinden (single-tier municipalities) werden von einer einzigen städtischen Verwaltung regiert. Sie unterstehen weder einem County oder einer Regionalverwaltung, noch haben sie weitere Einheiten unter sich. Regionalgemeinden (regional municipalities) sind Verwaltungsgebiete, die ähnlich einem County aufgebaut sind, aber über mehr Kompetenzen verfügen. Countys (nur in Südontario) sind Verwaltungsbezirke, die nur sehr wenige Aufgaben erfüllen, da diese von den eigenständigen Gemeinden innerhalb des Bezirks wahrgenommen werden. Distrikte (districts) sind Gebiete in den dünn besiedelten Regionen Nordontarios, in denen die Provinzregierung die meisten Verwaltungsaufgaben übernimmt.

Vorlage:Navigationsleiste Verwaltungsgliederung Ontarios

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Ontarios und Geschichte der First Nations

Frühgeschichte

Der Name Ontario ist ein irokesisches Wort und bedeutet „schöner See“ oder „schönes Wasser“. Bevor die Europäer die Region erreichten, bewohnten Algonkin- (Anishinabe, Cree und Algonkin) und Irokesen-Stämme (Irokesen, Wyandot) das Land.

Europäer und Indianer, britisch-französische Rivalität

Der französische Entdecker Étienne Brûlé erforschte einen Teil des Gebiets in den Jahren 1610 bis 1612. Der englische Entdecker Henry Hudson segelte 1611 in die später nach ihm benannte Hudson Bay und nahm die Bucht für England in Besitz. Samuel de Champlain erreichte 1615 den Huronsee. Zu dieser Zeit begannen französische Missionare, kleine Vorposten entlang der Großen Seen zu errichten. Die Irokesen, die eine Allianz mit den Engländern eingegangen waren, gefährdeten aber diese französischen Siedlungen.

Die Engländer bzw. die Briten errichteten im späten 17. Jahrhundert Handelsposten an der Hudson Bay und strebten nach der Vorherrschaft in Ontario. Der Pariser Frieden von 1763, der den Siebenjährigen Krieg in Europa und den auf dem nordamerikanischen Nebenkriegsschauplatz beendete, führte dazu, dass fast ganz Neufrankreich an die Briten fiel.

Britische Kolonialherrschaft

1774 wurde das Gebiet durch den Quebec Act ein Teil der Provinz Québec.

Von 1783 bis 1796 gewährte die britische Regierung den geflohenen amerikanischen Loyalisten je 200 acres (0,8 km²), um ihnen den Wiederaufbau einer Existenz zu ermöglichen. Durch diese Maßnahme stieg die Einwohnerzahl westlich des Ottawa River markant an, so dass die Provinz Québec 1791 mit dem Constitutional Act aufgeteilt wurde: das mehrheitlich englischsprachige Oberkanada westlich des Flusses, das mehrheitlich französischsprachige Niederkanada östlich davon.

Amerikanische Truppen schritten im britisch-amerikanischen Krieg (1812-1814) über den Niagara River sowie den Detroit River und fielen in Oberkanada ein. Sie wurden jedoch von britischen Soldaten, kanadischen Milizen und Kriegern der First Nations aufgehalten und zurückgeschlagen. Daraufhin erlangten die Amerikaner die Kontrolle über den Eriesee und den Ontariosee. Sie besetzten York (das spätere Toronto), plünderten die Stadt und setzten das Parlamentsgebäude in Brand, mussten sich aber bald darauf zurückziehen.

Nach Kriegsende nahm die Bevölkerung weiter zu. Ein Verbund aristokratischer Familien, der so genannte Family Compact, beherrschte das wirtschaftliche und politische Geschehen. Gegen diese Vorherrschaft regte sich zunehmend Widerstand und es entstanden republikanische Bewegungen. 1837 brachen zwei Aufstände aus, die beide die Einführung der Selbstverwaltung zum Ziel hatten, die von Louis-Joseph Papineau angeführte Niederkanada-Rebellion und die von William Lyon Mackenzie angeführte Oberkanada-Rebellion (siehe auch Rebellionen von 1837.

Zwar wurden beide Aufstände rasch niedergeschlagen, doch die britische Regierung entsandte Lord Durham, um die Ursachen der Unruhen zu untersuchen. Er schlug die Einführung der Selbstverwaltung vor sowie die Vereinigung von Ober- und Niederkanada, um die französischen Kanadier allmählich zu assimilieren (was letztlich jedoch nicht gelang). Mit dem Act of Union 1840 wurden die beiden Kolonien zur Provinz Kanada vereinigt. Das Recht zur Selbstverwaltung wurde 1848 gewährt.

Eine unüberwindbare politische Pattsituation zwischen englisch- und französischsprachigen Abgeordneten sowie die Angst vor amerikanischer Aggression während des Sezessionskriegs waren dafür ausschlaggebend, dass sich die führenden Politiker in Britisch-Nordamerika in mehreren Konferenzen darauf einigten, die verschiedenen britischen Kolonien zu vereinigen. Mit der Gründung der Kanadischen Konföderation am 1. Juli 1867 wurde die Provinz Kanada entlang der alten Grenzen in Québec und Ontario geteilt.

Das entstehende Kanada, ab 1867

Oliver Mowat, Premierminister der Provinz von 1872 bis 1896, schwächte die Macht der Bundesregierung in Angelegenheiten der Provinz, üblicherweise durch gut formulierte Berufungen bei der Justizkommission des britischen Privy Council. Mowat erreichte eine weitaus größere Dezentralisierung des Landes und Machtfülle der Provinzen, als es jemals Absicht von John Macdonald gewesen war. Er baute das Bildungswesen aus, reorganisierte die Verwaltungsgliederung und sicherte für Ontario jene Gebiete im Nordwesten, die historisch nicht Teil von Oberkanada gewesen waren (nördlich des Oberen Sees und westlich der Hudson Bay.

Während Mowats Amtszeit entwickelte sich Ontario zum wirtschaftlichen Zentrum des Landes. Die Ausbeutung der mineralischen Rohstoffe wurde Ende des 19. Jahrhunderts intensiviert, was zur Gründung zahlreicher Minenstädte im Norden führte, wie z. B. Sudbury. Die Provinz ließ zahlreiche Wasserkraftwerke errichten und schuf die staatliche Hydro-Electric Power Commission of Ontario, später Ontario Hydro. Die Verfügbarkeit billiger elektrischer Energie erleichterte die Entwicklung der Industrie zusätzlich.

Im Juli 1912 erließ die konservative Regierung von James Whitney das umstrittene Reglement 17, das den Schulunterricht der Minderheit der Franko-Ontarier in französischer Sprache stark einschränkte. Dieser Erlass stieß bei den Frankokanadiern auf erbitterten Widerstand; der Journalist Henri Bourassa schmähte die Regierung als „die Preußen von Ontario“, eine Anspielung auf die deutsch-französische Erbfeindschaft, die zum Ersten Weltkrieg geführt hatte. Reglement 17 konnte nie vollständig umgesetzt werden und wurde schließlich 1927 aufgehoben.

Unter dem Einfluss der Vereinigten Staaten führte die Regierung von William Hearst 1916 die Alkohol-Prohibition ein. Privatpersonen konnten jedoch Schnäpse für den Eigengebrauch brennen und Unternehmen durften weiterhin für den Export produzieren. Dies führte zu einem regen Schnapsschmuggel in die USA, wo Alkohol gänzlich verboten war. 1927 wurde die Prohibition aufgehoben, die Provinzregierung regulierte jedoch die Produktion und den Verkauf von Alkohol in erheblichem Maße. So dürfen bis heute hochprozentige alkoholische Getränke nur in Läden des Liquor Control Board of Ontario verkauft werden.

Seit dem Zweiten Weltkrieg: Wirtschaftswachstum und Sprachenkonflikte

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war von einem außergewöhnlichen Wachstum geprägt. Ontario und insbesondere der Großraum Toronto zogen bei weitem die meisten Einwanderer an. Waren dies in den 1950er und 1960er hauptsächlich Europäer, so folgten nach Anpassungen der Einwanderungsgesetze Menschen aus anderen Kontinenten. Ontario wandelte sich von einer in hohem Maße britisch geprägten Provinz zu einer der ethnisch vielfältigsten Regionen Nordamerikas.

Die nationalistische Bewegung in Québec, insbesondere nach dem Wahlsieg der Parti Québécois im Jahr 1976, führte zu einer Wanderungsbewegung von Unternehmen und englischsprachigen Kanadiern von Québec nach Ontario. Als Folge davon überholte Toronto Montréal als größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum Kanadas. Schwierige wirtschaftliche Verhältnisse in den Seeprovinzen führten dort zu einem Bevölkerungsrückgang und zu einer starken Binnenwanderung nach Ontario.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung [6]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1851 952.004 1931 3.431.683
1861 1.396.091 1941 3.787.655
1871 1.620.851 1951 4.597.542
1881 1.926.922 1961 6.236.092
1891 2.114.321 1971 7.703.105
1901 2.182.947 1981 8.625.107
1911 2.527.292 1991 10.084.885
1921 2.933.662 2001 11.410.046

Bei der Volkszählung 2006 wurden 12.160.282 Einwohner ermittelt, was gegenüber 2001 einer Zunahme von 6,6 % entspricht. Somit liegt Ontario über dem landesweiten Durchschnitt von 5,4 %. Der Anteil Ontarios an der Gesamtbevölkerung Kanadas beträgt 38,5 %.[4]

Bei der Volkszählung 2001 bezeichneten sich 29,7 % der Bevölkerung als „Kanadier“. 24,0 % waren englischer, 16,3 % schottischer, 15,6 % irischer, 10,9 % französischer, 8,6 % deutscher, 6,9 % italienischer und 4,6 % chinesischer Abstammung (Mehrfachantworten möglich). Der Anteil der Ureinwohner ist gering (2,2 % First Nations, 0,5 % Métis).[7]

Wichtigste Sprache ist Englisch; etwa 5 % der Bevölkerung gehören der Minderheit der Franko-Ontarier an, der größten französischsprachigen Gemeinschaft Kanadas außerhalb von Québec.[8] Französisch ist zwar keine offizielle Amtssprache, doch muss die Provinzregierung in einzelnen Bezirken (mind. 5000 Einzelpersonen oder 10 % der Bevölkerung) Dienstleistungen in französischer Sprache anbieten.

34,9 % der Bevölkerung sind protestantisch, 34,7 % römisch-katholisch. 2,3 % sind christlich-orthodox und 2,7 % nicht näher definierte Christen. 3,1 % bekennen sich zum Islam, 1,9 % zum Hinduismus und 4,1 % zu sonstigen Religionen. 16,3 % machten keine Angaben.[9]

Größte Städte nach Einwohnerzahl

Rang Stadt 2006 2001
1. Toronto 2.503.281 2.481.494
2. Ottawa 812.129 774.072
3. Mississauga 668.549 612.925
4. Hamilton 504.559 490.268
5. Brampton 433.806 325.428
6. London 352.395 336.539
7. Markham 261.573 208.615
8. Vaughan 238.866 182.022
9. Windsor 216.473 208.402
10. Kitchener 204.668 190.399
Rang Stadt 2006 2001
11. Oakville 165.613 144.738
12. Burlington 164.415 150.836
13. Richmond Hill 162.704 132.030
14. Greater Sudbury 157.857 155.219
15. Oshawa 141.590 139.051
16. St. Catharines 131.989 129.170
17. Barrie 128.430 103.710
18. Cambridge 120.371 110.372
19. Kingston 117.207 114.195
20. Guelph 114.943 106.170

Politik

Das politische System von Ontario basiert auf dem Westminster-System, mit einem Einkammernparlament, der Legislativversammlung. Diese besteht aus 107 Mitgliedern, die in ebenso vielen Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlsystem gewählt werden. Seit 2004 ist die Länge der Legislaturperiode auf vier Jahre beschränkt. Zuvor konnte der Vizegouverneur auf Anraten des Premierministers innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens das Parlament vorzeitig auflösen und Neuwahlen ansetzen, der britischen Parlamentstradition entsprechend. Amtierender Premierminister ist Dalton McGuinty, Vizegouverneur ist David Onley.

Drei Parteien bestimmen das politische Geschehen in Ontario. In den letzten Jahrzehnten stellten sowohl die liberale Ontario Liberal Party als auch die konservative Progressive Conservative Party of Ontario und die sozialdemokratische Ontario New Democratic Party während einer gewissen Zeit die Regierung.

Ontario stehen zurzeit 106 Sitze im Unterhaus und gemäß der kanadischen Verfassung 24 Sitze im Senat zu. Die Provinz gilt auf Bundesebene als Hochburg der Liberalen Partei Kanadas. Da in Ontario die meisten Sitze zu vergeben sind, ist für jede Partei, die auf einen Wahlsieg hofft, die Unterstützung dieser Provinz von entscheidender Bedeutung.

Siehe auch: Liste der Premierminister von Ontario, Liste der Vizegouverneure von Ontario

Wirtschaft

Datei:Toronto - ON - Toronto Harbourfront7.jpg
Der CN Tower in Toronto ist der zweithöchste Fernsehturm der Welt

Einst der dominierende Wirtschaftszweig, beschäftigt die Landwirtschaft heute nur noch einen kleinen Prozentsatz der Erwerbstätigen. Vorherrschend sind Viehzucht, Weizenanbau und Milchwirtschaft. Auf der Niagara-Halbinsel und entlang des Eriesees konzentrieren sich Obst-, Trauben- und Gemüseanbau. Massey Ferguson, einst der weltweit wichtigste Hersteller von Landwirtschaftmaschinen, wurde in Ontario gegründet.

Ontarios Flüsse schaffen ein großes Potenzial für die Erzeugung von elektrischem Strom aus Wasserkraft. Seit der Privatisierung der staatlichen Gesellschaft Ontario Hydro im Jahr 1999 hält die Ontario Power Generation einen Anteil von 85 % an der Elektrizitätsproduktion in der Provinz. 41 % der Energie ist nuklear, 30 % stammt aus Wasserkraft und 29 % aus fossilen Brennstoffen. Während der Spitzenzeiten ist Ontario wegen des hohen Bedarfs auf Importe aus Québec und Michigan angewiesen.

Der Reichtum an natürlichen Ressourcen, gut ausgebaute Transportwege in die USA und der Zugang für Containerschiffe über die Großen Seen zum Meer haben zur dominierenden Stellung der Industrie in Ontario geführt. Dies trifft insbesondere auf den Golden Horseshoe zu, die am stärksten industrialisierte Region Kanadas. Bedeutende Branchen sind die Automobilindustrie, die Eisen- und Stahlverarbeitung, die Nahrungsmittelverarbeitung, die Elektroindustrie, die Maschinenindustrie, die chemische Industrie und die Papierindustrie. 2004 überholte Ontario mit 2,696 Millionen produzierten Automobile das benachbarte Michigan.

Toronto ist das Zentrum des kanadischen Finanz- und Bankenwesens, während in Städten wie Markham, Waterloo und Ottawa die Informationstechnik eine bedeutende Rolle spielt. Hamilton ist das kanadische Zentrum der Stahlproduktion, Sarnia ein Zentrum der Petrochemie. Die Wirtschaft im Norden der Provinz stützt sich auf Minen und Forstwirtschaft. Entlang der Seen ist der Tourismus von großer Bedeutung.

Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsteil ist das Filmproduktionsgewerbe. Neben Vancouver, British Columbia befindet sich in Toronto, Ontario der zweitgrößte Filmproduktionsstandort in Kanada. In Toronto befinden sich zwei große Filmstudios in denen US-amerikanische und kanadische Kinofilme, TV-Spielfilme, TV-Serien und Fernsehshows produziert werden. Weitere Filmstudios befinden sich in der Provinz verteilt. In anderen Provinzen befinden sich weitere Filmstudios, was dazu führte, dass sich Kanada zum drittgrößten Filmproduktionsstandort in Nordamerika nach Los Angeles und New York City entwickelte und oft mit dem Begriff Hollywood North verbunden wird.

Bildung und Forschung

Schulen

In Kanada sind die Provinzen für die Schulausbildungen selbst verantwortlich. Die Grund-, und weiterführende Schulen bis Klasse 12 (High Schools) in Ontario unterstehen der Aufsicht des Ontario Ministry of Education. In den Schulen der Provinz wird i.d.R. Englisch als Erstsprache und Französisch als Zweitsprache gelehrt. Im Schuljahr 2007/2008 waren insgesamt 1.371.485 schulpflichtige Kinder und Jugendliche in den Schulen der Provinz eingeschrieben. Insgesamt gab die Provinz für die öffentlichen Schulen rund 15,4 Milliarden Can $ aus.

Universitäten

Die Hochschulen und Universitäten der Provinz unterstehen der Aufsicht des Ontario Ministry of Training, Colleges and Universities. In der Provinz befinden sich 22 öffentliche Universitäten, 24 Colleges, 17 privatfinanzierte kirchliche Universitäten und über 500 Private Career Colleges. Zu den größten und weltweit bekannteren Universitäten in Kanada zählt die University of Toronto mit rund 73.000 Studenten die über mehrere Campusanlagen in Toronto sowie in den Vororten wie Mississauga verfügt. Die zweitgrößte Universität ist die York University mit rund 52.290 Studenten und die University of Ottawa mit rund 38.700 Studenten.

Verkehr

Datei:401atDVP.jpg
Highway 401 bei Toronto

Es existieren zwei historisch gewachsene Verkehrskorridore, die beide ihren Ausgangspunkt in Montreal haben. Der nördliche führt entlang des Ottawa-Flusses und dann weiter nach Manitoba. An ihr liegen Städte wie Ottawa, North Bay, Sudbury, Sault Ste. Marie und Thunder Bay. Von weitaus größerer Bedeutung ist der südliche Korridor entlang des Sankt-Lorenz-Stroms, des Ontariosees und des Eriesees nach Michigan. Bedeutende Städte an dieser Route sind Kingston, Oshawa, Toronto, Mississauga, Kitchener, Waterloo, London, Sarnia und Windsor. Die meisten wichtigen Verkehrswege Ontarios folgen einem dieser Korridore.

Autobahnen verlaufen meist im südlichen Korridor, sie verbinden die größten Städte miteinander und führen zu den wichtigsten Grenzübergängen wie den Detroit-Windsor Tunnel, die Ambassador Bridge und die Blue Water Bridge. Die wichtigste Straßenverbindung ist Highway 401, die als meistbefahrene Autobahn der Welt gilt. Der Highway 417 bildet einen Teil des Trans-Canada Highway, während Highway 400 in den Norden Ontarios führt.

Der Sankt-Lorenz-Seeweg entlang der südlichen Provinzgrenze ist der Hauptverkehrsweg für die Binnenschifffahrt, insbesondere für Massengüter wie Eisenerz und Weizen. Die Großen Seen und der Sankt-Lorenz-Strom waren einst auch bedeutende Verkehrswege für den Personentransport.

Datei:VIA Rail Train London Ontario.jpg
Ein Zug von VIA Rail in London

VIA Rail betreibt den interregionalen Schienenpersonenverkehr entlang des Québec-Windsor-Korridors. Zusätzlich bietet Amtrak Personenzüge nach Buffalo, Albany und New York City an. Ontario Northland Railway betreibt den Personenverkehr im Norden der Provinz. Der Schienengüterverkehr wird von den Gesellschaften Canadian Pacific Railway und Canadian National Railway dominiert. GO Transit betreibt Schienenpersonennahverkehr im Großraum Toronto und im Golden Horseshoe. Die Toronto Transit Commission betreibt die einzigen U-Bahn- und Straßenbahnnetze der Provinz, der O-Train ist eine Stadtbahn in Ottawa.

Der Toronto Pearson International Airport ist mit über 30 Millionen Fluggästen jährlich der meistfrequentierte Flughafen des Landes. Weitere bedeutende Flughäfen sind der Ottawa Macdonald-Cartier International Airport und der John C. Munro Hamilton International Airport. Die meisten Städte Ontarios verfügen über Regionalflughäfen, die von kleineren Fluggesellschaften angeflogen werden. Isolierte Siedlungen im Norden sind auf den Luftverkehr angewiesen, da sie vielfach nicht an das Straßen- oder Schienennetz angeschlossen sind.

Weblinks

 Wiktionary: Ontario – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Ontario – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Provinzen und Territorien - Statistics Canada
  2. Fläche der Provinzen und Territorien - Statistics Canada
  3. Bevölkerungszahl der Metropolregionen - Statistics Canada
  4. 4,0 4,1 Volkszählung 2006 - Statistics Canada
  5. Land of Water
  6. Bevölkerungsentwicklung Ontarios - Statistics Canada
  7. Ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung 2001 - Statistics Canada
  8. La communauté francophone - Office des affaires francofones
  9. Anteil der Konfessionen und Religionen - Statistics Canada

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