Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Oestrich (Iserlohn)

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dorf Oestrich nach 1840
Kettenschmiede Teves

Oestrich ist ein Stadtteil von Iserlohn in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Die Stadt Iserlohn mit ihrem Stadtteil Oestrich liegt im Nordwesten des Sauerlandes und gehört zum Märkischen Kreis. Ende 2012 hatte Oestrich 3.114 Einwohner [1].

Geschichte

Zahlreiche steinzeitliche Fundstellen, an mehreren Stellen in Grürmannsheide, auf dem Burgberg und in den Höhlen im Grüner Tal und Lennetal, zum Beispiel die heute zerstörte Martinshöhle, lassen auf eine Besiedelung der Gegend schon vor über 40.000 Jahren schließen. Auf dem Burgberg befindet sich eine Wallanlage, die zumindest in die nachkarolingische Zeit datiert. Spekulationen eines Heimatforschers, dass diese Anlage älter ist oder gar eine Kultstätte gewesen sei, sind archäologisch und durch Schriftquellen nicht beweisbar. Am Fuße des Burgbergs, unterhalb des Felsens Pater und Nonne, wurde ein spätantiker Goldschmuck (Hals- und Armreifen) aus dem 4. Jahrhundert entdeckt.

In der „Großen Vogteirolle“ über das Stift Essen des Grafen von Isenberg-Altena wurde Oestrich erstmals erwähnt als „Cometia Osteric“ (Freigericht Oestrich). Diese Schrift ist datiert auf den Zeitraum 1220–1250 n. Chr. [2][3]

An verkehrsgünstiger Stelle gelegen, nahe dem Kreuzungspunkt zweier Reichswege, blühte das kleine Bauerndorf wohl auf, wurde aber auch immer wieder durch Kriegseinflüsse und Krankheiten stark zurückgeworfen. Im Dreißigjährigen Krieg überlebten nur sieben Einwohner eine Pestepidemie im Jahre 1636 und pflanzten einer Legende nach zum Dank sieben Linden am Eingang zum Friedhof „Am Lindenplatz“.

Bis 1808 gehörte Oestrich zur Grafschaft Limburg. Nach der Gründung des Kreises Iserlohn 1815 wurde die Gemeinde Oestrich mit den Nachbargemeinden Letmathe, Elsey, Limburg und Reh zum Amt Limburg zusammengeschlossen. 1868 wurde beim Bau der Bahnstrecke Letmathe–Fröndenberg im Grüner Tal die Dechenhöhle entdeckt. 1903, als die Gemeinden Limburg und Elsey zur Stadtgemeinde Hohenlimburg zusammengeschlossen wurden, bildete Oestrich mit Letmathe zusammen das Amt Letmathe-Oestrich.

1921 trennten sich die beiden Gemeinden und Oestrich bildete mit der Gemeinde Lössel (aus dem Amt Hemer) das Amt Oestrich. Am 1. Oktober 1956 vereinigte sich das Amt Oestrich mit dem inzwischen zur Stadt ernannten Letmathe zur neuen Stadt Letmathe. Dabei mussten bedeutende Teile der Gemeinde Oestrich an die Stadt Iserlohn abgetreten werden (Gerlingsen, Hombruch, Iserlohner Heide, Barendorfer Bruch).[4] Am 1. Januar 1975 wurde Letmathe mit Oestrich dann nach Iserlohn eingemeindet.[5]

Beim 24. Landeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft wurde Oestrich 2012 eine Silberplakette zuerkannt.[6]

Kirchengemeinden

Die katholische Kirchengemeinde gehört zum Dekanat Märkisches Sauerland. Die evangelische Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Iserlohn.

Veranstaltungen

In Oestrich lebte 1988 die alte örtliche Tradition der sogenannten „Appeltatenkirmes“ wieder auf. Diese wird seither wieder jedes Jahr im August veranstaltet. „Appeltaten“ (Apfeltaschen) sind ein Hefeteiggebäck.[7]

Sportvereine

Der Fußballverein FC Iserlohn 46/49 ging 2012 aus den Sportfreunden Oestrich-Iserlohn und der Fußballabteilung der TuS Iserlohn hervor und spielt in der Fußball-Landesliga. Die Spiele werden im Willi-Vieler-Stadion in Oestrich ausgetragen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

  • Gerhard Rödding (* 1933), evangelischer Theologe und nordrhein-westfälischer Politiker (CDU), von 1980 bis 1987 Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen

Literatur

  • Walter Ewig: Die Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Oestrich. Dorau, Hagen-Hohenlimburg 1978, 101 S.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stadt Iserlohn: Beiträge zur Stadtforschung und Statistik (PDF; 245 kB)
  2. Nachrichtenmeldung im IKZ vom 6. November 2008
  3. Oestricher Geschichte
  4. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817 – 1967. Aschendorff, Münster (Westfalen) 1977, ISBN 3-402-05875-8.
  5. § 2 Sauerland/Paderborn-Gesetz
  6. Ergebnisse des Landeswettbewerbes (PDF; 60 kB) Abgerufen am 11. September 2012
  7. Appeltatenkirmes in Oestrich: Backen der Apfeltaschen Abgerufen am 23. August 2012

Vorlage:Navigationsleiste Stadtteile von Iserlohn

51.3722222222227.6330555555556


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Oestrich (Iserlohn) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.