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Norbert Kron

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Norbert Kron (* 22. März 1965 in München) ist ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Filmemacher.

Leben und Werk

Norbert Kron studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und begann bereits zu dieser Zeit literarisch und journalistisch zu arbeiten. Er lebt seit 1992 in Berlin, wo er als freier Kulturjournalist für Fernsehen (u.a. ttt – titel, thesen, temperamente) und Printmedien (u.a. Tagesspiegel, Die Welt, Die Zeit) arbeitet. Er gründete im Jahre 1985 das sodann vom Bundesverband junger Autoren und Autorinnen herausgegebene Magazin Konzepte - Zeitschrift für Literatur. In seinen Romanen und erzählenden Texten setzt Norbert Kron sich immer wieder mit den gesellschaftlichen Verhältnissen der Medienwelt auseinander, wobei die Frage nach den zwischenmenschlichen Beziehungen und Beziehungsmodellen zwischen Mann und Frau im Mittelpunkt steht.

Der Debütroman „Autopilot“ (2002) handelt von einem erfolgreichen Fernsehproduzenten, der aus seiner Beziehung ausbricht und gegen das Medium revoltiert. „Der Begleiter“ (2008) erzählt die Geschichte eines Kulturjournalisten, der für eine erotische Begleitagentur arbeitet, was als Parabel auf heutige Liebesbeziehungen und auf das kulturelle Prekariat Berlins interpretiert wurde. In seinen jüngsten Texten geht es, ausgelöst durch mehrfache Aufenthalte in Tel Aviv, um das Verhältnis von Deutschen und Israelis. 2015 gab er zu diesem Thema zusammen mit dem israelischen Schriftsteller Amichai Shalev die Anthologie "Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen" heraus, die parallel in einem deutschen und einem hebräischen Verlag erschien.

Krons literarische Arbeit wurde durch zahlreiche Stipendien (u.a. Deutscher Literaturfonds, der Villa Aurora Los Angeles) gefördert. Im Anschluss an den Roman „Der Begleiter“ gründete er das Kunstprojekt „Art Escort“, bei dem man Berliner Schriftsteller, Bildende Künstler und andere Kulturschaffende als kulturelle (nicht erotische) Berlin-Begleiter buchen kann (ausgezeichnet mit dem "Myself"-Award). 2015 entstand zum 50-jährigen Jubiläum der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen das Kulturprojekt "Dontforgetdance.com", das mit seinen zahlreichen Veranstaltungen auf der Anthologie "Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen" basiert und von Bundeszentrale für Politische Bildung, Auswärtigem Amt und Jüdischem Museum Berlin[1][2] gefördert wurde.

In seinem Buch "Ein Zuhause in der Fremde - Was wir in Deutschland von der besten Schule für Einwanderer lernen können" (2017) porträtiert Kron die Bialik-Rogozin-Schule in Tel Aviv, die für ihre Integrations­arbeit mit Flüchtlingskindern und anderen Schülern mit Migrationshintergrund weltweit bekannt geworden ist[3]. Ihre Geschichten werden vergleichend ähnlichen Geschichten der UNESCO-Schule Essen gegenübergestellt, die mit der Bialik-Rogozin-Schule Tel Aviv eine Schulpartnerschaft eingegangen ist[4]. Zwölf Thesen, die daraus abgeleitet werden, sollen der Integrationsdebatte in Deutschland neue Impulse geben. Auf einer dazugehörigen Website gibt es dazu einen öffentlichen Blog.

Trivia

Norbert Kron ist Mitglied der deutschen Fußball-Autorennationalmannschaft (Autonama), deren zweite Anthologie "Fußball ist unser Lieben" er mitherausgab. Er wohnt in Berlin-Mitte.

Literarische Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Autopilot. Roman. Hanser Verlag, München 2002.
  • Tag eines Journalisten. In: Beste Deutsche Erzähler 2004. Hrsg.: Hubert Winkels. Deutsche Verlagsanstalt, München 2004.
  • Kohn in der Couch. In: Stadt Land Krieg. Hrsg.: Tanja Dückers, Verena Carl. Aufbau Verlag, Berlin 2004.
  • Abschiedsspiel. In: Titelkampf. Hrsg.: Ralf Bönt, Albert Ostermaier, Moritz Rinke. Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 2008.
  • Der Begleiter. Roman. dtv, München 2008.
  • Latzet! Latzet! Wie ich mit Lothar Matthäus Yad Vashem besuchte und mir daraufhin den Fuß brach. In: Fußball ist unser Lieben. Hrsg.: Norbert Kron, Albert Ostermaier, Klaus Cäsar Zehrer. Suhrkamp Verlag, Berlin 2011.
  • Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen. Israelische und deutsche Autoren schreiben über das andere Land. Hrsg.: Norbert Kron, Amichai Shalev. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M., und Afik Books, Tel Aviv 2015.
  • Ein Zuhause in der Fremde. Was wir in Deutschland von der besten Schule für Einwanderer lernen können. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2017.

Filmografie (Auswahl)

  • 1993: Was für ein Theater. Eine Reise durch die deutsche Bühnenlandschaft, mit Ulli Zelle, 40 min, ARD.
  • 1995: Seiten-Sprünge. Eine Woche in Berlins Literaturszene, 30 min, SFB.
  • 1997: Der Blechtrommler von Friedenau - Günter Grass, 45 min, SFB.
  • 1998: Der Tränenpalast - Vom Grenzübergang zum Szenetempel, mit Yvonne von Kalinowsky, 30 min, SFB.
  • 1999: Zwischen Kebap und Karriere - Junge Türken in Berlin, mit Yvonne von Kalinowsky, 30 min, SFB.
  • 2005: Die Macht des Wissens - Berlins Humboldt Universität, mit Matthias Hoferichter, 52 min, MDR.
  • 2008–2016: Bauer sucht Kultur - Unterwegs mit Max Moor, 9 Staffeln, mit Anna Bilger, Tim Evers und Christine Thalmann, 34 Filme je 45 min, RBB/3sat.

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2003: Stipendium des Berliner Senats
  • 2004: Stipendium der Stiftung Villa Aurora, Los Angeles
  • 2004: Stipendium des Deutschen Kulturfonds
  • 2011: Stipendium der Berliner Akademie der Künste, Villa Serpentara, Olevano Romano
  • 2012: Stipendium des Deutschen Literaturfonds

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen | Jüdisches Museum Berlin. Abgerufen am 10. März 2017.
  2. Bundeszentrale für politische Bildung: Grußwort von Thomas Krüger zum Symposium "Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen" am 13. April 2015 im Radialsystem V in Berlin | bpb. Abgerufen am 10. März 2017.
  3. n-tv Nachrichtenfernsehen: Vorzeigeprojekt aus Tel Aviv: Israelische Schule widmet sich jungen Flüchtlingen. In: n-tv.de. (http://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Israelische-Schule-widmet-sich-jungen-Fluechtlingen-article16944556.html).
  4. Tobias Kammer: Besuch der Partnerschule Bialik Rogozin in Tel Aviv. Abgerufen am 10. März 2017 (deutsch).
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Norbert Kron aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.