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Naphtali Zwi Juda Berlin

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Naphtali Zwi Juda Berlin

Naphtali Zwi Juda Berlin (Akronym Nezib oder Netziv etc.; geb. 20. November 1816 in Mir, Weißrussland; gest. 10. August 1893 in Warschau; Jahrzeit: 28. Aw) war ein bedeutender russischer Rabbiner.

Berlin war Rosch-Jeschiwa (Woloschin, 1854–1892), Possek und ein wichtiger Vorkämpfer der Chovevei-Zion-Bewegung, die dem politischen Zionismus unmittelbar vorausging.

Seine Söhne waren die Rabbiner Chaim Berlin und Rabbiner Meir Bar-Ilan (der spätere Mizrachi-Führer).

Rabbiner Naftali Zvi Jehuda Berlin tat sich in seiner Kindheit und Jugend nicht durch eine überaus große Begabung, sondern durch enormen Fleiß hervor. Er lernte in der Volozhin Jeschiwa, der ersten und bedeutendsten Jeschiwa jener Zeit, und wurde vom Rosch Jeschiwa, Rabbi Itzele Volozhiner, als Schwiegersohn ausgesucht. Nach dessen Tod wurde der Netziv im Jahre 1854 zum Rosch Jeschiwa von Volozhin und leitete sie bis zu ihrer Schließung im Jahre 1892.

Unter seiner Ägide kam die Volozhin Jeschiwa zur vollen Blüte und produzierte die rabbinische Elite, die Osteuropas Juden über Litauen hinaus bis zum Zweiten Weltkrieg führen würde, worunter Rabbi Shimon Shkop, Rabbi Isser Zalman Meltzer und Rav Avraham Yitzchak Kook zu zählen sind. Der Erfolg und große Zulauf der Volozhin Jeschiwa veranlasste Maskilim, die die Säkularisierung der jüdischen Bevölkerung zum Ziel hatten, die russischen Behörden zu Auflagen bzgl. des Curriculums der Jeschiwa zu bewegen. Es sollten nur säkulare Fächer von 9 bis 15 Uhr unterrichtet werden, der nächtliche Unterricht untersagt und die Studierstunden auf zehn Stunden täglich beschränkt werden. Statt sich diesen Restriktionen zu unterwerfen, beschloss der Netziv schweren Herzens, die Jeschiwa 1892 zu schließen.

Der Netziv legte besonderen Wert auf das Studium von NaCh und gab jeden Tag nach Schacharit einen Schiur zum Wochenabschnitt. Er unterstützte die jüdische Besiedelung von Eretz Jisrael, wohin er sogar noch kurz vor seinem Tod übersiedeln wollte.

Zu seinen Werken gehören „Meishiv Davar“ – eine Sammlung von Responsen, „Ha’Emek Davar“ – ein Chumasch-Kommentar und „Davar Ha’Emek“ – ein Kommentar zu NaCh.

Literatur

Weblinks

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