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Michael Hausfeld

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Michael Hausfeld

Michael Hausfeld (* 1944 in Brooklyn) ist ein US-amerikanischer Jurist und erfolgreicher Anwalt, der sich vor allem mit Schadenersatzklagen beschäftigt.

Leben

1944 als Sohn polnisch-jüdischer Naziflüchtlinge in Brooklyn geboren, wurde Hausfeld nach 1996 international mit seinen Holocaust-Klagen zunächst gegen Schweizer Banken und dann gegen deutsche Industriekonzerne und Finanzdienstleister bekannt.

Anschliessend verklagte er etliche dieser Unternehmen erneut, um Entschädigungen für die Opfer des südafrikanischen Apartheidregimes zu erzwingen. Diese seit Herbst 2002 laufenden Verfahren sind jedoch bislang erfolglos geblieben.

Zuvor hatte Hausfeld in dem Exxon Valdez-Prozess hohe Zahlungen für Fischer in Alaska sowie die damalige Rekordsumme von 176 Millionen Dollar für afroamerikanische Angestellte von Texaco erstritten, die bei ihrer beruflichen Entwicklung diskriminiert worden waren.

Bei den Holocaust-Verhandlungen mit der Schweiz und Deutschland erwies sich Hausfeld als ebenso hartnäckiger wie kreativer Stratege. Im Gegensatz zu den anderen Klägeranwälten erkannte er frühzeitig die politische Dimension speziell der Zwangsarbeits-Problematik.

Von jüdischen Anwälten wie Mel Weiss als «Verräter» und «Freund von Antisemiten» angefeindet, hat Hausfeld 1998-2001 den mittel- und osteuropäischen Delegationen bei den Verhandlungen als Koordinator und Berater wertvolle Dienste geleistet.

Sendungsbewusst, mitunter emotional, aber stets bedacht, maximalen Druck auf seine Gegner auszuüben, ist Hausfeld zumal für seine europäischen Kontrahenten eine irritierende Figur.

Als «1968er» steht er in der Tradition amerikanischer Juristen, die Gerichtssäle als Arena gesellschaftspolitischer Kämpfe betrachten. Gleichzeitig treibt ihn eine in der jüdischen Tradition verwurzelte Auffassung von Gerechtigkeit: Wo auch immer ungleiche Machtverhältnisse und Gewinnsucht Menschen zu Opfern machen, ist der Anwalt gefordert, vor Gericht die Balance wiederherzustellen. So fordert Hausfeld von den zahlreichen Bewerbern für seine neue Kanzlei, sie sollten «sich zumindest darüber bewusst sein, dass sie ein soziales Gewissen haben sollten.»

Im Gegensatz zu anderen amerikanischen Beteiligten an der Holocaust-Debatte hat sich Hausfeld danach nicht in dubiose Affären verstrickt. Er hat 2007 eine eigene Kanzlei gegründet und residiert seither an der K-Street in Washington. Inzwischen arbeiten drei Dutzend Anwälte für ihn, zudem sind die Niederlassungen seiner alten Kanzlei in San Francisco, New York und London zu ihm übergelaufen.

In einem Gespräch mit topnews hat Hausfeld vor einiger Zeit die Strategie seiner Firma erklärt, die primär gegen weltweit agierende Kartelle vorgehen wolle, die mit Preisabsprachen vor allem andere Unternehmen schädigen.

Hausfeld hat seit 2007 Konferenzen organisiert, an denen Aufsichtsbehörden in Europa, Asien und Amerika teilgenommen haben. Seine Kartell-Klagen wirken zwar nicht so spektakulär wie die Holocaust-Fälle. Aber Hausfeld LLP hat bereits Millionen-Vergleiche mit British Airways und Virgin Air sowie mit Unternehmen erzielt, die ihre dominante Stellung bei der Ausrüstung der globalen Schiffahrt unrechtmässig ausgenutzt haben.

Hausfeld sieht darin seine Erkenntnis bestätigt, dass «internationale Konzerne nicht auf nationaler Ebene kontrolliert werden können. Dagegen kommen nur Bündnisse von staatlichen Aufsichtsbehörden und international agierenden Klägerkanzleien an.»

Hinweis

Der Text dieses Artikels beruht auf einem in der Zeitschrift tachles zunächst online (24. Dezember 2012) publizierten Artikel.


Dieser Artikel / Artikelstub / diese Liste wurde in Jewiki verfasst und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. Hauptautor des Artikels (siehe Autorenliste) war Michael Kühntopf. Weitere Artikel, an denen dieser Autor / diese Autorin maßgeblich beteiligt war: 2.679 Artikel (davon 1.551 in Jewiki angelegt und 1.128 aus Wikipedia übernommen). Bitte beachten Sie die Hinweise auf der Seite Jewiki:Statistik.