Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Merkur (Zeitschrift)

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken
Fachgebiet Politik, Ästhetik, Geschichte, Philosophie,
Wirtschaft, Gesellschaft, Kunst und Literatur
Sprache Deutsch
Verlag Klett-Cotta
Erstausgabe 1947
Erscheinungsweise monatlich
Verbreitete Auflage ([1]) 4500 (gedruckte) Exemplare
Chefredakteur Ekkehard Knörer
Herausgeber Christian Demand
Weblink www.online-merkur.de
ISSN 0026-0096

Der Merkur (Untertitel: Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken) ist eine im Stuttgarter Verlag Klett-Cotta monatlich erscheinende Zeitschrift im Paperback-Format.

Geschichte

Der „Merkur“ erscheint seit dem Jahr 1947 und hatte 2011 eine Auflage von rund 4.500 Exemplaren.[1] Seit 1968 erscheint er im Klett-Cotta Verlag, der 1978 die Ernst H. Klett Stiftung Merkur errichtete, um die Existenz und Unabhängigkeit der Zeitschrift zu sichern.

Die ersten Herausgeber waren Hans Paeschke[2] und Joachim Moras. Paeschke leitete die Zeitschrift von 1947 bis 1978. Von 1979 bis 1983 war Hans Schwab-Felisch der Herausgeber, seit 1984 Karl Heinz Bohrer, dem 1991 Kurt Scheel zur Seite trat. Seit 2012 fungiert Christian Demand als Herausgeber.[3] 1990 wurde die Redaktion mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. Der Redaktionssitz wurde 1998 von München nach Berlin verlegt.

Die Neue Deutsche Biographie beurteilt das Blatt im Querschnitt wie folgt: In einer ersten Phase bis Anfang der 1950er Jahre war der „Merkur“ liberal-konservativ, mit starker Betonung des Kulturellen. 1948–1962 war sein Verlag die Deutsche Verlagsanstalt. In einer zweiten, national-liberal genannten Phase öffnete er sich stärker politischen Themen, vor allem der deutschen Wiedervereinigung. In einer dritten, links-liberal genannten Phase seit Beginn der 1960er Jahre, als es Paeschke angesichts eines notwendigen Verlagswechsels zu Kiepenheuer & Witsch gelang, die unabhängige Stellung der Zeitschrift zu wahren, waren die Studentenbewegung, Emanzipationspädagogik und Ostpolitik wichtig, außerdem philosophische und ästhetische Fragestellungen.

Paeschke gab 1947 im 1. Heft folgendes bekannt: Das Blatt handelt von der Anerkenntnis einer deutschen Schuld, es wendet sich gegen Verbalradikalismus und Utopismus und versucht „Spannungen und Kontraste“ zu versammeln. Eine Verbindung von Frankophilie und angelsächsischem Pragmatismus sowie die konkrete Erprobung politischer und ästhetischer Ansichten und Argumente war typisch. Was manche Leser als Widersprüche kritisierten, war für Paeschke die Kraft einer „Gegenwirkung“. Er selbst veröffentlichte als Herausgeber relativ wenig, etwa 30 Beiträge. Das Blatt im Ganzen war in Konzeption und Komposition sein Werk, und auch in vielen Essays der engeren Mitarbeiter war er präsent, indem er in ausführlichen Briefen die Themen entwickelte und diskutierte, Anregungen gab und Kritik äußerte. Die ihm wichtigsten Autoren waren Gottfried Benn, Arnold Gehlen, Ernst Robert Curtius, Margret Boveri, Hannah Arendt, Günther Anders, Jean Amery, Georg Picht und Jürgen Habermas.

Inhalt

Die Kulturzeitschrift bedient die Themenbereiche Politik, Ästhetik, Geschichte, Philosophie, Wirtschaft, Gesellschaft, Kunst und Literatur. Sie bezeichnet sich selbst in ihrer Ausrichtung als „antiutopisch“ und „liberal“. Die Essays haben ein hohes, oft akademisches Niveau.

Seit 1985 erscheint einmal jährlich eine Doppelausgabe, die sich einem Schwerpunktthema widmet und eine erhöhte Auflage hat.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Mediadaten Merkur auf klett-cotta.de, abgerufen am 30. Januar 2012.
  2. Paeschke, 1911-1991, studierte 1930–1936 Rechtswissenschaften in Berlin, Genf und Paris, er trieb auch philosophische und literaturwissenschaftliche Studien. 1932–1934 war er Sekretär der „Deutsch-Französischen Gesellschaft“, er rühmte sich seiner Kontakte zu Paul Valéry und André Gide. Seit 1936 publizierte er Film- und Literaturkritiken und Essays vor allem in der Wochenschrift „Deutsche Zukunft“ unter Fritz Klein. 1939–1944 war er Chefredakteur einer von Peter Suhrkamp herausgegebenen Zeitschrift Die Neue Rundschau. 1946–1947 gab Paeschke in Baden-Baden die Zeitschrift „Lancelot. Der Bote aus Frankreich“ heraus, zusammen mit dem vormaligen Pariser NS-Kultur-Spitzenfunktionär Gerhard Heller. Zur Zeitschrift gehörte auch ein gleichnamiger Verlag, Sitz Neuwied, in dem Paeschke 1949 als Übersetzer eine Broschüre (36 S.) publizierte: Descartes 1649 - Aragon 1946. Die Geburt des Friedens, deren Titel darauf verweist, dass jedenfalls für ihn die Schrecken des Krieges eindrücklich gewesen sind. (Frz.: La Naissance de la paix.) Seit 1947 war er Mitglied des Präsidiums eines „Südwestdeutschen Kulturrings“. 1947 gründete er, ebenfalls in Baden-Baden, am Sitz der Militärverwaltung der französischen Zone, den „Merkur“.
  3. Alexander Cammann: Ein Kreuzzug gegen das provinzielle Denken. In: Die Zeit, 29. Dezember 2011.
  4. mit dem Start-Essay Paeschkes von 1947. Verantwortlichkeit des Geistes. Buch hat 574 Seiten. Mit Autorenliste dieses Bandes
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Merkur (Zeitschrift) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.