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Merkava

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Dieser Artikel behandelt den israelischen Kampfpanzer. Zur Vision des Thronwagens beim Propheten Ezechiel siehe Merkaba.
Merkava
[[Datei:Merkava mk iv084.jpg|300px|]]

Vorlage:Infobox AFV/Wartung/Bild ohne Beschreibung

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 4 (Fahrer, Kommandant, Schütze, Ladeschütze)
Länge 7,60 m (mit Kanone: 9,04 m)
Breite 3,72 m (ohne Seitenschürzen)
Höhe 2,66 m (Turm Oberseite)
Masse 63 t (I und II)
65 t (III und IV)
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung Schott- und Verbundpanzerung sowie modulare Panzerelemente
Hauptbewaffnung 1 × 105-mm-L7-Kanone mit 50 Schuss (I und II)
1 × 120-mm-Glattrohrkanone mit 48 Schuss (III und IV)
LAHAT-Panzerabwehrrakete
Sekundärbewaffnung 1 achsparalleles 7,62-mm-MG (I-III)
und/oder 1 achsparalleles 12,7-mm-MG (IV)
2 × 7,62-mm-MG
1 × 60-mm-Mörser
Beweglichkeit
Antrieb Diesel
660 kW (900 PS (I, II))
880 kW (1200 PS (III))
1100 kW (1500 PS (IV))
Federung Federn
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h; Gelände: 55 km/h
Leistung/Gewicht 10,5 kW/t (14,3 PS/t (I,II)
13,4 kW/t (18,3 PS/t (III)
16,8 kW/t (23 PS/t) (IV)
Reichweite 500 km

Merkava (hebräisch für Streitwagen) ist eine Serie israelischer Kampfpanzer. Dieser Typ ist der modernste israelische Panzer und stellt etwa ein Drittel der einsatzfähigen Panzer Israels.[1] Im Vergleich zu anderen Kampfpanzern, wie beispielsweise dem US-amerikanischen M1A2, ist der Merkava in eine alternative Strategie eingebunden. Während die Vereinigten Staaten bei der Konstruktion des Abrams auf Geschwindigkeit Wert legten, ist der Merkava der dritten Generation, gerade im Hinblick auf das Lavagestein in den Golanhöhen, auf Beweglichkeit im Kampf ausgelegt. Das zweite Hauptaugenmerk bei der Konstruktion legten die israelischen Streitkräfte auf den Schutz der Besatzung. So wurde – anders als üblich – der Motor vor den Kampfraum ins vordere Drittel des Fahrzeugs verlegt, um bei einem Frontaltreffer eine zusätzliche Sperre gegen ein eventuell eindringendes Geschoss zu bieten und der Besatzung das Verlassen des beschädigten Panzers durch eine Heckluke zu ermöglichen. Letztere dient ebenso der Evakuierung Verwundeter und der Versorgung mit Munition.[2]

Entstehungsgeschichte

Nach dem Sechstagekrieg und dem französischen Embargo unterzeichnete Israel ein Abkommen mit Großbritannien, um gemeinsam den Kampfpanzer Chieftain zu entwickeln. 1969 trat Großbritannien auf Druck der arabischen Länder von diesem Abkommen zurück. Israel erkannte, dass es sich von den Waffen- und Ersatzteillieferungen aus den alliierten Staaten unabhängig machen musste. Ein weiterer Grund für eine Eigenentwicklung waren die spezifischen Anforderungen der israelischen Armee. Während die Modelle der NATO-Staaten dazu konstruiert wurden, an jedem Ort der Erde und unter allen klimatischen Bedingungen zu funktionieren, stellt der Merkava eine Antwort auf das eng begrenzte Einsatzgebiet der Streitkräfte wie auch auf ihre charakteristische Taktik dar. Nach dem Jom-Kippur-Krieg war klar, dass sich das relativ kleine Israel keine massiven Verluste mehr leisten konnte. So begann 1970 unter Leitung von General Israel Tal die Entwicklung eines Panzers, bei dem besonderes Augenmerk auf den Schutz der Besatzung gelegt wurde, der aber gleichzeitig eine starke Feuerkraft aufwies.

Versionen

Merkava Mk 1

Merkava 1

Die erste Version wurde 1979 in der Armee eingeführt. Er war mit einer 105-mm-Kanone L7 ausgestattet, der 900 PS starke Motor befand sich in der Front vor dem Fahrer. Eine Ausstiegsluke befand sich im Heck des Panzers. Er wurde 1982 im Libanonkrieg eingesetzt.

Merkava Mk 2

Merkava 2

Der Merkava Mk 2 wurde 1983 eingeführt und enthielt zahlreiche Verbesserungen, die hauptsächlich auf die Straßenkampffähigkeiten sowie auf den Schutz der Besatzung abzielten. Die Verbesserungen wurden aufgrund der Erfahrungen im Libanon und besonders der Kämpfe in Beirut vorgenommen.

Insgesamt unterhalten die IDF 580 Panzer vom Typ Mk 1 und Mk 2 als Einsatzreserve.[1]

Merkava Mk 3

Merkava 3

1990 wurde die Mk-3-Version eingeführt, die Motorleistung wurde auf 1200 PS erhöht und es wurde ein neues Kraftübertragungs- und Aufhängungssystem eingebaut. Der Panzer erhielt außerdem eine neue 120-mm-Glattrohrkanone.

1995 wurde die Version Mk 3B (auch als Merkava Baz bezeichnet) eingeführt. Die Feuerleitanlage wurde modernisiert und der ABC-Schutz verbessert. Die Panzerung wurde modular aufgebaut (Kasag genannt).

Merkava 3 LIC

Merkava Baz

Diese Version wurde speziell für den Straßenkampf ausgestattet; LIC steht hierbei für Low Intensity Conflicts. Diese Version wurde mit einem achsparallelen Maschinengewehr vom Typ M2 Browning ausgestattet. Dies ermöglicht es der Besatzung, eine stärkere Feuerkraft als die eines mittleren Maschinengewehrs nutzen zu können, ohne sofort die Kanone abfeuern zu müssen. Der Panzer bietet außerdem einen verbesserten Schutz vor Granaten. Um dem Fahrer in engen Straßen eine bessere Übersicht zu geben, wurden Kameras installiert.

Im aktiven Dienst der IDF stehen 780 Panzer der Varianten Mk 3.[1]

Merkava Mk 4

Merkava 4

Der Mk 4 ist die neuste Version der Merkava-Serie. Er wird seit 2003 an die Truppen ausgeliefert. Der Schutz der Besatzung und die Feuerleitanlage wurden nochmals verbessert.

Die Panzerung wurde sowohl an den Seiten und der Front als auch auf der Turmoberseite verstärkt. Hierbei ergibt sich die charakteristische Turmform durch die Abschrägung der Panzerung, um einen möglichst ungünstigen Auftreffwinkel für feindliche Geschosse zu erzielen. Die Panzerung ist modular aufgebaut, so dass bei Beschädigungen nur einzelne Teile ausgewechselt werden müssen.

Der Panzer erhielt ein neues Feuerleitsystem mit einer neuen 120-mm-Glattrohrkanone. Diese Kanone ist mit der NATO-Munitionspalette kompatibel und ermöglicht auch den Beschuss von Hubschraubern.

Der Panzer verfügt außerdem über ein achsparalleles 12,7-mm-MG, das es der Besatzung ermöglicht, ungepanzerte Ziele zu bekämpfen, ohne den Panzer verlassen zu müssen. Das interne MG und die hintere Luke wurden besonders im Straßenkampf eingesetzt.

Der Merkava Mk 4 verfügt über eine verbesserte Mobilität; ein Videosystem ermöglicht dem Fahrer einen 360-Grad-Rundumblick. Ebenso erhielt der Mk 4 einen neuen Motor von MTU mit 1500 PS Leistung eingebaut.

Eine weitere Verbesserung ist das „Battle Management System“, das Daten von anderen Einheiten, zum Beispiel Panzern, UAV oder dem Hauptquartier, empfängt und die Missionsdaten und die Karten auf dem neuesten Stand hält.

Bei den IDF sind 320 Panzer vom Typ Mk 4 im Einsatz, weitere 300 befinden sich im Zulauf.[1]

Einsätze

Wie die meisten anderen Panzer ist auch der Merkava sehr anfällig für ferngezündete Landminen. Während der Al-Aqsa-Intifada gelang es den Palästinensern so, drei Merkava zu zerstören, wobei zehn israelische Soldaten ums Leben kamen.

Während des Libanonkrieges 2006 wurden 50 Merkava von Panzerabwehrlenkwaffen getroffen und beschädigt oder zerstört. Bei 44 Prozent aller getroffenen Panzer durchschlug das Geschoss die Panzerung. Dabei wurden 23 Besatzungsmitglieder getötet und mehr als 100 verletzt.[3] Die vom israelischen Generalstab in Auftrag gegebene Ursachenanalyse ergab dafür drei Hauptgründe:

  • Die in Russland entwickelten und über den Iran an die Hisbollah gelangten AT-13 Saxhorn-2-Panzerabwehrwaffen erwiesen sich als sehr wirksam.
  • Unerfahrenheit und mangelnder Ausbildungsstand der Merkava-Besatzungen. Die meisten Treffer gab es im Stillstand; die Panzersoldaten waren bis vor dem Einsatz in anderen Truppenteilen tätig.
  • Budgetkürzungen im Wehretat. Es waren deshalb Merkava ohne Rauchgranaten im Einsatz.

Darüber hinaus erwiesen sich bei der Bekämpfung des Panzers auch improvisierte Sprengladungen als erfolgreich.

Aufgrund der unerwartet hohen Verlustquote auf israelischer Seite und der generell strategischen Bedeutung des Panzerschutzes für die israelische Verteidigungsfähigkeit wächst der Druck auf die israelische Regierung, mehr Mittel für die Entwicklung und Systemintegration von abstandsaktiven Schutzmaßnahmen freizugeben.

Technische Daten

Merkava Mk 1

    • Motor: Continental V-12 AVDS-1790-6A
      • Treibstoff: 900 l
    • Gewicht: 60 t
    • Länge × Breite × Höhe: 8,63 m (mit Kanone) × 3,7 m × 2,75 m
    • Geschwindigkeit
      • Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h
      • Reichweite: 400 km
      • Watfähigkeit: 1,38 m
      • Kletterfähigkeit: 0,95 m
      • Grabenüberschreitfähigkeit: 3 m
    • Besatzung : 4 Mann
    • Bewaffnung:
      • 1 × 105-mm-Kanone
      • 3 × 7,62-mm-MG
      • 1 × 60-mm-Mörser

Merkava Mk 3

    • Motor: Continental V-12 AVDS-1790-9AR / 1200 PS (Diesel)
      • Treibstoff: 1250 l
    • Gewicht: 62 t
    • Mk 3 Länge × Breite × Höhe: 8,78 m (mit Kanone) × 3,7 m × 2,76 m
    • Geschwindigkeit
      • Höchstgeschwindigkeit: 55 km/h
      • Reichweite: 500 km
      • Watfähigkeit: 1,38 m
      • Kletterfähigkeit: 1 m
      • Grabenüberschreitfähigkeit: 3,5 m
    • Besatzung : 4 Mann
    • Bewaffnung:
      • 1 × 120-mm-Glattrohrkanone
      • 2 × 7,62-mm-MG
      • 1 × 12,7-mm-koaxial-MG
      • 1 × 60-mm-Mörser

Merkava Mk 4

    • Motor: GD 883 12-Zylinder-Diesel 1103 kW (1500 PS) (Lizenzbau des MTU 883 durch General Dynamics)
      • Treibstoff: 1200 l
    • Gewicht: 65 t
    • Mk 4 Länge × Breite × Höhe: 9,06 m (mit Kanone) × 3,7 m × 2,66 m
      • Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
      • Reichweite: 500 km
      • Watfähigkeit: 1,5 m
      • Kletterfähigkeit: 1,5 m
      • Grabenüberschreit fähigkeit: 3,5 m
    • Besatzung : 4 Mann
    • Bewaffnung:
      • 1 x 120-mm-Glattrohrkanone (L44)
      • 2 × 7,62-mm-MG
      • 1 × 12,7-mm-koaxial-MG
      • 1 × 60-mm-Mörser

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 http://www.inss.org.il/upload/%28FILE%291284986151.pdf The Institute for National Security Studies", chapter Israel, 2010, Seite 12 Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „(FILE)1284986151“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „(FILE)1284986151“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  2. vgl. Cohen, Eliot: Technology and Warfare. in: Baylis, John et al.: Strategy in the Contemporary World. 2. Auflage, Oxford: Oxford University Press 2007, S. 144, Box 7.1
  3. Why did Armored Corps Fail in Lebanon?


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