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Menziken

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Menziken
Wappen von Menziken
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton AargauKanton Aargau Aargau (AG)
Bezirk: Kulmw
BFS-Nr.: 4139i1f3f4
Postleitzahl: 5737
UN/LOCODE: CH MZK
Koordinaten: (657016 / 232424)47.2402738.191667544Koordinaten: 47° 14′ 25″ N, 8° 11′ 30″ O; CH1903: (657016 / 232424)
Höhe: 544 m ü. M.
Höhenbereich: 535–872 m ü. M.[1]
Fläche: 6,38 km²[2]
Einwohner: 5589 (31. Dezember 2010)[3]
Einwohnerdichte: 876 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
34,6 % (31. Dezember 2010)[4]
Website: www.menziken.ch
Menziken

Menziken

Lage der Gemeinde
Vorlage:Imagemap Bezirk Kulmw
Kirche von Menziken

Menziken (schweizerdeutsch: ˈmæntsikχə)[5] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Kulm im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im oberen Wynental und grenzt an den Kanton Luzern.

Geographie

Das Dorf erstreckt sich über die gesamte Breite des trogförmigen Tals der Wyna. Der Ischlag (651 m ü. M.) bildet die natürliche Grenze zum Seetal. Westlich des Dorfes liegt an den Ausläufern des Stierenbergs die Gemeinde Burg. Diese wird fast gänzlich vom Gemeindegebiet Menzikens umschlossen und ist somit beinahe eine Enklave. Ein Landstreifen von knapp 100 Metern Breite bildet die Verbindung zum westlichen Teil der Gemeinde. Das dortige Gelände ist zum grössten Teil bewaldet und steigt bis zum Stierenberg (872 m ü. M.) an. Die fünf Gemeinden Menziken, Burg, Beinwil am See, Rickenbach und Reinach sind zu einer zusammenhängenden Agglomeration mit über 17'000 Einwohnern verschmolzen, die Grenzen sind zwischen den einst getrennten Dörfern kaum mehr erkennbar.[6]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 638 Hektaren, davon sind 149 Hektaren bewaldet und 187 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 872 Metern auf dem Gipfel des Stierenbergs, der tiefste auf 535 Metern an der Wyna.

Weitere Nachbargemeinden im Kanton Aargau sind neben Burg auch Reinach im Norden und Beinwil am See im Nordosten. Nachbargemeinden im Kanton Luzern sind Rickenbach im Westen sowie Beromünster im Süden und Osten.

Geschichte

Vereinzelte Funde zeugen von einer Besiedlung des oberen Wynentals während der Jungsteinzeit, der Bronzezeit und der Hallstattzeit. Zur Römerzeit existierte hier ein kleiner Gutshof. Im 7. Jahrhundert errichtete ein alamannischer Grossbauer einen Hof. Die erste Erwähnung von Manzinchouen erfolgte im Jahr 1045 in einer Urkunde des Grafen Ulrich von Lenzburg. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Manzinghofun und bedeutet «bei den Höfen der Sippe des Manzo».[5] Im Mittelalter lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, wurden die Habsburger im Jahr 1264 die neuen Landesherren. Die niedere Gerichtsbarkeit war im Besitz der Herren von Rinach, die ihren Stammsitz in Burg hatten. Die Zehnten gingen an das Chorherrenstift in Beromünster.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Menziken gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau und war Bestandteil des Gerichts Reinach im Amt Lenzburg. 1528 führten die Berner die Reformation ein. Menziken war lange Zeit Teil von Reinach gewesen und wurde erst um 1580 ein selbständiges Gemeinwesen. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Menziken gehört seither zum Kanton Aargau.

Das Dorfzentrum in Menziken

Die Industrie hielt schon früh Einzug: 1729 siedelte sich eine Baumwoll-Manufaktur im damaligen Bauerndorf an. Bald darauf folgten Webereien, Spinnereien und Färbereien. Die Menziker Produkte wurden ins Elsass, in die Lombardei und nach Savoyen exportiert. Ab 1838 wurde die Textilindustrie nach und nach durch die Tabakindustrie verdrängt. Menziken und das obere Wynental entwickelten sich zum Zentrum der schweizerischen Zigarrenherstellung und erlangten internationale Bedeutung. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die «Bank in Menziken» gegründet, und das neue «Wynentaler Blatt» erreichte von Menziken aus seine Leser. Um die Wende zum 20. Jahrhundert kamen der Bau von Herkules-Lastwagen sowie die Verarbeitung von Aluminium in der Aluminium AG (später Alu Menziken Gruppe, heute Montana Tech Components) dazu.

Dieser Aufschwung wäre ohne den Bau neuer Verkehrswege nicht möglich gewesen. Am 1. Mai 1904 ersetzte die schmalspurige Wynentalbahn den Postkutschenverkehr zwischen Menziken und der Kantonshauptstadt Aarau. Am 1. Oktober 1906 wurde die normalspurige Eisenbahnlinie Menziken–Beromünster eröffnet, eine Zweigstrecke der Seetalbahn. Im Verlaufe des 20. Jahrhunderts hat sich die Bevölkerungszahl mehr als verdoppelt und Menziken ist mit seinen Nachbardörfern zusammengewachsen. Seit wenigen Jahren arbeiten Menziken, Burg, Pfeffikon und Reinach auf zahlreichen Gebieten eng zusammen.

Sehenswürdigkeiten

Gemeindesaal - im Hintergrund die reformierte Kirche

1801 entstand an der Wyna ein von einem Wasserrad angetriebenes Sägewerk, das bis 1969 in Betrieb war. 1982 bis 1986 wurde das Gebäude restauriert und steht seither unter Denkmalschutz. Es wird von einem Verein gepflegt und ist daher noch immer funktionstüchtig; regelmässig finden Vorführungen statt.

Die reformierte Kirche wurde in neugotischem Stil erbaut und 1890 eingeweiht.

Im Jahr 2000 verkaufte die örtliche Chrischona-Gemeinde ihre im Jahr 1922 errichtete Kapelle. Das Gebäude wurde renoviert und in ein Museum umgewandelt, das sich mit der Tabak- und Zigarrenindustrie des oberen Wynentals befasst.[7]

Die katholische St. Anna-Kirche wurde 1907 erbaut, aufgrund der stetig wachsenden Zahl von Gläubigen musste diese 1973 um- und ausgebaut werden. Die reformierten Bewohner Menzikens gehören zur Ref. Kirchgemeinde Menziken Burg[8]

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Rot auf grünem Dreiberg Krieger in weisser Rüstung, den Kopf nach links gedreht, in der Rechten weissen Speer mit gelbem Schaft, in der Linken fünfstrahligen gelben Stern haltend.» Das Menziker Wappen hat zahlreiche Wandlungen vollzogen, es sind insgesamt 13 verschiedene Varianten des Rittermotivs überliefert. Die heute verwendete Version wurde 1956 eingeführt.[9]

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung:[10]

Jahr 1764 1803 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 864 1222 1921 2333 2721 3377 4060 4587 4570 4752 5511 5589

Am 31. Dezember 2010 lebten 5589 Menschen in Menziken, der Ausländeranteil betrug 34,6 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 39,6 % reformiert. 30,4 % römisch-katholisch, 12,7 % moslemisch und 2,9 % christlich-orthodox; 0,6 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[11] 81,3 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 5,0 % Albanisch, 4,1 % Serbokroatisch, 3,0 % Italienisch, 2,8 % Türkisch, 1,3 % Spanisch.[12]

Politik und Recht

Gemeindehaus in Menziken

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Gemeindeammann der Amtsperiode 2010-2013 ist Annette Heuberger.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht in Unterkulm zuständig. Menziken gehört zum Friedensrichterkreis Reinach.

Wirtschaft

Hauptsitz der Alu Menziken

In Menziken gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 1900 Arbeitsplätze, davon 1 % in der Landwirtschaft, 39 % in der Industrie und 60 % im Dienstleistungsbereich.[13] Menziken bildet zusammen mit Reinach das wirtschaftliche Zentrum des südlichen Aargaus und weist daher viele Zupendler auf, auch aus den angrenzenden luzernischen Gebieten.

Das mit Abstand grösste Unternehmen ist die Alu Menziken Gruppe, die hier ihren Hauptsitz hat. Die amerikanische Haworth, Inc., das weltweit zweitgrösste Büromöbelunternehmen, hat in Menziken ihre Schweizer Niederlassung. Weitere Industriezweige sind das graphische Gewerbe, der Metallbau und die Produktion von Fruchtsäften.

Verkehr

Bahnhof

Mitten durch das Dorf verläuft die wichtige Hauptstrasse 23 von Aarau über Beromünster nach Sursee. Eine Nebenstrasse führt über Burg nach Rickenbach. Menziken ist die südliche Endstation der schmalspurigen Wynentalbahn (heute AAR bus+bahn) nach Aarau. Eine Postautolinie führt von Beinwil am See über Menziken nach Beromünster.

Bis vor wenigen Jahren verkehrte die WSB mitten auf der stark befahrenen Hauptstrasse als Tram, teilweise im Gegenverkehr. Häufig kam es zu Unfällen mit erheblichem Sachschaden. Als 1991 auf der parallel verlaufenden, normalspurigen SBB-Linie Beinwil am See–Beromünster der Personenverkehr eingestellt wurde, plante man die Verlegung der WSB-Strecke auf das nun frei gewordene SBB-Trassee. Die Umspurungs- und Anpassungsarbeiten begannen 1999 nach der Einstellung des Güterverkehrs. Das neue Teilstück Reinach Nord–Menziken konnte schliesslich am 15. Dezember 2002 eröffnet werden.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über drei Kindergärten und vier Schulhäuser. In diesen werden sämtliche Stufen der obligatorischen Volksschule unterrichtet (Primarschule, Realschule, Sekundarschule, Bezirksschule). Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich im 5 km entfernten Beromünster (Kanton Luzern). Viele Schüler bleiben jedoch im Kanton und fahren zur Kantonsschule in Aarau.

Persönlichkeiten

geboren in Menziken
weitere
  • Klaus Merz (* 1945), Schriftsteller, aufgewachsen in Menziken

Weblinks

Einzelnachweise

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020 ([1])
  3. Bevölkerungsstatistik, 2. Halbjahr 2010, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  4. Bevölkerungsstatistik, 2. Halbjahr 2010, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  5. 5,0 5,1 Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 269–270.
  6. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1109 und 1110, Swisstopo
  7. Tabakmuseum
  8. Michael Stettler; Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmaeler des Kantons Aargau. Band I: Die Bezirke Aarau, Kulm, Zofingen, Birkhäuser Verlag, Basel 1948.
  9. Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 212.
  10. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  11. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  12. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  13. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.

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